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Der Hund als Türöffner

In Berlin leben schätzungsweise weit über 100.000 Hunde. In vielen Fällen wird das beliebte Haustier tatsächlich zum „besten Freund“. Und bei uns im UNIONHILFSWERK sogar zum echten Therapeuten.

Therapiehunde müssen gut ausgebildet werden. Hündin Lilly sehen Sie im Bild unten.

Dass Hunde im Büro für den gewissen „Wau-Effekt“ sorgen, konnten wir bereits vor einigen Wochen am Beispiel von Jung Hund Ole im Zuverdienst lesen. Unsere vierbeinigen Freunde sorgen aber nicht nur für muntere Stimmung im Büro, einige von ihnen werden zu echten Therapeuten ausgebildet. Wiebke Kahn ist Betreuerin in der TWG Mitte und hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt:

Wiebke Kahn spricht mit Beate Engel, die ihre Hündin Lilly ausbildet:

Heute bin ich mit unser Klientin Frau Neumann, meiner Kollegin Beate Engel und deren Hündin Lilly unterwegs. Lilly ist ein Therapiebegleithund und besucht uns regelmäßig. Einmal im Monat geht Frau Neumann mit ihr spazieren, dann sind sie für ungefähr eine Stunde unterwegs. Da ist es an der Zeit, einmal ein paar Fragen über die Aufgaben und die Arbeit eines Therapiebegleithundes zu stellen.

Welches Alter muss der Hund bei der Ausbildung haben? Muss der Hund Welpe sein?

Beate Engel: Es gibt kein bestimmtes Alter für Therapiehunde. Bei einem Welpen würde ich auf jeden Fall die Präge Phase abwarten, in der sehr viel passiert. Der Welpe sollte also mindestens schon acht Wochen alt sein.

Hat der Hund auch Arbeitszeiten, die er nicht überschreiten darf?

Beate Engel: Die Belastbarkeit bei Welpen und älteren Hunden ist geringer, als bei ausgewachsenen Hunden. Das bedeutet für sie: kürzere Arbeitseinheiten, längere Pausen. Feste Zeiten gibt es aber nicht. Hier ist der Hundeführer derjenige, welcher die Grenzen seines Hundes erkennen und wahren muss.

Wie sieht die Ausbildung eines Therapiehundes aus? 

Beate Engel: Die Ausbildung ist, wie der Begriff Therapiebegleithund auch, nicht geschützt und unterliegt keinen festen Regeln, Abläufen oder Prüfungen. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass der Hund den Grundgehorsam beherrscht –  also „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ und die Leinenführung – und dass er charakterlich für den jeweiligen Einsatz geeignet ist. Bei Lilly heißt das:  Sie ist offen für fremde Menschen, nicht ängstlich oder schreckhaft, ausgeglichen und notfalls durch Leckerchen bestechlich. Zudem ist es wichtig, dass der Hundeführer seinen Hund lesen kann, also merkt, wenn dem Hund die Situation zu viel wird und ihn aus der Situation herausnimmt.

Was ist die Aufgabe eines Therapiebegleithundes?

Beate Engel: Die Aufgabe des Hundes kann vielfältig sein und ist je nach Einsatz unterschiedlich. Wichtig finde ich, allen Beteiligten klarzumachen welche Wünsche und Ziele mit dem Einsatz des Hundes verbunden sind. Lilly dient in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen vor allem als Türöffner, sie erleichtert zum Beispiel die Kontaktaufnahme. Sie gibt den Klienten die Möglichkeit zum taktilen Erleben und zu körperlicher Nähe – also dem Kuschelfaktor. Sie kann sich positiv auf das Selbstwertgefühl auswirken sowie auf das Erleben von Selbstwirksamkeit. Der Klient erfährt: „Die Hündin gehorcht mir, ich bin derjenige der die Hündin führt“. Lilly motiviert, sich zu bewegen und wirkt sich positiv auf die Kontaktaufnahme mit Dritten aus. Insgesamt ist es beeindruckend, wie vielfältig die Aufgaben eines Therapiehundes sein können.

Wir bedanken uns für die spannenden Einblicke!

Therapiehund Lilly besucht Frau Neumann regelmäßig.

 

 

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