Schlagwort: pflege

  • „Wir wollen heute feiern“ – Tag der Pflege und Betreuung im Pflegewohnheim „Alt-Treptow“

    Froh, dabei zu sein

    Wie immer, konnten es sich alle gut gehen lassen – bei Grillhähnchen, Brezeln, Erbsensuppe und Softeis. Mittendrin waren Gehege aufgebaut mit Alpakas, Ziegen, Schafe, Hasen und Schweinen. Alte Schlager waren zu hören. Alf Weiß ist für die musikalische Untermalung zuständig. „Er macht die beste Musik“, sagte Lieselotte Appoldt begeistert. Die 89-Jährige sei froh, beim Tag der Pflege und Betreuung dabei zu sein. „Ich wohne seit Februar hier und bin wieder richtig aufgeblüht. Alle geben sich hier so viel Mühe. Das sieht man auch heute wieder.“

    Dank ans Team

    Einrichtungsleiterin Kathrin Soltysiak erklärte in ihrer Begrüßung, worum es ihr an diesem Tag geht: „Wir wollen heute feiern, erst gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und im Anschluss feiern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch etwas weiter.“ Außerdem betonte sie, dass die Pflege die Betreuung brauche und dass es ohne die Verwaltung des Hauses auch nicht gehe. „Wir bedanken uns bei unserem gesamten Team sehr herzlich für den engagierten Einsatz vor allem in den vergangenen Monaten.“ Mit „wir“ meinte Kathrin Soltysiak auch Pflegedienstleiter Tobias Wendrich, der während ihres Grußwortes große Präsentkörbe überreichte.

    Wünsche fliegen gen Himmel

    Danach folgte ein weiterer Höhepunkt: Die Anwesenden erhielten bunte Luftballons. Dazu spielte das Lied „99 Luftballons“ von Nena. „Bei uns sind es sogar 153“, sagte Kathrin Soltysiak. Auf ihr Kommando ließen alle ihren Ballon steigen, verbunden mit einem Herzenswunsch. Ein bewegender Moment, der sicher in besonders schöner Erinnerung bleiben wird.

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  • Meine UNIONHILFSWERK-Geschichte: Corinna Puttlitz – von der Stationshilfe zur Betreuungsassistentin

    Wenn Corinna Puttlitz am Vormittag ins Pflegewohnheim kommt, freut sie sich auf Bewohner und Kollegen. Bei allem Wandel, das Gefühl bleibt gleich.

    Dr. Günter Hesse – von Anfang an

    Im Pankower Pflegewohnheim Dr. Günter Hesse arbeitet sie bereits seit 2001. „Ich bin damals als Stationshilfe hier eingesetzt worden im Auftrag einer anderen Firma, die für das UNIONHILFSWERK gearbeitet hat. Mit insgesamt vier Kollegen waren wir zuständig für die Essensversorgung, das Bettenmachen, die Blumenpflege oder die Desinfektion der Räume“, erzählt Corinna Puttlitz. Die Arbeit vor Ort hat ihr sofort Spaß gemacht: „Das UNIONHILFSWERK-Team hat mich damals sehr herzlich aufgenommen, als wäre ich eine feste Mitarbeiterin im Team.“  Auch deshalb zeigte sie vollen Einsatz: „Ich war oft schon eine Stunde früher mit meinen eigentlichen Aufgaben durch, da bin ich dann natürlich den Pflegekräften zur Hand gegangen.“ Und der Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gefiel ihr sehr.

    Der Einstieg in die Pflege

    Nach zwei Jahren entschied sie sich kurzerhand, direkt in die Pflege zu wechseln und besuchte einen Pflegebasiskurs. Die fälligen Praxisstunden absolvierte sie vor und nach ihrer Schicht als Stationshilfe direkt unter Anleitung der bekannten Kollegen, die Theorie lernte sie nach Feierabend.  Im Sommer 2004 wurde Frau Puttlitz dann fest als Pflegekraft im UNIONHILFSWERK angestellt – seitdem arbeitet sie immer auf Station 2.

