Monthly Archives: August 2018

102 Jahre erfülltes Leben – wo liegt das Geheimnis?

Was hat eine Frau erlebt, die 1916, im ersten Weltkrieg, auf die Welt kam, die den zweiten Weltkrieg miterlebte, zur Zeit des Mauerbaus und Mauerfalls in Berlin lebte? Und: wie schafft sie es, ein so hohes Alter zu erreichen und dabei noch immer so mobil und rege zu sein?

Fragen über Fragen an Hildegard Lehmann. Interessante und bewegende Antworten gibt die rüstige fröhliche Dame bei unserem Treffen in ihrer Charlottenburger Wohnung. Eine Begegnung, die gar nicht so einfach zustande kommt – in Hilde Lehmanns vollem Terminkalender gibt es kaum Lücken. Denn neben ihrer Mitgliedschaft im Bezirksverband Charlottenburg des Unionhilfswerk Landesverband Berlin e.V.  ist sie in vielen anderen Bereichen aktiv. Sie geht unter anderem zu den „Zeitzeugen“, um vor allem jungen Menschen die Geschichte, persönlich erlebt, näher zu bringen. Regelmäßig nimmt sie an den Stadtrundgängen des Charlottenburger Bürgermeisters teil, seit 70 Jahren ist sie Mitglied in der Freien Volksbühne und fast genau so lange im SCC, dem Sport-Club Charlottenburg.

SCC, UHW…  Klingt verdächtig!

Umtriebig war sie schon, als Berlin noch geteilt war. Und bei einem ihrer Besuche in Ost-Berlin kontrollierte ein Grenzsoldat ihren Kalender und entdeckte viele „verdächtige“ Abkürzungen. Es waren die abgekürzten Namen ihrer Mitgliedsvereine und Aktivitäten, wie SCC oder UHW. Der Soldat riet ihr, dieses „konspirative“ Büchlein beim nächsten Besuch lieber zuhause zu lassen.

Sport – ein wichtiger Teil in ihrem Leben.

Über 37 Jahre lang war sie im SCC aktiv. Sie engagierte sich als Übungsleiterin für Kinder, die im SCC Rollschuh und später Schlittschuh liefen. „Wenn die Frau sich dreht, hat sie einen Schirm um sich herum, “ staunten die Kinder damals fasziniert über den Faltenrock ihres Sportdresses im Stil der Zeit. Auch heute noch ist sie Mitglied im SCC, in der Eislaufabteilung und der Seniorensparte.

Auf die Frage, was sie so fit gehalten hat, gibt Sie eine klare Antwort: Sie hat nie geraucht, nie getrunken, der Vater sorgte dafür, dass Hilde und ihre Brüder sich viel bewegten. Die Kinder gingen während der kompletten Saison mit ihrer Dauerkarte regelmäßig ins Freibad. Zu Fuß war das für die Kinder ein sehr langer Weg, den sie laufen mussten. Die meisten Kinder von heute würden bei der Strecke streiken, damals gab es keine Alternative.

Hildes Vater sorgte nicht nur für Sport und viel Bewegung für seine Kinder, „mein Vater wollte mir zeigen, wie ein Schraubenzieher angewendet wird, meine Mutter meinte, das bräuchte ich als Mädchen nicht zu wissen,“ erinnert sich Hilde Lehmann an Situationen ihrer Kindheit. Der Vater hat für die Kinder im Garten Sandkasten, Schaukel und Reckstange gebaut, drinnen für seine Tochter ein Puppenhaus. „Mein Vater war Eisenbahner, wir Kinder hatten immer den Eindruck, dass er alles wusste, dabei kam er aus einem sehr kleinen Dorf bei Falkenberg/Elster. Aber er war immer interessiert und offen für Neues, da bin ich meinem Vater sehr ähnlich.“

Das behielt sie bei, als sie im Krieg als Mitarbeiterin der Generalverkehrsdirektion nach Warschau ging, um dort am Fernschreiber zu arbeiten. Im Laufe ihres langen Berufslebens arbeitete sie unter anderem auch als Näherin und später lange als Verkäuferin bei Wertheim.

