Monthly Archives: Oktober 2023

„Wir müssen die Charta der Vielfalt mit Leben füllen“

Das diesjährige Sommerfest des Unionhilfswerks stand im Zeichen der Vielfalt. Sie haben in diesem Rahmen die Charta der Vielfalt unterschrieben. Weshalb dort?

Kathrin Weidemeier: Auf dem Sommerfest erreichen wir viele Menschen durch eine direkte Ansprache. Das ist persönlicher als eine Information im Intranet, ein Blog-Beitrag oder eine E-Mail. Und es ergibt sich dann auch noch gleich die Möglichkeit, mit den Kolleg*innen oder uns vor Ort ins Gespräch zu gehen.

Andreas Sperlich: Das haben wir meines Erachtens auch erreicht. Wir haben in entspannter Atmosphäre das Gespräch eröffnet und werden weiterhin den Austausch mit den Mitarbeiter*innen suchen. Die auf dem Sommerfest ausgesprochene Einladung, das Gespräch fortzusetzen und zu vertiefen – gern gemeinsam mit der Geschäftsleitung – steht. Wir freuen uns über alle, die sie annehmen.

Was bedeutet für Sie die Charta der Vielfalt?

Kathrin Weidemeier: Die Charta der Vielfalt bedeutet für uns, zu guter Letzt die vielzähligen Dimensionen der Vielfalt zu leben. Das machen wir schon im Unternehmen. Wenn wir aber mal in unsere Einrichtungen und Projekte gucken, denke ich, dass da noch Luft nach oben ist. Daher gilt es Anreize zu schaffen, gemeinsam darüber nachzudenken, wie wir die Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Dimensionen wie z.B. Alter, Geschlecht oder geschlechtliche Identität, körperliche oder geistige Fähigkeiten, Herkunft oder Religion usw. in unseren Einrichtungen manifestieren können.

Andreas Sperlich: Ich glaube, wir sind uns gar nicht bewusst, an welchen Stellen wir bereits ausgesprochen viel Vielfalt und an welchen Stellen wir vielleicht noch sehr wenig Vielfalt leben. Wenn wir uns das deutlich machen, dann können wir das auch bewusst beeinflussen und die Charta Schritt für Schritt umsetzen.

Es muss nach innen und außen deutlich werden, dass wir uns den Dingen, die in der Charta der Vielfalt festgehalten sind und die wir nun unterzeichnet haben, aktiv verbunden fühlen.

Kathrin Weidemeier: Letztendlich geht es jedoch nicht nur um unsere Mitarbeitenden. Wir haben tagtäglich einen Auftrag an Menschen zu leisten – an unsere Klient*innen, Bewohner*innen, Beschäftigten und Kinder. Auch diese bzw. den Umgang mit ihnen müssen wir in den Fokus nehmen, wenn wir Diversität leben und damit werben wollen.

Sie sprachen davon, dass es durchaus Nachholbedarf gibt. Wie wollen Sie die Charta der Vielfalt im Unionhilfswerk-Verbund umsetzen?

Andreas Sperlich: Die Charta der Vielfalt darf keine reine Marketingaktion werden. Es reicht nicht, dass wir sie unterschreiben und das dann in alle Welt verkünden, sondern wir müssen uns auch mit ihr auseinandersetzen und sie mit Leben füllen. Mit der entsprechenden Kommunikation, mit entsprechenden Fortbildungsmaßnahmen, mit entsprechenden Klausuren gilt es nun erst einmal, unsere Mitarbeiter*innen mitzunehmen. Ich glaube nämlich, dass die Charta der Vielfalt mit ihren unterschiedlichen Dimensionen und deren Bedeutung für einen Teil unserer Mitarbeitenden noch wenig greifbar ist.

Kathrin Weidemeier: Ja, Bewusstsein schaffen ist ein erster Schritt. Ich denke jedoch auch, dass zudem Hürden abgebaut werden müssen. Es wird bei den Mitarbeitenden bei dem einen oder anderen Thema Berührungsängste oder Befremdung geben. Hier gilt es, in den offenen Dialog zu gehen und auch, unterschiedliche Meinungen zuzulassen.

