Monthly Archives: April 2026

Eröffnung des Kiezorts „Brusi“ – Ein neuer Mittelpunkt für die Brusebergsiedlung

Am 16. April wurde in der Reinickendorfer Brusebergsiedlung bei strahlendem Sonnenschein ein besonderer Meilenstein erreicht: die feierliche Einweihung des neuen Kiezorts „Brusi“. Ab jetzt öffnet der neue Treffpunkt für die Nachbarschaft offiziell seine Türen – und bringt damit frischen Schwung, vielfältige Angebote und viel Raum für Begegnung in das Quartier. Initiiert von der HOWOGE und betrieben in Kooperation mit der Stiftung Unionhilfswerk Berlin soll der neue Treffpunkt ein lebendiger Anlaufort im Alltag der Bewohner*innen werden. Gemeinsam mit zahlreichen Nachbarinnen und Nachbarn sowie vielen Akteur*innen aus der Umgebung eröffneten Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner, der HOWOGE-Vorstand Jörg Kotzenbauer und die Vorständin der Stiftung Unionhilfswerk Berlin, Lilith Langner, diesen neuen Ort des Miteinanders. Die Eröffnung bot allen Interessierten die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten zu erkunden und erste Angebote kennenzulernen, die künftig regelmäßig das Wochenprogramm bereichern werden.

 

Vielfältige Angebote für Nachbarschaft, Familien und Senior*innen

Schon dabei wurde sichtbar, wie vielfältig der neue Kiezort genutzt werden kann:
Im Garten lädt eine Boulebahn zum Spielen ein, im Innenbereich treffen sich Nachbarinnen und Nachbarn zu Spiel-, Freizeit- und Bewegungsangeboten. Kinder können an sportlichen Aktivitäten teilnehmen, Familien den offenen Treff der Stadtteilmütter besuchen und Seniorinnen und Senioren in Gesundheits- und Bewegungsformaten aktiv werden. Darüber hinaus wird die Nachbarschaft durch eine Vielzahl an Beratungsangeboten in Alltagsfragen unterstützt – von der Mieter- und Sozialberatung der HOWOGE über die Energiesparberatung der Caritas bis hin zum mobilen Rollatorencheck des Sanitätshauses Hempel. Ergänzend schafft der monatliche „Vortragsmittwoch“ eine gute Gelegenheit, sich zu vielfältigen Themen weiterzubilden.

 

Mitgestaltung und Engagement im Kiezort Brusi

Gleichzeitig bietet der neue Kiezort noch viel Raum für die Nachbarschaft, um selbst aktiv zu werden, sich mit eigenen Ideen und Wünschen in das wöchentliche Angebot einzubringen und den Treffpunkt mit Leben zu füllen.

 

Ein Ort für lebendige Nachbarschaft in Berlin

Mit dem Kiezort Brusi wächst ein Ort heran, der zeigt, wie lebendige Nachbarschaft entstehen kann, wenn Menschen, Ideen und Engagement zusammenkommen.

„Mit dem ‚Brusi‘ schaffen wir Raum für Begegnung und gegenseitige Unterstützung. Wir freuen uns darauf, diesen Ort gemeinsam mit der Nachbarschaft zu beleben.“, so Lillith Langner.

„Ich bin Wegbegleiter“ – unsere neue Kampagne für Berlin

Eine gemeinsame Haltung sichtbar machen

„Wir sind Wegbegleiter*innen“ beschreibt seit Jahren, was uns als Organisation verbindet. Es geht dabei nicht nur um konkrete Angebote, sondern um eine Haltung im Umgang miteinander und mit den Menschen, die wir unterstützen.
Im vergangenen Jahr haben wir uns intensiv mit unserer Marke und unseren Werten auseinandergesetzt. Daraus ist der Wunsch entstanden, diese Haltung auch nach außen klarer zu zeigen und verständlicher zu machen.

