Monthly Archives: Juli 2025

Validationsausbildung: So fördern wir Demenz-Kompetenz

Validation – Kommunikation auf allen (Gefühls-)Ebenen

Bei der Validation handelt es sich um eine Kommunikationsmethode im Umgang mit Menschen mit Demenz. In der alltäglichen Kommunikation begegnen wir uns häufig eher auf der rationalen Ebene. Wir achten nicht immer bewusst auf Tonfall oder Mimik – bei uns selbst oder unserem Gegenüber, sodass wir dessen oder deren Gefühle und Bedürfnisse möglicherweise nicht oder nur teilweise wahrnehmen.

In der Validation achten wir jedoch ganz bewusst auf den anderen Menschen und begegnen der Person offen und absichtslos. Gefühle und Bedürfnisse nehmen wir wertfrei wahr und sprechen sie an. „Wenn ich von einem validierenden Umgang mit Menschen mit Demenz spreche, heißt das, dass ich mich in ihre Spur begebe, dass ich in ihren Schuhen laufe, dass ich fühle, was sie fühlen und dass ich dies anerkenne und für gültig erkläre“, beschreibt Juliane.

Vermisst ein desorientierter Mensch beispielsweise die bereits verstorbene Mutter, empfiehlt es sich, nicht von den Gefühlen und der Sehnsucht abzulenken. Es ist wichtig, interessiert nachzufragen: Sie vermissen Ihre Mutter? Wie hat sie denn ausgesehen?

Den Raum zu geben, die eigenen, zum Teil schmerzhaften Gefühle, auszudrücken, mildert diese Gefühle ab, trägt zu Entspannung bei und gibt den Menschen ihre Würde zurück.

Anerkennen und Mitfühlen – das muss und kann nicht nur mit Worten passieren, weiß Beata: „Wenn die kognitive Fähigkeit schwindet, bleibt dennoch ein Weg der Verständigung – über Berührung, Mimik, Feststellungen und Nähe.“

Die Ausbildung – eine Sprache und sich selbst (kennen-)lernen

Die Validationsausbildung ist damit vergleichbar, eine neue Sprache zu lernen. „Am Anfang fühlst du dich wie ein Noob und hast das Gefühl, dass du gar keine Worte zur Verfügung hast, dass du rumstammelst.“, gesteht Juliane.

Ein Noob, also ein*e Anfänger*in, sind Juliane und Beate nun nicht mehr. Denn mithilfe von praktischen Übungen haben sie Werkzeuge erworben, um die Techniken gezielt und sicher anzuwenden. Die interaktiven Rollenspiele, die tiefe menschliche Gefühle erkunden, können dabei nicht nur aufwühlend sein, sondern wertvolle Erkenntnisse über die eigene Person mit sich bringen.

„Ich muss ehrlich sagen, ich habe da oft geweint, weil ich mich auch selbst entdeckt habe.“, erzählt Beata offen. Die Anerkennung des Selbst und der eigenen Gefühle ließ sie erleben, was es wirklich bedeutet, in den Schuhen des anderen zu gehen: „Und dann kam plötzlich dieser Gedanke: Ich werde auch irgendwann alt, ich werde auch so fühlen.“

Eine Qualifikation, die fördert und fordert

Wenngleich Juliane und Beata betonen, dass die Ausbildung sie gefordert hat – Validation hat sie und ihre Arbeit positiv verändert.

Juliane zieht den Vorher-Nachher-Vergleich: „Ich hatte den Eindruck, dass ich schon eine validierende Grundhaltung an den Tag lege im Umgang mit Menschen mit Demenz – aber dass ich trotzdem auch manchmal an meine Grenzen komme. Also, dass ich dann nicht weiterweiß, mich herausgefordert fühle oder hilflos. […] Ich habe wirklich eine Qualifikation erworben, die mich befähigt, noch besser mit Menschen mit Demenz umgehen und kommunizieren zu können.“

Auch Beata bereut nicht, sich der Herausforderung gestellt zu haben: „Meine Entscheidung kam von Herzen. Ich arbeite für Menschen und mit Menschen. […] Das waren so viele Übungen, die mich besonders tief berührt haben, die mir geholfen haben, mich selbst zu finden und anzuerkennen. Und die mir zeigten, dass die Validation und Arbeit mit Menschen meine Berufung ist.“ In Momenten, in denen Klient*innen, die zuvor nicht mehr sprachen, durch die Validation wieder zu reden beginnen , ist sie besonders dankbar.

