Monthly Archives: März 2018

Bunte Ostern bei der USE

Haus Natur und Umwelt in der Wuhlheide

Mitten in der Stadt und doch etwas verwunschen im Wald versteckt, liegt das Haus Natur und Umwelt. Der drittgrößte Tierpark Berlins ist die Jugend-Bildungs-Werkstatt der USE gGmbH und beherbergt auf einem Areal von 17 000 qm² fast 500 Tiere. Von heimischen Rassen über farbenfrohe Vögel bis hin zu exotischen Reptilien gibt es dort vieles zu entdecken. Daher liegt es auch nicht so fern, dass das diesjährige Osterfest ganz im Zeichen der Tiere und der Natur steht. So kann an Ostern zum Beispiel live erlebt werden, wie sich die Hühner- und Entenküken aus ihren Schalen befreien und ihre ersten Schritte im Stroh wagen. Wer etwas mehr Action sucht, der kann sich auf eine kleine Reise „Barfuß durch den Wald“ begeben oder sich auf dem Abenteuerspielplatz austoben. Und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt, denn ab 12 Uhr werden am Grill fleißig Würstchen und Co. zum Verzehr zubereitet. Wer jetzt schon neugierig ist, der kann die Vorbereitungen für das Osterfest auf dem Instagram-Kanal des Haus Natur und Umwelt verfolgen.

Weitere Highlights aus dem Osterprogramm Haus Natur und Umwelt:

  • Eiersuche: An Ostersonntag werden die fündig, die noch keine Ostereier gefunden haben. Und in einer natürlichen Umgebung lassen sich die Ostereier besser verstecken, aber auch schöner finden.
  • Osterbasteln: Angeleitet von Umweltpädagoginnen können Kinder aus Naturmaterialien viele schöne Dinge basteln.
  • Für Entdecker geht’s „Barfuß durch den Wald“ – Bei einer kleinen Walderlebnistour mit kleinen Spielen werden die Sinne wachgekitzelt. (4,50€ p. P.)
  • Ponyreiten
  • Osterspaziergang mal anders: Am Ostersonntag- und Montag geht es mit der Kutsche bei schönem Wetter durch die malerische Wuhlheide.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

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ModellPark Berlin-Brandenburg in der Wuhlheide

Doch auch wenige Gehminuten vom Haus Natur und Umwelt entfernt, wird im ModellPark Berlin-Brandenburg ausgiebig Ostern gefeiert. Bei einem Spaziergang durch die 3,5 Hektar große Parklandschaft können über 80 Modelle Berliner und Brandenburger Sehenswürdigkeiten im Maßstab 1:25 bewundert werden. Ob Schloss Rheinsberg, die Zitadelle Spandau oder der Reichstag – im ModellPark sind einige architektonische Highlights vertreten. Zur Stärkung bietet der Park kleine Köstlichkeiten vom Grill. Wer noch über genügend Energie verfügt, der kann sich auf der Hüpfburg, bei einer Runde Tauziehen oder mit aktivem Holzspielzeug austoben.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

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Tierpark Neukölln in der Hasenheide

Wem es zu weit in die schöne Wuhlheide ist, der kann auch gerne im Tierpark Neukölln vorbei schauen. In der kleinen Anlage in der Hasenheide können neben heimischen Tieren auch Haustiere aus aller Welt bewundert werden. An Ostern schaut auf dem Wirtschaftshof und in der Tierparkschule Dr. Hoppelpoppel vorbei und macht Riesenseifenblasen mit den Kindern. Wer sich gerne etwas kreativ betätigen möchte, der kann Gipsfiguren anmalen oder Traumfänger basteln. Highlight sind die zahlreichen süßen Tierbabys (Lämmer, Meerschweinchenbabys), die schon das Licht der Welt erblickt haben.

