Monthly Archives: März 2024

“Teig nascht man doch in jedem Alter gern” – Freiwillige backen und basteln mit Menschen mit Demenz

Osterkekse backen – mit den Händen und einer Portion Liebe

Am 6. und 20. März öffneten wir unsere Küche für eine duftende und fröhliche Backsession. Unterstützt von vier Freiwilligen und begleitet von frühlingshaften Melodien aus dem Radio, mischten wir Mehl, Zucker und Eier zu einem herrlichen Teig, aus dem bald köstliche Osterkekse entstehen sollten.
Mit dabei war beispielsweise Mik aus Thailand, die trotz ihrer anfänglichen Schüchternheit mutig war und sich zum ersten Mal sowohl in der Küche als auch im sozialen Engagement mit Menschen mit Demenz aktiv einbrachte. Ihre Neugier und ihr Engagement waren ansteckend und trugen zu einer wunderbaren Atmosphäre bei. Ein besonderer Moment war sicherlich, als unsere Senior*innen den Teig naschten, bevor er überhaupt in den Ofen kam – eine süße Vorfreude auf das Ergebnis! 

 

Kreative Zeit beim Osterbasteln

Am 22. März luden wir erneut Freiwillige ein, um gemeinsam mit unseren Bewohner*innen kreative Osterdekorationen zu basteln. Alaeddine und Anna waren an diesem Tag unsere unterstützenden Hände. Anna, die extra aus Brandenburg anreiste, zeigte dabei nicht nur ihre Bereitschaft, sondern auch ihre große Herzlichkeit und Geduld im Umgang mit den Senior*innen. Ihre Idee, regelmäßige Besuche anzubieten, um weitere kreative Aktivitäten anzubieten, ist etwas, worauf wir uns sehr freuen. Auch für Alaeddine war es eine positive Erfahrung, sich in unsere Gemeinschaft einzubringen, und er äußerte den Wunsch, sich weiter im Unionhilfswerk zu engagieren. Seine Überlegung, unser Theaterprojekt PAPILLONS im Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“ zu unterstützen, zeigt sein Engagement und seine Flexibilität. 

 

Eine Erfahrung des Lernens und Teilens

Diese Aktivitäten boten nicht nur unseren Senior*innen eine willkommene Abwechslung und die Möglichkeit, sich trotz ihrer starken Demenz zu beteiligen, sie waren auch eine wertvolle Lernerfahrung für unsere Freiwilligen. Viele von ihnen kamen zum ersten Mal mit Menschen mit Demenz in Kontakt und wurden von der Herausforderung sowie der Schönheit dieser Begegnung berührt. Um dieses Verständnis weiter zu vertiefen, bieten wir kostenlose Fortbildungen an, die das Verständnis für Demenz und Validation fördern sollen – für Freiwillige, Angehörige und alle Menschen gleichermaßen. Die Termine hierfür sind am 9. April, 9. Juli und 29. November 2024, weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.unionhilfswerk.de/engagement/termine 

 

Engagement verbindet Generationen

Die Resonanz auf unsere Aufrufe zur Freiwilligenarbeit war überwältigend. Junge Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen meldeten sich bereitwillig, um einen Beitrag zu leisten und sich mit älteren Menschen zu verbinden. Ihre Offenheit und Neugierde sind ein ermutigendes Zeichen für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. 

Die Kolleginnen und Kollegen in der Wohngemeinschaft „Am Sportforum“ sind dankbar für diese wundervollen Erfahrungen und freuen sich auf weitere gemeinsame Aktivitäten mit dem Freiwilligenmanagement, die das Band zwischen den Generationen stärken und eine Atmosphäre der Freude und Verbundenheit schaffen können. 

 

 

“Darauf können wir stolz sein!”

Gina Schmelter: Ende letzten Jahres wurde das Montessori-Kinderhaus Reinickendorf extern evaluiert. Warum?

Christiane von Gierszewski: Eine externe Evaluation ist verpflichtend und muss alle fünf Jahre durchgeführt werden. Das Berliner Bildungsprogramm sieht vor, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden müssen. Die externe Evaluation erfolgte durch KiQu. Dies ist es ein Anbieter für Qualitätsentwicklung, mit welchem der Träger seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Für uns war es die dritte externe Evaluation. Dazu gehörte eine zweitägige Beobachtung der Arbeit in unserem Kinderhaus durch eine Evaluatorin, einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag. Es wird immer ein Basispaket und ein Teampaket evaluiert. Wir hatten uns für das Paket „Bildung und Erziehung“ entschieden.

Das klingt umfangreich. Was wurde alles evaluiert?

