Monthly Archives: August 2022

#MomentevollerWunder einmal anders

Tagtäglich gestalten unsere Unionhilfwerker*innen die Leben der von ihnen betreuten Kinder, Klient*innen, Bewohner*innen und auch ihrer Kolleg*innen bunter, sorgen für Abwechslung im Alltag, ermöglichen viele positive Erfahrungen und erleben tolle und einmalige Ereignisse. Man kann sicher sagen: Sie schaffen Momente voller Wunder.

Auf unserem diesjährigen Unionhilfswerk-Jubiläumsfest berichteten unserer Mitarbeiter*innen von diesen Momenten. Aber nicht irgendwem, sondern professionellen Zeichner*innen. Die Zeichner*innen lauschten den geschilderten Momenten aufmerksam und zeichneten diese parallel auf ihren Tablets mit. Daraus entstanden viele kleine und unterschiedliche Bildergeschichten unter anderem über enthusiastische Tanznachmittage in einem unserer Seniorenwohnheime, über eine persönliche Verwandlung in eine selbstbewusste Frau, über Liebeserklärungen an die Lieblingskollegen oder über ganz besondere Leitungskräfte, die ihre Mitarbeiter*innen mit viel Geduld und Empathie begleiten.

Die Zeichnungen wurden noch auf dem Jubiläumsfest ausgedruckt und konnten als eine weitere Erinnerung an einen ganz besonderen Wundermoment und ein schönes Fest nach Hause oder in die Einrichtung mitgenommen werden.

Wir danken unseren Unionhilfswerker*innen von ganzem Herzen für das tägliche Gestalten dieser vielen kleinen und großen Wundermomente und den Zeichner*innen, Frau Anja Riese und Herrn Manuel Recker, sehr herzlich für die tolle und einfache Zusammenarbeit!

 

Hier sehen Sie eine Auswahl der erzählten und gezeichneten Wundermomente.

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Jedes Jahr im Leben eines Menschen ist wichtig – mehr Qualität für die Pflege

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden auch für die Seniorenheime der ehemaligen DDR neue Träger gesucht. Die stationären Pflegeeinrichtungen der DDR hatten einen schlechten Ruf: Ihr Standard war sehr niedrig, die Ausstattung schlecht. „Als die Pflegewohnheime ausgeschrieben worden sind, habe ich nicht bei jedem Hurra geschrien“, erinnert sich Dieter Krebs, der damalige Geschäftsführer des Unionhilfswerks. Die Gebäude, die er besichtigte, befanden sich in einem schlechten Zustand: Die Fassaden bröckelten, ein eigenartiger Geruch ging von der Bausubstanz aus.

Heimleiterin des Pankower Seniorenheims „Dr. Günter Hesse“, Dagmar Kestens mit einer Bewohnerin beim Fotoshooting für einen Unionhilfswerk-Flyer, 1996

Was Dieter Krebs jedoch überzeugte, war ein Besuch im Pflegeheim in der Pankower Straße: „Der Kern des Ganzen waren für mich die Menschen, die dort beschäftigt waren. Das werde ich nie vergessen. Dort lernte ich die Heimleiterin und eine Pflegedienstleitung kennen, die mich durch das Haus führten. So konnte ich die Stimmung in diesem Haus wahrnehmen, bekam einen ersten positiven Eindruck. Und dann habe ich gesagt: Dieses Heim will ich haben!“ Im Jahr 1996 ging so das erste Seniorenheim in die Trägerschaft des Unionhilfswerks über.