Denn das Unionhilfswerk ist groß und vielfältig: Über 3.000 Mitarbeitende und rund 2.000 freiwillig und ehrenamtlich Engagierte begleiten jeden Tag mehrere Tausend Menschen in Berlin. Unsere Arbeit und diese Vielfalt werden in der öffentlichen Wahrnehmung bislang nur zum Teil sichtbar.

 

Warum mehr Sichtbarkeit wichtig ist

Unsere Arbeit ist gesellschaftlich relevant, wird aber oft erst dann wahrgenommen, wenn man selbst oder jemand im eigenen Umfeld Unterstützung braucht. Gleichzeitig stehen wir – wie viele Träger im sozialen Bereich – vor der Herausforderung, ausreichend Fachkräfte zu gewinnen und Menschen für ein Engagement zu begeistern.

Soziale Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie sorgt dafür, dass Menschen Unterstützung bekommen, wenn sie sie brauchen, dass Teilhabe möglich bleibt und dass soziale Strukturen stabil bleiben. Gleichzeitig steht sie zunehmend unter Druck – etwa durch steigende Bedarfe, knapper werdende finanzielle Ressourcen und den Mangel an Fachkräften.

Damit verbunden ist auch die Frage der Wertschätzung: Die Arbeit unserer Mitarbeitenden erfordert ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und persönlichem Engagement – und verdient es, stärker gesehen und anerkannt zu werden, sowohl im Alltag als auch in der öffentlichen Wahrnehmung.

Mehr Sichtbarkeit kann dazu beitragen, neue Kolleg*innen anzusprechen, Interesse an freiwilligem Engagement zu wecken und insgesamt ein besseres Verständnis für soziale Arbeit zu schaffen.

 

Unterstützung durch bekannte Persönlichkeiten

Teil unserer Kampagne sind drei Persönlichkeiten, die vielen Menschen in Berlin bekannt sind: Ulli Zelle, Leah Weigand und Fabian Reese. Sie machen deutlich, was es für sie bedeutet, andere Menschen zu begleiten oder unterstützt zu werden. Alle drei sagen „Ich bin Wegbegleiter*in“ und durch ihre Bekanntheit erreichen die Inhalte auch Menschen, die bislang wenig Berührungspunkte mit unserer Arbeit hatten. Gleichzeitig helfen sie dabei, die Themen der Kampagne in eine breitere Öffentlichkeit zu tragen.

 

Präsenz im Berliner Alltag

Die Motive der Kampagne sind bewusst im Alltag der Stadt platziert. Sie begegnen Menschen auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen oder unterwegs durch Berlin. Für einige ist es vielleicht der erste Kontakt mit dem Unionhilfswerk, andere erkennen Angebote wieder, denen sie bereits begegnet sind.

 

Einladung zum Mitmachen

Wer sich für unsere Arbeit interessiert und ebenfalls Wege begleiten und Menschen unterstützen möchte, findet viele Möglichkeiten, sich einzubringen: als Mitarbeitende*r, im freiwilligen Engagement oder als Unterstützer*in. Wir sind Wegbegleiter*innen – und Sie, liebe Leserinnen und Leser. Haben Sie auch Lust, Gutes zu tun? Hier erfahren Sie mehr: www.unionhilfswerk.de/wegbegleiter

 

 

Unionhilfswerkerin: Katharina Haßemer

Name: Katharina Haßemer

Alter: 37

Beruf: Referentin Talentakquise

Was genau machen Sie da?

Ich bin im Team Personalentwicklung & Recruiting. D.h. wenn Einrichtungen neue Mitarbeitende suchen, kümmere ich mich um verschiedene Recruiting-Maßnahmen wie Plakatwerbung, Social Media Werbung oder auch das Erstellen von Recruiting-Filmen in den Einrichtungen vor Ort.

Außerdem darf ich verschiedene Maßnahmen zur Bindung der Mitarbeitenden organisieren und natürlich auch darüber berichten. Das reicht von der Aufklärung über die betriebliche Altersvorsorge über Workshops bis hin zur Organisation von Filmabenden.