Andreas Sperlich: Das denke ich auch. Vielfalt hört sich so bunt, schön und positiv besetzt an, aber es gibt Ressentiments, es gibt Ängste, es gibt Bedenken. Die müssen wir ernst nehmen und können sie nicht einfach wegdiskutieren. Wir müssen den Mitarbeiter*innen, aber auch den Menschen, für die wir Wegbegleiter sind, das Gefühl geben, dass wir eine andere Meinung respektieren und uns damit auch ernsthaft auseinandersetzen.

 

 

 

 

Weitere Informationen zum Thema unter www.charta-der-vielfalt.de

„Wir für Berlin“ als E-Paper – digital und nachhaltig

Die Unternehmenspublikation „Wir für Berlin“ gibt es seit 14 Jahren in gedruckter Form. Wir berichten darin über die Arbeit der gemeinnützigen Gesellschaften, das Vereinsgeschehen sowie die Aktivitäten von Trägerstiftung und Unionhilfswerk-Förder­stiftung. Außerdem greifen wir aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik oder Gesundheitswesen auf.

Viele Jahre erschien die „Wir für Berlin“ im Zeitungsformat. Das 75. Jubiläum des Unionhilfswerks im vergangenen Jahr nahmen wir zum Anlass für einen Neustart. Seitdem erscheint unsere Unternehmenspublikation als Magazin.

Unabhängig vom Ort informieren

Die Lesegewohnheiten entwickelten sich weiter. Vor allem jüngere Menschen und diejenigen, die viel unterwegs sind, nutzen weniger Printmedien, um sich zu informieren. Sie bevorzugen Smartphone oder Internet (siehe Statista). An dieser Herausforderung kam auch unser „Wir für Berlin“-Magazin nicht vorbei.

Bewusster Umgang mit Ressourcen

Zudem hat sich Umgang mit den vorhandenen Ressourcen gewandelt. Der Wert Nachhaltigkeit hat an Bedeutung gewonnen – auch im Unionhilfswerk. So haben wir beispielsweise allein im Jubiläumsjahr 750 Bäume gepflanzt. Daher haben wir uns die Frage gestellt, ob die Auflage des „Wir für Berlin“-Magazins bei 5.000 Exemplaren bleiben oder ob sie nicht verringert werden sollte.

Unionhilfswerk-App und E-Paper

Wir haben uns für Letzteres entschieden: Die Auflage sollte auf 3.000 Exemplare reduziert und parallel eine digitale Version angeboten werden. Mit der Ausgabe 120 des „Wir für Berlin“-Magazins gibt es neben dem gedruckten Format nun also auch ein E-Paper. Das E-Paper ist in der Unionhilfswerk-App im Google Play Store und im App Store von Apple verfügbar. Außerdem befindet es sich als Web- bzw. Browser-Version auf unserer Internetseite.

Um das E-Paper zu verwirklichen, war Zusammenarbeit gefragt. Großer Dank gilt PressMatrix, der IT, der USE und den Kolleginnen der Unternehmenskommunikation.

Mehr als nur lesen

Das E-Paper ist kein einfaches PDF. Es bietet zahlreiche Funktionen, die ein interaktives Leseerlebnis ermöglichen. Fotogalerien oder Videos können beispielsweise eingebunden werden. Außerdem lässt sich die Schriftgröße anpassen. Die Unionhilfswerk-App bietet sogar eine Vorlesefunktion – ideal für Menschen mit Sehbeeinträchtigung und diejenigen, die lieber hören als lesen. Und natürlich ist das digitale Angebot kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar.

Hier geht es zum E-Paper

Zum einen befindet sich das E-Paper in der Unionhilfswerk-App. Einfach QR-Code einscannen und ausprobieren.

 

 

 

 

 

 

Alternativ ist das E-Paper auf www.unionhilfswerk.de/magazin zu finden.