„Lass Dir Deine Wünsche nicht ausreden“

Hilde Lehmanns Rat an die jungen Frauen von heute: „Mach das, worauf Du zuerst Lust hast und lass es Dir nicht ausreden.“ Für sie war dieses Motto aber auch damit verbunden, Verantwortung zu übernehmen – sei es für die Kinder, die sie als Übungsleiterin im SCC betreute oder natürlich vor allem auch für Ihre Tochter Sabine, die 1944, in einer schwierigen Zeit zur Welt kam. Sie vermittelte auch ihrem Kind die Neugierde am Leben und weckte das Interesse an der Welt. Als ihre Tochter noch sehr klein war, setzte sie sie einfach auf dem Rad in einen Korb und zeigte und erklärte ihr alles, was sie sahen.

Ernst, geradezu entsetzt ist Hilde Lehmann, wenn sie ihre Eindrücke von den jungen Eltern heute schildert, die sich mehr um ihre Smartphones kümmern, als um ihre kleinen Kinder. „Die Kinder bekommen überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr von ihren Eltern. Wie sollen sie ihre Umwelt kennenlernen?“

Tipp für das Alter – trotzdem machen – auch wenn man sich mal nicht so gut fühlt

Hört man Hilde Lehmann länger zu, so bekommt man nach und nach eine Idee davon, was sich hinter ihrem Geheimnis für ein überaus langes und erfülltes Leben verbirgt. So auch bei ihren Empfehlungen für das Alter, wenn sie resümiert, „in Bewegung bleiben und die Pläne trotzdem machen, auch wenn man sich mal nicht so gut fühlt und man denkt, dass es nicht geht. So war das auch früher bei mir, ich konnte nie krank sein – wer hätte dann die Kinder trainiert?“ … und so gilt es noch heute!

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Auf Roll- oder Schlittschuhen – hauptsache in Bewegung. Hier auch mit Tochter Sabine.

Gegen das Vergessen: Aus der Geschichte lernen

Der Focus liegt in diesem Jahr auf den Angehörigen:  Wie gingen sie damit um, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen oder behinderte Menschen in ihrer Familie verfolgt wurden? Welche Unterstützung erhielten sie während der Zeit des Nationalsozialismus und danach? Wie gehen heute die Nachkommen der Opfer zwei oder drei Generation später mit der familiären Vergangenheit um?

Gedenkveranstaltung am 31. August und 01. September

Wie alles, was ein Besinnen und Zurückdenken in diese Zeit mit sich bringt, ist es eine Sensibilität, die uns sehr bewegt. In der Einladung zur Veranstaltung am 31. August und 1. September 2018 heißt es im Hinblick auf diese Themen deutlich: „Ein Urteil aus heutiger Sicht über diese Angehörigen zu fällen, die unter den unzumutbaren Bedingungen und Unrechtsverhältnissen lebten, ist nicht zulässig ohne eine differenzierte Betrachtung und Analyse“.

Am Freitag, den 31. August, findet von 13 bis 16:30 Uhr eine Veranstaltung mit Vorträgen, am 1. September die Gedenkveranstaltung vor der Philharmonie statt. Weitere Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung am 31. August finden Sie hier. 

Erfrischendes für heiße Tage

Ein derart langer, wunderschöner und heißer Sommer war uns schon lange nicht mehr vergönnt. Seit April zeigt das Thermometer immer wieder Rekord-Temperaturen an und auch der August setzt nun den Traumsommer 2018 fort. Das sorgt dafür, dass man im Grunde immerzu Kaltes trinken oder ein Eis essen möchte.

Erfrischungen auf dem Teller und im Glas sind angesagt

Da Eis allein nun aber auch nicht satt macht und wir alle uns natürlich gesund ernähren möchten, müssen Rezepte her, die Erfrischung bringen. Kalte Suppen und leckere Salate stehen da bei mir ganz oben auf der Liste und dieser Salat hat es mir besonders angetan: Melone-Rucola-Feta. Eine nicht ganz gewöhnliche Kombination, die mich aber nach dem ersten Probieren sofort überzeugt hat.