Und worauf ich besonders stolz bin, ist, dass ich eine Art Vielfaltsbeauftragte in unserem Team bin. Ich versuche verschiedene Maßnahmen zu identifizieren und organisieren, die uns dabei unterstützen, dass sich jede*r Mitarbeiter*in, unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, sexueller Orientierung, Religion, Beeinträchtigungen oder sozialer Herkunft, wohl fühlt, im Unionhilfswerk zu arbeiten.

 

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

Zum Einen die Vielseitigkeit der Tätigkeiten und zum Anderen, dass ich den Mitarbeitenden etwas Gutes tun kann mit meiner Arbeit – dass ich etwas sinnstiftendes tue. Bevor ich zum Unionhilfswerk kam, habe ich Marketing für Software-Firmen gemacht. Da standen die Zahlen im Mittelpunkt, jetzt steht der Mensch im Mittelpunkt. Ich darf also endlich nah an bzw. in meinen eigenen Werten arbeiten – Vielfalt, Empathie & Respekt.

 

Was wollten Sie werden als Sie klein waren?

Mein kindliches Ich war da sehr kreativ. Das reichte von „Bar-Frau“ über Lehrerin bis hin zu Moderatorin. Eine Zeit lang wollte ich sogar die neue Monika Lierhaus werden – dabei bin ich eigentlich nur so halb Fußball-begeistert

 

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

Einen Emu zu füttern! Das war zur Drehbesichtigung im Tierpark der USE in der Hasenheide. Emus mögen übrigens Weintrauben.

 

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Hmmm, vielleicht Gameshow-Moderatorin 🙂
Ich habe bei einem früheren Arbeitgeber regelmäßig Quizes und Gameshows auf den Mitarbeitendenfesten moderiert – natürlich immer im vollen Glitzer-Flitzer-Outfit. Die Kolleg*innen schienen sich bestens unterhalten zu fühlen.

 

Am Wochenende mache ich am liebsten…?

Kino, Essen gehen oder Spazieren (gern an der Spree bzw. am Wasser).

 

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

Ich liebe es einfach, am Wasser zu sein. Ansonsten wo auch immer meine besten Freunde sind.

 

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

Vielleicht auf das Reisen mit dem Flugzeug. Ich habe eh Höhen- und somit leicht Flugangst und versuche zumindest in Europa lieber den Zug zu nutzen, auch aus Gründen der Nachhaltigkeit.

 

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

Auch wenn Menschen keine Gegenstände sind – meinen besten Freund. Ich würde sonst irgendwann die Einsamkeit nicht aushalten können. Außerdem ist er ausgebildeter Mediziner – nicht ganz unpraktisch. Ansonsten ganz pragmatisch ein Jagdmesser und einen Großvorrat von einem entzündungshemmenden Medikament.

 

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

Gelebt in den 80ern – ich mag den Stil, die Musik, die Filme. Wenn ich aber auch nur einmal kurz in eine Zeit reinschauen dürfte – dann zu Zeiten der Dinos.

 

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

Sich etwas trauen. Ich habe z.B. direkt nach dem Studium die Möglichkeit bekommen, in London zu arbeiten und hatte unheimliche Angst davor, allein in ein anderes Land auszuwandern. Am Ende war es die beste Erfahrung in meinem Leben.

 

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

Fliegen. Ich habe die Hoffnung, dass ich dann meine Höhenangst verliere. Denn eigentlich ist Höhenangst ja eine Angst vor dem Fallen – aber, wenn ich fliegen kann, muss ich davor ja keine Angst mehr haben.

 

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

Natürlich meine liebsten Kolleg*innen aus dem PER-Team. Es macht einfach unglaublich Spaß mit euch. Grüße gehen raus!