Freud und Leid im „Plänterwald“: Baustellentourismus als Happening

Im Jahr 1998 übernahm das Unionhilfswerk ein weiteres Pflegewohnheim aus der ehemaligen DDR: Das Seniorenheim „Am Plänterwald“ in Treptow. Neben dem baulichen Zustand des Gebäudes entsprach auch die Zimmeraufteilung nicht den westdeutschen Standards: Es gab viele Mehrbettzimmer, in denen bis zu vier Senioren gemeinsam lebten. Von Privatsphäre konnte keine Rede sein. Ab 2002 wurde das Haus grundlegend saniert und umgebaut. Für die Bewohner*innen bedeutete dies eine große Umstellung: Sie mussten für knapp zwei Jahre in einem Heim in Pankow leben. Die Zeit überbrückte man mit Berliner Humor und Pragmatismus. Die Sozialarbeiterin Anne Fritzsche, die auch für das kulturelle Programm im Seniorenheim „Am Plänterwald“ zuständig war, hatte beispielsweise die Idee für einen ganz besonderen Ausflug: „Wir besichtigen jetzt die Baustelle! Wir haben einen Kleinbus genommen und sind alle dorthin gefahren und haben uns mal angeguckt, wie das so weiterging mit unserem alten Haus.“

Die Postkarte zeigt das Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ vor seiner Sanierung 2002.

Das Ereignis war ein voller Erfolg: „Die Bauarbeiter haben sich gefreut und die alten Menschen haben sich auch gefreut. Das war schon ganz witzig, sich das Baugeschehen mal so zwischendurch anzugucken.“ 2004 waren die Umbauarbeiten fertiggestellt und die Bewohner*innen konnten wieder in das Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ ziehen. Die Zimmer verfügen seitdem über eigene Duschbäder, die Flure sind mit Teppichboden ausgelegt, alles ist in warmen Farben gehalten. Dennoch waren einige Bewohner*innen unzufrieden: Sie konnten ihre Zimmer nicht genauso einrichten wie zuvor. „Das ist halt anders. Da kann man den Schrank jetzt nicht so stellen wie vorher, weil das Zimmer einfach anders geschnitten ist. Und dann musste man sich an neu und schön manchmal auch erst mal gewöhnen“, erinnert sich Anne Fritzsche.

Die passende Pflege für jeden Bedarf

Mit der Übernahme seiner ersten Pflegewohnheime war das Unionhilfswerk endgültig in der Seniorenhilfe angekommen. In den folgenden Jahren entstanden viele weitere Projekte und Angebote zur Unterstützung alter Menschen, auch im Bereich der Sterbebegleitung. Das Unionhilfswerk betreibt aktuell vier Pflegewohnheime und sechs ambulante Pflegedienste. Anne Fritzsche leitet heute das Seniorenzentrum in Friedrichshain. Hier leben die Bewohner*innen selbstbestimmt in eigenen Wohnungen und können eine Vielzahl von Angeboten des Unionhilfswerks wahrnehmen: vom Singen im Chor über gemeinsame Gymnastik bis hin zu Kinobesuchen und Dampferfahrten. Solche Wohnformen, bei denen die Bewohner*innen ein eigenständiges Leben mit individueller Betreuung kombinieren können, nehmen zu: Aktuell betreut das Unionhilfswerk sieben Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Anne Fritzsches Philosophie lautet bis heute: „Egal ob es das letzte oder das erste ist, jedes Jahr im Leben eines Menschen ist wichtig. Die letzten Jahre eben auch.”

 

Im nächsten Beitrag erfahren Sie wie das Unionhilfswerk zu seinen jüngsten Betreuten kam und was ausgerechnet die Internationale Bauausstellung 1987 damit zu tun hatte.

“Jetzt ist da nur Leere”

Wir kommen aus Cherson, aus Oleshki. Am 24. Februar sind wir losgefahren, als die Russen einmarschiert sind. Drei Tage waren wir unterwegs. Mein Mann hat unsere drei Kinder und mich mit dem Auto unter Beschuss bis Lwiw zum Zug gefahren. Wir fuhren auf Straßen, vor und hinter uns die Russen und du kannst nirgendwohin. In jedem Moment kann es vorbei sein. Als wir im Zug waren, wurden vor unseren Augen Brücken gesprengt, Saboteure erschossen, sahen wir die Flugzeuge am Himmel.

