Monthly Archives: Juni 2023

Gemeinsam Jubeln und Anfeuern bei den Special Olympics World Games in Berlin

Kräftiges Klatschen und „Deutschland…Deutschland“- Rufe sowie jede Menge Spaß führten die beiden Mannschaften im Spiel gegen Südafrika und Neuseeland zum Sieg. Neben dem Erfolg der Fußballmannschaften war der gemeinsame Ausflug an diesem sommerlichen Donnerstag auch für jede*n Teilnehmer*in persönlich ein Erfolg. Teilnehmer*innen mit Gehbehinderungen waren dabei und meisterten die Anreise mit S-Bahn und Shuttle-Bus mit Bravour. „Eine coole Erfahrung“ war es auch für Geflüchtete aus unserer Flüchtlingsunterkunft Alt-Moabit. Chiara Polacchini  ist seit März 2023 Co-Leitung im Freiwilligenmanagment des Unionhilfswerks und begleitete die Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft in 2022. Sie war positiv überrascht und freute sich darüber, wie gut die Geflüchteten in der kurzen Zeit bereits Deutsch gelernt haben und inzwischen miteinander kommunizieren.

 

Durch Radeln eine Tram bewegen – auf dem Festival am Neptunbrunnen

Den Abschluss des Ausflugs bildete der Besuch des Standes der USE beim Festival am Neptunbrunnen, das im Rahmen der Spiele dort stattfand. Ein inklusives Team des Arbeitsbereichs Modellbau begrüßte hier die Gäste. Am Stand konnte jede*r einmal versuchen, eine detailgetreu nachgebaute Tram mit dem Fahrrad in Bewegung zu bringen. Ein paar Ausflügler*innen testeten dies gern und traten ordentlich in die Pedale.

 

 

 

Ein inklusives Team vom USE Modellbau begrüßte die Ausflügler*innen am Stand

 

Social Inclusion Berlin e.V. – gegen Ausgrenzung und Benachteiligung

Der Verein Social Inclusion Berlin e.V. wurde 2018 von sieben Berliner Trägerorganisationen der Wohnungsnotfall- und Eingliederungshilfe ins Leben gerufen. Der Zweck des Vereins ist die Förderung der sozialen lnklusion und der Unterstützung von Menschen, die im Alltag soziale Ausgrenzung und Benachteiligung erleben und erleiden. Auch das Unionhilfswerk vertritt diese Ziele und ist Gründungsmitglied. Chiara Polacchini steckt als Veranstaltungskoordinatorin seit 2019 viel Herzblut in jedes Event. Neben regelmäßigen Workshops und Events bietet der Verein kostenfreie Sportangebote mit unterschiedlichen niedrigschwelligen Sportarten wie Boccia, Bogenschießen, Tischtennis oder Dosenwerfen an.

 

Termine und sportliche Veranstaltungstipps für eine größere gesellschaftliche Vielfalt

Die Inklusionswoche Berlin 2023 vom 9. – 16. September schafft eine nächste tolle Gelegenheit, um das Thema Inklusion in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken – für mehr Teilhabe und Wertschätzung aller Menschen.  Ziel ist es, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien sowie interessierte Bürger*innen zusammenzubringen. Bei Sport, Spiel und Spaß sowie interessanten Aktionen lernen sich alle kennen und bauen Berührungsängste ab. Neben vielen weiteren Organisationen sind der Social Inclusion Berlin e.V. und das Unionhilfswerk mit dem Stadtteilzentrum F1 sowie dem USE SOWAS e.V. dabei.

 

Klient*innenreise nach Dänemark

Ein weiteres Highlight des SIB e.V. steht schon kurz bervor: Eine Fahrt und die Teilnahme an einem kostenfreien Feriencamp vom 03.-09.07.2023 in Dänemark für Klient*innen und wohnungslose Menschen, die im Alltag soziale Ausgrenzung und Benachteiligung erleben. Jede Menge Sport- und Kulturangebote sind hier zu erwarten. Einige Bewohner*innen des Unionhilfswerks sind bereits angemeldet und voller Vorfreude. Ein paar Plätze sind noch frei!

