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„Künstlerische Arbeit ist auch soziale Arbeit.“ Im Gespräch mit dem Künstler Rainer Ehrt

Was hat Sie dazu bewogen, Künstler zu werden – Kindheitstraum oder Ausdruck eines rebellischen Geistes?

Zwei gewissermaßen genetische Prägungen haben sicher dazu beigetragen: Der Großvater Ehrt hatte eine Mal- und Zeichenschule besucht, seine künstlerischen Ambitionen dann aber einem profanen Sägewerksbesitzer- und Holzhändlerdasein opfern müssen. Die Mutter, Deutschlehrerin, weckte früh das Interesse für Literatur und Kunst. Schon als Schüler, wenn ich aus der Stadtbibliothek kam, war meine Tasche neben Romanen und kulturhistorischen Büchern auch immer mit Kunst-Bildbänden gefüllt.

 

Sie sind in Wernigerode im Harz geboren worden und haben in Sachsen-Anhalt ihre künstlerische Ausbildung absolviert. Was hat Sie am meisten geprägt?

Im kleineren ostdeutschen Staat wurden die Traditionen figürlicher und politisch engagierter, kritischer Kunst besonders gepflegt. Ein – wie ich finde – ebenso legitimer und lebendiger Zweig, wie alle anderen am großen Baum der Kunst. Vorbilder und Assoziationsräume gehen auf die Renaissance und den Symbolismus ebenso zurück wie auf die Bilderwelten von zum Beispiel Max Beckmann, George Grosz, Käthe Kollwitz oder Heinrich Zille. Auf den großen zentralen Kunstausstellungen in Dresden wurde ich sodann besonders mit den verrätselten, mythologisch aufgeladenen, handwerklich profunden Bildwelten der „Leipziger Schule“ (Strömung der modernen Malerei der 1970er bis 1980er Jahre, überwiegend geprägt von Leipziger Künstler*innen, Anm. d. Red.) bekannt, die mich nachhaltig geprägt haben.

 

Was hat Sie dazu bewogen, Sachsen-Anhalt zur verlassen und nach Potsdam zu gehen?

Das Studium an der „Hochschule für Kunst und Design Halle Burg Giebichenstein“ in den achtziger Jahren war einerseits von hohen Standards des künstlerischen Handwerks geprägt wie andererseits von einem recht freizügigen studentischen Leben – meine Partnerin lernte ich bei einem der ausgelassenen und aufwändig inszenierten Hochschulfaschings kennen. Sie bekam als Design-Absolventin eine Wohnung hier in Kleinmachnow am Berliner Stadtrand zugewiesen und ich zog erst einmal mit ein, bis wir die Chance bekamen, ein Haus zu kaufen und uns im Garten Ateliers bauten. Es scheint beinahe, dass hier mehr als nur Zufall waltete, denn Preußen als historisches wie kulturelles Phänomen hatte mich schon immer fasziniert – nun widmete ich meine Diplomarbeit mit Plakaten und Illustrationen diesem Thema.

 

Haben Sie Lieblingsthemen? Wenn ja welche Themen und warum?

Geschichte, Mythologie, Eros, Literatur – das sind kurz gesagt meine Inspirationsquellen. Daraus entstehen freie Zeichnungen, Druckgrafik, Künstlerbücher, aber auch Illustrationen und Cartoons. In der Breite meiner Interessen liegt künstlerische Neugier und die Abenteuerlust auf inhaltlich wie formal Neues: Daher die Ausflüge in Malerei und Holzplastik.

 

Was ist für Sie in Ihrer Arbeit „Pflicht“ und was ist „Kür“?