Innerhalb von zehn Minuten los

Wir konnten kaum persönliche Dinge mitnehmen, kamen mit einer halbleeren Tasche. Zwei der Dokumente für die Kinder habe ich vergessen. Was hätte ich jedem der Kinder auf die Schnelle einpacken sollen? Sie sind ohne persönliches Gepäck gefahren. Wir mussten ja innerhalb von zehn Minuten los – mit einer Tasche. Ich habe nicht einmal das Licht und den Fernseher ausgeschaltet, bin nur rausgerannt. Das hat meine Mutter am nächsten Tag gemacht, als die Bombardierung etwas nachließ. Meine Eltern sind in Oleshki geblieben und kümmern sich um unsere Katzen und unseren Hund.

In Deutschland geht es uns schon besser. Die Kinder besuchen die Schule und lernen Deutsch. Wir haben mittlerweile zwei Fahrräder, mit denen sie die Gegend erkunden. Sie haben Freunde gefunden hier im Wohnheim und unter den Klassenkameraden, verabreden sich für den Spielplatz oder zum Fußballspielen. Es ist leichter geworden für uns.

Ehemann und Vater kämpft an vorderster Front

Mein Mann kämpft immer noch an vorderster Front bei Charkow an der russischen Grenze. Wir können nur wenig telefonieren. Alle drei Tage meldet er sich, wenn er eine Verbindung hat – zwei, drei Minuten, um uns zu sagen, dass alles gut ist. Wenn die Kinder mit ihrem Vater kurz sprechen können, spüren sie seinen Kampfgeist. Er ist stark, überhaupt nicht gebrochen, macht sogar Späße mit ihnen. Neulich hatten wir eine gute Internetverbindung und konnten uns sogar in einem Videochat unterhalten. Hinter ihm wurde geschossen – er stand vor der Kamera und lächelte.

Zwei Kinder gehen zur Schule, das dritte ist traumatisiert

Wir schauen jeden Tag, was zu Hause los ist. Ich bin ständig unruhig, auch wenn es schon eine Struktur in unserem Alltag gibt. Ksjusha, meine kleine Tochter und Vladik, den Mittleren, bringe ich zur Schule, gleich einen Block weiter, das ist sehr schön. Sie gehen in die dritte und fünfte Klasse. Dort haben sie auch Freunde aus der Ukraine gefunden. Und es gibt noch andere russischsprachige Kinder. Kostja wäre eigentlich in der sechsten Klasse und will auch unbedingt zur Schule gehen. Aber es ist besser, wenn wir noch warten, bis er wieder gesund ist. Mit Kostja sind wir gerade bei einem Psychologen und verschiedenen Ärzten in Behandlung. Er ist traumatisiert, seit russische Soldaten das Maschinengewehr auf ihn gerichtet haben. Die anderen beiden Kinder saßen in dem Moment im Auto und haben es nicht gesehen.

Ksjusha fällt Deutsch leicht, sie kann schon ein paar Zahlen und Beispiele nennen. Die Kinder sind bis 14.00 Uhr in der Schule sehr gut versorgt. Sie haben Schultaschen und Federmappen bekommen. Das Mittagessen ist kostenlos und die Kinder sind neulich sogar ins Schwimmbad gegangen. Wenn Ksjusha nach Hause kommt, geht sie hier im Wohnheim noch zum Deutschunterricht. Den macht Anja aus St. Petersburg. Montags ist noch ein Kurs im Skaterpark. Vlad ist nicht so sportlich, er ist lieber hier im Zimmer und spielt gerne mit dem Handy. Kostja ist dagegen sehr aktiv.

Dankbar für die Unterstützung

In Deutschland fühlen wir uns sicher. Ich bin sehr dankbar für die Hilfe und all die Unterstützung, die wir bekommen. Wir wurden sehr gut aufgenommen und uns wird sehr geholfen. Ich habe immer gearbeitet und bitte nicht gerne um etwas. Zu uns kommen Menschen von sich aus und fragen, wie sie helfen können. Sie bringen einen Roller für Ksjusha und ein Fahrrad für die Jungs. Uns unterstützen sehr liebe Menschen. Manchmal nehmen Freunde Vladik mit auf die Datscha oder Kostja zum Radfahren.