    „15 Jahre lang war ich als Pflegekraft dort im Einsatz und eigentlich immer zufrieden. Aber ab 50 geht die Pflege dann an die Substanz“, erzählt sie. Die Arbeit ist nicht immer leicht und auch neue Kollegen zu finden, dauert seine Zeit. Als sie 2019 wegen gesundheitlicher Beschwerden zum Arzt geht, stellt der klar: „Sie müssen raus aus Ihrem Beruf.“ Für Frau Puttlitz keine schöne Nachricht, denn sie wollte bleiben, wegen der Kollegen und der Bewohner.

    15 Jahre später: eine neue Perspektive

    Als sie Paul Weise, dem Leiter des Pflegewohnheims, davon erzählt, ist der gerade seit vier Wochen im Job. „Herr Weise hat mich direkt unterstützt und nach einigen Gesprächen war dann klar, dass ich auf meiner Station bleiben kann, in der Betreuung“, berichtet Corinna Puttlitz. Sie schult noch einmal um zur Betreuungsassistentin. Der Kurs dauert vier Monate, das UNIONHILFSWERK trägt die Kosten dafür. „Die Erfahrung in der Pflege kam mir während des Kurses natürlich zu Gute und die Praxis lernt man dann von den Kollegen.“

    Auch ihre neuen Aufgaben gefallen ihr. Die Zeit, die sie jetzt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern verbringt, ist einfach ein bisschen anders: „In der Betreuung arbeiten wir aktuell zu sechst, auf vier Stationen. Ich arbeite immer noch auf Station 2, die Bewohner blieben also die gleichen. Anstelle von Pflege stehen jetzt eben Sing- und Sportkreis oder Gedächtnisübungen auf dem Programm“, erzählt sie, „und wenn dann mal ganz leichte pflegerische Aufgaben anstehen, übernehme ich die auch. Ich weiß ja noch, wie das geht.“

    Auch zur Corona-Zeit konnten und können diese Angebote stattfinden: „Wir verlagern einiges nach draußen, aber die Bewohner dürfen sich ja gottseitdank frei bewegen. In der Betreuung haben wir in den letzten Wochen schon einige emotionale Momente miterlebt.“ Gerade jetzt sieht sie, wie wichtig ihre Arbeit als Betreuungsassistentin ist: „Da machen wir mit unserer Arbeit einen echten Unterschied, wenn wir das gewohnte Umfeld erhalten können.“

    „Ein Gewohnheitstier“ ist übrigens auch Corinna Puttzlitz, wie sie sagt: „Mich kriegt man hier nicht mehr weg. Ich arbeite in diesem Pflegewohnheim seit fast 20 Jahren. Wenn ich kann, bleibe ich bis zur Rente.“

     

    Haben auch Sie ihre ganz persönlche UNIONHILFSWERK-Geschichte? Schreiben Sie in die Kommentare!

  • „Unionhilfswerker“: Christian Knop

    Name: Christian Knop

    Alter: 37

    Beruf: Bürokaufmann, Gesundheits- und Sozialökonom

     

    Was genau machen Sie da?

    Ich bin als Teamassistenz im Fachbereich Pflege tätig.

     

    Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

    Ich hatte, soweit ich mich zurückerinnern kann, schon immer einen Hang dazu, kaufmännisch zu denken und möglichst auch so zu handeln. Das verbindet sich gut mit meinem Berufsalltag.

     

    Was wollten Sie werden als Sie klein waren?

    Aus Erzählungen weiß ich, dass ich zuerst Tankwart werden wollte, später Busfahrer – ab Schulzeit: Fußballprofi. Heute resümiere ich: Der Trend geht zur E-Mobilität. Eine Fahrerlaubnis habe ich nicht und zum Fußballprofi fehlte das Talent.

