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Gemeinsam unterwegs

Für viele ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen ist der Weg nach draußen oft eine Hürde – und mitunter der einzige Kontakt zur Welt außerhalb der eigenen vier Wände. Genau hier setzen die Mobilitätshilfedienste des Unionhilfswerks in Reinickendorf und Lichtenberg an: Sie begleiten Menschen zu Arztterminen, beim Einkaufen oder auf Spaziergängen – und schenken dabei weit mehr als nur praktische Unterstützung. Bewegung, frische Luft und soziale Nähe werden so zu einem wertvollen Stück Lebensqualität.

Mobilitätshilfedienste unterstützten dabei, sicher und selbstbestimmt von A nach B zu kommen und Einsamkeit im Alltag zu durchbrechen.

Ein Job mit Herz und Sinn

Peter Linke zeigt, wie wertvoll die Arbeit der Dienste ist: Wenn er mittwochs bei Ilse Schubert klingelt, geht für die 91-Jährige die Sonne auf. Frau Schubert wohnt im zwölften Stock eines Hochhauses und sitzt im Rollstuhl. Seit dem Tod ihres Mannes lebt sie allein. „Ich habe keinen weiter“, sagt sie leise. „Kinder habe ich keine. Mein Bruder und meine Schwester sind auch nicht mehr in der Lage, mich zu besuchen.“

Doch mittwochs ist alles ein bisschen leichter. Dann steht Peter Linke vor der Tür. „Er geht mit mir spazieren“, erzählt Frau Schubert. „Sonst würde ich nur in der Wohnung sitzen.“ Gemeinsam unternehmen sie kleine Ausflüge, beispielweise einen Besuch im Park – oder in den Supermarkt. Über den Stopp im Supermarkt freut sie sich besonders. „Dort holt er mir immer die Milka-Schokolode aus dem Regal“, sagt sie lachend. Peter Linke nickt schmunzelnd: „Ihre Lieblingssorte ist die mit Vollmilch.“

Für ihn ist diese Arbeit weit mehr als ein Job: „Ich habe Spaß an der Arbeit. Wenn sie lächelt, gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause.“

 

Mobilität und Nähe schenken

Was nach einer kleinen Geste klingt, bedeutet für viele Menschen, die von den Mobilitätshilfediensten begleitet werden, ein Stück Lebensqualität. Denn für sie ist der Weg nach draußen oft ohne Unterstützung kaum zu bewältigen – körperlich wie seelisch.

Tobias Plaumann, 37, arbeitet als Mobilitätshelfer in Lichtenberg. Er kennt Einsamkeit aus eigener Erfahrung. „Während meiner Ausbildung habe ich meine Mutter verloren, dann hat sich meine Freundin von mir getrennt, zudem musste ich eine Operation überstehen. Danach fiel ich in ein tiefes Loch“, erzählt er offen.

Heute hilft Tobias Plaumann anderen, wieder Teil des Lebens zu werden. Wenn er Senior*innen zum Arzt begleitet, beim Einkaufen hilft oder einfach ein offenes Ohr schenkt, weiß er, wie wichtig das ist. „Ich sehe in jedem Menschen ein Stück von dem, was ich selbst erlebt habe“, sagt er. „Und ich weiß, wieviel schon ein bisschen Aufmerksamkeit verändern kann.“

Für Ilse Schubert ist der wöchentliche Besuch von Peter Linke ein kleines Stück Freiheit. Für Peter Linke und Tobias Plaumann ist ihre Arbeit eine Herzensangelegenheit. Beide zeigen, dass Mobilitätshilfe weit über das hinausgeht, was man auf den ersten Blick sieht – sie bewegt Menschen, innerlich wie äußerlich.

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