Keine Pläne für die Zukunft

Die Zeit rennt. Ich achte seit dem 24. Februar nicht mehr auf das Datum. Ich kann nicht sagen, wie ich mich genau fühle. Meine Stadt ist besetzt von den Russen. Meine Verwandten sind noch dort. Als wir kürzlich zwei Tage keinen Kontakt hatten, habe ich nachts kein Auge zu gemacht, weil ich weiß, dass die Stadt beschossen wird. Die Leute löschen den Inhalt ihrer Telefone, weil sie überwacht werden.

Ich habe keine konkrete Vorstellung vom Leben, keine Pläne. Was soll ich sagen, wenn mein Mann an vorderster Front kämpft, wir die Stadt zurücklassen mussten, meine Eltern und unsere Verwandten unter Besatzern leben. Wir sind auseinandergerissen und verstreut in alle Richtungen.

Wir wollten ein Haus bauen, hatten unsere Arbeit, die Kinder gingen in die Schule. Wir haben unsere Stadt sehr geliebt. Die Natur bei uns ist sehr schön. Wir haben das Meer und eine Wüstenlandschaft. Wir sind viel in andere Länder gereist, aber leben wollte ich immer bei uns zu Hause. Ich hatte nie den Wunsch, für immer in ein anderes Land zu gehen. Mir wurde die Zukunft genommen. Jetzt ist da nur Leere.

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DIE SPANDAUER Freiwilligenagentur. Oder: „Jedes Engagement ist wichtig“

Seit März 2021 ist DIE SPANDAUER Freiwilligenagentur in eigenen Räumen mitten in der Spandauer Altstadt – und mit wunderschönem Hinterhof – zu finden. Das hauptamtliche Team dieses Projektes besteht aus Matthias de Bánffy und Stefanie Corogil. Unterstützt werden die beiden von Fouad Barghout, der seinen Bundesfreiwilligendienst macht, und Jürgen Kühn, der als ehrenamtlicher Mitarbeiter einmal pro Woche vor Ort ist und am liebsten Interessent*innen berät.

Jürgen Kühn

Fouad Barghout

 

 

 

 

 

 

 

Und was genau machen die Kolleg*innen eigentlich?

Sie begeistern für’s Ehrenamt, sowohl interessierte Spandauer*innen, als auch die Kooperationspartner*innen mit möglichen Einsatzfeldern.
Dafür sind sie in Kontakt mit Organisationen, Projekten und Kooperationspartner*innen wie z.B. dem Bezirksamt. Sie sind auf Veranstaltungen und gehen in den Kiez.
Es geht darum, den Menschen im Bezirk zu erklären, warum freiwilliges Engagement so wichtig ist und was es bewirken kann. Das immer eine Win-Win-Situation dabei entsteht und auch der Freiwillige viel gewinnt, daran denken viele im ersten Moment gar nicht.

Was das Team antreibt, ist die Lust, Menschen zu empowern und zu unterstützen. „Alle Menschen können sich engagieren, egal woher sie kommen, egal welchen Bildungshintergrund sie haben und welches soziale Setting. Jeder Mensch hat eine bestimmte Lebenserfahrung und kann anderen etwas geben, wenn er oder sie es möchte“, so Stefanie Corogil.
Die Angebote der Freiwilligenagentur DIE SPANDAUER sind niedrigschwellig, in leichter Sprache und mit vielen Bildern – damit jede*r sich angesprochen fühlt. Beratungen finden an allen Wochentagen und in vier Sprachen – arabisch, türkisch, englisch und deutsch – statt.

Für die Kolleg*innen sind dabei alle Engagements gleichermaßen wichtig: Ob Kinderbegleitung, die Tafel, Hospizarbeit, interkulturelle Gärten oder die Begleitung geflüchteter Menschen – jedes Engagement liegt dem Team am Herzen.

 

Der Wunsch, ukrainischen Familien zu helfen

Aktuell wollen sich verständlicherweise sehr viele Freiwillige für die aus der Ukraine geflüchteten Menschen engagieren. Es gibt aber noch gar nicht so viele klare Einsatzfelder, Strukturen müssen sich erst finden. Parallel dazu gibt es einen klaren Bedarf in anderen Feldern, zum Beispiel auch noch immer bei der Unterstützung der Familien, die 2015 aus Syrien fliehen mussten. „Hier müssen wir sensibel und feinfühlig die aktuellen Bedarfe erklären und in Absprache mit den Freiwilligen teilweise auch Einsatzfelder neu denken“, erklärt Stefanie Corogil.