Gefühle anerkennen und (allen) Würde zurückgeben

Auch wenn Validation ursprünglich für die Begleitung von älteren Menschen mit Demenz in der letzten Lebensphase entwickelt wurde, können wir alle von einer validierenden Kommunikation profitieren. Das bestätigen auch Juliane und Beata.

 

 

Noch mehr persönliche Eindrücke einer Kursteilnehmerin finden Sie in unseren Beiträgen „Auf dem Weg mit Katharina Schäfer“ und „Weiter auf dem Weg mit Katharina Schäfer

 

 

Unser Sommerfest: Vielfalt in Bewegung

14 Uhr

Weil echte Begegnungen zählen

Noch liegt eine gewisse Ruhe über dem Pier36eins, der USE-Eventlocation an der Dahme. Zelte stehen, Wegweiser sind angebracht, aus der Küche mischt sich ein Hauch von Gewürzen unter die Sommerluft.

Meine zweite Woche in der Unternehmenskommunikation des Unionhilfswerks beginnt und gleich steht ein Highlight an: das Mitarbeiter*innen-Sommerfest. Schon im Vorfeld war die freudige Spannung im Haus zu spüren. Eine ideale Gelegenheit, um all jene live kennenzulernen, die ich bislang nur vom digitalen Austausch kannte. Und falls mir beim Smalltalk doch die Worte fehlen sollten: Es gibt auch ein Speed-Dating. Also auf ins Kennenlernen.

 

15 Uhr

Hand in Hand für ein tolles Fest

Helfende Hände wuseln über das Gelände und durch das Festzelt: Kolleg*innen aus der USE, Hostessenteams, Caterer. Trotz unterschiedlicher Arbeitgeber wirken sie bereits wie ein eingespieltes Team. „Ein Lächeln im Gesicht, dann haben die Gäste auch Spaß beim Sommerfest“, kommentiert Anton Krüger, der in der Öffentlichkeitsarbeit der USE arbeitet. Gemeinsam mit seinen Kollegen sorgt er für den reibungslosen digitalen Einlass der Gäste und für einen herzlichen Empfang. Der beginnt schon vor dem Gelände: Eine Fähre bringt auch Gäste über die Dahme – einige warten bereits vor dem Eingangstor.

 

16:30 Uhr

Herzlich willkommen zum Mitarbeiter*innen-Sommerfest

Es geht los. Durch die Kameraobjektive blicke ich auf die ersten Ankömmlinge, die über das Gelände schlendern. Beim Händeschütteln blitzen die grünen Einlassbändchen an den Handgelenken – die Mitglieder aus der Geschäftsleitung und der Vorstand begrüßen die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden persönlich: Michael Dietmann, Lilith Langner, frisch im Amt als Vorständin, und ihr Vorgänger  und USE-Geschäftsführer, Andreas Sperlich, sowie Ulrike Hinrichs, Kathrin Weidemeier und Ute Dietrich heißen ihre Gäste gemeinsam willkommen.

Langsam füllt sich das weitläufige Gelände. Noch ein kühles Getränk, ein kurzes Gespräch – und schon ertönt der Hinweis zur offiziellen Begrüßung.

 

18 Uhr 

Teamwork im Unionhilfswerk

Yvonne Gaebel, meine Kollegin aus dem Team der Unternehmenskommunikation, eröffnet das Sommerfest mit herzlichen Worten auf der Bühne.

An ihre Begrüßung schließen sich Michael Dietmann und Lilith Langner an. In ihrer Rede heben sie den starken Zusammenhalt im Unionhilfswerk hervor – Werte, die sich an diesem Abend überall spüren lassen: „Wir treten nicht nur als Vorstand im Team auf, sondern diese Kollegialität ist hier überall im Raum zu spüren – überall lächelnde Gesichter.“

Auch für Andreas Sperlich war und ist der Teamgedanke zentral, als er auf viele Jahre als stellvertretender Vorstandsvorsitzender zurückschaut. Nach dem offiziellen Part heißt es: Das Buffet ist eröffnet.

