Monthly Archives: April 2022

Mit einem Koffer voller Hoffnung: Das Unionhilfswerk bietet Jugendlichen aus der DDR ein neues Zuhause

1950er Jahre: West-Berlin bot vielen Menschen aus der noch jungen DDR eine neue Chance, ihre Lebensziele zu verwirklichen. Vor allem nach der Schließung der innerdeutschen Grenze im Mai 1952 wurde Berlin zum Dreh- und Angelpunkt für Flüchtlinge aus der DDR. Bis zum Mauerbau im August 1961 war es noch möglich, sich recht frei zwischen den Sektorengrenzen der geteilten Stadt hin und her zu bewegen. Zwischen 1953 und 1961 flohen etwa zwei Millionen Menschen aus der DDR in die BRD – etwa die Hälfte war unter 25 Jahre.

„Am 16. August 1954 bestieg ich als Vierzehnjähriger, der gerade die 8. Klasse absolviert hatte, in meiner Vaterstadt Magdeburg den Zug in Richtung Potsdam […] Ausgestattet mit einem braunen Pappkoffer, bekleidet mit einem Konfirmationsanzug, kam ich also in West-Berlin an.“*

Freiheit statt Zwang: Gründe der Flucht

Die Beweggründe für die Ausreise waren vielfältig: Viele wollten dem Zwang entkommen, sich dem System und dem Herrschaftsanspruch der SED unterzuordnen, flohen vor Repressionen und Anwerbeversuchen der Stasi. Gerade bei jüngeren Menschen spielte der Wunsch, sich frei entfalten zu können eine große Rolle – vor allem im Bereich Bildung: In der DDR wurden nur 10 Prozent eines Jahrgangs nach der 8. Klasse zur Erweiterten Oberschule (EOS) zugelassen. Entscheidend hierfür war neben herausragenden Noten, dass sich die Schüler*innen – und auch ihre Eltern – systemkonform verhielten und engagierten. Jugendlichen, die Regimekritik übten oder nur wenig Begeisterung für das politische System zeigten, wurde häufig der Weg zum Abitur versperrt. Abiturienten indes standen häufig vor dem Problem, gegen ihre Interessen studieren zu müssen. Der Wirtschaftsplan gab vor, was gebraucht wurde: Natur- und Ingenieurwissenschaften hatten Vorrang.

Jugendliche aus der DDR im Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde im Juli 1961 (Bundesarchiv, B 145 Bild-P06030 via Wikimedia Commons)

Der Weg zum Wunschstudium

In Westberlin konnten die Schüler*innen aus der DDR eigens für sie eingerichtete „Ostklassen“ besuchen. Die Jugendlichen, die ihr Abitur in der DDR bereits erworben hatten, mussten in der Bundesrepublik eine Sonderprüfung ablegen, da ihr Schulabschluss in der Regel nicht anerkannt wurde. Ein einjähriger Kurs bereitete sie darauf vor. Nach erfolgreich bestandener Prüfung hatten sie die Chance, ihr Wunschfach zu studieren. Auch freie Träger boten finanzielle Förderung an, die sich speziell an Abiturient*innen und Student*innen aus der DDR richtete.

Ein neues Zuhause im Geschwister-Scholl-Heim

Am 1. Oktober 1954 eröffnete das Unionhilfswerk auf einem Villengrundstück in Schmargendorf ein das Geschwister-Scholl-Heim für Schüler aus der DDR. Die jungen Flüchtlinge konnten hier in Freiheit und Sicherheit leben, ihr Abitur absolvieren und ein Studium aufnehmen. Mitte Oktober 1954 eröffnete das Unionhilfswerk ein zweites Schülerwohnheim in Dahlem, Max-Habermann-Haus genannt. Von 1956 bis 1958 betrieb es noch ein drittes in Nikolassee.

