Monthly Archives: Mai 2018

Neuer Vertrauensmann im Zuverdienst

Seit Anfang Februar 2018 ist mein Hund Ole ein neuer und wichtiger Bestandteil im Team der Zuverdienstwerkstatt des UNIONHILFSWERK in Neukölln. Ole ist ein Golden Doodle, eine Mischung aus Golden Retriever und Pudel. Mit seiner freundlichen, aufgeschlossenen und neugierigen Art tut der sechs Monate alte Junghund den Beschäftigten und dem Anleiter-Team der Zuverdienst Werkstatt durch seine bloße Anwesenheit gut.

Ole sorgt für weniger Stress

Ole begegnet allen Menschen aufgeschlossen, wertfrei und überaus neugierig. Kollegin Barbara aus der Beschäftigungstagesstätte Neukölln begrüßte uns neulich mit den Worten „Da kommt ja der Gute-Laune-Hund!“.  Studien zufolge sinkt der Blutdruck eines Menschen nachweislich, wenn er einen Hund streichelt. Die vermehrte Ausschüttung eines Wohlfühl-Hormons beim Anblick der treuen Hundeaugen kann Ängste und Stress enorm reduzieren, sowie Bindungen und soziale Kontakte stabilisieren.

Auch die Beschäftigten lieben Ole

Die Beschäftigte K. Stombrowski sagt über Ole, dass sich ihre Laune schlagartig verbessert, wenn sie dem Tier begegnet und sie durch ihn von den Schwierigkeiten des Alltags abgelenkt sei: „Mit seinem flauschigen Fell begegnet er mir ungefiltert und mit authentischer Freude.“, sagt die 35-jährige. „Was er mit mir macht ist zwar nicht kompliziert, aber wesentlich.“

Frau Kerstin Hirsemann, seit ca. 17 Jahren im Zuverdienst beschäftigt, strahlt, wenn sie den Hund sieht: „Oles Ausstrahlung ist faszinierend. Seine lockere und tollpatschige Art entspannt mich. Der Hund strahlt aus, er sei für uns da, wenn es uns nicht gut geht.“

Als die Beschäftigten informiert wurden, dass demnächst im Team neue Mitarbeitersprecher gewählt werden sollen, wurde von einigen direkt der Hund Ole vorgeschlagen. Auch das Anleiter-Team möchte sich die tierische Unterstützung im Büro nicht mehr nehmen lassen und protestiert, wenn der Hund mit dem kranken Herrchen mal zu Hause bleibt.

re:publica 2018

Dass die Digitalisierung die Gesellschaft rasant eingeholt hat, lässt sich nicht mehr abstreiten: Der Wocheneinkauf kann per App erledigt werden, das Auto parkt sich wie von selbst ein und in einigen Bereichen wird das Denken bereits komplett von Algorithmen übernommen. Der digitale Wandel ist zum festen Bestandteil unseres Alltags geworden. Unter dem Motto „POP – Power of People“ beschäftigte sich die diesjährige Ausgabe der re:publica mit dem vielschichtigen Charakter der digitalen Welt, welche Chancen und Risiken diese mit sich bringt und was wir in ferner Zukunft noch zu erwarten haben.

Social POP?

Jedes Jahr stehen auf der re:publica andere Themengebiete im Fokus. Manche kehren jedes Jahr wieder, wie z.B. „e:health“, wo alles rund um die Gesundheit in Zeiten des Netzes diskutiert wird, oder das „Law Lab“, welches sich komplett um Rechtsfragen im Internet dreht. In diesem Jahr haben es vermehrt soziale Themen auf den Programmplan geschafft. Denn auch hier ist die Digitalisierung schon längst angekommen.

Einfach Barrierefrei – Websites für Alle

Egal ob für Onlineshop-Betreiber oder Behörde – dem Thema Barrierefreiheit im Netz wird immer mehr Beachtung geschenkt. Auch bei den Besuchern der re:pubilca war dies ein gefragter Punkt. Sonja Weckenmann und Domingos de Oliveira berichteten in einem Meet-up von dem Projekt „BIK für alle“. Ziel dieses Projektes ist es, die Öffentlichkeit von den Vorteilen eines barrierefreien Webs zu überzeugen und Hilfestellung bei der Umsetzung des barrierefreien Webdesigns zu geben. Diskutiert wurde über verschiedene Funktionen für sehbehinderte Menschen. Erfahrungen beim Erstellen einer barrierefreien Website wurden ausgetauscht.