Als „Allrounder“, der ausschließlich von seiner künstlerischen Arbeit lebt, bewege ich mich im Spannungsfeld zwischen Auftragskunst und freien Arbeiten, die im eigenen Auftrag entstehen. Auftragswerke sind immer auch mit der Herausforderung verbunden, eine gute Balance zwischen den Ansprüchen des Kunden und dem künstlerischen Eigensinn zu finden – dies ist noch einmal eine Kunst für sich, die Kunst der Kommunikation. Aber auch freie Arbeiten sind für mich immer mit Kommunikation verbunden – sowohl mit den eigenen Phantasien als auch mit denen der Betrachter. Verbindlich ist für mich in jedem Fall, etwas Gültiges, Kraftvolles, sinnlich Bewegendes abzuliefern; wenn dann bei Auftraggeber oder Publikum auch noch „der Funke überspringt“ würde ich das als einen Moment von Glück bezeichnen.

 

Sie haben den Jubiläums-Kalender für das Unionhilfswerk gestaltet und auf diese Weise einen ersten Eindruck von der Vielfalt dieses sozialen Trägers erhalten. In den verschiedenen Bereichen des Unternehmensverbunds begegnen wir immer wieder Kolleg*innen, die neben Ihrer sozialen Arbeit in der Betreuung zu einem gleich großen Anteil kreativ arbeiten – sei es in der Bildenden Kunst, im Theater oder im filmischen Kontext. Können Sie sich das erklären?

Meiner Herkunft und meinem Erfahrungshorizont nach ist Kunst niemals nur abgehobener Selbstzweck, formales Spiel, Marktobjekt oder dekorativer Zierat, sondern sollte immer auch einen sozialen Sinn haben. Umgekehrt ist künstlerische Arbeit – hauptberuflich wie nebenbei – in diesem Sinne selbstverständlich auch soziale Arbeit.  Die Erfahrung für einen sozialen Träger wie das Uniohilfswerk zu arbeiten, war für mich neu in dieser Komplexität und Breite. Sie sollte auch wenigstens annähernd in dem Jubiläumskalender zum Ausdruck kommen. Ich hoffe, dies ist mir einigermaßen gelungen!

Die Sozialpolitik der Zukunft muss Berlin besser machen

Nicht nur die Pandemie mit ihren Lasten ist dafür verantwortlich, dass sich die soziale Lage verändert. Die Notwendigkeit einer Wende innerhalb der sozialen Infrastruktur trifft auf eine Gesellschaft mit wachsenden Ungleichheiten und damit auf Menschen mit unterschiedlichen Bedingungen und ungleichen Chancen. Damit sich eine gerechtere soziale Lage entwickeln kann, muss jeder und jede mit anpacken und einen möglichen Beitrag leisten. Es handelt sich also nicht um eine rein politische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Wende, die nötig ist, um ein sozialeres Berlin zu schaffen.

Dialog zwischen Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft

Einen großen Beitrag zur sozialen Infrastruktur leistet die Zivilgesellschaft. Unsere Mitgliedsorganisationen sind ein elementarer Bestandteil zur Absicherung der sozialen Infrastruktur Berlins, zum Beispiel in Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Stadtteilzentren. Wichtig ist hierfür, dass ein Dialog zwischen Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stattfindet, um an der Zukunftsfähigkeit Berlins zu arbeiten. Dabei erwarten wir von der Politik einen Umgang auf Augenhöhe – Leistungen der sozialen Arbeit müssen wahrgenommen, anerkannt und ausreichend refinanziert werden.

Wer den Kiez mit seinen sozialen Angeboten wertschätzt, muss auch an bezahlbare Wohnungen für Fachkräfte in der sozialen Arbeit denken, genauso wie an leistbare Gewerbemieten für Verwaltungs-, Beratungs- und Angebotsräume.

Das sollte die Sozialpolitik in Berlin nach der Regierungsbildung mitdenken. Dies ist vor allem abhängig von politischen Ausrichtungen, Engagement und finanziellen Ressourcen, die bereitgestellt werden. Es ist ebenso wichtig, welche Rolle die Bürgerinnen und Bürger annehmen und wie sie sich engagieren, um Berlin zu einem sozialeren Ort zu machen, wie etwa in der Corona-Krise, als Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftszentren, Einkaufshilfen oder Ehrenamtliche vielerorts Unterstützung leisteten.