Die Evaluatorin ging leise durch die Gruppen und sah sich die Rahmenbedingungen an, beispielsweise wie die Räumlichkeiten sind oder welche Materialien zum Spielen und Lernen zur Verfügung stehen. Sie achtete auch darauf, wie wir mit den Kindern umgehen und was wir wie dokumentieren. Sie hat den gesamten Tagesablauf überprüft, wie z.B. die Bring- und Abhol-Situationen oder auch wie der Morgenkreis gestaltet wird, ob es Ruhe- und Entspannungsphasen gibt, was auf dem Speiseplan steht und vieles mehr. Außerdem erfolgten Gespräche mit Kindern und Eltern. Darüber hinaus füllten Eltern einen Fragebogen aus. Abschließend fand ein ausführliches Gespräch mit mir als Kita-Leiterin statt. Im Vorfeld der Evaluation wurde zudem auch ein Trägergespräch durchgeführt. Zudem mussten wir als Kita auch unsere Hauskonzeption bei der Evaluatorin einreichen.

Die Auswertung liegt seit kurzem vor. Wie zufrieden sind Sie?

Mein Team und ich sind sehr zufrieden, denn die externe Evaluation ist insgesamt sehr gut ausgefallen. Gelobt wurden beispielsweise das individuelle Eingehen der Kolleg*innen auf die Bedürfnisse von den Kindern in der Krippe, der Umgang mit den Kindern auf Augenhöhe und der integrative Ansatz. Darüber hinaus fiel die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern und Familien sehr positiv auf.

Außerdem zeigt der 63-seitige Evaluationsbericht, was wir alles machen. So wurde beispielsweise festgestellt, dass das gesamte Team ein einheitliches Bildungsverständnis hat. Es wurde deutlich, dass das Team ein sehr positives Bild vom Kind hat und der pädagogische Alltag durch die gemeinsame Haltung und den vertrauensvollen und respektvollen Umgang miteinander geprägt ist.

Darauf können wir stolz sein!

Die Eltern haben ebenfalls Fragen beantwortet. Decken sich die Bewertungen mit denen der Eltern?

Ja. Die Rückmeldungen der Eltern waren ebenfalls sehr positiv, trotz der Neueinstellungen im Herbst und der damit verbundenen Einarbeitung unserer neuen Mitarbeiter*innen sind die Eltern sehr zufrieden mit unserer Arbeit.

Ich habe beispielsweise von einer Mutter, die bei der Präsentation der Ergebnisse dabei war, eine E-Mail erhalten. Diese hat mein Team und mich sehr berührt. Sie schrieb Folgendes:

„(…) Ihr habt dieses sensationelle Ergebnis mehr als verdient. Ich kann dem, was gestern Abend vorgetragen wurde nur zustimmen, auch wenn mir die Fachkenntnisse fehlen. Aber anhand meiner Kinder und auch der ganzen Stimmung im Haus ist das positive Feedback mehr als gerechtfertigt! Ich finde auch, dass ihr alle einen grandiosen Job ausübt und es bemerkenswert ist, wie lösungsorientiert ihr alle einzeln und gemeinsam für euch arbeitet! Absolut gewinnversprechend für die Kinder, Mitarbeiter*innen und die Firma und für das Berliner Bildungsprogramm.

Ihr könnt alle sehr stolz auf euch sein und ich freue mich auf eine weitere Zusammenarbeit mit euch allen! (…)“

Über diese und die anderen großartigen Rückmeldungen freuen wir uns sehr.

Sie und Ihr Team machen offenbar alles richtig. Gibt es etwas, das herausfordernd ist?

Unser pädagogischer Alltag stellt uns täglich immer wieder vor neue Herausforderungen. Dazu zählen krankheitsbedingte Fehlzeiten von Mitarbeiter*innen. Insbesondere in diesen Situationen zeigt sich der Zusammenhalt in unserem Team. Die Kolleg*innen sprechen sich miteinander ab, unterstützen sich gegenseitig und gestalten gemeinsam den Tagesablauf – was in einem Haus mit drei Etagen nicht immer einfach ist. Hinzu kommt der Personalmangel. Für unser Team suchen wir noch Pädagog*innen, damit wir weitere Kinder betreuen können. Wer also Interesse hat, mit uns zu arbeiten und Spaß und Freude an der Arbeit mit Kindern hat, ist herzlich willkommen. Unser Stellenangebot befindet sich auf der Karriereseite des Unionhilfswerks.

Mehr zu unserem Montessori-Kinderhaus Reinickendorf und zu anderen Angeboten für Kinder finden Sie auf unionhilfswerk.de.