     

    Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

    Zu einer Zeit, als ich im Betreuten Einzelwohnen tätig war, erinnere ich mich an eine Krisenintervention an einem 24.12. bei einer Klientin. Es gab zur Feier des Tages alkoholfreien Sekt, ein Big-Mac-Menü und Börsen-News auf N-TV. Wir haben auf der Bettkante gesessen, da in dem Zimmer nichts weiter als das Bett, ein Tisch und der Fernseher gestanden haben. Ich sollte still sein und die Klientin wollte wohl nicht allein sein.

     

    Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

    Ich würde behaupten, dass ich gute Konzert-Reviews oder Musik-Kritiken schreiben könnte.

     

    Am Wochenende mache ich am liebsten…?

    Ich putze am Wochenende, sogar mit Spaß dabei. Wochenende ist für ich aber vor allem Familienzeit und ich verfolge mit großem Interesse das Geschehen rund um den Fußball.

     

    Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

    In dieser Stadt mag ich am liebsten den historischen Teil, jede Stadtführung fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Außerhalb von Berlin bin ich am liebsten in Griechenland.

     

    Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

    Auf ein Mobiltelefon und auf ein Auto.

     

    Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

    Eine Kopfbedeckung, ein Kopfkissen und ein solarbetriebenes Musikabspielgerät.

     

    Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

    Ich hätte gern den 05.05.1966 erlebt – im Hampden Park in Glasgow. Dort wurde zum ersten Mal ein Europapokal durch eine deutsche Bundesligamannschaft gewonnen.

     

    Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

    Sich die Zeit nehmen und einen Supermond betrachten. Ich finde das faszinierend.

     

    Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

    Ich bin ganz zufrieden mit meinen Fähigkeiten.

     

    Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

    Ich grüße die Mitarbeiter*innen des Unternehmensbereiches Pflege.

  • „Das UNIONHILFSWERK soll der beste soziale Träger in der Pflege werden“

    Leitbild und Taten passen zusammen

    Ich arbeite gerne beim UNIONHILFSWERK. Hier passen Leitbild und Taten zusammen. Ich habe mich von Anfang an stark eingebracht, wollte aber noch mehr gestalten. Ich freue mich, dass ich dazu die Möglichkeit erhalten habe. Das UNIONHILFSWERK soll der beste soziale Träger in der Pflege werden. An diesem langfristigen Ziel arbeiten meine Mitarbeiter und ich jeden Tag.

    Veränderungen – gut für das Team und die Bewohner

    Auch wenn es manchmal schwerfällt, gehören Veränderungen dazu, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei ist es mir wichtig, alle miteinzubeziehen und die Kompetenz und Erfahrung des Teams anzuerkennen. Dank der Mithilfe des Kollegiums hat sich bereits viel getan. So haben wir beispielsweise auf jeder Etage ein Dienstzimmer eingerichtet. Die Mitarbeiter haben dadurch kürzere Wege und die Bewohner sowie deren Angehörige immer eine Ansprechperson.

    Außerdem stellt in der Zwischenzeit die Apotheke die Medikamente bereit. Darüber hinaus befinden sich auf jeder Station zwei PCs mit der Pflegedokumentationssoftware »DAN«. Dadurch gelang es, die Dokumentation zu vereinfachen sowie die Information und die Kommunikation zu verbessern. Wir haben auch die Dienstzeiten angepasst – der Zwischendienst fiel weg – und das Personal den Diensten neu zugeordnet. So können wir ein modernes Pflegeverständnis entwickeln und die individuellen Bedürfnisse der Bewohner besser berücksichtigen, z.B. wann die Körperpflege erfolgen oder wann und wo die Mahlzeit eingenommen werden soll.

    Veränderungen sind gut angekommen

    Die bisherigen Veränderungen sind bei den Mitarbeitern überraschend gut angekommen. Ich warte immer noch auf den großen Knall. Weitere Veränderungen folgen, beispielsweise die Modernisierung der dritten Etage. Wir wollen aber erst eine konzeptionelle Entscheidung treffen, was dort geschehen soll. Sinnvoll wäre es, wenn sich unser Haus spezialisieren würde, beispielsweise für Menschen, die aufgrund einer starken Hirnschädigung nur sehr begrenzte Möglichkeiten haben zu kommunizieren, sogenannte Apalliker. Auch die Betreuung von jungen Pflegebedürftigen ist ein Thema. Hier gibt es ebenfalls Bedarf.

