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Durch Berlin bei Wind und Wetter

Tagesstruktur gibt jedem Menschen Sicherheit. Insbesondere für Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung ist sie von besonderer, stabilisierender Bedeutung. Das hilft auch Clemens Zwaka in seinem Alltag.

Mitarbeiterin der Hauptverwaltung Manuela Netzner (li.), Botendienstler Clemens Zwaka (re.)

Das UNIONHILFSWERK bietet Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe an. Zum Beispiel werden Menschen mit seelischer und/oder geistiger Behinderung im Zuverdienst Neukölln, in Beschäftigungstagesstätten sowie in Kontakt- und Beratungsstellen durch niedrigschwellige Angebote begleitet und unterstützt.

Gesellschaftliche Teilhabe im eigenen Rhythmus

Eines dieser Angebote ist der Botendienst: Er wird von Klientinnen und Klienten durchgeführt und bietet für die teilnehmenden Einrichtungen nicht nur zeitliche Vorteile. Einer der Boten ist Clemens Zwaka, er lebt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft des UNIONHILFSWERK für Menschen mit seelischer Behinderung. Seinen Wohnraum teilt er sich mit drei weiteren Männern und das Zusammenleben funktioniert sehr gut. Jeder hat seinen eigenen alltäglichen Rhythmus und für Herrn Zwaka gehören die Botengänge jeden Dienstag und Donnerstag in die UNIONHILFSWERK Hauptverwaltung dazu.

Durch eine Sozialarbeiterin, die im Sankt Hedwig Krankenhaus tätig war, hatte Herr Zwaka damals von den Dienstleistungen des UNIONHILFSWERK erfahren. Das ist mittlerweile fast neun Jahre her und er wird seither begleitet. Die Idee für die Eingliederung in den Botendienst hat CarlaLinde-Kühnel, Ergotherapeutin, damals für ihn ins Rollen gebracht.

Der Tapetenwechsel tut gut

Seither geht er zwei Mal in der Woche zum Bürostandtort in Berlin Alt-Moabit, holt die Briefe der Einrichtungen aus Mitte ab und transportiert diese zuverlässig, zeitnah und sicher in die Hauptverwaltung. „Wenn mir Frau Netzner in der Richard-Sorge-Straße wieder Post für Alt-Moabit mitgibt, fahre ich erneut ins Büro Mitte und gebe die Post ab, ansonsten kann ich mich auf den Heimweg machen. So sieht meine typische Botenroute aus. Es gibt aber auch andere Boten, z.B. aus Neukölln, diese fahren zur Donaustraße.“ sagt Clemens Zwaka.

„Das Gute ist, dass man während der Botendienste viel an der frischen Luft ist und seine Zeit in Bussen und Straßenbahnen verbringt. Dabei schaue ich mir gerne das Treiben in der Stadt an und hoffe, bei dem Chaos der öffentlichen Verkehrsmittel, dass ich ankomme.

Was ich an der Beschäftigung schätze ist der Tapetenwechsel. Das macht die Botengänge zu einer angenehmen Abwechslung für mich. Ich freue mich auf die Menschen im UNIONHILFSWERK und das Angebot macht mir Spaß, ich habe daran nichts zu beanstanden. Natürlich gibt es Erlebnisse wie starke Unwetter, die dafür sorgen, dass man klitschnass wird. Dann fährt man  komplett nass nach Hause, aber das sind diese Momente, die ich nicht so schnell vergesse.“

 

Die Mitarbeiter im UNIONHILFSWERK freuen sich jedenfalls über die Botendienstler und ihre zuverlässige Arbeit. Klasse, wenn diese auch der Seele guttut!

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