Weitere Highlights aus dem Osterprogramm Tierpark Neukölln:

  • Ponyreiten und Tierführungen
  • Spiele, wie z.B. Tischkicker und Dosenwerfen
  • Küken-Live-Schlupf: Erleben Sie hautnah, wie sich die Küken ihren Weg aus der Schale picken und ihre ersten Schritte in der Natur wagen.
  • Produkte der Gewerke der USE: Die Töpferei, die Berliner Bürsten- und Flechtmanufaktur, die Tischlerei und die Schachtelmacher werden mit tollen Produkten vor Ort sein
  • … und vieles mehr!


Hier ein kleiner Vorgeschmack:

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Equal Pay Day: Gleichstellung im UNIONHILFSWERK

Wir nehmen diesen Tag zum Anlass, bei der Geschäftsführung nachzufragen: Wie steht es mit der Gleichberechtigung im UNIONHILFSWERK? Ulrike Hinrichs ist Geschäftsführerin der Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH und gibt einen Einblick.

Frau Hinrichs, gibt es im UNIONHILFSWERK Unterschiede in der Bezahlung zwischen Mann und Frau?

Nein, die Geschlechter werden gleichbehandelt und gleich bezahlt.  Die Bezahlung im UNIONHILFSWERK richtet sich nach der konkret ausgeübten Tätigkeit, für die eine bestimmte Qualifikation Voraussetzung ist. Sie ist bezogen auf die Bruttovergütung völlig unabhängig vom Geschlecht – vorausgesetzt, dass die gleichen Ausgangsbedingungen zu Grunde liegen (z.B. gleiche Berufsjahre oder Arbeitszeit).
Trotzdem haben Frauen oft weniger im Portemonnaie, also eine geringere Nettovergütung als der männliche Kollege mit gleichen Ausgangsbedingungen. Hier spielt das „Steuerklassenthema“ eine Rolle: Paare müssen aushandeln, ob sie gleich besteuert werden wollen oder Unterschiede akzeptieren, darauf hat der Arbeitgeber keinen Einfluss.

Was glauben Sie: Warum verdienen Frauen oft weniger als Männer?

Es ist gut und notwendig, dass es den Equal Pay Day gibt. Geschlechterspezifische Unterschiede sind bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation nicht zu akzeptieren! Der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Verdienstunterschied von rund 21 % berücksichtigt allerdings wesentliche Faktoren nicht:
Zu den wichtigsten Unterschieden gehört die zwischen weiblichen und männlichen Arbeitnehmern unterschiedlich ausfallende Berufs- bzw. Branchenwahl. Es klingt klischeehaft, legt den Finger jedoch in eine Wunde, wenn wir an die Spannweite zwischen Piloten und Friseuren denken. Im Durchschnitt aller beobachteten Wirtschaftszweige arbeiteten etwa 13 % der Männer in Deutschland in einer leitenden Funktion, aber nur rund 7 % der Frauen. Bei den Ungelernten kehrt sich dieses Verhältnis um: Rund 8 % ungelernte Arbeitnehmerinnen stehen etwa 5 % ungelernten Arbeitnehmern gegenüber. Frauen sind also öfter in schlechter bezahlten Berufen tätig und unterbrechen länger und häufiger ihre Erwerbstätigkeit, um Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen. Sie arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit. Werden diese Faktoren – Berufswahl und weniger Führungspositionen, Teilzeitarbeit – herausgerechnet, beträgt der Gehaltsunterschied bei gleicher Qualifikation und Stelle immer noch knapp 7 %, eindeutig zu viel, hier muss sich etwas ändern!

Was tut das UNIONHILFSWERK, damit Mitarbeiter Karrierechancen und Familienplanung vereinbaren können?

Von den aktuell 795 Angestellten in der Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH sind – für die Gesundheits- und Sozialbranche nicht ungewöhnlich – 68 Prozent weiblich. Ihr Anteil an Führungspositionen liegt bei 77 %. Die Geschäftsführung ist seit 2017 mit zwei Frauen besetzt, von denen eine während ihrer Tätigkeit im UNIONHILFSWERK zwei Kinder bekommen hat und die andere in Teilzeit arbeitet.