    Schuldzuweisungen helfen nicht weiter

    Mir ist klar, dass Ungewohntes und Stress Fehler verursachen können. Ich komme selber aus der Praxis. Daher weiß ich, dass es manchmal Entscheidungen gibt, die nicht optimal, aber in der Situation funktionsfähig sind. Schuldzuweisungen helfen nicht weiter, sondern wir besprechen gemeinsam, wie zukünftig Fehler vermieden werden können bzw. besser reagiert werden kann.

    Mitarbeiter sollen gerne zur Arbeit kommen

    Ich möchte, dass die Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen. Das liegt mir sehr am Herzen. Dazu gehören auch ein pünktliches Dienstende und die Gewissheit, dass Aufgaben auch dann erledigt werden, wenn andere Dienst haben. Mittelfristig soll deshalb der Einsatz von externen Kräften so gering wie möglich gehalten werden. Damit das gelingt, ist natürlich weiteres Personal nötig. Dass sich Mitarbeiter einbringen, zahlt sich auch hier aus: Sie ermutigen Familienmitglieder, sich zu bewerben. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

  • Enger vernetzen und abstimmen für ein besseres Miteinander

    Das Jahr 2019 liegt hinter uns. Wie würden sie es beschreiben?

    2019 war ein spannendes und ereignisreiches Jahr. Der Pflegedienst Berlin-Nord wurde gegründet. Das war mit sehr viel Arbeit verbunden, dazu zählte auch, dass wir über 200 Verträge neu geschlossen haben und alle Autos neu beschildert werden mussten. Und natürlich habe ich viele Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den stellvertretenden Pflegedienstleitungen geführt, die alle für dieses Vorhaben mit ins Boot geholt werden mussten.

    Worüber haben Sie sich besonders gefreut?

    Die Quartalsgespräche mit der Geschäftsleitung liefen sehr gut. Der Zusammenschluss der Pflegedienste scheint richtig gewesen zu sein. Die wirtschaftliche Entwicklung ist insgesamt positiv.

    Was war überraschend?

    Der Besuch der Berliner Polizei und der Musikerin Jadu unseres Büros in Weißensee Ende des Jahres war überraschend. Sie übergaben selbstgebackene Kekse, um anlässlich der Feiertage für Menschlichkeit und Herzlichkeit zu werben. Unser Büro liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße. Etwas Werbung tut uns daher sehr gut.

    Was wird ihre wichtigste Aufgabe im Jahr 2020 sein?

    Sich enger intern zu vernetzen, Besprechungen von Angesicht zu Angesicht werden eine zentrale Rolle spielen, um Probleme zu vermeiden. Vier stellvertretende Pflegedienstleitungen sitzen an drei verschiedenen Standorten. Das ist eine logistische und kommunikative Herausforderung.

    Was wünschen Sie sich für 2020?

    Wenn ich mir etwas wünschen könnte, wären das mehr Pflegefachkräfte. Hilfreich könnte in diesem Zusammenhang sein, sich in Teilzeit zur Pflegefachkraft nach der Generalistik ausbilden zu lassen. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege können es sich einfach nicht leisten, eine Vollzeitausbildung zu absolvieren.

    Und persönlich?

    Ich wünsche mir, dass mir trotz der herausfordernden beruflichen Tätigkeit, weiterhin genügend Zeit für meine Familie bleibt. Darüber hinaus überlege ich seit Monaten, Gesundheitsökonomie zu studieren. Aber noch fehlt der Ruck. Vielleicht kommt der ja noch.

    Gibt es etwas, worauf Sie sich freuen?

    Das Sommerfest des UNIONHILFSWERK ist immer ein Highlight. Außerdem freue ich mich auf den nächsten Urlaub in Österreich.