 

Um Sie beim Nutzen der Unionhilfswerk-App und des E-Papers bestmöglich zu unterstützen, haben wir Anleitungen und ein Schulungsvideo erstellt. Bei Fragen oder Anmerkungen steht die Unternehmenskommunikation selbstverständlich auch persönlich gerne zur Verfügung.

Wir wünschen viel Freude beim interaktiven Lesen!

 

Musik gegen Einsamkeit im Alter

Ob in der Französischen Friedrichstadtkirche oder dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt, ob im Konzertsaal der Universität der Künste in der Fasanenstraße oder in der Bundesallee – die Konzerte sind inzwischen zu einer schönen Tradition geworden. Die Erlöse helfen Menschen am Lebensende, frei von quälenden Schmerzen und Ängsten zu sein – gut umsorgt und liebevoll betreut zu Hause oder im Pflegewohnheim.

Begegnungen gegen das Alleinsein

Von den „Posener Nachtigallen“ über das sorbische National-Ensemble Bautzen bis hin zur brasilianischen Sopranistin und dem Staats- und Domchor der Universität der Künste – Jahr für Jahr verzaubern sehr besondere Musiker*innen das Publikum und unterstützen damit die Projekte der AltersHospizarbeit. Eines der von der Unionhilfswerk-Förderstiftung unterstützen Projekte ist ein Besuchsdienst. Hier begegnet man dem Alleinsein alter Menschen und setzt sich für mehr soziale Teilhabe dieser Personengruppe ein. In den Pflegewohnheimen und Demenz-Wohngemeinschaften des Unionhilfswerks unterstützen rund 50 freiwillige Engagierte mit ihren Besuchen die Bewohner*innen. Die Freiwilligen leisten den ihnen Gesellschaft und regen sie mit Spaziergängen an, sie lesen ihnen vor oder verschönern einsame Stunden beim gemeinsamen Kaffeetrinken.

Dank der Spenden aus den Benefizkonzerten kann diese engagierte Freiwilligenarbeit unterstützt und darüber hinaus können Weiterbildungen finanziert werden.

 

Drei Konzerte, bei denen Sie Musik genießen und Gutes tun können!

Neben zwei Konzerten im Konzerthaus am Gendarmenmarkt im Oktober 2023 und Januar 2024 findet in der Universität der Künste, im Konzertsaal in der Bundesallee, das traditionelle Nikolauskonzert mit dem Staats- und Domchor der Universität der Künste statt:

 

Am 19. Oktober 2023 um 15 Uhr: „WENN ICH SONNTAGS IN MEIN KINO GEH“

Salonorchester »Unter’n Linden« und Winnie Böwe

Das gibt’s nur einmal“, „Wenn ich sonntags in mein Kino geh“, „Ich brauche keine Millionen“…. mit fröhlich-humorvollen Liedern lädt Sie das „Salonorchester Unter’n Linden“ der Staatskapelle Berlin gemeinsam mit der Unionhilfswerk-Förderstiftung ein, Musik zu genießen und Gutes zu tun! Das 9-köpfige Ensemble und die Solistin Winnie Böwe präsentieren heiter-melancholische Salonlieder und Filmmelodien u.a. von Ralph Benatzky, Werner Richard Heymann, Peter Kreuder und Franz Grothe beim Benefizkonzert zugunsten der AltersHospizarbeit.

Karten: 20-30 Euro
Konzerthaus Berlin | Kleiner Saal | Gendarmenmarkt | 10117 Berlin
 

Am 06. Dezember 2023 um 19 Uhr: Nikolauskonzert mit dem Staats- und Domchor und dem Julius-Stern-Institut

Adventliche Lieder und Melodien laden ein zum Entspannen und zum Einstimmen auf die Vorweihnachtszeit. Die verschiedenen Chorgruppen des Staats- und Domchors sowie die jungen Instrumentalmusiker des Julius-Stern-Instituts nehmen das Publikum mit ihren Adventsliedern und Musikstücken regelmäßig mit in die vorweihnachtliche Stimmung.