Wegweiser durch den Barrieredschungel?

Welchen Herausforderungen Menschen mit eingeschränkter Mobilität gegenüberstehen und wie diese bewältigt werden können, wurde im Talk von Matthias Heil von Daimlers Lab1886, Verena Barwitz von der Daimler AG und Holger Dietrich von den Sozialhelden e.V. aus Berlin diskutiert. Gemeinsam wurde die App WheelPilot vorgestellt, die den Alltag für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erleichtern soll. Die App wurde mit den Daten von wheelmap.org, einem Projekt der Sozialhelden, gefüttert und ermöglicht so einen Überblick über die Zugänglichkeiten von Museen, Cafés und Co. in verschiedenen Städten.

Building Open Lights

Handwerklich ging es in einem einstündigen Workshop zu, der von Careabels geleitet wurde. Das Sozialunternehmen ist ständig auf der Suche nach digitalen Innovationen im Gesundheitswesen. Ziel dabei ist es, dass diese Hilfsmitteln einfach nachzubauen und so für jeden zugänglich sind. Zu diesen digitalen Helfern gehören auch die „Open Light„, die unter der Anleitung von Careables direkt vor Ort von den Besuchern hergestellt werden konnten. Hinter Open Light verbergen sich DIY-Leuchtmodule, die an einem Rollstuhl oder einem anderen Hilfsmittel angebracht werden können.

Media Diversity

Wie junge Menschen den Einstieg in den Journalismus schaffen können, davon handelt die Broschüre „Journalist*innen mit Behinderung – bitte mehr davon“ von Eva Werner (Deutscher Journalisten-Verband), Judyta Smykowski (Leidmedien.de) und Lilian Mansuhr (Leidmedien.de). In dieser Broschüre sind Interviews von bekannten Journalisten aus unterschiedlichen Mediensparten zu finden, die durch eine Behinderung körperlich eingeschränkt sind. Dabei berichten Sie von ihrem persönlichen Weg in den Journalismus, positiven als auch negativen Erlebnissen und geben Tipps für Bewerbungsschreiben und Co. Zusätzlich wird auch die Arbeitgeberseite in der Broschüre abgebildet, Medienhäuser geben einen Einblick in ihre Erfahrungen mit Journalisten mit Behinderung.

And the Disability Revolution will be Tweeted

Soziale Netzwerke spielen in unserem Alltag eine immer größere Rolle. Wie diese von Menschen mit Behinderung für persönliche Anliegen genutzt werden können, zeigte Robin Wilson-Beattie in ihrem Talk „…And the Disability Revolution Will be Tweeted: How Twitter Has Impacted Disability Advocacy Worldwide“. Wilson-Beattie, selbst körperlich durch eine Behinderung eingeschränkt, erläuterte, wie sie Twitter für ihre Arbeit als Sexualthearapeutin verwendet. Sie schätzt besonders an der Plattform, dass diese barrierefrei ist und jedem die Möglichkeit bietet, auf einfachem Wege seine Meinung zu vertreten. Während ihres Vortrages zeigte sie, was  Menschen mit Behinderungen bisher durch Twitter erreicht haben. Einer der Erfolge verbirgt sich hinter dem Hashtag #ADAPTandRESIST (LINK), der für eine gerechte Gesundheitsversorgung von Menschen mit einer Behinderung in den Vereinigten Staaten von Amerika kämpft. In Kombination mit gewaltfreien Protesten, die ebenfalls über die Plattform organisiert wurden, schaffte es die Kampagne sogar ins nationale Fernsehen.

“Unionhilfswerker”: Gvantsa Schneider

Name: Gvantsa Schneider

Alter: 32

Beruf: studierte Sozialarbeiterin und stellvertretende Leitung der Flüchtlingsunterkunft Konrad-Wolf-Straße

Was genau machen Sie da?

Ich bin verantwortlich für die Strukturierung und Anleitung des Sozialteams und der Kinderbetreuung, kümmere mich um das Personalmanagement und Projekt-/Vernetzungsarbeit und natürlich um die Sozialarbeit mit den BewohnerInnen.

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

Ich mag es mit Menschen zu arbeiten, das Zwischenmenschliche im Umgang mit den BewohnerInnen und MitarbeiterInnen und die Arbeit im Team sind mir dabei am Wichtigsten.

Was wollten Sie werden als Sie klein waren?