Neustart des Zusammenarbeitens

Es sind verschiedene soziale Trends beobachtbar, die entweder seit einiger Zeit bemerkbar sind oder solche, die durch die Pandemie ganz neu an Bedeutung gewonnen haben. So kann man sich sicher sein, dass uns eine soziale Klimawende innerhalb der Gesellschaft und der Politik bevorsteht: Wir sind davon überzeugt, dass sie nur gemeinsam gelingen kann – wenn Politik, Verwaltung, Verbände und soziale Träger Hand in Hand arbeiten und gemeinsam soziale Ziele anstreben.

Eine neue Regierungsbildung bietet also die Möglichkeit für einen Neustart des Zusammenarbeitens sämtlicher Akteure. Dies bedeutet auch, dass neues Wissen entsteht. Effiziente neue Lösungsideen, weniger Bürokratie und bewährte Modelle können Seite an Seite einen strukturellen Wandel ermöglichen. Zum Beispiel hat die Corona-Krise die Notwendigkeit digitaler Formate unterstrichen. Sie sind in der sozialen Arbeit nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglichen unter anderem schnellere Absprachen und eine stärker digital vernetzte Zusammenarbeit. Eine gute Kommunikation stellt ein wichtiges Gut dar, um an gemeinsamen Zielen zu arbeiten.

Die Regierung muss sich der Bedarfe der wachsenden Stadt annehmen und hierbei Schritt halten. Nur so können unterschiedliche Lebensentwürfe parallel gelebt und Räume geboten werden, in denen Bürgerinnen und Bürger die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht.

Hiervon hängen Lebens- und Teilhabechancen vieler Menschen in der Berliner Gesellschaft ab.

Digitalisierung in der Sozialwirtschaft – prallen hier Welten aufeinander?

Frage: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Digitalisierung in der Sozialbranche?

Annette Loy: Wir verstehen Digitalisierung nicht nur als zunehmende „Technisierung“ der Sozialbranche. Wir werben für ein Verständnis von Digitalisierung, das uns viele neue und erweiterte Möglichkeiten eröffnen kann. Diese sind in ihrer ethischen Nachhaltigkeit zu analysieren und zu diskutieren. Wir sehen viele positive Effekte – ohne unreflektiert an den „Techno Fix“, also die Technik, die alle Probleme löst, zu glauben.

Die größte Herausforderung liegt zunächst im Verstehen, was Digitalisierung bedeutet, was sie kann und welche neuen digitalen Aufgabenfelder in Zukunft aber auch schon jetzt für die Soziale Arbeit entstehen. Durch die Pandemie ist hier ein gewaltiges Erfahrungswissen entstanden, das reflektiert und weiter vorangebracht werden kann: Seien es Online-Meetings und -Beratungen oder die kollaborative, digitale Zusammenarbeit. Es gibt auch Defizite, wenn es um nicht vorhandene Zugänge zu Internet oder Hardware bei den Professionellen geht. Aber auch in der Verwaltung bzw. bei den Klient*innen hakt es oft an diesen Stellen. Damit fehlen häufig Zugänge zu sozialen Dienstleistungen oder zu Bildungsangeboten.

Tobias Fitting: Die zweite große Herausforderung gibt es bei der Entscheidung für neue Technik und deren Finanzierung. Hier fehlt es oft an Geldern, die noch nicht in Regelfinanzierungen einkalkuliert sind, und an Zeit für die Auseinandersetzung mit Faktoren wie Meta-Daten, Transparenz im Datenschutz oder entstehenden Abhängigkeiten. So entwickeln große Konzerne wie Microsoft brauchbare Plattformlösungen und bieten ihre Dienste sehr günstig für gemeinnützige Organisationen an. Kleinere Software-Firmen oder Open-Source-Lösungen sind nicht immer wettbewerbsfähig. Hier braucht es neben einer Mentalität von „Ausprobieren und einfach mal machen“ auch Zeit für Aufklärung über Big Data und deren Entmystifizierung, um eine sinnvolle Strategieentwicklung zu lancieren.