Der Andrang ist groß – kein Wunder bei der Auswahl. Im Hintergrund klirren Sektgläser, Stimmen vermischen sich mit Musik und herzlichem Gelächter.

 

Speed Dating – mal anders

Für Svenja Baumgärtner, Referentin Personalentwicklung & Recruiting, beginnt nun eine besonders spannende Phase: das Speed Dating. Vier Tischwechsel, 32 Fragen – und am Ende viele neue Begegnungen.

„Wirklich berührend fand ich, wie sich vorher teils völlig unbekannte Kolleg*innen – vom Vorstand bis zum Azubi – beim Speed Dating aufeinander eingelassen und miteinander gelacht haben“, erzählt sie später.

Der Hauptpreis? Ein Lebkuchenherz – und ein gemeinsamer Schnappschuss vor der Fotowand.

Beeindruckend finde ich die Tanzfreudigkeit der Unionhilfswerker*innen – dabei trifft DJane Bee mit ihren Songs immer wieder ins Schwarze! DJane Bee alias Sabine Schreiber leitet eine Montessori-Kita, wenn Sie nicht gerade mit ihrer Musik die Menschen auf die Tanzfläche zieht – allerdings nicht beim Unionhilfswerk.

 

18:30 Uhr

Perspektivwechsel und Highlight: Bootstour auf der Dahme

Ein weiteres Highlight wartet: Die Bootsfahrt! Vom Restaurant geht es vorbei an Tischtennisplatten, dem Riesenkicker für acht Personen, dem Foodtruck – und dann hinunter zum Steg. Eine kleine Gruppe besteigt das Boot, das sanft über die Dahme gleitet. Vom Wasser aus sieht man das Gewusel am Ufer, hört gedämpft die Musik, ein Moment der Gelassenheit mitten im Trubel.

 

19 Uhr

Wertschätzung und Dankbarkeit

Zurück an Land entspannt sich langsam der Andrang an den Essensständen. Gastronomin Vanity Passarello atmet kurz durch. Sie berichtet später:

„Als mehrere Mitarbeitende vom Unionhilfswerk zu mir kamen, um sich persönlich zu bedanken, hat mich das wirklich berührt. So eine Wertschätzung ist im Gastrobereich leider selten geworden.“

Die Sonne sinkt langsam, jetzt wird die Musik lauter. DJ Bee bringt jetzt Schwung ins Zelt. Von ABBA über Hip-Hop und Indie – es dauert nicht lange, bis der gesamte Tanzboden bebt. Bei einer Hebefigur zu Dirty Dancing jubeln alle.

Rausschmeißer-Songs? Die gibt es bei DJane Bee nicht. Stattdessen stimmt sie zum Ende des Abends den Unionhilfswerk-Song, „Erlebe das Leuchten“ an – und das ganze Festzelt singt mit.

 

22 Uhr

Die Vielfalt ist spürbar

Eine Jacke wird über die Schultern gelegt, jemand ruft „Bis zum nächsten Mal!“ Das Fest klingt aus. Zurück bleibt das Gefühl, Teil von etwas wirklich Besonderem gewesen zu sein. Einem Sommerfest, bei dem unser Motto „Wir sind Vielfalt“ überall spürbar war: Ein großes, buntes, wunderbar organisiertes Miteinander mit tollen Menschen, Begegnungen auf Augenhöhe, guter Musik und wilden Tanzeinlagen – an einem Ort, der Berlin für einen Nachmittag wie eine Stadt am Meer erscheinen ließ.

Es bleibt nur ein kleiner Wermutstropfen: Jetzt sind es wieder 364 Tage bis zum nächsten Sommerfest.

 

 

 

Hinterhof mit Herz: Eine Garten-Olympiade mitten in Kreuzberg

Ein kleiner Holzaufsteller. Zwei tapfere Bindfäden. Drei flatternde Ballons, die im kräftigen Wind toben. Es braucht nicht mehr, um Ende Juni 2025 in der Friedrichstraße zu verkünden: „Hier ist heute was los!“

Inmitten des Sommersturms soll auch sie toben: die Garten-Olympiade im Rahmen der 51. Berliner Senior*innenwoche! Bereits zum zweiten Mal werden hier die Spiele eröffnet. Diesmal in neuer Besetzung: Projektleitung Daniela Karsten Jonas und Koordinator der Stadtteilarbeit Felix Schmidt übernahmen im Herbst den Staffelstab und somit die Projektkoordination im Stadtteilzentrum F1.