Möglich wird das durch flexible Arbeitszeitmodelle, die je nach Einrichtung bedarfsgerecht gestaltet werden. Viele Mitarbeiter wollen – oft auch nach einer Elternzeit – in Teilzeit arbeiten und erhalten diese Möglichkeit. In der Betreuung von Menschen müssen Dienste am Wochenende oder in der Nacht angeboten werden, um unseren Auftrag zu erfüllen. Das Ziel ist jedoch, die Dienste zu ungünstigen Zeiten auf das erforderliche Maß zu beschränken und bevorzugt diejenigen einzusetzen, die sich freiwillig melden. Wo möglich, können Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nach Absprache zu Hause arbeiten. Das hilft Eltern, familiäre und berufliche Anforderungen besser in Einklang zu bringen.

Das Thema der Qualifizierung ist uns sehr wichtig. Und das nicht nur im Sinne der Kompetenzerweiterung für die alltäglichen Herausforderungen, sondern auch im Hinblick auf die Vorbereitung für leitende Tätigkeiten. Etliche Kollegen qualifizieren sich nebenberuflich, die Palette reicht von grundständigen Ausbildungen zur Fachkraft bis hin zu Studienabschlüssen.

Frau Hinrichs, gemeinsam mit Kathrin Weidemeier sind Sie die ersten weiblichen Geschäftsführerinnen im UNIONHILFSWERK. Glauben Sie, dass Sie als Frau bestimmte Themen insbesondere vorantreiben?

Nein, unsere Themen und Akzente sind nicht zwangsläufig frauenspezifisch. Wir fühlen uns gleichermaßen den Interessen aller unserer Kunden verpflichtet: Menschen, für die wir „Wegbegleiter“ sind ebenso wie unseren Auftraggebern sowie nicht zuletzt unseren Mitarbeitern.
Das „Wie“ unterscheidet sich, schon alleine dadurch, dass die Verantwortungsbereiche bei einer „Doppelspitze“ klar abgegrenzt sein müssen und die Anforderung besteht, sehr gut kommunizieren und kooperieren zu können. Das sollte sich im Idealfall auf alle Hierarchieebenen übertragen. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren (Fach-) Bereichsleitern.

Wenn Sie sich wünschen, wie die Situation für Frauen im beruflichen Umfeld in 10 Jahren aussieht: Welches Bild wäre das?

Mädchen und junge Frauen sind ihren männlichen Mitschülern, Auszubildenden oder Studierenden bezogen auf die Abschlüsse oft überlegen.  In 10 Jahren sollte sich das in den Statistiken widerspiegeln: Ich sähe gerne mehr Frauen in höher qualifizierten Berufen bzw. in leitenden Positionen. Dazu gehören entsprechende Bildungsangebote wie (Wieder-) Einstiegsszenarien, die die Vereinbarkeit von Familie und Karriere stärker als bisher ermöglichen und befördern. Wir brauchen ein größeres Angebot an horizontalen Entwicklungsmöglichkeiten, da nicht jeder die „Karriereleiter“ hochsteigen will.

Ich wünsche mir eine weitreichendere Flexibilisierung von Arbeitszeitmodellen. Hier müssen auch gesetzliche Grundlagen entwickelt werden.  Das Arbeitszeitgesetz ist eine Errungenschaft, die den Anforderungen an eine zunehmend digitalisierte Arbeitswelt und den Bedürfnissen der Arbeitnehmer der jüngeren Generationen nicht ausreichend gerecht wird. Vorrausetzung sind gesicherte und zugängliche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder sowie die Unterstützung und Entlastung bei der Pflege von Angehörigen. Auch eine gleichmäßige Aufteilung der Familien- und Hausarbeit wäre wünschenswert wie überfällig. Nicht nur die Politik und Arbeitgeber wie Betriebsräte müssen Rahmenbedingungen schaffen, auch Lebensgemeinschaften sind gefragt, wenn es um die gleichberechtigte Verteilung von Chancen geht.

