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Brücken tanzen zwischen Kulturen: inklusive Tanzfilmprojekte bewegen Kinder aus verschiedensten Ländern!

„Berlin is calling“ zählt zu den zahlreichen inklusiven Tanzfilmprojekten, die Vanessa und Lorenz Huber vom tanzApartment regelmäßig mit Kindern verschiedenster Nationalitäten durchführen - und das sehr erfolgreich! Man sieht, hört und spürt es beim Anschauen der Filme aber auch, wenn man die jungen Teilnehmerinnen zu Wort kommen lässt.

Die Tänze werden auch auf der Bühne liebevoll inszeniert.

Kids aus der Gemeinschaftsunterkunft in Pankow über die Projekte

„Ich habe mitgemacht, weil es großen Spaß macht. Ich mag Tanzen, weil es schön ist. Es fühlt sich gut an. Bei den Dreharbeiten war ich ein bisschen aufgeregt und schüchtern. Mich selbst im Film zu sehen, ist ein bisschen peinlich, aber ich finde den Film toll! Ich fand auch schön, neue Kinder beim Projekt kennenzulernen. Meinen Eltern hat der Film total gefallen, sie sind stolz auf mich. Meine Eltern finden toll, wenn ich tanze. Die freuen sich einfach. Deswegen darf ich auch beim nächsten Projekt mitmachen.“ Das sagen Narven, Niloofar und Sahar, Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in der Treskowstraße über das Tanzfilmprojekt „Berlin is calling“ und freuen sich auf nächste Aktionen.

Bei „Berlin is calling“ haben elf Kinder aus dem Iran, Afghanistan und Berlin gemeinsam am Thema Freundschaft gearbeitet. „Alle sind füreinander da, unabhängig von der Herkunft“, das ist das starke Statement der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in diesem Film. Hier geht es zum Film.

Improvisieren und bewegen zur Musik – eine besondere Form der Freiheit!

Vanessa und Lorenz Huber vom tanzApartment entwerfen interdisziplinäre Tanzprojekte, bei denen die teilnehmenden Kinder mit ihren Ideen aktiv mitgestalten. Diese lernen dabei auch, wie sie mit improvisatorischen und kompositorischen Mitteln ihren „inneren Bewegungskompass“ stärken können. Über die intensive Beobachtung der Bewegungs- und Spielideen sowie der Bewegungsvielfalt der Kinder kristallisieren sich bewegungsspezifische Themen und Interessen heraus, die aufgegriffen und künstlerisch kanalisiert werden. Gemeinsame Ideen und Impulse werden zu Szenen entwickelt und mit wiederholbaren Strukturen verbunden, die den Kindern eine große Ausdrucksfreiheit bieten. Auf diese Weise erlernen sie, mit ihrem Körper zu komponieren –  ganz präsent im Augenblick und in Raum und Zeit.

Bei aller Individualität und Vielfalt legen die Tanzkünstler großen Wert auf das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe: Bei jedem Projekt entsteht ein soziales Geflecht aus Verabredungen und aus Möglichkeiten künstlerischer Freiheit verbunden mit innerer Bewegungs- und Ausdrucksstärke. Dabei ist jedes einzelne Kind mit seiner gesamten Persönlichkeit wichtig.

Vanessa Huber studierte u.a. Choreografie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Lorenz Huber studierte Tanz- und Musikkunst an der Scula Teatro Dimitri im Tessin und spielt über 15 Instrumente. Eine Besonderheit in den Projekten ist, dass er die Kinder bei den Proben und den Performances im Theater stets live begleitet.

Ein Blick zurück und vor – vergangene und aktuelle Projekte

Seit September 2016 haben die Künstler, neben dem bereits beschriebenen Filmprojekt, verschiedenste Tanzprojekte mit Kindern der Gemeinschaftsunterkunft realisiert. Dazu gehört zum Beispiel, das Tanzprojekt „Puls“ im Juni 2017 im Theater an der Parkaue aufgeführt. Hierfür wurde ein ganzes Schuljahr lang, in der Regel einmal wöchentlich, geprobt. Des Weiteren gab es den inklusiven Ferienworkshop, „1432-re-down-up“ zum Thema Umweltschutz im Jugendkulturzentrum Königstadt für Kinder im Alter von 8-12 Jahren. Vanessa Huber und der Musiker Lorenz Huber arbeiteten hier mit der Bildenden Künstlerin Claudia Hartwig zusammen. In der Herbstferienwoche trafen sich geflüchtete Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft Pankow sowie Kinder, die rund um das Jugendkulturzentrum wohnen zum künstlerischen Austausch. Sie erarbeiteten gemeinsam Szenen und Objekte zu ökologischen Themen, wie zur Wiederverwertung. Dabei entstanden unter anderem Skulpturen aus Plastikmüll und anderen Materialresten.

Im Sommer 2018 begann das aktuelle Tanzprojekt „Elements“, bei dem es um die Verbindung von Mensch und Natur geht. Im Rahmen eines Ferienworkshops tanzten die Kinder eine Woche lang in einem Waldstück in Berlin-Buch und entwickelten Szenen- und Videomaterial. Nach den Sommerferien wurde weiter einmal wöchentlich geprobt. Eine erste Fassung des Tanzstückes wurde im Oktober 2018 in der WABE aufgeführt. Zurzeit entwickeln die teilnehmenden Kinder aus verschiedensten Nationen das Stück weiter.

Die Tanzprojekte live erleben

Die Ergebnisse des Tanzprojektes „Elements“ sind am 23.02.19 live beim Kindertheaterfest im FEZ um 14.45 Uhr zu sehen, die Abschlussaufführung des Projektes findet am 23.05. in der WABE statt. Dort wird dann auch das gerade neu begonnene Filmprojekt „Café Berlin“ präsentiert, an dem aktuell noch bis März 2019 im Jugendkulturzentrum gearbeitet wird. Auch an diesem Projekt sind viele Kinder der Gemeinschaftsunterkunft aktiv beteiligt.

Kooperationen mit verschiedenen Partnern machen diese Projekte möglich. Der Projektträger, Förderband e.V. Kulturinitiative Berlin arbeitet u.a. mit dem Jugendkulturzentrum Königstadt, dem Verein Werketage e.V. und dem Unionhilfswerk Soziale Dienste gGmbH  zusammen Gefördert werden die Projekte durch Chance Tanz, einem Projekt des Bundesverband Tanz in Schulen e.V. im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Tolle Projekte, die neugierig machen auf das, was da kommt: …die Planungen laufen!

Mehr hier: http://www.tanzapartment.de/kulturelle-bildung.html

Elements
am 23.02.2019 um 14.45 Uhr | Astrid-Lindgren-Bühne | Kindertheaterfest im FEZ
Straße zum Fez 2, 12459 Berlin www.fez-berlin.de | Eintritt 4,00€

Elements und Café Berlin
am 23.05. um 18.00 Uhr | WABE | Danzigerstr. 101 | 10405 Berlin www.wabe-berlin.de
Eintritt frei

 

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Vanessa Huber und den teilnehmenden Projektkindern.

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