Weitere Informationen zur Reise:
Chiara Polacchini | Co-Leitung Freiwilligenmanagement
Mobil:  0176 / 18 49 00 71

Sprungbrett und Netz mit doppeltem Boden: Wie der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gelingen kann

Andreas W. ist schon länger in der WfbM der USE beschäftigt. Vielseitig interessiert, wie er ist, war es sein Wunsch weiter zu kommen. Seinen Traumplatz hat er vor vier Jahren in der Kita Bergzwerge gefunden. Hier erfüllt er viele Aufgaben: Er unterstützt den Koch in der Speisenvorbereitung, hilft dem Hausmeister bei kleinen Reparaturen und der Grünflächenpflege und wäscht die Wäsche. Gerade diese Vielfalt schätzt er an seinem Job: „Ich arbeite dort, wo ich gebraucht werde“, sagt Andreas W. selbstbewusst und „ich kann mir die Zeit für die Arbeit nehmen, die ich brauche.“ Denn hier werde er so akzeptiert wie er ist.

Betriebsintegrierter Arbeitsplatz

Diesen für ihn idealen Arbeitsort hat er durch die Unterstützung seiner Sozialarbeiterin bei der USE gefunden. Er ist auf einem betriebsintegrierten Arbeitsplatz. Das heißt, er ist täglich in der Kita vor Ort, wird aber noch durch die WfbM betreut. Wenn also Probleme mit den Kollegen oder dem Chef auftreten, oder wenn er Unterstützung bei der Kommunikation mit den Behörden braucht, ist seine Sozialarbeiterin zur Stelle. Und – er kann jederzeit in die WfbM zurückkehren.

Auch Manfred Weber brauchte einige Zeit, um sich für den Schritt auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu entscheiden. Als junger Mann hatte er dort schlechte Erfahrungen gesammelt. Mit Versprechungen auf einen festen Arbeitsplatz wurde er immer wieder mit unbezahlten Praktika abgespeist.

In der Werkstatt der USE fand er dann einen sicheren Hafen. Neun Jahre war er im Gastronomie-Bereich tätig. Hier konnte er sich stabilisieren und Kompetenzen erwerben. Er kellnerte und unterstütze bei großen und kleinen Veranstaltungen. Als ihn der Geschäftsbereichsleiter auf einen Wechsel ansprach, wollte er erst nichts davon hören. Doch das Budget für Arbeit war dann ein gutes Angebot, über das er Mitte 2022 in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis bei der Service Inklusiv wechselte. Hier liefert er nun Essen an verschiedene Altenheime aus und unterstützt bei Veranstaltungen im Service. Nach eineinhalb Jahren bereut er nichts: Auch im neuen Team fühlt er sich wohl und die Bezahlung stimmt. Und falls es nicht mehr passt, kann er jederzeit zurückkehren.

Instrumente zur Erleichterung des Übergangs

Für viele Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen ist der Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt reizvoll – aber auch beängstigend. Denn mit dem Übergang erhalten sie nicht nur mehr Geld (und Selbständigkeit), sondern verlieren auch den schützenden Rahmen wie zum Beispiel die zeitlich nicht begrenzten Betreuungs-, Förderungs- und Therapieleistungen. Es gibt aber verschiedene Instrumente, wie das Budget für Arbeit oder ein betriebsintegrierter Arbeitsplatz, die den Übergang erleichtern und ein Rückkehrrecht garantieren.

