Monthly Archives: Juni 2020

Schneller Tomaten-Salsa-Dip – für Grillabende und die Mittagspause am nächsten Tag

Auch wenn die diesjährige Grillsaison wohl ein bisschen anders als gewohnt ausfallen wird: Nicht erst seit unserem Artikel zum nachhaltigeren Grillen ist klar: auf das Buffet unter freiem Himmel gehört mehr als nur Fleisch. Brot, Gemüse, Dips und Aufstriche sind doch mindestens ebenso wichtig. Im letzten Sommer haben wir unsere Lecker-Schmecker-Butter vorgestellt, heute kommt ergänzend ein super schneller Tomaten-Salsa-Dip. Von unseren Tellern ist er nicht mehr wegzudenken – denn auch zum Frühstück oder in der Mittagspause am nächsten Tag schmeckt er vorzüglich.

Zutaten für 1 Portion

Für den Tomaten-Salsa-Dip benötigen Sie nur  4 Zutaten und die haben Sie oft schon im Kühlschrank:

1 Packung streichzarten Frischkäse, z.B. Philadelphia
½ Flasche Salsa-Sauce
1 gute Hand voll Kirschtomaten
1 Bund Petersilie, wer es würziger mag darf gern Schnittlauch nehmen

Und so einfach geht’s:

Waschen und halbieren Sie die Kirschtomaten und füllen sie in eine flache Schale – am besten mit Deckel, damit sie nach dem Essen direkt in den Kühlschrank gestellt werden kann. Vermischen Sie die Tomaten dann mit etwa einer halben Flasche Salsa-Grill-Sauce und bestreichen Sie die Masse großzügig mit dem Frischkäse, am besten fast einen Zentimeter dick. Zum Schluss bedecken Sie den Frischkäse mit Petersilie, vielleicht ja direkt vom Balkon oder aus dem Garten gezupft. Fertig ist der Dip!

Eine kleine Schale reicht als Dip für bis zu vier Personen aus, wenn es noch andere Beilagen dazugibt. Sie werden aber sehen: Mehr geht immer, vielleicht wird es ja schon beim nächsten Mal eine größere Schale 🙂 !

Wir wünschen “Guten Appetit”!

Welche Beilagen dürfen auf Ihrem Grillabend nicht fehlen? Wir freuen uns auf Ihre Inspirationen in den Kommentaren!

Hospiz-Arbeit trotz Covid-19

„Das ist nicht einfach“, sagt die Leitende Hospizdienstkoordinatorin Céline Calvet. Allerdings sei es auch weiterhin möglich, Sterbende in ihren letzten Lebensstunden zur Seite zu stehen, Gespräche zu führen, die Hand zu halten. Dann haben auch Angehörige und Ehrenamtliche Zugang zu den Wohnbereichen, mit Schutzbekleidung und Maske. Doch die genauso wichtige Lebensbegleitung ist nur nach Terminvergabe, zeitlich begrenzt und in  festgelegten Räumen möglich.

Hinzu kommt, dass von den etwa 30 ehrenamtlichen Lebens- und Sterbebegleitern derzeit nur wenige eingesetzt werden können. Der Kontakt untereinander werde zwar über WhatsApp-Gruppen, Telefon und E-Mails gehalten. Das sei aber nicht das Gleiche wie die sonst üblichen regelmäßigen Treffen, so Céline Calvet.

Da auch für Angehörige zunächst striktes Besuchsverbot galt, verbrachten die hauptamtlichen Mitarbeiter der Hospizdienste mehr Zeit als sonst mit den Bewohnern der Pflegewohnheime, standen wann immer es nötig war als Gesprächspartner auch für Angehörige zur Verfügung. Außerdem nutzten sie Tablets, damit Bewohner ihre Angehörigen sehen und sprechen konnten. Etwas Besonders hat sich Céline Calvet ausgedacht. Sie bietet Fußbäder, Fußmassagen und Handmassagen an. Die Bewohner konnten sich dafür in Listen eintragen. Das Interesse war so groß, dass es noch eine Weile dauern wird, die Listen abzuarbeiten.

Die meisten Bewohner der Pflegewohnheime verstehen, dass die Einschränkungen notwendig sind, damit sie gesund bleiben. Doch sie leiden unter der Situation. „Dieses Leiden können und wollen wir mit viel Zuwendung etwas lindern“, sagt Céline Calvet. Auch wenn dadurch der Papierstapel auf ihrem Schreibtisch immer größer wird.