Annette Loy: Die dritte Herausforderung besteht im Spannungsfeld des noch nicht entschiedenen sozialpolitischen Reglements für den Einsatz digitaler Prozesse und Strukturen, großer Datenmengen, digitaler Mittel und den Handlungsspielräumen der einzelnen Organisationen. Speziell an den „Schnittstellen“ zur öffentlichen Verwaltung wird unsere Branche maßgeblich beeinflusst werden, welche Richtung eingeschlagen werden kann.

Tobias Fitting: Hinzu kommen Kompetenzlücken der Fachkräfte. Für den Einsatz digitaler Mittel, beispielsweise ein kollaboratives Tool, ist neues Anwendungswissen gefragt, das verständlicherweise nicht alle mitbringen.

Annette Loy: Wir denken übrigens nicht, dass dies nur ein Generationenthema ist. Vielmehr existiert immer noch eine Art Trennung zwischen Technikaffinität und dem Interesse für soziale Tätigkeiten und Berufe. Diese Trennung muss man angehen. Falls große Datenmengen irgendwann beispielsweise für Systeme genutzt werden, die es den Fachkräften erleichtern sollen, fachliche Entscheidungen zum Kindeswohl zu treffen, muss dies nicht heißen, wir schaffen den Menschen ab. Sondern wie schaffen wir ein Verständnis für Daten, für Korrelationen und dafür, wie diese Informationen mit unserer gewachsenen Fachlichkeit verbunden werden können, um noch besser helfen, bilden oder unterstützen zu können.

 

Frage: Die Kurse in der Paritätischen Akademie zur Digitalisierung reichen von der Anwenderschulung in MS 365 oder MS Teams bis zum Umgang mit Cybermobbing oder Hate Speech im Netz. Welche Themen werden bei Ihnen aktuell besonders nachgefragt und was hat sich durch Corona verändert?

 

Tobias Fitting: Vor der Pandemie hatten wir bereits ein solides Angebot bestehend aus den Themen zur Digitalisierung der Arbeitsprozesse, agiler Projektsteuerung und einem großen Zertifikatskurs zu Digitaler Führung und Transformation. Zu all diesen Präsenzseminaren, kamen die Teilnehmer*innen gerne zu uns nach Berlin. Außerdem gab es seit längerem diverse Seminare zu Social Media und zu diversen Anwendungsschulungen im MS Office Bereich.

Mit Beginn der Pandemie haben wir Onlineseminare in allen Bereichen angeboten und bedarfsgerechte neue Angebote entwickelt. Es entstanden die Anwenderschulungen zur Plattformlösung Microsoft 365 und Teams, die sehr beliebt sind. Die Online-, Email- und Chat-Beratung haben wir neu ins Programm mit aufgenommen. Dieses Thema gehört zusammen mit einem Expertenvortrag zu den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung zu den nachgefragtesten Angeboten, die wir oft für spezielle Organisationen oder Fachgruppen organisiert haben.

Annette Loy: Zusammenfassend hat sich der Bedarf nach konkreten Lösungen verändert: Konkret gebraucht werden Anwendungsschulungen verbunden mit einem erweiterten Verständnis von Führung unter Einbeziehung von Remote-Arbeit (Agiles Arbeiten, unabhängig vom Arbeitsplatz, Anm. d. Red.). Unsere neuen Überblicksveranstaltungen im Bereich „Was ist überhaupt Digitalisierung?“ haben nun erneut guten Zulauf. Zudem existiert nun die Möglichkeit, online an Seminaren teilzunehmen, was Zeit und Geld spart, aber auch neu herausfordert – und das Netzwerken viel schwieriger macht.

 

Frage: Wagen Sie einen Ausblick auf die Entwicklung der Digitalisierung in der Sozialbranche – wo stehen wir in 10 Jahren?