Wege aus der Einsamkeit, Teil 3: “«Ich fühle mich einsam» – das bringen wir nicht über die Lippen”

Bischof Dr. Christian Stäblein
@Matthias_Kauffmann_EKBO

Wege aus der Einsamkeit – das diesjährige Motto führt uns mitten hinein in ein Thema, von dem wir alle wissen, ja, womöglich sind wir selbst davon betroffen, aber wer mag das schon zugeben? Wege aus der Einsamkeit – wir wissen um all das, was damit zusammenhängt. Einsamkeit im Alter aber auch unter Jugendlichen, vermehrt in der Pandemie. Einsamkeit vor dem Bildschirm und Einsamkeit inmitten von vier Millionen Menschen. Du wohnst in einem großen Haus und kennst deine Nachbarin nicht. Wir wissen das und wer Wege daraus kennt, ist sofort preisverdächtig. Wer über Wege daraus berichtet, mindestens so sehr.

Gerade in der Pandemie ist das Thema, das wir sonst eher mit Trauerarbeit oder auch mal mit Führungskräften verbinden, noch mehr ins Zentrum gerückt. Wir wissen das und ich gebe zu, ich hatte mir eingebildet ziemlich viel, wenn nicht fast alles dazu zu wissen – schon qua Profession -, aber auch von ungezählten Hausbesuchen in Kirchengemeinden. Weit gefehlt.

Einsamkeit ist der größte Stressfaktor

Ich habe in diesem Jahr mehrfach Professor Mazda Adli reden gehört. Er ist ärztlicher Leiter der Fliedner Klinik hier in Berlin und ein international herausragender Stressforscher. Und er hat mir tief ins Herz gelegt: Einsamkeit ist der größte Stressfaktor, den Menschen kennen, mehr als Arbeit, mehr als Drogen und Suchtkrankheiten – Einsamkeit ist medizinisch und psychosomatisch nachweisbar der stärkste Stress, gepaart mit und durch den Umstand, dass Menschen diesen einen Satz für sich nicht annehmen und meist nicht sagen können «Ich fühle mich einsam».

Das bringen wir nicht über die Lippen, weil das, bewusst oder unbewusst, dem Menschen als sozialem Wesen die größte Inkompetenz unterstellt. Das halten wir nicht aus. Das macht die ungeheure Zahl von verdeckter Einsamkeit aus. Wer kann es schon sagen? Was würde passieren, wenn Ihnen jemand gegenübersitzt und die Person sagt: «Ich bin einsam»? Und was, wenn Sie es selbst sagten?

Welche Wege führen heraus?

Wege aus der Einsamkeit – Herausforderung für die Gesellschaft? – Ein elementares Thema, nicht nur, weil Mazda Adli mir noch etwas ins Herz geschrieben hat: Wir brauchen Resilienz-Orte gegen die Einsamkeit. Parkanlagen zählt er dazu, die Medien würde ich auch dazu zählen. Eine gute Zeitung, ein guter Artikel, eine gute Reportage, ein guter Podcast schafft Strukturen, die aus der Einsamkeit führen können. Wir hatten so viele gute Einsendungen dazu.

Wege aus der Einsamkeit, das sind ja am Ende immer auch andere Menschen. Sie verzeihen, dass ich als Bischof einmal einfüge: Jede Kirchengemeinde ist ein Netzwerk gegen Einsamkeit. Und Gott? Ich sage mal: ist da, wenn auch für die Einsamen nicht immer leicht spürbar.

Gute Geschichten gegen die Einsamkeit

„Ist Einsamkeit dein größtes Glück, geh nachts allein durch Osnabrück.“ Das hat der niedersächsische Berliner Geschichtenerzähler Horst Evers schon vor etlichen Jahren in seiner Hommage an Niedersachsen gedichtet. Ich liebe Horst Evers – und ich bin froh, wenn wir gute Geschichten gegen die Einsamkeit erzählen, gute Nachrichten, gute Mär könnte man auch sagen.