Vielen Dank für die Einblicke, Frau Hinrichs!

Der Equal Pay Day fand erstmalig 1966 in den USA statt. Weitere Informationen zum Aktionstag gibt’s hier.

Hommage an den Arbeitgeber

„Gibst vielen eine Chance, doch nicht allen. Bist für uns da, die wir, wie auch immer erkrankt und behindert sind.“

Seit über dreißig Jahren hat Günter Peterson mit einer psychischen Krankheit zu kämpfen. Die erste Begegnung damit gab es 1984 beim Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee der DDR. „Dort bin ich das erste Mal psychotisch geworden. Zuerst habe ich gedacht, dass die mich so gemacht haben. Erst später realisierte ich meine Krankheit.“ Drei Monate wurde Günter Peterson in einer Klinik behandelt und konnte dank Medikamenten gut damit umgehen. Doch ein paar Jahre später setzte er diese eigenständig ab. So erreichte seine Krankheit 1992 ihren Höhepunkt: „Ich fiel in eine psychische Starre, was sehr selten vorkommt. Sechs Wochen lang konnte ich mich nicht bewegen, habe nichts gegessen und keinen Ton von mir gegeben.“

„Denkst an uns, wenn andere uns aufgeben, verdrängen, abschieben zum weniger Wert sein.“

Doch Günter Peterson ließ sich von seiner Krankheit nicht einschüchtern und versuchte immer wieder in seinem alten Beruf Fuß zu fassen. „Ich komme aus dem Großhandel und bin eigentlich eine gelernte Fachkraft für Warenbewegung mit Meistertitel“. In diesem Beruf hat der heute 60-jährige auch lange Zeit gearbeitet. „Ich war im Obst- und Gemüsehandel tätig und habe dort ein Lager geleitet.“ Doch seine zahlreichen Neustartversuche scheiterten: „Arbeiten mit Medikamenten im Körper ist oft nicht einfach. Ich wurde wieder krank und brauchte Zeit für mich.“ Es folgten Entlassungen und damit eine Perspektivlosigkeit, die ihm schwer zusetzte. „Sobald ein Arbeitgeber meinen Krankenschein gesehen hatte, wurde ich wieder entlassen.“  Nach zwei Jahren als Putzkraft geriet Günter Peterson in eine lange Zeit der Arbeitslosigkeit.

„Hast dies erkannt und öffnest jeden Tag deine Türen, damit auch wir nach getanem Tageswerk sagen können, wir haben etwas geschafft“

Ob er im Juni oder Juli 1998 zur USE kam, daran kann sich Günter Peterson nicht mehr erinnern. „Ich kam zur USE über das Arbeitsamt. Die meinten zu mir, ich solle mal zu einem Sozialarbeiter des Unternehmens, Herrn Päpke, gehen. Er war der erste Mitarbeiter der USE, mit dem ich Kontakt hatte.“  Damals war die Auswahl an Gewerken noch nicht vergleichbar mit dem heutigen Stand. Lediglich die Tischlerei, die Schneiderei, die Küche und die Verwaltung waren am Firmenhauptsitz zu finden. „Wir hatten nur ein paar Räume, erst nach und nach hat die USE die Koloniestraße eingenommen.“ Nach einer kurzen Besichtigung der Gewerke entschied sich Günter Peterson für einen beruflichen Neuanfang in der Tischlerei: „Ich habe mir diese angesehen und für gut befunden.“

„Jeder von uns, wenn auch manchmal nicht viel, doch niemals sinnlos und gibst uns jeden Tag mehr Selbstwertgefühl“

