Monthly Archives: August 2025

Checker Tobi bringt Leben in den Mehringplatz – ein Sommernachmittag voller Freude und Gemeinschaft

Am Mehringplatz in Kreuzberg liegt auch das Stadtteilzentrum F1 der Stiftung Unionhilfswerk Berlin mit seinem schönen Garten. Hier arbeiten mein Kollege Felix Schmidt und ich seit dem vergangenen September.

Ein Kiez in den Schlagzeilen

Der Mehringplatz taucht immer wieder in der Presse auf. Leider ist die Berichterstattung meist negativ geprägt, die Rede ist vom sozialen Brennpunkt mit Kriminalität, Bandenwesen und Armut.

Einiges davon trifft sicher zu. Wenn ich jedoch genau hinsehe und hinhöre, dann erlebe ich diesen Kiez am Mehringplatz als authentisch, herzlich und gelebtes „MultiKulti.“

In Gesprächen mit den Nachbar*innen aus dem Kiez stelle ich immer wieder fest, wie viele Leute gerne am Platz leben und sich mit ihm identifizieren.

Tobias Krell selbst hat in der Nähe des Mehringplatzes gewohnt und sich dort wohl gefühlt. Er ist dem Platz und seinen Bewohner*innen bis heute verbunden – sicher einer der Gründe, warum es ihn regelmäßig für seine Sommerauftritte an diesen Platz zieht.

In diesem Sommer war es wieder soweit: Checker Tobi kam mit seiner Live-Show zum Mehringplatz; dieses Mal fand sie im Garten des Stadtteilzentrums F1 statt.

Es war ein sehr heißer Tag – 39 Grad waren angekündigt! Das Stadtteilzentrum F1 war gut vorbereitet, mit kühlen Getränken, Wassereis und schattigen Plätzen.

Schon vormittags traf Tobias Krells Management ein. Auch die Techniker*innen waren vor Ort, um Bühne, Leinwand und Soundsystem aufzubauen.

Im Garten wurden vor der Bühne Picknickdecken für die Kinder ausgebreitet, für die Eltern gab es Bierbänke und Stühle. Am frühen Nachmittag traf Checker Tobi zum “Einchecken“ im F1 ein. Gut gelaunt war er mit dem Zug aus Hamburg gekommen.

Entspannt auf „Checker-Linie“

Kurz darauf kamen auch die ersten Kinder mit ihren Eltern im F1 an. Um 15 Uhr waren die Picknickdecken voller aufgeregter Kinder, die es kaum erwarten konnten, „ihren Checker Tobi“ live zu erleben. Und dann ging es los: Die Kinder waren sofort auf „Checker-Linie“ und machten bei dem „Checker-Quiz“ mit. Checker Tobi stellte auch Ausschnitte aus seinem neuen Film “Checker Tobi und die heimliche Herrscherin der Erde“ vor, der im Januar 2026 in die Kinos kommen wird.

Es war bemerkenswert, wie schnell sich die Kinder mit Checker Tobi wohlfühlten und wie entspannt und glücklich die Stimmung während der Veranstaltung war. Es kamen viele Kinder aus dem Kiez vom Mehringplatz in den Garten des F1. Zu unserer besonderen Freude befand sich unter den Gästen auch die Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe mit ihrem Kind.

Nach der einstündigen Show nahm sich Checker Tobi noch viel Zeit für ein „Meet and Greet“ mit den Kindern – und mit einigen Erwachsenen.

Was bleibt? Viele glückliche, strahlende Kindergesichter, die einen sehr besonderen Nachmittag mit Checker Tobi erlebt haben und sich lange und gerne daran erinnern werden. Eine gelöste Stimmung im Garten mit Familien, die bis zum späten Nachmittag gemeinsam mit uns „gechillt“ haben.

Wir vom F1-Team danken dem Barbarella Entertainment und dem Quartiersmanagement vom Mehringplatz dafür, dass sie unseren Garten für die Checker-Tobi-Show vorgeschlagen haben. Ohne Euch hätte es diesen wunderbaren Sommernachmittag im Garten des F1 nicht gegeben!