 

Wie genau findet man Freiwillige oder Einsatzfelder?

Raus und ran an den Mann oder die Frau, könnte die Devise wohl lauten. Denn der direkte Kontakt spielt für das Team eine wichtige Rolle. So gehen die Kolleg*innen in den Kiez und stellen die Angebote vor, beispielsweise im Stadtteilladen in der Wilhelmstadt.
Durch Vorgängerprojekte gibt es bereits viele Kontakte in die Freiwilligen-Community, Netzwerke und Strukturen, die weitergenutzt werden können.
Die jüngere Zielgruppe wird auch über die sozialen Medien angesprochen. Hierbei ist der Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) Fouad Barghout eine große Bereicherung für das Team. „Er kennt sich zum Beispiel mit Tiktok aus und erreicht mit verrückten Videos viele Menschen“, erklärt Stefanie Corogil lachend.
Eine bundesweite Aktion mit Plakaten – die Bilder dazu gibt es unten im Slider – hatte zum Ziel, die Bedeutung des freiwilligen Engagements für Spandau zu zeigen. Die Idee zu „Spandau ohne Ehrenamt“ entstand aus dem Netzwerk heraus und wurde vom Team DIE SPANDAUER umgesetzt.
Außerdem erschienen zwei wunderbare Broschüren, die exemplarisch einige Ehrenamtsfelder vorstellen: Junges Ehrenamt (PDF) und Ehrenamt im Kiez (PDF).

 

Und die Einsatzfelder?

Interessierte Organisationen und Projekte, die Unterstützung von Freiwilligen suchen, können sich – genau wie die Freiwilligen – in eine Datenbank auf der Website DIE SPANDAUER eintragen.
Regelmäßig trifft sich das „Netzwerk Spandauer Ehrenamt“: Hier tauschen sich die Spandauer Organisationen untereinander aus, planen gemeinsame Veranstaltungen und netzwerken.  Es kommen unterschiedlichste Projekte und Initiativen zusammen – von der kleinen Nähstube bis hin zu großen Sportvereinen. Das Team DIE SPANDAUER berät die NGOs dann beispielsweise auch dazu, wie man die nötigen Strukturen für freiwilliges Engagement schafft oder auch wie man Freiwillige begleitet und hält.

 

Glückskekse als Dankeschön

An kreativen Ideen rund um das Thema Anerkennungskultur mangelt es den Kolleg*innen nicht. Da kommen schon mal kleine Geschenktütchen mit Tasse, Maske und Glückskeksen zum Einsatz oder kleine Boxen mit Äpfeln und Nüssen als „Nervennahrung“. „Diese Aktionen machen einfach Spaß und kommen richtig gut an“, schwärmt Stefanie Corogil, „definitiv versüßen solche Momente unseren Tag. Auch, weil die Dankbarkeit für das DANKE-SAGEN oft so groß ist – am Ende sind alle happy.“

 

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Im Wald der Wünsche – eine magisch-märchenhafte Show mit ukrainischen Künstler*innen

 

Wie alles anfing

Die Ereignisse nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine verfolgte Anett Simmen mit großer Sorge. Sie ist Regisseurin und Gründerin VoLa Stage Art und hat viele befreundete Künstler*innen in der Ukraine. Sie möchte ihnen helfen und eine Perspektive geben. Viele waren schon dabei, ihre Heimat zu verlassen und auf der Suche nach Arbeit. So entstand kurzerhand die Idee, eine Show zu entwickeln zusammen mit ukrainischen Artist*innen, Tänzer*innen und Sänger*innen. Es sollte eine Performance werden, die Geschichten und Traditionen aus der Ukraine mit Artistik, Theater und Musik verbindet. Die Show „Im Wald der Wünsche“ entstand.