Derzeit ist sie wie alle Koordinatoren damit beschäftigt, den nächsten Kurs für ehrenamtliche Lebens-und Sterbebegleiter im November vorzubereiten. Noch ist unklar, ob sie dann wie gewohnt Räume im Pflegewohnheim nutzen kann. Und ob die notwendigen Rollenspiele möglich sind. Vieles könne man sich mit Vorträgen und Filmen aneignen, aber bestimmte Handlungen und Situationen müsse man praktisch üben, um sie zu beherrschen.

Interessenten für den Kurs im November können sich jetzt schon melden unter Telefon 030 / 5 30 25 -71 44 oder per E-Mail an Céline Calvet. 

Ich kann Hilfe leisten – Engagementbotschafter im UNIONHILFSWERK

In Syrien studierte er Buchhaltung und hatte viele Pläne. Dann musste er vor dem Krieg und den Bomben flüchten. Jetzt ist Tareq Abratel seit über 2 Jahren in Berlin und studiert seit dem Frühjahr an der Hochschule für Wirtschaft und Technik „Finance“ und „Accounting“. Zahlen liegen ihm. Seine Deutschkenntnisse sind hervorragend, selten sucht der 27-jährige im Gespräch nach einem passenden deutschen Wort. Als er nach Berlin kam, erfuhr er Hilfe und Unterstützung. Davon möchte er etwas zurückgeben. „Wenn man Gutes bekommt, gibt man auch Gutes zurück“, ist er überzeugt und bewarb sich schon frühzeitig als Engagementbotschafter. Das Freiwilligenmanagement des UNIONHILFSWERK bildete ihn aus. In einer Kleingruppe lernte er, wie man Menschen berät oder welche Rücksicht und Sensibilität im Umgang mit älteren Menschen notwendig ist. Gleichzeitig konnte er seine Deutschkenntnisse durch die Schulung verbessern.

Miteinander reden

Seit über einem Jahr geht er nun in die Flüchtlingsunterkünfte, baut dort einen kleinen Beratungsstand auf und informiert über Freiwilligenarbeit. „Manchmal bedeutet Hilfe auch einfach nur miteinander reden“, erzählt der junge Syrer und freut sich, wenn es ihm gelingt, die Flüchtlinge bei einem Engagement zu unterstützen. Viele wissen nicht, welche Hilfe gebraucht wird oder an wen sie sich wenden können. Aber sie wollen gerne etwas für die Gesellschaft leisten“, sagt er. Tareq Alratel beantwortet Fragen und gibt Kontaktdaten weiter.

Auch Dyana Aldabbagh ist dabei. Die 22-jährige kam aus dem syrischen Homs nach Deutschland und legte gerade ihre Deutschprüfung ab. Sie ist Engagementbotschafterin und nutzt dafür auch die sozialen Medien. „Wenn jemand Hilfe braucht oder Hilfe geben will, kann ich Kontakte vermitteln“, erzählt sie. Informationen zur Freiwilligenarbeit stellt sie auf Facebook oder Instagram ein und sie berät in Flüchtlingsunterkünften. Die Kurse beim UNIONHILFSWERK haben ihr zu mehr Selbstbewusstsein verholfen, sagt die junge Frau.

Erfolgsgeschichten

„Als ich nach Deutschland kam, kannte ich niemanden“, betont sie, „jetzt ist das ganz anders.“ Begeistert erzählt sie von Begegnungen mit einer 94-jährigen Dame, die sie im Rahmen der Freiwilligenarbeit betreut. „Wir gehen zusammen spazieren oder waren Kaffee trinken. Einmal gingen wir sogar bowlen. Das hat viel Spaß gemacht, denn die alte Dame ist unglaublich lebenslustig und kann viele Geschichten erzählen“. Dyana Aldabbagh will in wenigen Monaten mit dem Chemiestudium beginnen, aber trotzdem weiter Engagementbotschafterin bleiben. Dyana und Tareq sind fest davon überzeugt, dass Geflüchtete Freiwilligenarbeit leisten wollen. Einige habe Probleme und nicht so viel Zeit, aber andere engagieren sich gerne. „Es gibt viele Erfolgsgeschichten“ betont Tareq Alratel und fügt hinzu „durch Freiwilligenarbeit fühle ich mich glücklich.“

Der Zeitaufwand für die Engagementbotschafter liegt bei 8-12 Stunden im Monat. Bedarf gibt es in verschiedenen Bezirken. Das UNIONHILFSWERK bietet kostenfreie Trainings & Workshops mit Zertifikat an.