  • „Die Arbeit mit den PAPILLONS ist für mich ein unglaubliches Geschenk – reich an unterschiedlichsten Lebenswegen“

    Was war das für eine Veranstaltung und wie kam es zur Einladung eines Vertreters der PAPILLONS?

    Die Tagung wurde in Kooperation mit der Werkstatt Demenz e.V., Netzwerk Musiktherapie mit alten Menschen, der DMtG-Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft e.V., der MSH- Medical School Hamburg/ Department Kunst und der Gesellschaft und Gesundheit veranstaltet. Unter dem Motto „Beweglich sein“ ging es um die unterschiedlichen Förderansätze von körperlicher und psychisch-/seelischer Beweglichkeit für demenziell erkrankte Menschen. Die Teilnehmer berichteten von ihrer Arbeit, tauschten sich aus und konnten in unterschiedlichen Workshops eigene praktische Erfahrungen sammeln.

    Zu der Einladung kam es durch meine ehemalige Dozentin bzw. Professorin Prof. Dr. Dorothea Muthesius, bei der ich an der Universität der Künste (UdK) Berlin mein Masterstudium der Musiktherapie absolviert habe. Im September 2019 kontaktierte sie Christine Vogt, die Initiatorin und Regisseurin der PAPILLONS, zudem Kunsttherapeutin und Theaterpädagogin, die leider nicht am Symposium teilnehmen konnte. Somit hatte ich die schöne und inspirative Gelegenheit, unser Projekt vorzustellen.

    Wie wurde Ihr Bericht von den anderen Teilnehmern aufgenommen?

    Die Teilnehmer waren sehr interessiert an unserem Theaterprojekt und nach meinem Vortrag entstand ein angeregter Austausch quer durch alle Disziplinen. Besonders eindrücklich war es für die Teilnehmer des Symposiums, die kurzen Videosequenzen aus Proben und Produktionen zu sehen.

    Gibt es etwas, dass Sie für die PAPILLONS aus der Tagung mitgenommen haben?

    Das dreitägige Symposium in Speyer hat mir den Blick dafür geschärft, wie wichtig es in der Arbeit mit alten Menschen oder demenziell erkrankten Menschen ist, immer wieder nach neuen Wegen der Kontaktaufnahme und einer stabilen Beziehung zu jedem Einzelnen zu suchen. Die Teilhabe an sinngebender, selbstwertfördernder Arbeit und Beschäftigung ist hier der Schlüssel. Durch die positive Resonanz auf unser Projekt wurde ich für mich, für Christine Vogt und für unser ganzes Theaterensemble in unserer Überzeugung darin bestärkt, wie sinnvoll und wichtig unsere Arbeit für die teilnehmenden alten oder demenziell erkrankten Menschen ist aber auch für deren Angehörige und nicht zuletzt auch für die Pflegenden und Betreuenden.

    Wie gefällt Ihnen die Arbeit mit den PAPILLONS– was ist für Sie das Besondere?

    Die Arbeit mit den Mitgliedern unseres Theaterensembles ist für mich eine große Bereicherung. Persönlich und beruflich ist dies ein Bereich, in dem ich auch für meine Zukunft viele Möglichkeiten sehe. Ich betrachte die Menschen, mit denen wir arbeiten, als unglaubliches Geschenk – reich an unterschiedlichsten Lebenswegen und -erfahrungen, mit einem starken Drang nach fortlaufender Selbstverwirklichung und Teilnahme am Leben. Das Besondere an dieser Gruppe ist für mich, dass wir einerseits eine Gemeinschaft bilden, andererseits jeder und jede mit den ganz persönlichen Stärken und auch Schwächen wahrgenommen, akzeptiert und gefordert wird.

    Wenn Sie DIE PAPILLONS erleben wollen, haben Sie am Samstagabend in der Neuköllner Oper die Gelegenheit dazu. Im Anschluss an das Theaterstück „Wolfskinder“ findet ein Publikumsgespräch mit Akteuren unseres Demenztheaters statt.