Cooling Point – Hitzeschutz für Alle

Aus Städten wie Wien, Madrid oder auch Köln kennt man sie bereits: Cooling Points sind frei zugängliche Schattenplätze im öffentlichen Raum, die oft auch über einen Trinkbrunnen und eine Sprühnebelanlage verfügen.
Das wollte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) schon 2024 in Berlin auf den Weg bringen, konnte aber nicht alle Hürden aus dem Weg räumen. Das Team um Dr. Verena Weihofen, u.a. zuständig für umweltbezogenen Gesundheitsschutz, stellte das Pilotprojekt deswegen 2025 breiter auf – im Rahmen des vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen geförderten Modellvorhabens „Urban Heat Labs – Hitzevorsorge in Stadtquartieren und Gebäuden“ des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)“. Realisiert wurde das Pilotprojekt in enger Kooperation mit dem Bezirksamt Pankow, Grün Berlin GmbH und der Union Sozialer Einrichtungen gGmbH. Die Berliner Wasserbetriebe stellen den Trinkwasserbrunnen bereit.

Der Cooling Point – ein Produkt der USE

Aber wie kommt die USE in diese Riege? Schon seit vielen Jahren arbeitet die Mediengestaltung der USE für das LAGeSo, erstellt Broschüren, Flyer und auch ganze Kampagnen, wie die zum Thema Bärenhitze. Vielleicht kennen Sie den Wasser-trinkenden Berliner Bären aus der U-Bahn oder den sozialen Medien? Im Gespräch entstand die Idee, dass Gewerke der USE den Cooling Point entwickeln und bauen können. Schon 2024 stand das Konzept und in diesem Jahr können Sie das Ergebnis im Mauerpark selbst ausprobieren. Beteiligt waren der Metallbau, der Bootsbau und die Mediengestaltung. Der Garten- und Landschaftsbau sorgte für eine hitzebeständige Bepflanzung.  Alles lief so gut Hand in Hand und termingerecht, dass es ein großes Lob der Auftraggeberin gab.

Aber nicht nur das: Das Team der USE Öffentlichkeitsarbeit wird den Sommer über am Cooling Point präsent sein und mit interessierten Bürger*innen das Gespräch suchen, um insbesondere über Hitzeschutz zu informieren. Zudem versorgt es das LaGeSo und die anderen Projekt-Teilnehmenden regelmäßig mit Content für Social Media.

Die Aussichten? Hoffentlich schattig 

Ziel des Gesamtprojekts ist es, innovative Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im urbanen Raum zu erproben und langfristige Strategien für hitzebeständige Städte zu entwickeln.

Wenn der Cooling Point im Mauerpark gut angenommen wird, soll er in den kommenden Jahren auch in anderen Berliner Bezirken zum Einsatz kommen – gebaut von der USE. So liefern wir einen inklusiven Beitrag zum Thema Hitzeschutz in Berlin.

Mehr zu den Thema erfahren Sie auf der Website der Hauptstadt.

Beschäftigungstagesstätte Neukölln: Alles außer maßstabsgetreu

Wer morgens an der U-Bahn-Station Karl-Marx-Straße steht und die Bahn im Tunnel rauschen hört, entdeckt sie vielleicht im Vorübergehen: eine Glasvitrine, mittig am Bahnsteig. Darin ein Modell. Miniaturhafte Zimmer, winzige Möbelstücke, gespitzte Buntstifte, hier und da eine Katze aus Knetmasse. Wer genauer hinsieht, erkennt: Das ist kein Spielzeug, sondern ein Abbild. Es zeigt unsere Beschäftigungstagesstätte Neukölln – liebevoll nachgebaut von Klien*tinnen, gemeinsam mit den Kunsttherapeut*innen der Einrichtung. 