Ein Salat, der während eines heißen Tages die nötige Abkühlung bringt und immer ein kleines bisschen Urlaub-Sonne-Strand-Gefühl erzeugt. Ein echter Sommer-Salat eben – und richtig schnell zubereitet.

Diese Zutaten werden für 4 Personen benötigt

  • 1400g Wassermelone
  • 100g Rucola
  • 200g Feta (Schafskäse)
  • ½ rote Zwiebel
  • ½ Bund Minze
  • 1 Bund Petersilie
  • Saft von einer Zitrone
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz und Pfeffer
  • 40g geröstete Pinienkerne

Und so schnell ist der frische Salat gezaubert

  • Die Wassermelone in kleine Würfel schneiden. Den Rucola waschen, trocken schleudern, die groben Stiele entfernen und in kleine Stücke zupfen oder schneiden.
    Den Feta-Käse würfeln. Die Zwiebel abziehen und ganz klein hacken. Petersilie und Minze abzupfen und ebenfalls klein hacken. Alles in eine Schüssel geben.
  • Die Zitrone auspressen und den Saft mit dem Olivenöl, Salz und Pfeffer verrühren und ebenfalls in die Schüssel geben. Abschmecken.
  • Die gerösteten Pinienkerne erst kurz vor dem Servieren auf den Salat geben, damit sie schön knackig bleiben.

 

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TIPPS

Durch die Wassermelone entsteht recht schnell viel Flüssigkeit in dem Salat. Er schmeckt deshalb frisch zubereitet tatsächlich am Besten. Für die Mittagspause im Büro kann man die Melone einfach separat mitnehmen und die Zutaten dann frisch zusammengeben.
Ich habe auch schon Honigmelone und Mango ausprobiert – beides war ebenfalls sehr lecker. Hier kann man wunderbar  – je nach Geschmack und Vorlieben – variieren und experimentieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren und guten Appetit!

„Zum Glück suche ich keinen Kitaplatz mehr!“

Guten Abend,
Ich habe Ihre E-Mail-Adresse vom Jugendamt erhalten.
Ich bin auf der Suche nach einem Kitaplatz für meinen Sohn, spätestens ab August 2018. Die mündliche Zusage eines Kitaplatze bei uns in der Nähe hatten wir bereits. Vor einer Woche wurde dieser telefonisch wegen Erziehermangels abgesagt.

Ich bin alleinerziehende Mutter und stehe seit gestern wieder in Arbeit. Bis August ist die Versorgung meines Kindes gesichert und alles mit meinem Arbeitgeber abgesprochen. Der Kitagutschein ist bereits vorhanden.

Ich hoffe auf baldige Rückmeldung!

Mit freundlichen Grüßen…

Solche und ähnliche Anfragen kommen immer häufiger in den Kitas des UNIONHILFSWERK an. Eltern bangen um ihre Existenz, weil sie keinen Platz bekommen. Eine Mutter berichtete mir verzweifelt und entnervt, dass ich die 50. Kita berlinweit sei, die sie anruft. Für Einzelberatungsanfragen habe ich keine Zeit mehr. Ich verweise auf unsere Homepage und auf die mehrmals im Jahr stattfindenden „Tage der offenen Tür“. Werbung für unser Haus versuche ich weitgehend zu vermeiden, da ein Vormerkordner schon längst nicht mehr reicht. Allein auf der Warteliste unseres Kinderhauses stehen mehr als 200 Namen…

Der Kitaplatzmangel war absehbar

Seit Jahren hat sich eine Unterversorgung mit Betreuungsplätzen für die 0 bis 6-jährigen Kinder abgezeichnet. Aufgrund des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem 2. Lebensjahr, Änderung des Einschulungsalters und der Zunahme an Geburten bzw. des allgemeinen Bevölkerungszuwachses hatten die Dachverbände schon länger auf eine drohende Versorgungslücke hingewiesen.