Ein geeigneter Ort war auch schnell gefunden. Der Geschäftsführer von Karls Erdbeerhof, Robert Dahl, war von der Idee so begeistert, dass er das Projekt mit Infrastruktur und Know How unterstützte und auf dem Gelände des Erdbeerhofs ein großes Zirkuszelt für die Show aufstellen ließ.

 

Im Wald der Wünsche – Einfach magisch

Die Zuschauer*innen werden durch ukrainische Geschichten und Traditionen in Verbindung mit artistischen Elementen und Tanzchoreografien auf eine Reise durch die ukrainische Heimat mitgenommen. Es geht um das Unterwegs-Sein und das Ankommen, um Liebe, Freundschaft und Gemeinschaft. Dafür hat sich die Regisseurin den Wald als mystischen und magischen Ort ausgesucht, der in der Ukraine als Heimat eines der größten noch erhaltenen Ur-Wälder Europas, mit vielen Geschichten und Sagen verbunden ist. Wer den Wald der Wünsche betritt, wird in einer Zauberwelt erwachen und viele kleine Wunder werden geschehen. Er weckt Kräfte aus der Tiefe der Seele und lässt Wünsche wahr werden. Die Reise des Mädchens Lilia durch den Wald der Wünsche wird begleitet von vielen magischen Fabelwesen: Feen, Elfen, Waldgeister und Zauberer zeigen ihre Künste in der Luft, im Reifen oder mit schwebenden Glaskugeln.

 

Ich bin verzaubert aus dem Wald der Wünsche zurückgekommen. Meine Tochter und ich waren von Anfang an einfach nur beeindruckt von der unglaublichen Vielfalt der Akrobatik und den wunderschönen Kostümen. Die modernen und klassischen musikalischen Klänge haben mir mehrfach Gänsehaut beschert. Was für eine tolle Show!  (Vera Jahn, Unternehmenskommunikation)

 

Das Unionhilfswerk unterstützt

Die Unionhilfswerker*innen engagieren sich für geflüchtete Ukrainer*innen seit Beginn des Krieges in ganz vielfältiger Art und Weise. Täglich unterstützen uns Freiwillige in unserer Unterkunft für geflüchtete Menschen aus der Ukraine, viele Mitarbeiter*innen und Freunde des Unionhilfswerks haben Geld gespendet oder sich an Aktionen mit Sachspenden beteiligt. Auch dieses Projekt und seine ukrainischen Künstler*innen wollen wir im Rahmen einer inklusiven Jubiläumsaktion unterstützen. Dazu laden wir alle Menschen aus dem Unionhilfswerk zu einer Aufführung von „Im Wald der Wünsche“ am 25. September ein – egal ob Betreute, Freiwillige, Vereinsmitglieder oder Mitarbeiter*innen: Alle, die sich gern verzaubern lassen wollen, können dabei sein.

An alle Menschen im Unionhilfswerk: Die Details erfahren Sie von Ihren Einrichtungs- bzw. Projektleitungen sowie in unserem Intranet.

Wir wünschen schon einmal magisches Vergnügen!

Bis nach Australien und zurück – das Unionhilfswerk hat Kilometer für einen guten Zweck gesammelt

In diesem Jahr begeht das Unionhilfswerk sein 75-jähriges Jubiläum. Wir wollten aber nicht nur feiern, sondern auch Gutes tun. Und weil wir wissen, dass viele Unionhilfswerker*innen gerne sportlich aktiv sind, haben wir sie eingeladen, beim STADTRADELN (3. bis 23. Juni) und beim Berliner Firmenlauf (29. Juni) mitzumachen. Mit jedem zurückgelegten Kilometer konnten sie etwas für sich tun und gleichzeitig obdachlose Menschen unterstützen.

Unionhilfswerker*innen haben rund 30.000 Kilometer gesammelt

STADTRADELN verbindet: Katrin Weidemeier und Axel Grüner

 

Die Teilnahme an den beiden Sportevents war ein voller Erfolg: Beim dreiwöchigen STADTRADELN und beim Firmenlauf kamen unglaubliche 30.000 Kilometer zusammen. Das entspricht grob der Luftlinie von unserem Dienstleistungs.Campus in der Schwiebusser Straße bis nach Australien und zurück!