„Für uns war gesorgt, wir hatten eine Bleibe, so dass unsere Eltern unbekümmert sein konnten.“

Eine sichere und vertraute Zufluchtstätte: Leben im Schülerheim

Im Geschwister-Scholl-Heim lebten im Durchschnitt 55 Jungen. Ein paar von ihnen waren Studenten, die Mehrheit Schüler. Die jüngsten Schüler hatten die 8. Klasse in der DDR absolviert und keinen Zugang zur Oberschule erhalten, die ältesten bereiteten sich auf die Anerkennungsprüfung für ihr Abitur vor. Bei den schulischen Aufgaben wurden sie von der Heimleitung und studentischen Aufsichtskräften, die ebenfalls im Heim wohnten, unterstützt. Der Alltag der Jugendlichen wurde von einem festen Zeitplan bestimmt. Die Aufsichtsstudenten hatten dafür zu sorgen, dass dieser und die Hausordnung eingehalten wurden. Untergebracht waren die Jugendlichen in Vier- und Sechs-Bett-Zimmern. Das Geschwister-Scholl-Heim hatte den Anspruch, ihnen Werte wie Sauberkeit und Pünktlichkeit zu vermitteln. Die Schüler wurden angehalten, jeden Tag ihre Zimmer zu säubern und auch bei sich selbst auf Hygiene zu achten. Ausschweifungen waren den Jugendlichen nicht gestattet, auch am Wochenende war die Nachtruhe einzuhalten. Alkoholkonsum war ihnen grundsätzlich untersagt.

„Sauberkeit und Zimmergestaltung wurden auch durch Wettbewerbe zwischen den einzelnen Stuben gefördert. Als Preise winkten dann Obst und Schokolade.“

Damenbesuch und Hungerstreik

Ganz ohne Konflikte ging es aber im Geschwister-Scholl-Heim dann doch nicht zu: 1957 schlug ein zweitägiger Hungerstreik der Schüler hohe Wellen. Die Schüler protestierten damit gegen die in ihren Augen nicht hinnehmbare Entlassung des studentischen Heimleiters wegen nächtlichen Damenbesuchs sowie gegen die Versetzung ihrer Heimmutter. Mit ihrer neuen Heimmutter zeigten sie sich überaus unzufrieden und forderten deren Absetzung. Sie wäre in ihren Augen „zu wenig mütterlich“, wurden die Schüler im Telegraf zitiert, der neben einigen anderen Zeitungen über den Protest berichtete. Der BILD-Zeitung war er gar einen Artikel auf der Titelseite wert. Der Senatsdirektor für Jugend sowie der Bezirksstadtrat für Jugend verhandelten mehrere Stunden mit den Schülern und schlugen ihnen einen Kompromiss vor: Die Heimmutter bleibt noch für 14 Tage und arbeitet ihre Nachfolgerin ein. Die Schüler lehnten ab: Sie forderten ihre sofortige Kündigung. Daraufhin wurde das Heim als erzieherische Maßnahme vorübergehend geschlossen, die Schüler wurden auf andere Heime verteilt.

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Berlin-Besucher statt DDR-Flüchtlinge

Postkarte zeigt das Max-Habermann-Haus, dass 1962 vom Schülerwohnheim in ein Gästehaus für Berlin-Besucher umgewandelt wurde.

Von 1956 bis 1959 nahm die Zahl der Menschen, die in den Westen flüchteten, ab. Außerdem sank der Anteil der unter 18-Jährigen an der Gesamtzahl der Geflüchteten. Da diese nun den Großteil ihres Lebens in der DDR verbracht hatten und dort sozialisiert wurden, fällten sie eine Fluchtentscheidung wohl nicht mehr so leicht. 1957 wurde „Republikflucht“ mit dem Passänderungsgesetz unter Strafe gestellt, was das Wagnis zusätzlich erschwerte. Das Geschwister-Scholl-Heim wurde deshalb im Juni 1960 zum Gästeheim für Berlin-Besucher aus Westdeutschland und dem Ausland umfunktioniert. Für die verbliebenen Schüler bedeutete dies, in das Max-Habermann-Haus in Dahlem umzuziehen, das noch bis März 1962 geöffnet blieb und dann auch als Jugendgästehaus diente.

 

*Die Zitate stammen aus den Erinnerungen eines ehemaligen Bewohners des Geschwister-Scholl-Heims.

 

Im nächsten Blog-Artikel erfahren Sie, wie aus den Gästehauern zukunftsweisende Modelle auf dem Gebiet der Betreuung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen wurden.