Annette Loy: Unsere Zukunftsvisionen für die nächsten zehn Jahre könnten so aussehen: Die digitale Klient*innen-Akte mit der Leistungsabrechnung macht die Berichterstattung per Software-Schnittstelle zur zuständigen Verwaltung möglich – und zwar mit der Vergabe unterschiedlicher Zugriffsrechte, damit nicht alle Details weitergegeben werden müssen. Sozialarbeiter aus Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland arbeiten zusammen in einem grenzübergreifenden Obdachlosenprojekt für eine Grenzregion. Sie nutzen digitale Mittel, um als Team zusammenzuarbeiten und auch den Obdachlosen Dienste und Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Eine Familienhelferin kann via smarter Technologie einen aufkommenden Konflikt in einer Familie bemerken, sich physisch oder per Video einschalten und deeskalieren, bevor es für die Kinder gewalttätig wird. Und: All diese Ideen sind denkbar oder bereits entstanden!

Wir denken, dass die nächsten 10 Jahre entscheidend sein werden, um jetzt noch fundamentale Weichen zu stellen und Umsetzungen in die Wege zu leiten. Diese müssen es der Branche ermöglichen, in der voranschreitenden digitalen Revolution technische Machbarkeiten zu Gunsten positiver sozialer Entwicklungen und sozialstaatlicher Aufgaben zu nutzen, die Mensch, Umwelt und Technik vereinen kann. Kurzum: Wir werden gezwungen worden sein, eine Haltung zu entwickeln.

Tobias Fitting: In zehn Jahren ist es wahrscheinlich, dass wir eine Vielzahl künstlicher Intelligenzsysteme ganz selbstverständlich in unsere Arbeits- und Alltagswelt integrieren. Ganz konkret werden wir eine digitalisierte Verwaltung in Deutschland haben und uns mit den Schnittstellen und veränderten Prozessen auseinandergesetzt haben, die dann maßgeblich die praktischen Möglichkeiten in sozialen Organisationen beeinflussen.

Für die Bewältigung der Klimakrise werden wir digitale Mittel brauchen, um möglichen Verteilungskämpfen auf sozialstaatlicher Ebene resilient begegnen zu können. Und wir werden eine neue Generation Sozialarbeiter*innen in der Fachlandschaft erleben, die bereits in ihrer Hochschulbildung das Thema Digitalisierung behandelt und reflektiert haben wird. Wir wünschen uns schon jetzt viel mehr Pilotprojekte zur Integration von Big Data, KI und anderen hybriden Methoden für die Fachlandschaft.

 

Frage zum Abschluss: Was interessiert Sie an der Digitalisierung am meisten?

Annette Loy: Mich interessiert bei der Digitalisierung besonders, wie die Profession sich mit den neuen technischen Möglichkeiten verantwortlich entwickeln kann, beispielsweise wie sich Fachlichkeit durch den parallelen Einsatz von digitalen und traditionellen Mitteln verändern kann.

Tobias Fitting: Mich interessiert, wie sich unsere Gesellschaft und das gemeinsame Arbeiten durch die Digitale Revolution verändern. Mir ist es wichtig, ein Verständnis des digitalen Wandels zu vermitteln und die digitale Welt greifbarer zu machen. Denn nur, wenn wir verstehen, in welcher neuen Welt wir leben, können wir ihre Möglichkeiten souverän und sicher nutzen.

 


Tobias Fitting,
ist Bildungsreferent für Digitalisierung an der Paritätischen Akademie Berlin gGmbH. Er studierte Politologie und Filmregie und arbeitete mehrere Jahre in der Film- und Fernsehbranche. Parallel dazu absolvierte er Weiterbildungen zum Coach, Trainer und Mediator, in Projektmanagement, Cloud Computing, Online-PR und er beschäftigt sich seit seiner Jugend intensiv mit Digitalisierung, Software und den vielfältigen digitalen Möglichkeiten, die den (beruflichen) Alltag erleichtern.