Bereits zum dritten Mal nahm das Unionhilfswerk am STADTARDELN Berlin teil. Mit 126 aktiven Radlerinnen und Radlern konnten insgesamt 4.776 kg CO2 vermieden werden.  Mithilfe der praktischen STADTRADELN App konnte jeder Einzelne oder ein Radel-Team die Kilometerstände verfolgen und vor allem mit den Kolleginnen und Kollegen vergleichen. Dies führte nicht selten zu spannenden internen Wettkämpfen und erhöhte den Anreiz, noch mehr Kilometer zu sammeln. So auch bei unseren Geschäftsführerinnen Kathrin Weidemeider und Ulrike Hinrichs – beide bereits bekannt für ihre Leidenschaft fürs Radfahren. So lieferten sie sich begleitetet durch herausfordernde Gespräche einen ehrgeizigen Kampf um geradelte Kilometer. Aber auch neue Kontakte wurden geknüpft, wenn man wie Kathrin Weidemeier und Axel Grüner aus der USE auf einer Veranstaltung endlich das Gesicht vom stetigen Verfolger kennenlernt.

Stolz auf die gesammelten Kilometer: Die Kolleg*innen gaben alles!

Ende Juni wurden beim Firmenlauf weitere Kilometer für unseren guten Zweck gesammelt. Die Wetterprognose für den Tag ließ nichts Gutes erwarten. Doch alle Sorgen waren schnell vergessen und 37 Unionhilfwerker*innen gingen bei perfektem Sportwetter mit 723 weiteren Firmen und ca. 12.000 Teilnehmer*innen an den Start. Alle Teilnehmer*innen haben im eigenen Tempo 5,5 km zurückgelegt – sei es beim Laufen, Skaten oder Walken. Am Unionhilfswerk-Pavillon herrschte an diesem Abend eine tolle Stimmung mit viel Spaß und schönen Gesprächen – maßgeblich dazu beigetragen hat die motivierende Einstimmung durch Kathrin Weidemeier, die leckere Verpflegung durch Service Inklusiv gGmbH und das spontane lustige Warm-up des Teams Unternehmenskommunikation/Personalmarketing. Bei einem Siegergetränk passend in Firmenfarbe und „Guter-Laune-Musik“ klang der Abend aus. „Wir sind nächstes Jahr wieder dabei“ – das war für alle klar!

Wir spenden wetterfeste Schlafsäcke für Menschen ohne Obdach

Neben Spaß und Ehrgeiz verfolgten unsere Aktionen vorallen das Ziel, möglichst viele Kilometer zu sammel, um wohnungslose Menschen  zu unterstützen. Seit vielen Jahren ist das Unionhilfswerk in der Obdachlosenhilfe aktiv: Zwei Wohnungslosenheime, eine Wohnungslosentagesstätte und das Projekt „Wendepunkt Wohnen“ gehören zu diesem Bereich. Daher wissen wir, dass wetterfeste Schlafsäcke Leben retten können. Gerade bei Schnee und Minusgraden werden diese dringendst benötigt und bieten Menschen, die auf der Straße leben, Schutz. Bis zum Herbst werden Bedürftige unserer Tagesstätte sowie der umliegenden Einrichtungen damit ausgestattet. Das Unionhilfswerk wandelt dafür die von den Unionhilfswerker*innen gesammelten rund 30.000 Kilometer in eine Geldspende um. Ganz besonders freuen wir uns, dass diese Summe mit weiteren Geldspenden von anderen Unternehmen erhöht werden konnte. Unser Ziel ist es, möglichst viele auf der Straße lebenden Menschen bis zum Winter auszustatten.

Im Herbst erfahren Sie hier mehr über unsere Schlafsack-Aktion. Außerdem freuen wir uns bereits jetzt auf die sportlichen Folgeveranstaltungen im kommenden Jahr und auf alle Kolleg*innen, die dann wieder am Start sind.