     

    Nina Kuyumcu ist in Liberia/West-Afrika geboren und in Berlin aufgewachsen. Ihr Abitur machte sie in Schottland. Nach dem Bachelorstudium in England/ Canterbury studierte sie Musiktherapie an der UdK Berlin. Seit drei Jahren arbeitet sie an der Comenius-Schule Berlin im Schwerpunktfeld Autismus und gestaltet seit 2016 aktiv die Arbeit der „Die PAPILLONS“ Regieassistentin und Performerin mit.

  • „Tag der Pflege und Betreuung. Oder: Warum die Vorbereitung dieser Veranstaltung besser ist als jede Team-Bildungs-Maßnahme“

    Bereits seit 2012 heißt es in der Martin-Hoffmann-Straße einmal im Jahr „Herzlich willkommen zum Tag der Pflege und Betreuung“. Vor sieben Jahren entstand der Wunsch, die Türen des Pflegewohnheimes einmal zu öffnen. Die Mitarbeiter wollen zeigen, was in ihrem Haus für die Bewohnerinnen und Bewohner alles angeboten wird, und sich an so einem Tag einmal Zeit nehmen, um mit Angehörigen, Kollegen oder Kooperationspartnern ausführlichere Gespräche zu führen.

    Die Mitarbeiter lassen ihrer Kreativität freien Lauf

    Inzwischen ist aus dieser ersten Idee eine liebgewonnene Tradition geworden. Und alle im Haus legen sich mächtig ins Zeug. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohnbereiche überlegen sich jeweils eigenständig, was sie auf ihren Etagen anbieten möchten. Um im Lauf der Jahre wurden sie dabei immer routinierter und mutiger.

    In diesem Jahr gab es auf jeder Etage und auch im Garten etwas anderes zu sehen und vor allem zu probieren: So wurden die Besucher im Wohnbereich 3 mit philippinischen Nudeln, frisch frittierten Frühlingsrollen und Bananen mit Rohrzucker in Reispapier verwöhnt. Auch Spezialitäten aus Afghanistan, Polen, Sri-Lanka und vielen anderen Ländern warteten auf die Gäste – gleich beim Betreten des Hauses stieg allen der Duft von frisch gemachten Kartoffelpuffern in die Nase.

    Streichelzoo statt falscher Hase

    Neben kulinarischen Genüssen aus aller Welt konnten sich Bewohner und Gäste über zahlreiche Aktionen freuen: Die Kinder aus dem benachbarten Kindergarten kamen zum weihnachtlichen Vorsingen, Ballonkünstler verbreiteten gute Laune, Verkaufsstände und kleine Flohmärkte luden zum Stöbern ein, Smoothies sorgten für gesunde Erfrischung, das große Glücksrad lockte mit tollen Gewinnen, ein Drehorgel-Spieler lud zum Mitschunkeln ein. Ein ganz besonderes Highlight war wohl der Streichelzoo. „Ich war mir sicher, wir würden hier oben auf Pappaufsteller treffen. Dass hier tatsächlich echte Tiere ins Haus geholt werden, damit habe ich nicht gerechnet“, rief eine Angehörige erstaunt. Tatsächlich wurden die Gäste in der vierten Etage von Schafen, Meerschweinchen und Hasen begrüßt.
    Für alle gab es in den Wohnbereichen viel zu entdecken und zu probieren und so verbreitete sich schnell eine fröhliche und lebendige Stimmung im ganzen Haus. Dass hier viel liebevolle Vorbereitung drinsteckte, war offensichtlich.

    Ein solcher Tag schweißt zusammen

    Schon Monate vor dem Tag der Pflege und Betreuung beginnen die Überlegungen und Planungen. Die letzten Wochen und Tage vor dem großen Ereignis sind dann, trotz über die Jahre gewonnener Routine, immer wieder  intensiv und aufregend für alle Kolleginnen und Kollegen. Es wird eingekauft und vorgekocht, gemeinsam mit den Bewohnern Obst und Gemüse geschnippelt und das ganz Haus geschmückt. Das geht Hand und Hand und schweißt zusammen.