 

 

 

 


Annette Loy
leitet den Bereich Seminare und ist zuständig für das Paritätische Digital- und Innovationsforum und studierte soziale Arbeit und Kunstgeschichte. Sie kam zum ersten Lock down im März 2020 neu ins Seminar-Team der Paritätischen Akademie Berlin und übernahm im November 2020 die Leitung des Bereichs Seminare. Aus diversen internationalen Projekten im Rahmen von Erasmus + und freien Kunstprojekten verfügte sie bereits vor der Pandemie über viel Erfahrung im Umgang mit virtuellen Räumen und der kreativen und agilen Zusammenarbeit von Projekt-Teams. Dies setzt sie zusammen mit ihrer mehrjährigen Leitungstätigkeit und Berufserfahrung in der Sozialen Arbeit nun dazu ein, das Portfolio der Akademie sinnvoll weiter zu entwickeln und zusammen mit dem Team des Digital- und Innovationsforums progressive wie auch pragmatische Impulse für die Fachlandschaft zu setzen.

 

Die Paritätischen Akademie Berlin und das Paritätische Digitalforum

In der beruflichen Weiterbildung ist die Paritätische Akademie Berlin bereits seit 24 Jahren tätig. Fach- und Führungskräfte aus der Sozialwirtschaft, die ihre Kompetenzen in  verschiedenen Berufsphasen ausbauen möchten, werden hier für ihren Berufsalltag fit gemacht. Seit 2019 widmet sich das Paritätische Digitalforum den vielen Facetten der Digitalisierung. Mit der Corona-Pandemie standen viele soziale Organisationen plötzlich vor einer großen Herausforderung, die Digitale Wende nun nicht mehr allmählich, sondern in kürzester Zeit umsetzen zu müssen. Diese Erfahrungen und erforderlichen Notwendigkeiten lösten viele Entwicklungsimpulse aus, die aktuell und künftig weiterverfolgt werden

„Was geht, ihr Personaler?“ :-)

Im Bereich Personalmarketing verfolgen wir insbesondere das Ziel, Menschen überhaupt erst einmal auf das UNIONHILFSWERK als Arbeitgeber und auf die Vielfalt unserer Arbeitsbereiche aufmerksam zu machen. Viele Menschen, die erstmalig auf uns treffen, wissen gar nicht, dass wir unter anderem im Kita-Bereich, in der Pflege, in der Eingliederungshilfe und auch in diversen Stadtteil- und Mentoren-Programmen tätig und mit rund 2.800 Mitarbeiter*innen einer der größten Arbeitgeber in Berlin sind.

Was macht ihr denn da eigentlich?

Für das Personalmarketing sind wir unter anderem auf Karrieremessen und in Ausbildungsstätten unterwegs, nutzen Plakatwände für auffällige Motive, schalten Werbung für unsere offenen Stellen in verschiedenen Apps und sprechen Menschen auch direkt in sozialen Netzwerken wie Xing an.

Ebenso wichtig ist es für uns, dass Sie das UNIONHILFSWERK in den sozialen Medien wie facebook oder Instagram finden, denn auch hier erreichen wir Menschen, die wir für unsere offenen Positionen begeistern. Wer heute nicht in den sozialen Medien präsent ist, findet in manchen Altersgruppen überhaupt nicht statt und wird bei der Suche nach einer Stelle gar nicht berücksichtigt.
Deutlich intensivieren wollen wir im kommenden Jahr die Kooperationen mit Ausbildungsstätten in verschiedenen Bereichen (Kita, Heilerziehungspflege, Sozialarbeit und Pflege). Immer öfter laden wir auch Schüler*innen und Studierende in unsere Einrichtungen ein, um ihnen dort zu zeigen, was wir für eine tolle Arbeit machen dürfen.

Ergänzt werden unsere Aktivitäten durch das Schalten von „klassischen“ Stellenanzeigen auf Jobportalen mit großer Reichweite. Ebenso großen Spaß macht uns das Ausprobieren gänzlich neuer Rekrutierungskanäle. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Ebay Kleinanzeigen mal dafür genutzt werden würde, einen neuen Job zu suchen? Seien Sie gespannt auf unsere Ideen im kommenden Jahr!

Wenn wir neue Kolleg*innen im UNIONHIFSWERK begrüßen, unterstützt das Personalmarketing die Mitarbeiter*innen beim Ankommen. Unsere Willkommenspakete und –tage sind sehr beliebt und begleiten den Start in die neue Position.