Ukraine in aller Munde: Die BUS gGmbH organisiert Fachveranstaltung zur Integration geflüchteter Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Die Fachtagung im März wurde durch die BUS organisiert. Was ursprünglich als Präsenzveranstaltung für 100 Teilnehmer*innen konzipiert war, mündete in eine digitale Veranstaltung mit weit über 200 Personen, die von der  Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Katja Kipping, per Videobotschaft eröffnet wurde: „Wenn es ARRIVO BERLIN nicht gäbe, müsste man es erfinden“, betonte sie und würdigte die Berliner Ausbildungsinitiative  als „Win-Win-Situation für Geflüchtete und Betriebe“. Dr. Johnny Van Hove, Projektleitung der Technischen Koordinierung ARRIVO BERLIN, unterstrich in seinem Grußwort und Impulsvortrag die Bedeutung von ARRIVO BERLIN für geflüchtete Menschen in Vergangenheit und Gegenwart. Er wies auf die rund 4.500 Geflüchtete und hunderte Betriebe hin, die seit 2017 von ARRIVO BERLIN unterstützt wurden.

Ukraine in aller Munde

Impulsreferate, Podiumsdiskussion, Workshops und Austauschmöglichkeiten auf dem virtuellen Marktplatz der Ideen folgten einander in Hochgeschwindigkeit. Die Ukraine-Krise war in aller Munde. Margrit Zauner, Leiterin der Abteilung Arbeit und Berufliche Bildung bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales wies in Ihrem Impulsbeitrag auf die „hohe Empathie“ und die „große Willkommenskultur“ von Kammern, Innungen und Betrieben als Initialimpuls für die Ausbildungsinitiative im sogenannten „Sommer der Flucht“ im Jahr 2015 hin. Diese grundsätzlich in Berlin vorhandene Willkommenskultur stelle angesichts von derzeit täglich ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine auch jetzt wieder eine bedeutsame Integrationsvoraussetzung dar, betonte sie.

Oliver Kurz, Leiter des Fachbereichs Marktentwicklung/Migration der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Berlin-Brandenburg, unterstrich in seinem Impulsreferat, dass die „Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in Berlin gelingt“. Auch mit Blick auf die Integration der geflüchteten Menschen aus der Ukraine sei die Hauptstadt gut gerüstet: Sprach- und sonstige Unterstützungsangebote seien vorhanden und könnten bei Bedarf hochgefahren werden. „Wenn wir an einem Strang ziehen, werden wir das schaffen“, unterstrich er.

Theorie meets Praxis

Praktiker*innen, Unternehmen, Senatsverwaltung sowie ehemalige Teilnehmer*innen trafen sich im Anschluss auf der digitalen Bühne zur Podiumsdiskussion mit dem Titel „Theorie meets Praxis“. Voraussetzungen für eine betriebliche Integration bildete die thematische Klammer, in der mehrmals der Wunsch nach Normalität geäußert wurde.  „Nicht als Flüchtling gesehen zu werden, sondern als Teil der Gesellschaft“, fasste Alaa Alshihan seine Zukunftshoffnung in der abschließenden Blitzlichtrunde der Podiumsdiskussion zusammen.

Abschließend starteten die mit Spannung erwarteten Workshops. Die Teilprojekte von ARRIVO BERLIN hatten gemeinsam mit Betrieben, Geflüchteten und Kooperationspartner*innen Gesprächs- und Arbeitsgruppen von 90 Minuten organisiert. Angesprochen wurden zentrale Themen der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration Geflüchteter an der Schnittstelle von Berufsorientierung, Spracherwerb, Ansprache und Akquise, Beratung und Unterstützung, Zusammenarbeit mit Betrieben, Gender und Anti-Diskriminierung.