Bis heute ist Günter Peterson ein fester Bestandteil der Tischlerei in der Koloniestraße. Nachdem er dort den Berufsbildungsbereich abgeschlossen hatte, wechselte er in den Arbeitsbereich. Aufgrund seiner beruflichen Vorerfahrung holte ihn der Tischler Mathias Ahlrichs allerdings schnell zu sich in das Büro. „Es gab noch keine Sekretärin, also habe ich die Büroarbeit gemacht.“ Dazu gehörte neben Rechnungen raussuchen und Anrufe entgegennehmen auch die alljährliche Inventur. „Herr Ahlrichs hatte mich gefragt, ob ich das machen kann. Ich wollte helfen und habe natürlich ja gesagt. So konnte er sich um wichtigere Dinge kümmern.“  Seitdem ist er jedes Jahr für die Inventur zuständig und erledigt diese Aufgabe mit Freude. „Es fühlt sich gut an gebraucht zu werden.“ 

„Danke USE.“

Günter Peterson schätzt die USE und ist froh, hier arbeiten zu können: „Die USE verleiht Struktur und gibt dem Leben einen Sinn.“ Wie lange er es noch schafft, morgens pünktlich im Büro zu erscheinen, weiß er allerdings noch nicht. „Ich werde auch älter, aber so lange Herr Ahlrichs mich morgens im Büro erwartet, komme ich gerne.“ Günter Peterson hat dem Fachgebietsleiter viel zu verdanken: „Herr Ahlrichs ist einer der Gründe, der mich in der USE hält.“

Doch der Gedanke an den Ruhestand kommt Günter Peterson in letzter Zeit häufiger in den Kopf. „Ich möchte gerne mehr Zeit zum Schreiben haben. Denn Schreiben ist mein großes Hobby.“  In seiner Jugend wollte er erst Science-Fiction-Autor werden, entschied sich aber dann noch einmal um. Mittlerweile schreibt er lieber über reale Dinge aus seinem Alltag: „Ich habe letztens im Hof kleine Mäuse beobachtet. Darüber würde ich gerne eine Geschichte schreiben.“  Auch verreisen steht auf seiner Agenda: „Wenn ich dann irgendwann mal in Rente gehen sollte, würde ich gerne Deutschland erkunden.“

 

Günter Petersons „Hommage an die USE“ hängt im 2. Stock der Koloniestraße.

Gedenken aufrechterhalten: Stolperstein für Alice Scheidemann

Stolperstein-Verlegungen gibt es in der ganzen Stadt. Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die in der NS-Zeit unter grauenhaften Begleitumständen ums Leben gekommen sind. Das ist uns allen bekannt und sollte nie vergessen werden. So sollte auch Alice Scheidemann nicht vergessen werden.

Wer ist Alice Scheidemann?

Man weiß sehr wenig über Alice Scheidemann. So wissen wir auch nichts über Ihre Familie, Eltern, Geschwister. Bekannt ist, dass sie als Alice Samuel am 6. Mai 1896 in Dölitz (früher Westpommern, heute Polen) geboren wurde und dass sie verheiratet war mit Leo Scheidemann aus Bublitz – heute Polen. Mit ihm bezog sie die kleine Wohnung in der Tilsiter Straße 73, heute Richard-Sorge-Straße 73 in Berlin-Friedrichshain, im Parterre rechts. Später trennten sie sich.

1942 kam die Gestapo, 1943 die Deportation

Am 01. Oktober 1942, ihr Mann lebte schon nicht mehr dort,  kam die Gestapo. Der Befehl lautete: „…in Verbindung mit dem Erlass des Führers und Reichskanzlers über die Verwertung des eingezogenen Vermögens von Reichsfeinden vom 29.5.1941 – RGBI.IS303…“ das gesamte Vermögen der Alice „Sara“ Scheidemann zugunsten des Deutschen Reiches einzuziehen. Alice Scheidemann musste eine Inventarliste erstellen und abgeben. Sie war eine einfache Frau – der geschätzte Wert ihrer Wohnung betrug 584,40 Reichsmark. Ihr Schicksal war nicht aufzuhalten: Man vermutet, dass sie bis dahin Zwangsarbeit leistete, wie viele andere Jüdinnen und Juden in Berlin. Auch ihre Arbeitskraft wurde damals nicht mehr gebraucht, die Deportation nach Auschwitz wurde unvermeidlich.

