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Pflegewohnheim Alt-Treptow – ein Ort für Begegnungen und Geschichten

Wer heute vor dem Pflegewohnheim Alt-Treptow in der Martin-Hoffmannstraße 10 steht, ahnt nicht, wie alt die Grundmauern dieses Hauses tatsächlich sind: 1896 als Stiftshaus für hilfebedürftige alleineinstehende Frauen errichtet, wurde es nach dem Krieg vom Bezirk als Altenheim betrieben und 1997 geschlossen. Nach der Übernahme durch das UNIONHILFSWERK wurde es umgebaut, modernisiert und 2002 als Heim für pflegebedürftige Menschen neueröffnet.

Das Pflegewohnheim Alt-Treptow vor der Sanierung und ganz aktuell.
Das Pflegewohnheim Alt-Treptow vor der Sanierung und - rechts- aktuell.

 Angelika Lonser und Petra Altendorff sind seit 15 Jahren dabei

Arbeiten Sie auch hier?“ – mit dieser Frage begegneten sich Angelika Lonser und Petra Altendorff vor gut 15 Jahren am Gartentor vor dem Pflegewohnheim Alt-Treptow. Beide hatten zeitgleich ihren ersten Arbeitstag und waren von Anfang an mit dabei – Angelika Lonser in der Verwaltung und Petra Altendorff in der Pflege.

Bevor damals die Bewohner kamen, hatten sie viel zu tun. Im Haus lag alles unter einer dicken Schicht aus Baustaub und musste gesäubert werden. Die wenigen Ausstattungsgegenstände – ein Schreibtisch, ein Drehstuhl, ein Schrank im Verwaltungsbereich – wurden aufgeteilt. „Bis alles wirklich fertig und hübsch war, hat es ein Jahr gedauert,“ erinnert sich Petra Altendorff.

„An das erste Weihnachtsfest denken wir besonders gern zurück! Auf den damals zwei belegten Etagen lebten jeweils 24 Bewohner. In kleiner Runde war alles sehr familiär,“ erzählen die Kolleginnen.

Viele Wege führen ins UNIONHILFSWERK – zwei Bespiele

Vor ihrer Zeit in Alt-Treptow arbeitete die Verwaltungsmitarbeiterin Angelika Lonser in einem Unternehmen in West-Berlin, das nach 107 Jahren in Konkurs ging. Als allerletzte Mitarbeiterin schaltete sie dort das Licht aus. Im Anschluss an eine Fortbildung absolvierte sie ein Praktikum im UNIONHILFSWERK und wurde danach in das Pflegewohnheim übernommen.

Die Wohnbereichsleiterin Petra Altendorff ist examinierte Krankenschwester und Palliativ-Fachkraft. Zunächst im Pflegewohnheim am Plänterwald beschäftigt, machte sie dort eine Weiterbildung und wechselte in der neuen Funktion in das frisch sanierte Haus in Alt-Treptow. Viele Bewohner und einige Kollegen folgten, denn auch das Pflegewohnheim am Plänterwald war sanierungsbedürftig.

Alltag in Alt-Treptow

Zu den großen Veränderungen im Arbeitsalltag zählt unter anderem der Grad der Pflegebedürftigkeit – vor 15 Jahren wurde auch mal getanzt, was heute kaum mehr möglich ist, weil die Bewohner körperlich nicht mehr dazu in der Lage sind.

„Wir mobilisieren unsere Bewohner solange es geht, holen sie aus dem Bett und gehen mit ihnen raus, damit ihre Sinne angeregt werden,“ betont Petra Altendorff und Angelika Lonser fügt lachend hinzu: „dazu zählt auch der selbstgebackene Kuchen von Petra,“ diese Sinnesreize erreichen auch jene alten Menschen noch sehr gut, die sich geistig nicht mehr gut orientieren können.

Das Thema Demenz war für Angelika Lonser anfangs sehr gewöhnungsbedürftig: Als sich eine Bewohnerin in ihr Büro verirrte und sich dann sehr souverän mit, „ich bin die Chefin des Imperiums und suche den Hubschrauberlandeplatz“ vorstellte,  war sie doch irritiert.

Auf eine gute Zukunft

Für die Zukunft wünschen sich die beiden Kolleginnen einen größeren Raum für gemeinsame Feiern, z.B. einen Saal und natürlich die Beständigkeit des Personals – ein Wunsch, der sich heute wie ein roter Faden durch die Pflege überhaupt zieht – egal wo man hinschaut.

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