Kennen Sie Mölkky?

Ein paar Schritte vom Bordstein entfernt, abseits des grauen Mehringplatzes, offenbart sich ein Hinterhof wie aus dem Bilderbuch. Unter hohen Linden sieht man im satten Grün einer Wiese schon die ersten aufgebauten Wettkampfstätten. „Mölkky“ lese ich im Vorbeigehen. „Was zum…?“, will ich gerade denken, da lenkt schon die Heilige Dreifaltigkeit jeder gelungenen Gartenveranstaltung meine Aufmerksamkeit auf sich: Luftballons, Girlanden und der Duft von Filterkaffee. Sommer frohlockt meine innere Stimme – April bellt der Berliner Himmel und öffnet seine Schleusen.

Mehr als Spiele– das Unionhilfswerk schafft Verbundenheit

Wir flüchten unters Vordach. Während der Regen auf die kleine Terrasse prasselt, erfahre ich im Gespräch von den kreativen Ideen und den langfristigen Zielen im F1 – und merke plötzlich: Hier wird nicht nur geworfen, gezielt und gelacht. Hier wird ernsthaft gebaut – an Gemeinschaft, an Zugehörigkeit, an Momenten, die bleiben.

Der Himmel reißt auf. Mit den Sonnenstrahlen erscheinen die ersten Wettkämpfer*innen und absolvieren den Parcours aus Spielen: Eierlauf in der veganen Holzei-Variante, Herr der Ringe… werfen, Pflanzen-Schnitzeljagd auf grüner Mission. An jeder Station erlebt man das Gelände aus einer anderen Perspektive, entdeckt den kleinen Fischteich, passiert die weinumrankte Terrasse oder hört das Summen der Bienen im bunt bepflanzten Stadtteilgarten.

Sturm, Spaß und Seniorenpower – ein Fest trotzt dem Wetter

Weiter geht’s mit dem Entenfischen ohne Angelschein, Dosenwerfen, dem Klassiker, Bowling – Strike ohne Tarifverhandlung – und schließlich Dart mit Klettbällen.
… und dann ist da noch Mölkky. Das finnische Spiel, bei dem man mit einem Holz auf andere Hölzer wirft. Klingt simpel. Ist es auch. Theoretisch. Praktisch erfordert es Geduld, Technik und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen. Während ich noch versuche, mehr Punkte als Flüche zu sammeln, zeigen mir die Senior*innen, wie es geht: Erster Wurf. Zack. Abgeräumt.

Wir lachen. Diese Olympiade ist keine. Sie ist ein Fest. Eine Umarmung mit Anlauf.

 

 

Mit Herz und Schwarzlicht auf der Bühne

Wir treffen uns in der Kantine des Theaters „Berliner Ensemble“ am Schiffbauerdamm in Berlin-Mitte. An diesem historischen Theater war Bertolt Brecht künstlerischer Leiter. Noch ist die Kantine nur halb gefüllt. Das ändert sich schnell, denn in zwei Stunden beginnt die Abendvorstellung. Carola Walz ist begeisterte Theatergängerin.

Die Komödie „Kunst“ von Yasmina Reza wird heute gespielt. Darauf freut sie sich sehr. Früher hat Carola Walz selbst viel Theater gespielt. Jetzt, mit 70 Jahren, ist sie als Freiwillige schon wieder 15 Jahre dabei – nicht beim Berliner Ensemble, aber beim „Schwarzen Theater R28“ von Menschen mit und ohne Behinderung.

 

Ein besonderes Schauspiel gemeinsam gestalten

„Das ist ein ganz besonderes Theater“, erzählt sie leidenschaftlich. „Es gibt keine Sprache. Wir arbeiten mit Musik und viel Bewegung. Alles auf einer dunklen Bühne. Das spezielle UV-Licht macht besondere Effekte und man schaut intensiv zu.“ Die Ehrenamtlichen unterstützen die körperlich beeinträchtigten Darsteller*innen und spielen auch selbst mit. Das Konzept mit der dunklen Bühne, dem besonderen Licht und den neonfarbig gestalteten Requisiten fasziniert. Kostüme, die vom Schwarzlicht angestrahlt werden, leuchten in der Dunkelheit. So entsteht ein ganz besonderes Schauspiel.