Am 12. Januar 1943 deportierte die Gestapo sie als Nr. 571 auf der Transportliste mit 1190 weiteren jüdische Mitbürgern mit dem 26. Osttransport nach Auschwitz. Sie verließ am 13. Januar an der Rampe in Auschwitz den Zug – der Weg von der Rampe zur Gaskammer waren die letzten Minuten ihres Lebens.  Sie wurde nur 46 Jahre alt.

Wir als UNIONHILFSWERK werden bei dieser Stolperstein-Verlegung zugegen sein und Alice Scheidemann gedenken.  Wir freuen uns auf möglichst viel Unterstützung und Teilnehmer.

„Unionhilfswerker“: Daniel Büchel

Name: Daniel Büchel

Alter: 44

Beruf: Projektleiter Freiwilligenmanagement / Stiftung Unionhilfswerk Berlin

Was genau machen Sie da?
Ich bin Ansprechpartner für Engagementinteressente, freiwillige Mitarbeiter sowie unsere Freiwilligenkoordinatoren. Dazu gehören auch Engagementwerbung und die Organisation von Fortbildungen und Dankeschönveranstaltungen. Fördermittelakquise und Lobbyarbeit für das bürgerschaftliche Engagement sind weitere Aufgaben.

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?
Die Vielfalt und die Freiheit zu gestalten. Ich bekomme immer wieder die Möglichkeit, neue Projekte anzuschieben oder mit zu entwickeln. Diese Handlungsfreiheit schätze ich sehr. Außerdem macht es mir sehr viel Freude, Hilfe für benachteiligte Menschen zu vermitteln.

Was wollten Sie werden als Sie klein waren?
Ich wollte Profi-Läufer werden und mal an den Olympischen Spielen teilnehmen.

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?
Es gab einige Situationen, über die ich im Nachhinein schmunzeln musste…

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?
Ich kann gut die unterschiedlichsten Menschen motivieren, egal welchen Hintergrund sie haben und kann das auch gut ausbalancieren, wenn man gemeinsam an etwas arbeitet. Menschen für den Laufsport zu begeistern und zu coachen, das könnte auch etwas sein.

Am Wochenende mache ich am liebsten…?
…morgens erstmal laufen zu gehen. Ich bin gerne in der Natur, vor allem im Wald. Dabei kann ich gut abschalten. Und danach dann mit meiner Familie ausgiebig frühstücken, in Ruhe die Zeitung lesen und einen Kaffee dazu trinken. Und zu wissen, dass ich mal keine Termine habe.

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?
Meine Lieblingsregion ist die Vulkaneifel nördlich der Mosel, vor allem mit den Maaren. Hier in Berlin ist es meine Lieblingslaufstrecke im Grunewald.

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?
Auf fast jeglichen, nur vielleicht auf Süßigkeiten nicht. Vor allem wenn ich in der Natur wandern bin, dann kann ich auch gern auf jegliche Annehmlichkeiten verzichten.

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?
Zündhölzer, ein Seil und ein gutes Buch.

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?
Wenn ich könnte, würde ich gern mal in die Zeit von König Artus eintauchen.

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?
Auf Wanderschaft gehen und alles loslassen.

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?
Fliegen. Dann könnte ich alles Mal von oben betrachten, die ganzen kleinen Details hinter mir lassen und den Blick schweifen zu lassen.

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?
Alle Freiwilligen und Ehrenamtlichen bei uns, die engagierten Kolleginnen in der Freiwilligenkoordination und mein FM-Team und natürlich meine Familie.