    Und so bedankt sich die Heimleitung Katrin Soltysiak bei ihrer Begrüßungsrede auch von Herzen bei ihrem tollen Team und verteilt große Präsentkörbe und Rosen an alle Wohnbereiche.

    Gemeinsam einen solchen Tag auf die Beine zu stellen, das verbindet und stärkt den Team-Zusammenhalt wohl besser als jede Team-Bildungs-Maßnahme. Und diese gute Stimmung spüren dann auch alle Gäste.

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  • Video: Lilith Langner in der Reihe „Nachgefragt“

    Lilith Langner stellt sich den Fragen Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der stationären Pflege. Die Kolleginnen interessiert vor allem, was unternommen wird, um neue Mitarbeiter zu finden, wie man Personal halten möchte und ob Vergütungsverbesserungen geplant sind.

  • An die Töpfe, fertig, los

    Live-Cooking mit Naschproben

    Rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner ließen sich dieses besondere Ereignis bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nicht entgehen. Die Spannung und die Vorfreude, auf das, was kommen sollte, lagen in der Luft. Während die Heimbewohner das „Live-Cooking“ und vor allem die versprochenen Naschproben kaum erwarten konnten, konnten die drei Kochteams kaum erwarten, ihre Köstlichkeiten zu zaubern.

    Drei Koch-Teams

    Moderatorin Kati Frieberg, die sehr unterhaltsam durch das Programm führte, stellte, bevor es losging, die drei Teams vor: Zum Team „Plänterwald“ gehörten Ricarda Dziurzynski, Juli Knoppeck, Esther Hackenberg, Nicole Buch und Paul Weise. Im Team „WISAG“, Caterer des Pflegewohnheims, traten Cornelia Janssen und Julia Nitschke an. Einrichtungsleiter Uwe Hildebrandt und ein früherer Kollege bildeten das Team „Dragon“.

    Drei Gänge

    Dann war es endlich soweit. Nun wurde gebrutzelt, gerührt und gekocht. Auf dem Speiseplan standen beispielsweise „Sommersalat mit gebackenem Feta und Schoko-Balsamico-Dressing in einem Parmesannest an Frischkäse-Crêpes“, „Rindergulasch mit dunkler Schokolade, Gartenbohnen, Pfifferlinge in Butter geschwenkt, krossgebratene Kartoffelplätzchen, Ringelblume und Kornblume“ und „Dreierlei Windbeutel in Schokolade getaucht mit Erdbeercreme, Vanillecreme und Eierlikörcreme“. Bereits beim Zuschauen lief einem das Wasser im Munde zusammen.

    Guten Appetit!

    Nach jedem fertiggestellten Gang verteilten die Teammitglieder die Naschproben ans Publikum. „Wie schmeckt’s denn?“, fragte die Moderatorin einige Bewohnerinnen und Bewohner. Die einhellige Antwort: „Sehr gut.“ „Allerdings hätten die Portionen größer sein können“, sagte eine Dame schmunzelnd. Hungern musste aber keiner. Denn zusätzlich gab es Herzhaftes vom Grill.

    Die Bewertung der Jury

    Auch die Jury ließ es sich schmecken. Gleichzeitig mussten Geschäftsführerin Lilith Langner, Pflegequalitätsbeauftragte Britta Walther, Steffen Hoch, Einrichtungsleiter eines anderen Trägers, sowie Bewohnerin Elfriede Wagner Punkte für jedes einzelne Gericht vergeben. Die Bewertung fiel nicht immer leicht, aber am Ende konnte es nur einen Sieger geben. Auf Platz 1 kam Team „Plänterwald“, der 2. Platz ging an Team „Dragon“ und Platz drei errang Team „WISAG“. „Das wochenlange Üben in der eigenen Küche hat sich gelohnt“, sagte Esther Hackenberg stellvertretend für das Sieger-Team strahlend.