Ein voller Erfolg

Den vielen äußerst positiven Rückmeldungen zufolge war die Fachveranstaltung einen Riesenerfolg – trotz Last-Minute-Veränderungen wegen Covid-19 Erkrankungen, trotz vieler technischer Herausforderungen, trotz der hohen Arbeitsbelastung vieler Beteiligter wegen der Ukraine-Krise. Mit der Veranstaltung wurden final die Weichen für die weitere erfolgreiche Unterstützung geflüchteter Menschen gestellt. Künftig auch für diejenigen, die aus der Ukraine fliehen müssen und händeringend eine qualifikationsadäquate Arbeit suchen. Die Ausbildungsinitiative kann nämlich auch Arbeit. Mit ihren vielen hunderten betrieblichen Partnern in Wirtschaftsbereichen mit handfesten Fachkraftengpässen sind die Teilprojekte gut aufgestellt, qualifizierte geflüchtete Menschen aus der Ukraine mit den passenden Unternehmen zu „matchen“ oder bei der Suche nach geeigneten Arbeitsplätzen zu unterstützen.

Mehr zu ARRIVO BERLIN und alle Videos zum Kongress finden Sie hier auf dem YouTube-Kanal.

Unionhilfswerker*innen: Oliver Calenius

Name: Oliver Calenius 

Alter:   44

Beruf:   Tischler / Modellbauer

 

Was genau machen Sie da?

Ich bin Arbeitsgruppenleiter im Modellbau der USE.

 

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

Ich mag den sozialen Umgang mit den Beschäftigten unserer WfBM und die Herausforderungen bei der Umsetzung unserer Projekte und Aufträge.

 

Was wollten Sie werden als Sie klein waren?

Ich wollte damals zur Kripo, da meine beiden Großväter dort Ermittler waren.

 

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

Ein früherer Arbeitgeber vergaß die Buchung eines Hotelzimmers, weshalb ich auf einer dänischen Baustelle eine Nacht in meinem Firmentransporter übernachten musste.

 

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Möglicherweise meinen Humor, wobei ich nicht sagen kann, ob ich dafür bezahlt werden würde oder für das Unterlassen dessen. 😀

 

Am Wochenende mache ich am liebsten…?

Am Wochenende genieße ich die gemeinsame Zeit mit meiner 13 jährigen Tochter im Pferdestall und beim Reiten.

 

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

Mein Lieblingsplatz ist der Rücken eines Pferdes.

 

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

Zeitmesser erzeugen meist unnötigen Druck auf Körper und Seele.

 

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

Eine Leuchtrakete, ein Segelboot und eine zweite Insel, damit die Erste nicht mehr so einsam ist.

 

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

Mir würde die Zeit vor etwa 70 Millionen Jahren interessieren, um Dinosaurier im lebendigen Zustand erleben zu können.

 

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

Ein Mensch sollte definitiv einem oder besser mehreren Menschen geholfen bzw zur Seite gestanden haben.

 

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

Fliegen wäre toll. Für den Fall, dass ich keine 3 Dinge mit auf die einsame Insel mitnehmen dürfte.

 

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

Ich möchte alle grüßen, die mit Spaß und Freude an der Arbeit beim UHW und der USE dabei sind.

 

***Anmerkung der Redaktion: Der Vorschlag, Oliver Calenius zu interviewen, kam von seinem Kollegen Jollan Przewloka. Der schrieb uns, wie sehr er den Einsatz, Enthusiasmus und Oliver Calenius` Umgang mit den Beschäftigten schätze. Er findet, dass sein Kollege eine echte Bereicherung für die USE darstellt und ein großes Vorbild für viele ist. Danke für den tollen Tipp, lieber Herr Przewloka! 🙂

Gemeinsam gegen den Pandemie-Blues – Geschäftsführung unterstützt Team-Aktionen mit größerem Budget

2020 musste das Fest bereits ausfallen und als sich abzeichnete, dass es pandemiebedingt auch 2021 kein großes Mitarbeiter*innen-Sommerfest geben würde, entschied die Geschäftsleitung, zumindest die Team-Aktionen ganz besonders zu unterstützen. „Uns liegt sehr viel daran, dass Sie sich mit Ihren Kolleg*innen auch jenseits des eigentlichen Arbeitsalltags treffen und eine schöne entspannte Zeit zusammen verbringen können,“ schrieben sie an alle und unterstützten die Teamaktivitäten 2021 mit einem zusätzlichen Betrag von bis zu 40 € pro Person.

Was haben die Teams unternommen, um nach langer Zeit miteinander etwas Schönes zu erleben?