Hinterhofkosmos

Das Original befindet sich in der Donaustraße. Hier beginnt der Tag gegen halb neun. Es wird gekocht, gemalt, geredet, gegessen. Die meisten Klient*innen sind langjährig erkrankt und stehen dem regulären Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung. In der Tagesstätte finden sie verlässliche Strukturen, Raum für kreative Entfaltung und neue Bekanntschaften. Wer mag, kann hier bis zu fünf Tage die Woche von 9 bis 16 Uhr verweilen. 

Einrichtungsleiterin Kirsten Iglauer arbeitet seit fast drei Jahrzehnten hier. „Viele unserer Besucher*innen haben lange Klinikaufenthalte hinter sich“, sagt sie. „Hier finden sie ein Stück Alltag zurück – manche über viele Jahre hinweg.“ 

Der Weg hierher

Beschäftigungstagesstätte – ein sperriger Begriff, der für viele erst einmal Fragezeichen hinterlässt. Wie kommt man in eine solche Einrichtung?
Oft führt der Weg über Angehörige: eine Tochter, die sich um ihre depressive Mutter sorgt, oder ein aufmerksamer Nachbar, der merkt, dass es dem Herrn in der Wohnung gegenüber nicht gut geht. Dann genügt oft ein kurzer Anruf. Das Team berät, prüft, ob die Einrichtung passt, und unterstützt bei der Klärung mit dem Teilhabefachdienst, der in den meisten Fällen die Kosten übernimmt.
 

Buntes Schaffen

Ob Holzwerkstatt, Kunsttherapie oder Theatergruppe: das Angebot ist vielfältig, aber kein Selbstzweck. Es schafft Halt und Handlungsspielräume. An diesem Vormittag spannt Kunsttherapeut Björn Noack gemeinsam mit einem Klienten eine Leinwand auf. Das Motiv stammt aus einem Kalender: ein See im Gegenlicht. Die beiden überlegen, ob es einen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zeigt. Vielleicht ändert sich das auch von Tag zu Tag – so wie das Bild, das der Herr nun mit Bleistift skizziert, um es später mit Öl- oder Aquarellfarben festzuhalten. 

„Wichtig ist vor allem, dass etwas entsteht, dass sich in der Welt der Klient*innen etwas bewegt.“, sagt Noack. Zuvor arbeitete er in der Suchthilfe. Heute begleitet er kreative Prozesse mit wachem Blick für Zwischentöne. Auch am Modell in der Vitrine hat er mitgewirkt. 

Ein kurzer Moment, der hängen bleibt

Im Alltagstrott, den Blick im Handy, mag man das Modell leicht übersehen. Wer sich aber darauf einlässt, merkt schnell: Es steckt viel darin. Wahrscheinlich zu viel, um es in zehn Minuten Wartezeit zu erfassen. Es ist eine Einladung zum genaueren Hinschauen und zum Mitfühlen. 

Jemand im eigenen Umfeld wirkt zurückgezogen? Niedergeschlagen? Könnte Struktur und menschliche Zugewandtheit gebrauchen? Die Beschäftigungstagesstätte ist offen für neue Gesichter – aktuell sind noch wenige Plätze frei. Diese Information findet man direkt an der Vitrine oder, falls der Blick doch im Bildschirm bleibt, auf unserer Website. 

„Normal gibt es nicht. Das Leben besteht aus guten und weniger guten Phasen.“ – so heißt es hier. Und manchmal beginnt etwas Gutes mit einem einzigen Blick über den Vitrinenrand. 

 

Gemeinsam gestalten: Was ein Social Day wirklich bewirken kann

Ein Tag für mehr Miteinander

Ein frischer, sonniger Morgen an einem noch vom Regen der Nacht duftenden Junitag. Ich befinde mich auf dem Gelände der Besonderen Wohnform Joachim-Fahl-Haus im Berliner Norden und warte auf den Beginn meines Einsatzes. Bereits zum zweiten Mal darf ich in dieser wunderbaren Einrichtung einen sogenannten Social Day durchführen, seit ich im April die Koordination ehrenamtlicher Unternehmenseinsätze in den Einrichtungen des Unionhilfswerks übernommen habe. Heute kommt das junge, neunköpfige Team einer Unternehmensberatung im Bereich Nachhaltigkeit, um eine Totholzhecke anzulegen, die Hochbeete zu streichen und Teile des weitläufigen Gartens zu verschönern. Arbeitshandschuhe an, Rechen und Akkuschrauber gegriffen und frisch ans Werk!