„Munch. Lebenslandschaften“ – Eine unvergessliche Entdeckungsreise

Bereits im Januar besuchte ich mit zahlreichen Besucher*innen die faszinierende Ausstellung mit Werken von Edvard Munch im Museum Barberini in Potsdam. Die Stimmung war lebhaft, die Spannung greifbar und es wurde schnell klar: Wer die Ausstellung besuchen wollte, musste reservieren, so groß war und ist die Nachfrage.

Edvard Munch ist bisher eher für seine eindringlichen Darstellungen menschlicher Gefühle bekannt ist. Die Ausstellung „Munch. Lebenslandschaft“ widmet sich seinen Naturdarstellungen.

Der begleitende Katalog „Munch: Lebenslandschaft“ führt die Besucher*innen durch die Naturmotive des Künstlers. Dabei werden sowohl Munchs Faszination für die Natur beleuchtet als auch die philosophischen und naturwissenschaftlichen Einflüsse seiner Zeit, die sein Naturverständnis prägten.

Schön, kraftvoll und verletzlich

Munch betrachtete die Natur nicht nur als äußere Landschaft, sondern auch als Spiegel menschlicher Empfindungen. Seine Werke zeigen eine breite Palette an Naturmotiven, von majestätischen Küstenlandschaften bis hin zu wilden, vom Sturm gepeitschten Wäldern. Dabei geht es nicht nur um die Schönheit der Natur, sondern auch um ihre Kraft und Verletzlichkeit.

In einer Zeit, in der sich das Naturverständnis radikal wandelte und neue Entdeckungen die Grenzen zwischen Mensch und Natur verschwimmen ließen, fand Munch eine einzigartige Sprache, um die Schönheit und Bedrohung der Natur einzufangen.

Ausstellung bis zum 1. April

Wer diese faszinierende Reise durch Munchs Lebenslandschaften noch nicht gemacht hat, sollte sich schnell einen Zeitslot sichern und sich auf eine unvergessliche Entdeckungsreise begeben. Die Ausstellung präsentiert noch bis zum 1. April über 110 Werke von internationalen Leihgebern, darunter das Munchmuseet in Oslo und das Museum of Modern Art in New York.

Im Anschluss lässt sich diese Reise noch digital nachvollziehen im „Prolog“ des Barberini.

Über das Barberini

Das Museum Barberini ist ein Kunstmuseum in der historischen Mitte von Potsdam. Es wurde von Hasso Plattner, Mäzen und Gründer des Softwareunternehmens SAP, gestiftet. Seit der Eröffnung im Jahr 2017 hat sich das Museum mit internationalen Ausstellungen und einer bedeutenden Sammlung impressionistischer Malerei des Stifters als eines der meistbesuchten Kunstmuseen Deutschlands etabliert.

Ein erster Schritt weg von der Straße

Temporärer Schutz und Mindestmaß an Privatsphäre

Die ca. drei Quadratmeter großen, abschließbaren Wohnboxen dienen als temporäre Unterkunft und bieten ein Mindestmaß an Privatsphäre. In den weißen, schmalen Häuschen finden obdachlose Menschen einen sicheren Schlafplatz mit Matratze, Stauraum, Tageslicht, Solarstrom und Unterstützung durch einen Sozialarbeiter. Sie seien ausdrücklich kein Ersatz für echten Wohnraum, betonte Hannes Rehfeldt, Stadtrat für Soziales und Gesundheit des Bezirks Neukölln, bei einem Pressetermin im Januar, aber sie könnten ein Weg dahin sein.

Hilfe bei der Wiedereingliederung

Marcus Blöhm, Sozialarbeiter von My Way, betreut die Menschen vor Ort und unterstützt sie bei Amts- und Arztbesuchen. Vielen von ihnen fehle das Selbstvertrauen, sich selbst solch scheinbar einfache Schritte zuzutrauen. Durch seine intensive Begleitung hofft er, den Menschen bei der Wiedereingliederung zu helfen. Sie unterschreiben eine Nutzungsvereinbarung für drei Monate, die gegebenenfalls auch mal verlängert werden könne.

Kontakt- und Beratungsstelle TERRA ist nebenan

Für Gespräche nutzt der erfahrene Sozialarbeiter die Kontakt- und Beratungsstelle des Unionhilfswerks, die direkt nebenan liegt. „Unsere Türen stehen offen, wenn Nutzer*innen der Wohnboxen die vielfältigen Angebote von der Gartengruppe über den offenen Treff bis hin zur psychosozialen Beratung nutzen wollen“, so Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH und Unionhilfswerk Soziale Dienst gGmbH.