„Es gehört zu meinem Verständnis von Demokratie, nicht nur immer zu nehmen, sondern der Gemeinschaft auch etwas zurückzugeben.“

Herr Butkereit, seit wann engagieren Sie sich schon ehrenamtlich?

Eigentlich schon von meiner Jugend an. Ich war Klassensprecher und Azubi-Vertreter, habe später als Elternvertreter einen Schul-Förderverein mit ins Leben gerufen und war als Personalrat tätig, um nur einige meiner ehrenamtlichen Aufgaben zu nennen. Nachdem ich in Rente gegangen bin, habe ich mich dann im Ehrenamtsbüro des Bezirks Reinickendorf engagiert. ,

Was hat Sie dazu bewogen, Freiwilligen-Arbeit zu übernehmen?

Es macht mir einfach Spaß, mit Menschen umzugehen und etwas zu organisieren. Zudem gehört es zu meinem Verständnis von Demokratie, nicht nur immer zu nehmen, sondern der Gemeinschaft auch etwas zurückzugeben.

Können Sie bei Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auf frühere berufliche Erfahrungen zurückgreifen oder haben Sie ganz bewusst Neuland betreten?

Mir kommt natürlich meine jahrelange Arbeit als Personalrat sehr zu gute. Ich habe eine gewisse Menschenkenntnis erworben und weiß in der Regel nach zehn Minuten, was für ein Mensch vor mir sitzt: Will der oder die nur mal quatschen oder geht es um ernsthaftes Interesse an einer ehrenamtlichen Aufgabe? Viele, die zu uns ins Ehrenamtsbüro kommen, wollen ganz bewusst etwas Anderes machen, als sie bisher in ihrem Beruf getan haben. Ehemalige Erzieher zum Beispiel winken meist ab, wenn ich ihnen vorschlage, in der Schule oder in der Kita Bücher vorzulesen.

Was macht Ihnen an der Arbeit im Ehrenamtsbüro in Reinickendorf am meisten Freude?

Wenn ich die richtigen Interessenten an eine für sie passende Organisation vermitteln kann, ist das einfach ein schönes Erfolgserlebnis. Dabei hilft dem zehnköpfigen Team des Ehrenamtsbüros auch ein Interview-Fragebogen. Mit dem versuchen wir, die unterschiedlichen Interessen und die gewünschte zeitliche Dimension des Engagements herauszufinden.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Zu uns kommen ganz überwiegend Rentner, die es sich aber zum Teil nicht einmal leisten können, zwei Mal pro Woche einen Fahrschein zu lösen, um ein Ehrenamt wahrnehmen zu können. Dann schaue ich nach, welche der rund 160 Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, wenigstens eine kleine Aufwandsentschädigung zahlt. Ein schönes Beispiel sind auch zwei 15-jährige Schüler, die ich vor etwa zwei Jahren an eine Naturschutzorganisation vermitteln konnte. Der Junge und das Mädchen sind dort heute noch aktiv.

Seit kurzem ist das UNIONHILFSWERK Träger des Ehrenamtsbüros. Hat das Auswirkungen auf Ihre Arbeit gehabt?

Noch nicht, das liegt sicherlich vor allem an der Corona-Epidemie und der damit verbundenen Schließung des Ehrenamtsbüros. Immerhin haben wir jetzt hauptamtliche Unterstützung bei der Betreuung unserer Website und beim Aufbau einer Datenbank. In Letztere wünschen wir uns die Organisationen aufzunehmen, die auch kontinuierlich mit uns zusammenarbeiten möchten. Darüber hinaus sucht das UNIONHILFSWERK zusätzliche Räumlichkeiten im Bezirk Reinickendorf, um die Wahrnehmung des Ehrenamtsbüros zu steigern – insbesondere bei jungen Leuten. Das könnte auch dabei helfen, uns in der Lokalpolitik bekannter zu machen und dort das Interesse an unserer Arbeit zu verstärken.

Durch die Corona-Epidemie ist vieles nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich. Wo haben Sie das als Ehrenamtlicher zu spüren bekommen? Und müssen Organisationen wie das UNIONHILFSWERK nach Corona möglicherweise künftig neue Wege gehen?