Wenn Kinder andere zum Strahlen bringen – PAPILLONS für den KiKA Award 2026 nominiert

*** HIER GEHT ES ZUM VOTING: https://voting.kika.de/***

Ab dem 8. April 2026 kann online abgestimmt werden – und jede Stimme zählt. Am 24. April um 19:30 Uhr werden die Gewinner*innen in einer Live-Show in Köln bekannt gegeben. Stellvertretend für viele engagierte Kinder und Jugendliche werden Leonore (10) und Maris (9) vor Ort sein. Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, was diese besondere Nominierung für sie bedeutet.

 

„Das ist total aufregend“

In wenigen Wochen seid ihr im Fernsehstudio bei der Live-Show zum KiKA Award. Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt sich das an?

Leonore: Das ist total aufregend. Vor allem, dass alle das im Fernsehen sehen können.

Maris: Ja, ich finde das auch aufregend – und einfach richtig toll.

 

„Wir helfen ihnen, auf der Bühne Stars zu sein“

Was macht ihr bei den PAPILLONS?

Leonore: Ich bin seit 2023 dabei. Wir proben viel und helfen den älteren Menschen, auf der Bühne Stars zu sein. Manchmal vergessen sie ihren Text – dann helfen wir ihnen.

Maris: Manchmal flüstere ich den Text oder eine Frage. Das hilft dann.

 

„Die Vergessen-Krankheit“

Wie erklärt ihr euren Freunden, was die PAPILLONS sind?

Maris: Die PAPILLONS sind eine Theatergruppe mit älteren Menschen. Einige haben Demenz. Alle leben in einem Pflegewohnheim – und genau dort ist auch unsere Bühne.

Leonore: Oft werde ich gefragt, was Demenz ist. Ich sage dann immer: „die Vergessen-Krankheit.“

 

„Wir lachen ganz viel zusammen“

Warum engagiert ihr euch schon so lange?

Leonore: Mit älteren Menschen kann man sehr viel Spaß haben. Wir lachen viel zusammen. Und sie haben so spannende Geschichten zu erzählen. Auf der Bühne zeigen sie ihr Leben – das finde ich toll.

Maris: Alle sind immer total nett zu mir. Ich freue mich, wenn sie fröhlich sind. Von älteren Menschen kann man viel lernen, weil sie schon so viel erlebt haben. Und der Applaus gefällt mir auch!

 

Leonore

Maris

*** HIER GEHT ES ZUM VOTING: https://voting.kika.de/***

 

 

 

Zwischen Krieg und Frieden – Zeitzeugengespräch über die Gefahren von Atomwaffen im Kalten Krieg und heute

Mehr als dreißig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges hat der russische Angriffskrieg in der Ukraine die Ängste vor dem Einsatz von Atomwaffen wieder ins Gedächtnis gerufen. Dieses Thema beschäftigt auch Dr. Philipp Sonntag, der zwischen 1964 und 1971 Jahren an Kriegsfolgestudien zu Wirkung von Kernwaffen gearbeitet und die nukleare Aufrüstung während des Kalten Krieges persönlich miterlebt hat.

„Kaum sonst etwas auf dieser Welt könnte mich mehr erschrecken als heute diese Schlagzeile: ‚Das atomare Gespenst kehrt zurück‘“

Die Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump vom 31. Oktober 2025, die USA sollten nach 33 Jahren neue Atomwaffentests durchführen, stellen einen weiteren Schritt in der Eskalation der atomaren Rhetorik seit Februar 2022 dar. Auch wenn Expert*innen davon ausgehen, dass Trump über Tests redet, die im Labor durchgeführt werden können und keinen Atompilz produzieren möchte, gibt sich Dr. Philipp Sonntag besorgt. „Zum ersten Mal fühle ich mich in Berlin nicht mehr sicher vor der Explosion einer Atomwaffe, genau hier!“

Berlin im Fadenkreuz der Geschichte

Das erinnert ihn an die Geschichte der Atombombe. Diese wurde auf Ratschlag des deutsch-ungarischen Physikers Leó Szilárd von der US-Regierung im Zweiten Weltkrieg gebaut. Berlin wurde als erstes Ziel für den Abwurf der ersten Atombombe ausgewählt. “Doch die Nationalsozialisten kapitulierten drei Monate zu früh”, erzählt Dr. Sonntag, und die Bombe wurde stattdessen gegen Japan gerichtet.