Gute Mär – also gute Nachricht ist auch der Richard-von-Weizsäcker-Journalistenpreis 2022 von der Unionhilfswerk-Förderstiftung und vor allem das, was die Preisträgerinnen und Preisträger und auch alle anderen ersonnen haben. Ersonnen – vielleicht das richtige Wort in die Dunkelheit der Einsamkeit hinein. Wenn es diesen Preis nicht gäbe, man müsste ihn erfinden.“

Unsere Reihe “Wege aus der Einsamkeit”

In unserer Blog-Reihe „Wege aus der Einsamkeit“ stellen wir Ihnen demnächst die drei Siegerbeiträge des Journalistenpreises 2022 vor. Sie widmen sich dem Thema der Einsamkeit auf jeweils eigene Art und beleuchten das Phänomen aus verschiedenen Blickwinkeln.

„Wenn die Beschäftigten gern zur Arbeit kommen, dann hast du etwas richtiggemacht.“

Einmal war es die Lust, fremde Länder und ihre Tierwelt zu entdecken, für die er die USE verlassen hat. Zum Work and Travel hat es ihn nach Australien gezogen, zum Tauchen nach Thailand. Aber bald war klar: die Reiselust ist gestillt und es zieht ihn zurück an seinen alten Arbeitsplatz. Also tippte er noch in der Hängematte am Strand seine Bewerbung als Tierpfleger in der USE.
Seine Leidenschaft für Tiere hat ihn dann ein zweites Mal von der USE weggeführt: um wie in seiner Ausbildung wieder mehr mit exotischen Tieren zu arbeiten und sein Wissen zu erweitern, hat er einen Job im Berliner Zoo angenommen. Dort arbeitete er mit Großkatzen und Menschenaffen und im Huftierrevier kümmerte er sich um Giraffen, Wildrinder und Antilopen. Aber, so zitiert er einen Freund: „Eine Giraffe ist am Ende auch nur eine große Kuh.“ Er vermisst seine vielseitige und verantwortungsvolle Arbeit bei der USE und kehrt deshalb schon nach einem Jahr wieder zurück.

Verantwortung für Mensch und Tier

Der gebürtige Berliner wurde als Rückkehrer immer wieder herzlich willkommen geheißen – hier wird er gebraucht und kann sich einbringen. Die große Verantwortung für Mensch und Tier, die er gemeinsam mit seinem Team 365 Tage im Jahr trägt, ist zwar manchmal ziemlich anstrengend, aber gleichzeitig schätzt er die Gestaltungsfreiheit, die ihm ebendiese Verantwortung bietet: Wenn er eine neue Idee für das Haus Natur und Umwelt hat, kann er sie fast immer umsetzen, auch wenn es mal länger dauert. Es ist dann sein Projekt, von Anfang bis Ende. Momentan bepflanzt er zum Beispiel Insektenhotels mit heimischen Pflanzen.

Eine gute Atmosphäre schaffen

Sein Job bei der USE ist sinnhaft, das hat ihn überzeugt, immer wieder zurückzukehren. Im Haus Natur und Umwelt kann er sein Wissen über Tiere und Natur weitergeben und so etwas zu ihrem Schutz und Erhalt beitragen. Eine gute Atmosphäre zu schaffen, für Beschäftigte, Mitarbeiter und Tiere – das sei aber eigentlich seine Hauptaufgabe: „Wenn die Beschäftigten wieder gern zur Arbeit kommen, dann hast du etwas richtiggemacht.“

Die Suche nach dem Kompromiss

Andreas Sperlich

Andreas Sperlich

Ringen um die Erhöhung des Landesmindestlohns

Wenn man sich den Koalitionsvertrag im Kapitel „Arbeit und Soziales“ näher anschaut, dann werden die schwierigen Rahmenbedingungen sehr deutlich. Vor allem bei den sozialdemokratischen Schwerpunktthemen finden sich Inhalte die deutlich machen, dass die Mitglieder überzeugt werden sollten. Die Erhöhung des Landesmindestlohns und damit weiterhin deutlich über den bundesdeutschen Mindestlohn ist sicherlich eine harte Nuss, die zu knacken war. Die Begrenzung auf 1,50 Euro über den bundeseinheitlichen Mindestlohn ist dann der Kompromiss, der beide Seiten befrieden konnte. Eine konsequente Umsetzung des Landesmindestlohnes und die Anerkennung von Tarifen und Betriebsvereinbarungen für alle Beschäftigten in der Eingliederungshilfe und der Zuwendungsprojekte wäre sehr zu begrüßen. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass darauf leider nicht Verlass ist. Auch diesmal finden sich im Vertrag dazu keine eindeutigen Aussagen, und es bleibt zu vermuten, dass in Zukunft darum weiter mühsam gerungen werden wird.