USE unterstützt erneut Menschen ohne Obdach

Der Bootsbau der Union Sozialer Einrichtungen (USE) gGmbH fertigte im Rahmen seiner inklusiven Arbeit die sechs Wohnboxen an. Schon zum zweiten Mal engagiert sich die USE so für obdachlose Menschen. Bereits 2022 hatte der Bootsbau ein hochwertiges Duschmobil gebaut, das der Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) nutzt, um obdachlosen Frauen ein niedrigschwelliges, aufsuchendes Angebot machen zu können. Die Motivation erklärt Dr. Martin Kaufmann, Geschäftsführer der USE gGmbH, so: „In der USE sind viele Menschen mit einer psychischen Erkrankung beschäftigt. Wir wissen, wie schmal oft der Grad von der scheinbaren Normalität zum Rand der Gesellschaft und dem Verlust jeglicher Stabilität sein kann. Mit unserem Engagement möchten wir obdachlose Menschen unterstützen.“

 

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Gemeinsam im KIEZTANDEM ist vieles einfacher

Das Projekt KIEZTANDEM vermittelt und begleitet seit 2018 erfolgreich ehrenamtliche Patenschaften zwischen Neuberliner*innen mit Flucht- und Migrationsgeschichte und Ehrenamtlichen, die sich im Bezirk Treptow-Köpenick auskennen und den Ankommensprozess unterstützen möchten. Im Mittelpunkt stehen dabei alltägliche, zwischenmenschliche Begegnungen auf Augenhöhe, der kulturelle Austausch und das Lernen voneinander. Die vielen persönlichen Erfolgsgeschichten können sich sehen lassen.

Beispielsweise bei dem Tandem Regina K. und Ali Reza A. Diese sind seit über 1,5 Jahren in einer Patenschaft. Tandempartnerin Regina erzählt: „Am Beginn unserer Zusammenarbeit hatten wir das Ziel, dass Ali Reza erfolgreich seinen Schulabschluss nachholen kann, als Basis für eine daran anschließende Berufsausbildung in Deutschland. Ali Reza hatte vor seiner Flucht nach Deutschland nur sehr begrenzte Möglichkeiten der schulischen Bildung. Das Ziel, den MSA zu schaffen, war daher sehr anspruchsvoll. Ali Reza hat es mit Motivation, Ehrgeiz und sehr viel Fleiß erreicht. Bei den sprachlichen Hürden und den Schulaufgaben habe ich ihn unterstützt. Er hat sich nach dem Schulabschluss erfolgreich um den von ihm gewünschten Ausbildungsplatz beworben und steht jetzt in einem Ausbildungsverhältnis als Gebäudetechniker. Darauf sind wir stolz!“

Als Tandem gemeinsam Ziele verfolgen und erreichen

Ali-Reza bestätigt: „Es ist so wichtig für Menschen, die hier ankommen und erst wenig deutsch sprechen, jemanden an der Seite zu haben, den sie immer fragen können. Ich kann Regina alles fragen und ich glaube, ohne Regina hätte ich das alles so nicht geschafft. Jetzt macht es mir richtig Spaß und ich lerne ganz viele neue Sachen über alles Mögliche.“

Deutsch lernen ist oft der Anfang

Das gemeinsame Üben der deutschen Sprache steht anfangs oft im Mittelpunkt der Patenschaft. Weiterhin sind es gemeinsame Aktivitäten, wie Gespräche, Spaziergänge im Kiez, Erkunden der nachbarschaftlichen Angebote oder der Besuch von kulturellen Veranstaltungen. Auch die Unterstützung beim Verstehen und Ausfüllen von Formularen oder die Begleitung zu Behörden kann Inhalt einer Patenschaft sein. Die Tandems werden kontinuierlich vom hauptamtlichen Team begleitet. Alle Ehrenamtlichen erhalten im Vorfeld eine Qualifizierung durch das Mentoring-Projekt Hürdenspringer.

Menschen mit Migrationserfahrungen engagieren sich ebenfalls ehrenamtlich

 Neben dem inhaltlichen Herzstück des Projekts, den Patenschaften, können Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung das Angebot der Allgemeinen sozialen Beratung und der Vermittlung in ein ehrenamtliches Engagement in Anspruch nehmen. Bei Bedarf soll der Einstieg in ein Ehrenamt für geflüchtete Menschen durch eine hauptamtliche Erstbegleitung erleichtert werden. Weiterhin organisiert das hauptamtliche Team monatliche Gruppen- und Austauschangebote, an denen die KIEZTANDEMS und Interessierte teilnehmen können.

Das KIEZTANDEM wird seit 01.07 2023 von der Europäischen Union über Zuwendungen aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Förderperiode 2021-2027 finanziert.