Laut Berechnung der zuständigen Senatsverwaltung werden bis zum Ende des Kitajahres 2019/2020 30.000 zusätzliche Plätze benötigt – damit aber auch 5.000 zusätzliche pädagogische Fachkräfte. Allerdings fehlen schon jetzt etwa 1.000. Von den zurzeit 3.000 fehlenden Plätzen können geschätzt 2.000 nicht belegt werden – Träger übergreifend! Wegen unbesetzter Stellen und krankheitsbedingter Ausfälle ist unser Kollegium am Limit. Ersatz gibt es kaum – nicht einmal über Leasingfirmen.

Quereinsteiger helfen aus

Trotz Erweiterung der Ausbildungskapazitäten kommen nicht genügend Fachkräfte bei uns an. Viele suchen sich besser bezahlte Tätigkeitsfelder beispielsweise in Schulen oder schließen ein Studium an. In den Kitas des UNIONHILFSWERK beschäftigen wir seit Jahren sogenannte Quereinsteiger – Erzieher in berufsbegleitender Ausbildung – und versuchen darüber hinaus Sozialassistenten hinzuzunehmen. Die freien Träger sind in dieser Hinsicht Vorreiter und haben viel dazu beigetragen, die Situation zu verbessern. Dennoch hat die Arbeit mit Quereinsteigern Grenzen: Unter anderem müssen Schultage eingeplant und Anleitungen gewährleistet werden. Außerdem legt die Aufsichtsbehörde bürokratische Hürden in den Weg.

Bei uns hat das alles nun zur Folge, dass ich für unseren Elementarbereich nur EIN Kindergartenkind (Geschwisterkind) im Sommer aufnehmen kann. Ich mache mir Sorgen, dass es nicht mehr selbstverständlich sein wird, Geschwisterkinder zu aufzunehmen.

Gesellschaftliche Anerkennung fehlt

Zum Glück suche ich keinen Kitaplatz mehr! Ich bin erstaunt und dankbar, dass es bei all dem Frust und Ärger trotzdem immer wieder zu sehr guten Gesprächen kommt und sich die Eltern für unsere Geduld bedanken.

Unser Beruf, den ich mit Überzeugung seit 1975 ausübe und auch immer wieder ergreifen würde, muss dringend eine gesellschaftliche und auch finanzielle Aufwertung erfahren. Denn Berlin braucht dringend pädagogische Fachkräfte, die neben Kompetenz viel Herz, Liebe und Motivation mitbringen.

 

 

„Paddel with a smile!“

Sommer, Wasser, Wannsee: Ausflug

Wir haben im Team bei herrlichem Sommerwetter einen wunderschönen Ausflugstag erlebt, an dem wir eine für uns neue Sportart auf dem Wannsee ausprobiert haben: das Stand Up Paddeling. Stand Up Paddeling, auch SUP genannt, ist eine Sportart, bei der man aufrecht auf einem Board auf dem Wasser steht und sich mit Hilfe eines Paddels fortbewegt.

Es geht vor allem darum, das Gleichgewicht zu halten und sich bei Wellengang nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Beim ständigen Ausbalancieren wird der ganze Körper, vor allem die innere Muskulatur, trainiert. Es hat uns großen Spaß gemacht, uns einmal ganz anders und vor allem so entschleunigt fortzubewegen und Berlin aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen: Allein auf dem Brett und doch gemeinsam auf dem See.

Ausbalanciert – vom Wasser bis hin zum Arbeitsplatz

Auch während der Arbeit sollten wir ausbalanciert und ausgeglichen durch den Arbeitsalltag gleiten, natürlich gelingt dies nicht immer. Die Beschleunigung erleben wir in der Zuverdienst-Werkstatt von ganz alleine – die Kunst ist eben, dagegen zu steuern. Genau wie gegen die Wellen der Schiffe auf dem Wannsee: Wenn wir uns durch diese aus dem Gleichgewicht bringen ließen, haben wir ganz schnell den Seeboden etwas näher betrachten können. Das Fallen war zwar nicht so schön,  jedoch wurde uns, als wir wieder auf dem Board standen, klar: so schlimm war das nun auch nicht :-)!