Das Team der Beschäftigungstagesstätte Neukölln verbrachte gemeinsame schöne Stunden in den Gärten der Welt

Einfach mal raus und zusammen eine gute Zeit verbringen – vom Spaziergang am Wannsee mit abschließendem Essen, wie es das Team vom Verbund Betreutes Wohnen in Mitte gemacht hat, bis zu den gewagten Höhen des Hochseilgartens, die die Kolleg*innen aus der Wohnungslosentagesstätte in Schöneberg erklommen – viele Teams nutzten im vergangenen Jahr die sommerlichen Temperaturen und trafen sich draußen. So auch die Kolleg*innen aus der Beschäftigungstagesstätte (BTS) Neukölln, die die Gärten der Welt von oben aus der Seilbahn aber auch ganz direkt besuchten – unbedingt dabei war die Teepause im Teehaus des chinesischen Gartens. „Diese Aktion war die erste Gesamt-Teamaktivität seit den Einschränkungen 2020. Wir haben es alle sehr genossen, endlich mal wieder zusammen eine gute Zeit zu verbringen – auch beim abschließenden Essen in einem thailändischen Restaurant in Friedrichshain und dem Nachtisch im Café,“ so Klaus Körner, Leiter der BTS Neukölln.

Das Team aus dem Wohnverbund Treptow, ebenfalls mit Angeboten für Menschen mit psychischer Erkrankung und seelischer Beeinträchtigung, unternahm einen Ausflug in den Barfußpark Beelitz-Heilstätten mit selbst organisiertem Picknick. Vom verbleibenden Budget waren alle kurz vor Weihnachten gemeinsam Essen. „Die Mitarbeiter*innen haben die Verdopplung des Budgets für Aktivitäten als eine große Wertschätzung der Geschäftsleitung erlebt,“ beschreibt Michael Fritzsche, Koordinator im Wohnverbund die Wirkung der Aktion.

Ebenfalls Beelitz Heilstätten – jedoch von oben – hatte das Team aus dem Wohnheim für Obdachlose Menschen, Panorama Nord, in der Osloer Straße im Wedding sich ausgewählt – sie besuchten den Baumwipfelpfad.

Eine etwas andere Form für die Teamaktion wählte das Team aus der Flüchtlingsunterkunft in Rahnsdorf, wie die Einrichtungsleitung Kerstin Pouryamout beschreibt: „Im November sollte unsere Teamaktion stattfinden. Aber entspannt feiern und genießen kann man eben doch nur, wenn rundherum alles stimmt. Wir hatten aber noch mehrere renovierungsbedürftige bzw. zu entrümpelnde und zu säubernde Bewohnerzimmer. Da wir hier in Rahnsdorf zu praktischen Lösungen neigen, brachten wir Arbeit und Vergnügen unter einen Hut. Deshalb brachten sich alle Mitarbeiter*innen Arbeitskleidung mit und unter der Regie des Hausmeisters wurde den verwohnten Zimmern der Kampf angesagt. Bis zum Mittag hatten wir den größten Teil der Zimmer auf Vordermann gebracht.

Danach schlüpften wir in etwas feinere Garderobe und belohnten uns mit den kulinarischen Köstlichkeiten eines nahegelegenen Italieners. Und nicht nur zum Dessert gab es Anekdoten aus unserer gemeinsamen Zeit seit der Eröffnung des Hauses 2015. Und seitdem ist wirklich Kurioses, Dramatisches und viel Komisches passiert. Im Nachklang zu diesem schönen Tag gab es bei vielen  Muskelkater – nicht nur vom Arbeiten, sondern auch vom Lachen.“

Diese schönen Teamaktionen zählten zu den vielen kleinen und großen Bausteinen, die dazu beigetragen haben, halbwegs unbeschadet durch die schwierigen Wochen und Monate in der Pandemie zu kommen.

Auch für dieses Jahr stellt sich die Frage nach dem Sommer im Unionhilfswerk!

Mit einer klaren Antwort – wir feiern! Alle Unionhilfswerker*innen haben es sich verdient. Weil wir die ganze Zeit über – seit nunmehr 75 Jahren – und aktuell unter besonders schwierigen Bedingungen – so tolle Arbeit leisten! Und:  Wir werden 75 Jahre alt – das lässt sich nun einmal nicht verschieben!