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Sport steht für mich an erster Stelle

Sabine Wegener hat bei den diesjährigen Special Olympics, die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung, Goldmedaillen in den Schwimmdisziplinen 25-Meter-Rücken und 50-Meter-Brust gewonnen. Die 42-Jährige wird im Rahmen des Betreuten Einzelwohnens Neukölln durch das UNIONHILFSWERK unterstützt. Im Interview blickt Sabine Wegener auf die Wettbewerbe in Kiel zurück und erzählt, warum Sport für sie wichtig ist.

Sabine Wegener gewann zwei Goldmedaillen bei den Special Olympics 2018 in Kiel
Großer Jubel in Kiel: Sabine Wegener gewann zweimal Gold bei den Special Olympics 2018

Sie haben sich eigentlich nicht für die Special Olympics qualifiziert. Sie konnten trotzdem starten?

Auf einmal kam der Anruf, dass Schwimmer abgesprungen sind. Herr Weimann hat mich dann angerufen, ich soll doch meine Sachen für die Special Olympics packen. Da war ich erst einmal perplex, aber dann dachte ich, das könnte sogar funktionieren.

Und wie es funktioniert hat. Haben Sie besonders hart trainiert?

Nein, ich hatte für das Training ziemlich wenig Zeit. Ich hatte einen geschwollenen Fuß und musste das Training erst einmal ausfallen lassen.

Wo kamen dann Kraft und Schnelligkeit her?

Auch von meiner Mutter. Sie ist im April 2017 leider gestorben. Ich wollte ihr endlich mal beweisen, dass ihre Kinder es besser können. Danke an meine Mutter im Himmel, die von oben auf ihren Schützling geguckt hat. Aber auch von Herrn Weimann. Er hat gute Arbeit geleistet. Herr Weimann versucht immer die Klienten zu motivieren. In Kiel war er nicht vor Ort. Da hat dann Herr Just die Motivation übernommen.

Was ging in Ihnen vor, als Sie wussten, dass sie die erste Goldmedaille gewonnen haben?

Ich habe im Wasser gejubelt. Ich war ziemlich überrascht, weil es sehr knapp war. Ich habe gedacht: „Jetzt habe ich es endlich geschafft.“

Und bei der zweiten?

Bei den 50-Meter-Brust hatte ich einen ziemlichen Vorsprung. Da wusste ich, dass ich das Ding machen könnte. Da brach der Jubel im Wasser schon früher aus. Aber so richtig realisiert man das erst bei der Siegerehrung.

Wären Sie denn auch ohne Nachnominierung nach Kiel gefahren?

Ja, um meine Mannschaft zu unterstützen.

Haben Sie schon gefeiert?

Ja, im Auto. Aber die, die Medaillen gewonnen haben, wollen sich noch mal treffen und mit Herrn Weimann und anderen vom UNIONHILFSWERK feiern.

Was machen Sie mit den Goldmedaillen?

Erst einmal nehme ich sie mit zur Arbeit und dann bekommen sie von mir zu Hause an der Wand einen Ehrenplatz.

Wie wichtig ist Sport für Sie?

Sport steht bei mir an erster Stelle. Ich gehe regelmäßig schwimmen. Außerdem nehme ich an Vorbereitungstreffen für die nächsten Special Olympics teil, die vielleicht in Berlin stattfinden werden.

Seit wann nehmen Sie an Schwimmwettkämpfen teil?

Seit der Schule. Da hatte ich auch schon riesen Erfolge. Beim Brustschwimmen bin ich schon damals vorne weggeschwommen.

Macht es Ihnen auch Spaß?

Ja, klar und ich bleibe fit.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich freue mich auf die nächsten Special Olympics. Ich bin jetzt sehr motiviert und trainiere immer weiter. Ich bin gespannt, welche Zeiten in vier Jahren geschwommen werden. Ich bin dann die Gejagte. Ich bin aber auch bei anderen Wettkämpfen dabei.

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