Und was ist mit Mitarbeiter*innen, die schon im UNIONHILFSWERK arbeiten?

Glücklicherweise dürfen wir als Team nicht nur dafür sorgen, dass wir unser UNIONHILFSWERK bekannter machen, sondern wir kümmern uns gemeinsam mit den Leitungskräften auch um die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte, die schon beim UNIONHILFSWERK arbeiten.
Für diese Kolleg*innen führen wir regelmäßige Weiterbildungen durch, sorgen für die Beteiligung an Entscheidungen, organisieren zahlreiche Team-Events und bereiten kleine und große Überraschungen vor.

Dabei werden wir kreativ: Für das kommende Jahr planen wir zum Beispiel einen sechsmonatigen Piloten eines Corporate Radios. Das ist ein Format, bei dem wir täglich für unsere Mitarbeiter*innen „auf Sendung“ gehen wollen, um sie zu interessanten Aktivitäten im UNIONHILFSWERK kurz und knackig zu informieren. Vielleicht hören Sie ja schon bald die erste Sendung…

Wir sind der Meinung, dass eine offene und lernbereite Haltung sowie individuelle Fortbildungsangebote wesentliche Bestandteile dafür sind, dass sich sowohl Leitungskräfte als auch alle anderen Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz wohlfühlen und den Weg des UNIONHILFSWERK in die Zukunft maßgeblich mitbestimmen. Für unsere bestehenden und zukünftigen Leitungskräfte entwickeln wir daher ein neues Trainings-Programm, bei dem die Teilnehmer*innen ihre individuellen Stärken einbringen und Neues lernen können. Ein ähnliches Vorhaben prüfen wir im kommenden Jahr auch für alle Mitarbeiter*innen ohne Leitungstätigkeiten.

Sie sehen: Das Spektrum an Aufgaben in unserem Team ist sehr groß und vielfältig, genauso wie das UNIONHILFSWERK selbst. Alle Aktivitäten sind wichtig, denn die Mitbewerber*innen schlafen nicht und es sollen gern noch viel mehr Menschen wissen, dass wir eine tolle Unternehmung sind.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu unseren Vorteilen haben, dann geben Sie uns über diese Kanäle ein kurzes Zeichen und wir kommen auf Sie zu.

Vitaminbombe für kalte Tage – Heiße Orange mit Ingwer

In einem hippen Café an der Warschauer Straße habe ich vor einigen Jahren eine „HOMI“ bestellt, sehr genossen und bin seither ein großer Fan dieses simplen Getränks. HOMI oder „Heiße Orange Mit Ingwer“ läßt sich prima mit einfachen Zutaten und wenigen Schritten zubereiten und eignet sich auch für ein Pausengetränk mit Kolleg*innen in der Teeküche. Dem Duft von HOMI wird wohl kaum eine*r widerstehen können. Meine ganze Familie liebt dieses gesunde und belebende Getränk mittlerweile. Es ist mehr als nur ein Tee, anders als heiße Zitrone und passt ganz wunderbar in die beginnende gemütliche Vorweihnachtszeit.

Zutaten für 2 Personen „HOMI“

  • 3 Saftorangen
  • 1 Stück Ingwer, 2-3 cm
  • 1 Zimtstange bzw. Zimtpulver
  • Honig zum Süßen
  • Zitrone nach Bedarf
  • Heißes Wasser

Und so einfach geht’s:

Den Ingwer in Scheiben schneiden, die Orangen auspressen und alles auf zwei Tassen verteilen. Mit kochendem Wasser wird dieser Mix nach Belieben aufgegossen. Zum Schluss kann das leckere Getränk mit Honig gesüßt und mit Zimt abgeschmeckt werden. Für noch mehr Pfiff sorgt ein Schuss Zitrone.

HOMI kann alternativ auch in einer Kanne zubereitet werden – hier kann die Zimtstange besonders gut ziehen.

Ich wünsche viel Freude beim Ausprobieren und Genießen!