100 „Budgets für Ausbildung“ bis 2025

Was können die Menschen mit Beeinträchtigungen erwarten? Bis 2025 sollen 100 Budgets für Ausbildung vereinbart werden. Ein gutes Ziel, da dadurch Menschen mit dauerhafter Erwerbsminderung der Weg zu einer Berufsausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geebnet werden würde. Aber selbst Jahre nach Einführung des Instrumentes sind im Land Berlin noch nicht einmal die Strukturen und Prozesse zum Budget für Ausbildung abschließend und umfassend beschrieben, und die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen werden als Partner zur Umsetzung nicht einmal genannt, obwohl sie die Experten für den benannten Personenkreis sind.

Werkstätten weiterentwickeln

Erfreulich ist die zugesagte Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Werkstätten für Menschen mit Behinderung, leider ohne irgendeine Richtung der Weiterentwicklung zu benennen. Im Kontext der Schaffung einer unabhängigen Beratungsstelle – wieder ohne die Expertise der Werkstätten – deutet vielleicht eine Richtung an. Wir werden das sehr genau beobachten und konstruktiv-kritisch begleiten.

Zuwendungsrecht entbürokratisieren

Eine insbesondere auch durch das Unionhilfswerk seit langem erhobene Forderung der Entbürokratisierung des Zuwendungsrechtes findet sich im Abschnitt „Soziales“ wieder. Zuwendungen sind staatliche Leistungen zur Umsetzung von sozialen Dienstleistungen. Es wäre für alle hilfreich, wenn es einen klaren Prozess gäbe und nicht 12 verschiedene Ideen von Zuwendungsanträgen und -abrechnungen. Das berührt natürlich grundsätzliche Fragen einer Verwaltungsreform in Berlin, und deshalb bleibt zu hoffen, dass dieser Punkt nicht vergessen wird.

Gemeinkostenpauschale prüfen

Es ist zu begrüßen, dass die Gemeinkostenpauschale wohlwollend geprüft werden soll. Zu den Gemeinkosten zählen Ausgaben und Sachkosten, die durch die Nutzung der Infrastruktur des Trägers, z.B. Buchhaltung, Personalverwaltung, Räume oder Büroausstattung, entstehen und nicht unmittelbar einzelnen geförderten Projekten zugeordnet werden können. Ohne die vorhandene Infrastruktur könnten die Projekte jedoch nicht durchgeführt werden.

Weitere Vorhaben

Bemerkenswert ist das Vorhaben, ein Altenhilfestrukturgesetz zu erarbeiten. Hier ist Berlin bundesweit Vorreiter und das Unionhilfswerk ganz vorne mit dabei. Auch die Themen Kälte- und Obdachlosenhilfe nehmen einen prominenten Rahmen ein, ohne wesentlich neue Akzente zu setzen.

Ein Fazit

So ist irgendwie von allem etwas dabei und vor allem so „verpackt“, dass vieles möglich scheint, ohne schon jetzt zu viel Verbindlichkeit herzustellen. Beim Lesen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass vor allem die Mitglieder der SPD gewonnen werden sollen, damit sie dem Vertrag letztendlich zustimmen. Das ist im Ergebnis letztlich gelungen. Hoffentlich ist nicht zu viel offen und unverbindlich geblieben, so dass sich die Koalition in den kommenden drei Jahren ständig über die Interpretation der Ausführungen im Koalitionsvertrag auseinandersetzen muss. Das wäre schlecht für die Stadt und die Menschen, die auf die in Aussicht gestellten Vorhaben hoffen.