Corona hat dazu geführt, dass wir unsere übliche Arbeit komplett einstellen mussten. Die eigens für Reinickendorf eingerichtete Corona-Hilfe-Hotline ist leider kaum nachgefragt worden, viele haben sich offenkundig schon Hilfe – etwa beim Einkaufen – im Bekanntenkreis gesucht. Prima wäre es, wenn Hilfesuchende und Hilfegebende künftig direkt über unsere Website zueinander finden könnten, so dass wir als Ehrenamtsbüro auch diejenigen erreichen würden, die sich nur punktuell engagieren möchten und nicht im eigentlichen Sinne ehrenamtlich tätig werden wollen. Das UNIONHILFSWERK würde dann die Plattform für solche neuen, informellen Formen des Engagements bieten.

Wenn die Corona-Krise wieder vorbei ist – auf was freuen Sie sich am meisten?

Dass meine Frau und ich endlich wieder unsere drei kleinen Enkeltöchter besuchen dürfen, wir alte Freunde wieder in den Arm nehmen können und beim Einkaufen keine Maske mehr nötig ist. Dass also alles wieder diese schöne Normalität und Selbstverständlichkeit hat.

 

Das Ehrenamtsbüro Reinickendorf befindet sich seit 1. Januar 2020 in Trägerschaft der Stiftung Unionhilfswerk Berlin. Ralf René Gottschalk, der Projektleiter, und eine Kollegin sind die hauptamtlichen Mitarbeiter. Im Auftrag des Bezirkes befördern sie zusammen mit Bernd Butkereit und dem ehrenamtlichen Team das soziale Engagement in seiner ganzen Vielfalt.

„Wir müssen es gemeinsam bewegen!“ Interview mit Dr. Martin Kaufmann zum Thema Werkstattöffnung

Dr. Martin Kaufmann startete Anfang 2020 bei der USE als Geschäftsbereichsleiter Handwerk. Ein sanfter Einstieg war ihm nicht vergönnt – die Corona-Krise manövrierte ihn schon bald ins Krisenmanagement. Gemeinsam mit einem Präventionsstab organisierte er nun die Wiederöffnung der WfbM der USE. Hier lesen Sie hier eine kleine Zusammenfassung des Interviews mit 53° Nord:

Ab dem 18. Mai ermöglichte der Senat eine Teilöffnung der Werkstätten unter drei Bedingungen: 1. Die Beschäftigten müssen der Wiederaufnahme der Beschäftigung zugestimmt haben. 2. Nur 35 % der Beschäftigten dürfen gleichzeitig in der Werkstatt sein und 3. muss ein mit dem Betriebsarzt abgestimmtes Infektionsschutzkonzept vorliegen.

Ein Präventionsstab um Dr. Kaufmann, zusammengesetzt aus Mitarbeitern unterschiedlicher Professionen, erarbeitete dieses Konzept bei der USE innerhalb weniger Tage und orientierte sich dabei nicht nur an den Vorgaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Robert Koch Instituts, sondern auch an den eigenen, bisherigen Erfahrungen. Denn bei der USE bestand die große Herausforderung darin, viele unterschiedliche Bereiche von Handwerk über Tierpflege bis hin zur Gastronomie abzudecken. Schnell war klar, dass es zum einen Leitlinien für das individuelle Verhalten geben muss und zum anderen organisatorische Rahmenbedingungen, die zwar zentral definiert werden, aber von den einzelnen Geschäftsbereichen und Standorten indviduell ausgestaltet werden müssen.
„Wir müssen es gemeinsam bewegen!“ ist so auch eine zentrale Aussage von Martin Kaufmann im Interview und „Es kann nur gelingen, wenn alle mitziehen.“
Dafür wurden an den Standorten Gesundheitsteams gegründet, die die dezentrale Umsetzung organisieren. Gemeinsam mit den Bereichen suchen sie nach intelligenten Systemen, die zum einen garantieren, dass alle Beschäftigten, die wiederkommen möchten, dies können. Zum anderen muss aber auch gewährleistet sein, dass gleichzeitig nicht mehr als 35% der eigentlichen Beschäftigtenzahl anwesend sind. Ganz unterschiedliche Arbeitszeitmodelle sind so entstanden.

Sein Interview beendet der junge Geschäftsbereichsleiter mit einem Appell. Politik, Verwaltung und Werkstatt-Träger mussten in den vergangenen Wochen in knapper Zeit sehr viele Entscheidungen treffen. „In dieser Zeit war die Perspektive der Menschen mit Behinderung nicht sehr präsent. Ich hoffe, dass wir es wiederherstellen, dass wir miteinander und nicht übereinander reden. Und dass der Mensch mit Behinderung wieder in die Perspektive rückt.“

Aber schauen und hören Sie doch selber rein.