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Wolfgang Grasnick – Ein Vierteljahrhundert für die USE gGmbH

Nun ist es soweit – Wolfgang Grasnick verabschiedet sich in den Ruhestand. Versuch eines Rückblicks von Ursula Laumann.

Wolfgang Grasnick im März 2011 zur Eröffnung der Betriebsstätte Teltow.

Dieser Übergang ist für ihn ganz sicher kein leichter Schritt – 25 Jahre lang hat Wolfgang Grasnick unermüdlich für die USE gGmbH gewirkt. Schon beim Vorgänger der USE, dem Theta Wedding e.V., begann er als Psychologe mit dem Auftrag, einen begleitenden Dienst aufzubauen. Die turbulente Übergangszeit vom Verein zur USE hat ihn stark geprägt – noch immer berichtet er gern von den roots, den aufregenden Anfangsjahren.

Die USE wird als untypisches Sozialunternehmen wahrgenommen

Er hat die USE zu dem gemacht, was sie heute ist. Sicher nicht allein, einige seiner Mitstreiter*innen der ersten Jahre sind noch immer an Bord – Thomas Päpke, Annegret Ahlrichs, Regina Görnert de Gutierrez und Andreas Sperlich – um nur ein paar Namen zu nennen. Auch sie haben die USE stark geprägt. Das aber die USE als etwas Besonderes, als untypisches Sozialunternehmen wahrgenommen wird, ist auch zu großen Teilen sein Verdienst. Neben dem Sozialen hat er immer auch die Nähe zur Wirtschaft gesucht, hat durch seine Netzwerkarbeit gute und dauerhafte Partnerschaften – auch zu Politik und Verwaltung – aufgebaut.
Dabei war er nie glatt. So wie er es selbst in einer Ansprache sagte, hat er gern mal einen Pfeil aus dem Köcher genommen oder eine neue Idee in den See geworfen – um zu sehen, welche Wellenbewegungen sie auslöst. So sind unkonventionelle Projekte entstanden – die historischen Gastro-Schiffe, der große Bereich der Tierpflege, die frühe Entwicklung der beruflichen Bildung – alles Themen, die die USE von anderen Werkstätten für behinderte Menschen noch heute abheben.

Er gab 150 % für die USE – und erwartete diese auch von anderen

Als streitbarer „Außenminister“ der USE war Wolfgang Grasnick weit über die Grenzen Berlins bekannt und als Redner und Diskutant gefragt. Als Chef hat er es seinen Mitarbeitenden allerdings nicht immer leichtgemacht. So wie er von sich 150 % Einsatz für die USE forderte, so erwartete er es auch und vor allem beim Führungspersonal. Nur langsam konnte er sich daran gewöhnen, dass es Menschen gibt, die hier anders sind und nicht so viel geben können.
Auch ich hatte dazu meine Auseinandersetzungen mit ihm. Nach einer schwierigen Anfangszeit als Teilzeit-arbeitende Mutter konnte ich aber über die Jahre sein Vertrauen gewinnen, natürlich nicht kritikfrei.

Sprichwörtlich war seine Abneigung, einen Computer zu bedienen. Jahrelang druckten seine Sekretärinnen ihm sämtliche E-Mails aus. Doch dann kam auch bei ihm der Wandel – in Form eines handlichen iPads. Unvergessen ist seine erste E-Mail-Antwort an mich – natürlich mit dem Hinweis auf einen Tippfehler in meinem Text. So war es auch immer eine kleine, seltene Sensation, wenn ein Text ohne Anmerkungen oder angestrichene Fehler zurückkam.

Miteinander arbeiten… und miteinander feiern

So hart, wie er arbeiten kann, so gut kann er auch feiern. An den Abenden – auf der Messe in Nürnberg oder der Klausur – war er immer mit viel Humor dabei und gern einer der Letzten. Das hinderte ihn aber nicht daran, am nächsten Tag wieder voll mitzudiskutieren. Auch wenn er mit halb geschlossenen Augen abwesend wirkte, war er blitzschnell wieder dabei, wenn die Diskussion in eine falsche Richtung lief. Vorsicht war geboten, wenn er einen Satz mit „Mit Verlaub, …“ begann. Dann war er sicher ganz anderer Meinung, mitunter sogar verärgert.

So, wie er sich in einem Streitgespräch festbeißen konnte, genauso konnte er sich auch im positiven Sinne an einem Thema bleiben. Ungeachtet der nachfolgenden Termine und der drängenden Sekretärin beendete er ein Meeting erst, wenn es eine Lösung, einen Weg gab. Und er nahm sich immer Zeit, wenn ein Beschäftigter ihn um ein Gespräch bat. Dann war er ganz da und konnte alles andere ausblenden.

Zum Feiern mit ihm werden wir hoffentlich noch viele Gelegenheiten haben. Denn aus dem Verbund des UNIONHILFSWERK hat er sich noch nicht verabschiedet. Dort bleibt er uns als Geschäftsführer der BUS gGmbH und als Vorstandsvorsitzender der Unionhilfswerk-Förderstiftung erhalten. Da lassen sich noch genug Anlässe finden – sowohl um mit ihm zu diskutieren als auch mit ihm zu feiern.

3 Kommentare zu “Wolfgang Grasnick – Ein Vierteljahrhundert für die USE gGmbH”

  1. Uwe Wiedicke |

    Lieber Herr Grasnick,

    Vielen Dank für die vielen inhaltlich wertvollen Gespräche. Auch die Sommerfeste und weiteren Veranstaltungen waren immer besondere Höhepunkte.
    Viel Erfolg im privaten Bereich.
    Den verschiedenen Netzwerken in Berlin wird Ihre Persönlichkeit fehlen.

    Liebe Grüße
    Uwe Wiedicke
    BVMW

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