    2020 geht es weiter

    Ob Jurymitglieder, Bewohnerinnen und Bewohner oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Alle waren vom Kochwettkampf begeistert. Deshalb wird im nächsten Jahr wieder im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ um die Wette gekocht. Am 28. August 2020 werden dann sogar vier Teams gegeneinander antreten und dieses Mal italienisch-chinesische Gerichte zaubern.

  • „Freiwilligentreff“ – Begegnung freiwillig Engagierter im Seniorenheim in Pankow

    Mitten in Pankow, zwischen gemütlichen Plattenbauten und verträumten Villen, liegt eine kleine einladende Oase – das Seniorenheim „Dr. Günter Hesse“. Ich bin schon einmal hier gewesen, doch es überrascht mich wieder, wie sonnig, herzlich und offen hier alles ist. Der Flur ist lichtdurchflutet, es stehen Bücher im Regal, auf gemütlichen Sesseln kann man zur Terrasse hinaussehen auf eine schön angelegte Grünfläche.

    Nach langen Überlegungen habe ich mich entschlossen, ein Ehrenamt anzunehmen. Mein erstes. Und das will ich unter anderem hier in dieser Einrichtung angehen. Ursprünglich wollte ich Zeit mit den Bewohnern verbringen, spazieren gehen, mit ihnen reden, ihnen zuhören. Jetzt werde ich mich einer Sache widmen, die ich auch sehr gerne mache – Begegnungen festhalten, in Form von Bildern.

    Ehrenamt verbindet

    Ich komme Mitte Juni zum Freiwilligentreff. Zum ersten Mal lerne ich andere Ehrenamtliche, die in diesem Heim tätig sind, kennen. Es ist eine wirklich lustige Truppe und jeder weiß etwas Spannendes zu berichten. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erzählen viele, wie und warum sie das Ehrenamt machen. Es sind ganz unterschiedliche Lebensläufe. Uschi ist beispielsweise schon seit 25 Jahren dabei. Sie kennt die Einrichtung wie ihre Westentasche. Neben mir sitzt Karin. Auch sie erzählt vieles aus ihrem Leben und hat Tipps, wie man sich den Bewohnern hier annähert und eine vertrauensvolle Beziehung entstehen kann.

    Neue Ideen sind immer willkommen

    Wir reden über geplante Projekte. Neue Ideen sind unbedingt erwünscht! Vielleicht können wir gemeinsam irgendetwas tun, etwas anpacken, um es den Bewohnern noch schöner zu machen – und dabei vielleicht auch noch die Begegnung mit dem Kiez fördern. Die Augen funkeln, jeder malt sich die neuen Pläne gedanklich schon aus.

    Es gab einige Überlegungen und auch Ängste, bevor ich mich für ein Ehrenamt entschieden habe. Das war zum Beispiel die Sorge, ob ich denn wirklich genügend Zeit für die Menschen hätte. Auch die Frage, ob ich das denn überhaupt alles kann und wie man mich wohl aufnimmt, beschäftigte mich.
    In diesem Treffen wurden mir meine Ängste ganz schnell genommen. Die Erfahrungsberichte der Anderen, die Tipps und Einblicke, haben mir sehr geholfen. Und so bin ich mit einer wunderbaren Erkenntnis nach Hause gegangen: Durch das Ehrenamt begegnet man vielen anderen tollen Menschen, an die man womöglich zunächst gar nicht dachte. Nämlich denen, die sich ebenfalls engagieren und denen, die das alles koordinieren und einem mit Rat und Tat und mit großem Herzen zur Seite stehen.

    Außerdem merke ich, wie gut es tut, mal aus dem eigenen Kreis aus Job und Alltags­-Pflichten herauszutreten. Neue Impulse, tolle Menschen, ein netter Austausch. Das Treffen soll mehrmals im Jahr wiederholt werden. Ich glaube, wir alle freuen uns schon sehr darauf.

     

    Möchten Sie sich ebenfalls freiwillig engagieren? Dann melden Sie sich gern bei unseren Kolleginnen und Kollegen vom Freiwilligenmanagement.