Eintritt frei | Keine Anmeldung erforderlich
Joseph-Joachim-Konzert-Saal
Universität der Künste der Universität Berlin
Bundesallee 1 – 12 | 10719 Berlin

 

Am 21. Januar 2024 um 11 Uhr: 20 Jahre Unionhilfswerk-Förderstiftung

Neujahrkonzert und Auftakt in das Jubiläumsjahr der Förderstiftung | Benefizveranstaltung

Hochklassige Stücke aus berühmten Opern und Musicals, interpretiert von preisgekrönten Solist*innen und begleitet von der Staatskapelle Halle. Mit Werken von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini Bedrich Smetana, Johann Strauß Jr. u.a.

Karten: 17-35 Euro
Konzerthaus Berlin | Großer Saal | Gendarmenmarkt | 10117 Berlin

Bewegend in Dänemark: Berlin*innen beim inklusiven Sommercamp – Begegnungen mit bleibendem Nachklang in Berlin

„Bewegung und Begegnung“ – und Empowerment!

Diese Aktion war die Fortsetzung der dänischen „Social Inclusion Games“, einer Olympiade für wohnungslose Menschen. Mehr als 1.000 Menschen nahmen an dem SommerCamp teil. Organisiert von der dänischen Organisation, Landsforeningen af Væresteder (LVS), mit staatlicher und privater Förderung sowie einem finanziellen Eigenanteil gab es für die zeltenden Teilnehmenden ein dichtes Programm aus Sport- und Kulturangeboten.

Teilnehmende und Betreuende von 7 Berliner Trägerorganisationen reisten gemeinsam mit dem Bus nach Randers. Auch eine Klientin des Unionhilfswerks und Chiara Polacchini, Co-Leitung des Unionhilfswerk-Freiwilligenmanagements und Projektkoordinatorin des Social Inclusion Berlin e.V., zählten zur Reisegruppe. Die 50 Berliner*innen waren die einzigen ausländischen Gäste – was sie manchmal sprachlich sehr herausforderte.

Wind und Wetter – eine der Herausforderungen

Herausfordernd war anfangs auch das Wetter – und in den Zelten fast hautnah erfahrbar: an den ersten Tagen war es kalt, regnerisch und windig: Ein Pavillon wurde am zweiten Tag vom starken Wind weggeweht und komplett zerrissen.

Schmackhaftes Essen, Kreativ-Workshops und vor allem auch täglich verschiedenste Sportaktivitäten mit vielen Erfolgen beim Team Berlin – es brachte 16 Pokale mit nach Hause – trugen dazu bei, dass die anfänglichen Widrigkeiten und Anstrengungen schnell vergessen waren. Die Teilnehmenden waren glücklich und dankbar dafür, dass sie für die Reisen ausgewählt worden waren.
Auch der Tagesausflug zu einem großen Freizeitpark bei bestem Wetter war ein Highlight –  für einige Teilnehmende war es der erste Besuch in einem Freizeitpark. Viele aus der Gruppe fragten, ob es im nächsten Jahr die Fortsetzung der Aktion geben würde.

Selbst organisiert – Nachtreffen in Berlin

Kurz nach der Rückkehr trafen sich viele aus der Gruppe ohne Betreuende beim inklusiven Strandtag im Strandbad Plötzensee, wo sie viel Spaß beim Schwimmen, Beachvolleyball und Tanzen hatten. Der „Spirit of the Game“ der Reise nach Dänemark hielt und hält auch in Berlin an – und verbreitet sich weiter. Neue Freundschaften sind entstanden, es gibt eine eigene WhatsApp-Gruppe und weitere Verabredungen für Treffen – die Menschen sind initiativ. Für den Verein Social Inclusion Berlin e.V. ist damit ein großes Ziel erreicht: Benachteiligte Menschen zu empowern!

Zu den nächsten Zielen des Vereins gehört es, dass die Teilnehmenden der Reise nach Dänemark als Multiplikator*innen in ihren Einrichtungen wirken und bei den monatlichen Training-Treffs (ab Oktober im F1 – Dein Stadtteilzentrum im Kiez) sogar mehr Besucher*innen kommen.