Engagement trifft Nachhaltigkeit

Das Team, das heute anpackt, berät an normalen Arbeitstagen Firmen und andere Unternehmen dazu, wie sie ihre Prozesse klimafreundlich und nachhaltig gestalten können. Ich verfolge das motivierte Treiben und frage mich, wie auch das Unionhilfswerk dazu beiträgt und vor allem: Was können die Social Days hier leisten? Ist Gartenarbeit schon ein nennenswerter Beitrag zum Klimaschutz? Oder die Verarbeitung der Holzbestände zu einem natürlichen Sichtschutz? Ganz sicher! Doch Nachhaltigkeit ist nicht nur gemeinsames Anpacken für den Planeten, sondern auch für eine solidarische und inklusive Gesellschaft.

Soziale Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen

Denn alles, was unser Zusammenleben langfristig gerechter macht, was Empathie und das Verständnis für andere Lebenswelten fördert, ist ebenfalls nachhaltig.
Ich beobachte, wie die Bewohner*innen des Joachim-Fahl-Hauses nach und nach Teil des Einsatzes werden: Einige gehen gleich ganz aktiv zur Hand, andere brauchen etwas länger um aufzutauen, während wieder andere einfach zusehen und sich über den frischen Wind in ihrem Zuhause freuen. Man kommt ins Gespräch, Momente des Miteinanders entstehen.

Begegnung schafft Verständnis

Mir wird schnell klar, dass auch beim heutigen Einsatz das im Zentrum steht, was die Social Days generell so wichtig macht: die soziale Nachhaltigkeit. Denn diese erwächst aus Teilhabe und Chancengleichheit und kann nur entstehen, wenn wir es schaffen, soziale Spannungen und Benachteiligung abzubauen. Dafür müssen sich Grenzen auflösen und Begegnungen entstehen. Der Einsatz von Unternehmen in unseren Einrichtungen kann dies nur punktuell, doch ermöglicht er es allen Seiten, einmal in Kontakt zu kommen und die Sichtweisen anderer Menschen kennenzulernen, sich zu erinnern, wie vielfältig die Gesellschaft ist und wie unterstützenswert auch ihre weniger sichtbaren Bereiche sind.

Beispiele gelebter Verantwortung

Bei einem Social Day gibt es immer wieder diese Berührungspunkte: Wenn ein großes Immobilienunternehmen ein Picknick mit Senior*innen ermöglicht und Geschichten aus vergangenen Zeiten und gegenwärtigen Herausforderungen sich mischen. Wenn eine Vermittlung für Fachfirmen im Stadtteilzentrum bei ihrem Engagement einen Eindruck von der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Älteren in besonders herausfordernden Kiezen bekommt und merkt, dass diese Arbeit einen echten Unterschied macht. Und wenn Teams, die sonst hauptberuflich im Büro mit Kund*innen und Stakeholdern kommunizieren, Wertschätzung für die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen an unseren Standorten entwickeln, weil sie mit eigenen Augen sehen und verstehen, wie wichtig Inklusion ist und welche Bereicherung dahintersteht.

Kooperation mit Zukunft

Die Social Days fördern zudem die Vernetzung des Unionhilfswerks mit den unternehmerischen Strukturen Berlins und sind ein unverzichtbares Element in der Entwicklung echter Partnerschaften. Denn auch hier muss Raum für ein Miteinander entstehen, für Dialog und Wertschätzung, damit unsere Angebote bekannter werden und der Name Unionhilfswerk selbstverständlich mitgedacht wird, wenn es um Soziale Arbeit und eine nachhaltige Öffnung der Gesellschaft geht. Danke an alle Unternehmen, die sich daran beteiligen, und an unsere Einrichtungen, die ihre Türen öffnen!