 

 

“Es ist Krieg mitten in Europa – da müssen alle zusammenhalten”

Das Hotel liegt in einer Friedrichshainer Seitenstraße. Vor der Tür stehen Helfer mit gelben Westen. Nur wer tatsächlich Bewohner*in ist, darf rein. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Man hört ukrainische, russische, englische, deutsche und arabische Wortfetzen. An der Rezeption steht Martina Goeschel zusammen mit weiteren Helfer*innen. Zwei Mal in der Woche ist hier ihr abendlicher Arbeitsplatz, manchmal hilft die 41-järige auch in der Küche aus. Man sieht ihr nicht an, dass sie bereits 8 Arbeitsstunden hinter sich hat. Denn erst macht sie ihre eigentliche Arbeit als Managerin bei Zalando, dann arbeitet sie zwei Mal in der Woche abends als Freiwillige. Sie trägt Jeans und T-Shirt, ist immer freundlich, lacht und erklärt geduldig Dokumente oder Behördengänge.  Sie nimmt sich Zeit für die Flüchtlinge aus der Ukraine, von denen viele traumatisiert sind, weil sie wegen des russischen Angriffs Hals über Kopf ihre Heimat verlassen mussten. Die meisten Flüchtlinge sind Frauen mit Kindern aber auch Austauschstudenten sind hier vorübergehend untergebracht. Sie mussten ihr Studium wegen des Krieges in der Ukraine abbrechen.

“Ich spreche leider kein Ukrainisch oder Russsich, aber Englisch spreche ich fließend und viele Flüchtlinge verstehen das. Wenn nicht, frage ich andere Helfer*innen, die übersetzen können”, erzählt Martina Goeschel.

Vor dem Krieg geflüchtet

Innerhalb kürzester Zeit wurde das in die Jahre gekommene Mittelklassehotel vom Unionhilfswerk zu einem Flüchtlingshotel umgewandelt. Der Betreiber wollte das Haus eigentlich abreißen, hat die Pläne aber nun bis Ende Dezember 2022 verschoben, damit hier die Flüchtlinge unterkommen können. Die Hotelzimmer haben Bäder und ein bis zwei Betten, in der Regel auch einen Schreibtisch aber keine Küche. Die Essenausgabe ist zentral im Speisesaal. Martina Goeschel zeigt auf Käse, Schwarzbrote und Butter: „Das sind alles Spenden.“ Die Mütter sitzen mit ihren oft noch kleinen Kindern am Tisch, schmieren Brote. Man merkt ihnen die Anspannung an. Viele schauen immer wieder auf ihr Mobiltelefon. Vielleicht gibt es eine Nachricht vom Eheman oder von den Eltern? Es gibt ein Spielezimmer für die Kinder. Hier hilft Martina Goeschel auch gerne aus.

“Mir war gleich klar, dass ich helfen muss”, erzählt sie. Wir sitzen zwischen Wäschestapeln, Windeln und Haarwaschmitteln, alles säuberlich in Kisten von den Helfer*innen sortiert. Besonders zu Beginn des Krieges war die Spendenbereitschaft und auch die Hilfsbereitschaft groß. Jetzt kommt es schon mal vor, das eine Schicht nicht besetzt werden kann.

Jede*r freiwillige Helfer*in wird gebraucht

Martina Goeschel wird weitermachen, da ist sie sich sicher. “Es ist Krieg mitten Europa, da müssen alle zusammenhalten”, betont sie. Krisenmanagement war Teil ihres Studiums, das hilft ihr, hier den Überblick zu behalten. Jede*r freiwillige Helfer*in wird hier gebraucht, egal ob jung oder alt und unabhängig von der Ausbildung. Es gibt genug zu tun. “Die Ukrainer*innen halten den Kopf für uns hin und wann der Krieg vorbei ist, weiß niemand”, betont Martina Goeschel. Dann muss sie schnell zur Rezeption. Gerade sind neue Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen.

 

Sie möchten auch helfen? Interessierte finden unter www.unionhilfswerk.de/ukraine-hilfe die Sach- und Zeitspendenbedarfe.