Jeden zweiten Sonntag von 14 bis 17 Uhr wird geprobt und die Szenen werden gemeinsam gestaltet.

 

„Soziales Engagement war mir immer wichtig“

Carola Walz hat selbst einen Behindertenstatus. Man sieht es ihr nicht an, aber eine schwere Krebserkrankung, die 2007 festgestellt wurde, schien das Todesurteil zu sein. Sie hat gekämpft, ist durch tiefe Täler gegangen und hat nach vielen Behandlungen wieder Lebensmut geschöpft – auch dank ihrer Tochter, der Familie und weil sie ihr Leben völlig verändert hat.

„Ich brauche eine Aufgabe“, beschloss sie und meldete sich als Freiwillige beim Unionhilfswerk. Darüber hinaus singt sie im Gospelchor, hat Saxophonspielen gelernt und beschäftigt sich mit modernster Technik in ihrer „Handy-Gang“, wie sie lachend erzählt. Gerade macht sie noch einen Segelschein.

Ihr Engagement ist für sie Herzensangelegenheit, die Sonntagstermine stehen fest im Kalender. „Ich wollte immer etwas mit Menschen machen, das ist abwechslungsreich und macht mir Spaß. Ich bin gelernte Sozialpädagogin, hab früher auch als Kindergärtnerin gearbeitet. Soziales Engagement war mir immer wichtig.“

Menschen aus zwei Wohngruppen aus der Rheinbabenallee 28 und der Ahornallee proben und spielen gemeinsam beim Schwarzen Theater. Sie werden nicht auf ihre Behinderung reduziert – ganz im Gegenteil. Sie können wunderbar Kraft und Fantasie entfalten und gemeinsam mit den Freiwilligen und der künstlerischen Leiterin Hanna Mauermann arbeiten. Der Applaus ist immer das Schönste. „Ich habe viel gelernt“, betont Carola Walz und ich spüre, wie viel Spaß sie beim Theater hat.

 

Langfristiges Engagement ist wichtig

Ich frage nach ihren vielen Terminen, die sicher nicht einfach zu koordinieren sind. „Doch, das geht schon. Aber ich wünsche mir, dass die ehrenamtlichen Helfer auch gerne länger bei einem Projekt wie dem Schwarzen Theater bleiben. Denn zu viele Wechsel bringen auch Unruhe“, sagt sie nachdenklich und zeigt auf einige Notizen, die sie sich vor unserem Gespräch gemacht hat. Ein Absatz führt auf, was ihr das Engagement persönlich gibt: „Neue Persönlichkeiten kennenlernen, Anteil an ihrem Leben nehmen, Freude am gemeinsamen Spiel, positive Rückmeldungen und Erfolge stärken das Wohlbefinden…“

Wir könnten noch stundenlang reden. Doch die Kantine des Berliner Ensembles ist jetzt voll und sie muss zu ihrer Vorstellung. „War sehr amüsant“, wird sie mir später schreiben.

 

 

 

 

 

Hier finden Sie weitere Blogartikel über das Schwarze Theater R28:

Arbeit ist Kunst, Kunst ist Arbeit. Hanna Mauermann im Porträt

 

 

„Schwarzes Theater R 28“ im Bauhaus-Fieber

Ziegelpreis für unseren Dienstleistungs.Campus: Nachhaltigkeit trifft Architektur

Der Dienstleistungs.Campus des Unionhilfswerks

Was von außen wie ein modernes Bürogebäude wirkt, ist tatsächlich das organisatorische Herz unseres Unternehmens. Hier, mitten in Berlin-Kreuzberg, arbeiten all jene Kolleg*innen, die – oft unsichtbar, aber unverzichtbar – den Betrieb unserer sozialen Dienstleistungen möglich machen. In den Abteilungen für Personal, Finanzen, IT und Kommunikation, Facility- und Qualitätsmanagement, Verwaltung und vielen weiteren Bereichen sorgen sie Tag für Tag dafür, dass unsere Projekte in der Pflege, Betreuung, Inklusion, Bildung und Engagement reibungslos laufen können.