Als ich klein war wollte ich immer Polizistin werden, da diese für Gerechtigkeit sorgen.

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

Beim Firmenlauf letztes Jahr bin ich völlig außer Puste ins Ziel gekommen. Ich war knallrot im Gesicht und habe nach Luft geschnappt. Meine Mitläufer (Team und ein paar Bewohner) haben sich erschrocken und dachten, ich würde gleich umkippen.

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Georgisch-Deutsch dolmetschen kann ich sehr gut. Aber ich kann auch sehr gut organisieren und könnte Veranstaltungs- und Eventmanagement machen. Viel Spaß hätte ich bestimmt als Hochzeitsplanerin.

Am Wochenende mache ich am liebsten…?

Mit anderen zusammen etwas unternehmen: Tanzen gehen, Ausflüge innerhalb Berlins und nach Brandenburg und die multikulturelle Küche Berlins genießen.

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

In Berlin liebe ich den Schlosspark Charlottenburg sehr, v.a. den hinteren Teil; in Georgien zieht es mich in die Kaukasischen Berge und in Athen auf den Berg Lycabettus, von dem Sie eine tolle Aussicht auf die Stadt haben.

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

Ich brauche kein eigenes Auto

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

Ein Fotoalbum mit den Menschen, die ich liebe, ein Messer und ein Kommunikationsgerät wie Handy oder Funkgerät.

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

In den goldenen 20ern in Berlin. In dieser Zeit nach dem Krieg haben die Menschen exzessiv gelebt, es gab viel Glamour, Spaß, Theater und eine rege intellektuelle Auseinandersetzung.

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

Jeder Mensch sollte in mindestens ein anderes Land gereist sein und eine ganz andere Kultur und Tradition kennengelernt haben.

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

Fliegen. Dann könnte ich um die Welt fliegen und alles kennen lernen.

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

Das Team in der Konrad-Wolf-Straße.

USE auf der Werkstätten:Messe in Nürnberg

Die USE war diesmal mit den Schachtelmachern und der kreativen Textilwerkstatt auf der Werkstätten:Messe Nürnberg. Das Team um Gundolf Hans zeigte eine große Auswahl an stilvollen, aus japanischen und italienischen Papieren handgefertigten Schachteln und Boxen. Die kreative Textilwerkstatt war auf der Messe mit ihrer Produktlinie Josefines Kinder vor Ort. Die farbenfrohen Produkte zum Kuscheln, Spielen und Verschenken begeistern Kinder und ihre Eltern gleichermaßen. Besonders großes Interesse zogen die individuellen, farbenfrohen Schultüten auf sich.

Excellent:Preis für Schichtwechsel

Am Eröffnungstag gab es großen Grund zur Freude: Der Berliner LAG WfbM (Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen e.V.) wurde der „exzellent“ – Sonderpreis der BAG WfbM, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen e.V., für das Projekt „Schichtwechsel 2017“ verliehen.
„Schichtwechsel“ hat das Ziel erreicht, auf interessante und lebensnahe Art und Weise die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen und Werkstätten zu verändern. Nach Einschätzung der Jury hat das Konzept des „Schichtwechsels“ ausreichend Kraft und Ideen, um aus dieser Berliner Aktion eine bundesweite zu machen.

Am 12. Oktober 2017 fand der erste Aktionstag „Schichtwechsel“ statt, initiiert durch die LAG WfbM Berlin e.V. und die Berliner Werkstatträte. Der große Erfolg des Aktionstags ist das Ergebnis einer gemeinsamen, inklusiven Öffentlichkeitsarbeit der 17 Werkstätten in Berlin und ihrer Beschäftigten. An einem Tag tauschten 320 Menschen mit und ohne Behinderung ihren Arbeitsplatz.
Wer nicht selber den Arbeitsplatz tauschte, war als Gastgeber und Experte dabei und betreute die externen Tauschpartner. Mehr als 80 Unternehmen, Behörden, Kultureinrichtungen und Stiftungen beteiligten sich an der Aktion. Mit dabei waren u.a. die Berliner Sparkasse, die Berliner Feuerwehr, die Senatsverwaltung, das Maxim Gorki Theater, der RBB , die TAZ, die ContiTech AG, BASF, der Freitag, die Messe Berlin u.v.m.

Blick auf die Stände der Werkstatt-Messe  Viele bunte Produkte der USE bei der Werkstatt-Messe, zum Beispiel Kissen, Bilder, Taschen