Forschung an der Grenze des Vorstellbaren

Als Diplom-Physiker war er an einem Forschungsprojekt der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler/Verantwortung der Wissenschaft (VDW) beteiligt, bei dem es um die Berechnung von Zerstörungsszenarien durch einen möglichen Atomkrieg in Deutschland ging. Im Gespräch zeigte er uns modellhafte Abbildungen, an denen er gearbeitet hat. Sie zeigten, wie eine einzige Atombombe über die unmittelbare Vernichtung hinaus noch weitere Dörfer und ganze Städte mit radioaktiver Strahlung verseuchen könnte. Ein defensiver Einsatz von Atombomben, um Truppen abzuwehren, würde zur Selbstzerstörung führen.

Warum es keinen „begrenzten“ Atomkrieg geben kann

Auch mit dem Szenario eines Erstschlags hat er sich rechnerisch auseinandergesetzt. Es galt zu ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit man durch den Einsatz von Atomwaffen in der Lage sei, die Raketen einer anderen Macht zu zerstören und somit einen Gegenschlag zu verhindern. Aber ein Ergebnis, in dem sich die wechselseitige Vernichtung verhindern ließe, gäbe es nicht. Die durch das Wettrüsten entwickelten Technologien, welche die Geschosse schneller und präziser machten, reduzieren die Wahrscheinlichkeit, einen Atomsprengkopf abzufangen. Das Aufkommen von Atom-U-Booten, welche zu jeder Zeit irgendwo im Meer stationiert sein könnten, würden einen Zweitschlag praktisch garantieren.

Zwischen Wissenschaft und persönlicher Belastung

Auch in seiner Freizeit beschäftigte ihn das Thema. Abends saß er häufig noch in der Kneipe „Tom Suden“ und las Berichte über die Einsätze der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki. Gemeinschaftliche Tischkickerpartien zwischendurch halfen ihm dabei, die Reportagen von unbeschreiblichem Leid auszuhalten. Da die Menschen damals von radioaktiver Strahlung nichts wussten, kehrte der Alltag in Hiroshima und Nagasaki schnell wieder zurück. Nur drei Tage später fuhr die Straßenbahn wieder, erzählt uns Dr. Sonntag. So starben Menschen an Verletzungen durch die unmittelbare Explosion und in den Tagen, Wochen und Jahren danach an den Folgen der Strahlung. Mit eindrücklichen Abbildungen veranschaulicht er seine Beschreibungen des verursachten Leids.

Die aktuelle politische Lage beunruhige ihn, schließlich seien die russischen Atomwaffen auch auf Deutschland gerichtet. Die Zukunft sei unsicher, auch weil sich der Krieg weiterentwickelt. Über zukünftige Formen der hybriden Kriegsführung, bei der durch Cyberangriffe kritische Infrastruktur ausgeschaltet würde, könne man nur spekulieren. Diese könnten aber ebenso gefährlich sein; einen Atomkrieg bräuchte man vielleicht nicht mehr, um Zerstörung anzurichten.

Zwischen Sorge und Zuversicht

Mit der anschließenden Fragerunde endet das Gespräch in einem optimistischeren Ton. Auf die Frage, wie er mit dieser Sorge trotzdem den Alltag bewältigen kann, antwortet er mit einem Spruch, der auf eine Überlieferung des Propheten Mohammed zurückgeht: „Vertraue Allah, aber binde dein Kamel an“. Das Leben geht weiter und wir müssen es so führen, dass das Morgen kommen wird. Dazu gehört es auch, sich für den Frieden zu engagieren.

 

Hier finden Sie weitere Informationen auf einer Webseite von Dr. Philipp Sonntag.