Ob Lohnabrechnung für Mitarbeitende, Baukoordination für neue Standorte oder IT-Support für digitale Pflegeplanung – all das passiert hier. Der Dienstleistungs.Campus ist also viel mehr als ein Bürohaus: Er ist das Rückgrat unserer sozialen Arbeit. Und jetzt ist er auch offiziell ein preisgekröntes Beispiel für nachhaltige und zukunftsweisende Architektur.

 

Was macht den Campus so besonders?

  • Monolithisch gebaut – ein durchgängiger Ziegelbau ohne zusätzliche Fassadenschichten. So sparen wir Material und schaffen ein natürliches Raumklima.

  • Gläserner Lichthof: Er verbindet alle Etagen und sorgt für Austausch, Licht und Offenheit.

  • Innovatives „22·26“-Prinzip: Ein cleveres Raumklima-Konzept, das angenehme Temperaturen mit minimalem Technikaufwand sicherstellt.

Die Jury lobte: klare Formensprache, schlichte Eleganz und ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsansatz.

 

Nachhaltigkeit als Leitidee

Unsere Facility-Crew rund um Norbert Bleisch baute dabei bewusst viele nachhaltige Features ein:

  1. Kompakte, energieeffiziente Bauweise

  2. Photovoltaikanlage auf dem Dach – erneuerbare Energie für den Eigenbedarf

  3. Natürliche Lüftung unterstützt das Raumklima – weniger Technik, weniger Energieverbrauch

Diese Elemente zeigen: Nachhaltigkeit und moderne Architektur passen hervorragend zusammen.

 

Blick über den Dienstleistungs.Campus hinaus: Unser Nachhaltigkeits-Ansatz

Der Campus ist nur ein Teil unseres Engagements. Auch in allen anderen Projekten setzen wir auf Umwelt und Nachhaltigkeit:

  • Ökostrom seit 2019, LED-Umstellung, Solarprüfungen für Dächer, Umstieg auf E-Autos

  • Business Bikes: Gesundheit fördern und CO₂ sparen – stilvoll unterwegs in der Stadt

  • Wasserspender in all unseren Einrichtungen – weniger Plastik, weniger CO₂ durch LKW‑Fahrten

  • EU Ecolabel Reinigungsmittel: sauber und umweltfreundlich

  • Digitalisierung statt Papierberge: digitale Kommunikation statt Aktenberge

  • Zero-Waste bei Meetings: Wasserkaraffen statt Plastik, Sahnekännchen statt einzelner Töpfchen

  • Upcycling und Bienenprojekt: Kreativ gegen Müll & für Biodiversität

 

Warum das wichtig ist – und was Sie mitnehmen können

  1. Tipp (nicht neu, aber ein Reminder kann sicher nicht schaden): Tauschen Sie Ihr Home-Office‑Papier gegen digitale Tools – das schont Ressourcen und reduziert Kosten.

  2. Office-Upgrade: Tauschen Sie Plastikflaschen gegen Wasserkaraffen und Coffee-to-go-Becher – ein einfacher Schritt mit großer Wirkung.

  3. Move & Green: Nutzen Sie öfter das Rad – gut für Klima und Kreislauf. Die Unionhilfswerk-Business Bikes zeigen, wie es geht.

Damit zeigt unser Dienstleistungs.Campus – und das Unionhilfswerk ganz generell: Nachhaltigkeit lebt von vielen kleinen Schritten, die zusammen Großes bewirken.

 

Soziale Verantwortung

Unser Dienstleistungs.Campus ist mehr als ein tolles Gebäude – er ist ein Statement. Der Ziegelpreis ist verdienter Lohn dafür, dass wir Zukunftsfähigkeit, Klimaschutz und soziale Verantwortung zusammenbringen. Wir sind stolz und möchten Sie einladen, mitzumachen – im eigenen Alltag und vielleicht bei einem nächsten Besuch bei uns! Unser Dienstleistungs.Campus steht offen für Besucherinnen und Besucher sowie Interessierte. 

Fotos: Ingo Heine