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Erste-Hilfe-Kurs in leichter Sprache

Im Frühjahr 2015 kam Silke Härtel aus dem Wohnverbund Invalidenstraße auf mich zu und bat mich, mir Gedanken zu einem Erste-Hilfe-Kurs für Bewohnerinnen und Bewohner zu machen. Die Anfrage entstand aus der Sorge heraus, dass es auf Bewohnerreisen mit dem Bus zu einem Unfall kommen könnte und die Bewohner dann nicht wüssten, wie sie sich verhalten sollen und helfen können. Nach einer Recherche und didaktischen Überlegungen war klar, dass das Projekt „Erste-Hilfe-Kurs in leichter Sprache“ in die Praxis umgesetzt werden soll. Seitdem entwickeln wir den Kurs weiter, passen die Inhalte an die Bedarfe und Interessen an und bieten auch einen Aufbaukurs.

Robin Riedmayer und Klaus Bauer übten bei dem letzten Kurs im Juni gemeinsam, einen Verband anzulegen

In Rollenspielen wird praktisch geübt

Im Kurs wird zu Beginn erklärt, was eine Rettungskette ist und im Anschluss in einem Rollenspiel geübt, wie man die Feuerwehr ruft. Auch Nasenbluten, Schnittverletzungen und Brandwunden sind Themen des Kurses. Damit die Erste-Hilfe in der Praxis gut klappt, üben die Teilnehmer, sich gegenseitig Verbände anzulegen. Theaterblut sorgt dafür, dass es noch realistischer wirkt.
Wie bei Fortbildungen üblich, sind alle zunächst etwas schüchtern. Doch bei gemeinsamen Übungen und Rollenspielen legt sich dies, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden warm miteinander und lachen gemeinsam.

Spezielle Themen je nach Jahreszeit

Über die Jahre haben wir die Kurse weiterentwickelt und optimiert. Wir bieten jahreszeitenabhängige Themen wie Hitzeschlag und das Verschlucken einer Wespe im Sommer oder erste Maßnahmen bei Erkältung und Fieber im Winter an. Da die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder nach Erster-Hilfe bei schweren Krankheiten fragten, entwickelten wir auch einen Aufbaukurs. Hier besprechen wir Themen wie das Heimlich-Manöver bei Verschlucken, den Herzinfarkt und Schlaganfall. Wir üben auch die stabile Seitenlage und das Verhalten bei Ohnmacht.

Nach dem Kurs einen Herzinfarkt erkannt und sofort reagiert

Die Bewohnerinnen und Bewohner sind so begeistert von dem Kurs, dass manche schon 6-  oder 7-mal teilgenommen haben. Es ist immer wieder spannend zu hören, welche Hilfesituationen die Bewohner erkannt und gemeistert haben. Besonders eindrücklich war, dass eine Bewohnerin nach einem Kurs einen Herzinfarkt bei einem anderen Bewohner erkannt hat, daraufhin die Feuerwehr rief und somit sein Leben rettete.
Damit die Teilnehmer*innen zuhause Erste-Hilfe-Situationen nachschlagen können, bekommen sie ein Handout. Eine Teilnehmerin fragte, ob es nicht auch Videos über Erste-Hilfe in leichter Sprache gibt. Die wären gerade für Teilnehmer mit kleinen Leseschwächen eine große Hilfe. Nach einer Recherche war klar, dass es so etwas noch nicht gibt. „Dann machen wir das selber!“, war die pragmatische Antwort der Teilnehmer. Jetzt werden bereits erste Schritte unternommen, um dieses Projekt ins Leben zu rufen.

„Man lernt, dass man nicht einfach vorbeigeht.“

Zum Abschluss des Kurses machen wir eine Feedback-Runde und fragen, was am interessantesten war oder was „hängen geblieben“ ist. Die Antworten darauf sind immer wieder sehr positiv: „Ich würde wiederkommen.“, „Man lernt, dass man nicht einfach vorbeigeht.“, „Ich habe was Neues gelernt.“, „Danke, dass Sie uns beibringen, wie auch wir helfen können.“, „Wann ist der nächste Termin?“.

Weitere Informationen zum Erste-Hilfe-Kurs in leichter Sprache erhalten Sie bei Margit Kastner vom Fachdienst für Gesundheitsfragen, Telefon 030 / 56 73 16 26.

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