Monthly Archives: September 2018

Zehn Jahre STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick: Innovativ und kreativ fürs Ehrenamt

Ein Sofakonzert und ein Abend der offenen Tür am 08. März 2018 waren der Auftakt des Jubiläumsjahres. Auf den Tag genau vor zehn Jahren, am 8. März 2008, ging das Freiwilligenzentrum an den Start.
„Das Ehrenamt in Treptow-Köpenick hat durch die STERNENFISCHER einen kräftigen Schub bekommen“, sagte damals Sawsan Chebli, Berliner Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement. Bürgermeister Oliver Igel lobte: „Die STERNENFISCHER überzeugten von Anfang an mit ihren innovativen Ideen und ihrer Kreativität.“

Ehrenamt ist bunt und vielfältig 

Manja Harm, Leiterin des Freiwilligenzentrums, ist überzeugt: „Engagement für andere braucht strategische Förderung. Als Anlaufstelle für Menschen, Einrichtungen und Unternehmen, die sich ehrenamtlich einbringen oder mit Freiwilligen zusammenarbeiten möchten, sind wir mit allen relevanten Personen vernetzt. So unterstützen wir die Vielfalt des zivilgesellschaftlichen Engagements. Das Ehrenamt mit seinen vielen Facetten macht Spaß, hält gesund – und ist der beste Schutz gegen antidemokratische Hetze.“

Ein kurzer Blick auf die Erfolge und das Geleistete ist vielsagend:

  • So sind im Projekt „Wohngebiets-Patenschaften“, das STERNENFISCHER seit Sommer 2016 zusammen mit dem Wohnungsbauunternehmen Degewo organisiert, aktuell 25 Tandems aktiv: Mieterinnen und Mieter unterstützten geflüchtete Menschen in ihrer Nachbarschaft.
  • Für kurze Wege ins Ehrenamt sorgt das Projekt STERNEN-Lotsen, das dezentrale Engagementförderung in Alt-Treptow, Schöneweide, Friedrichshagen und Bohnsdorf umsetzt.
  • Seit 2008 porträtiert das Freiwilligenzentrum jeden Monat einen ehrenamtlich arbeitenden STERN und zeigt damit die unerschöpfliche Vielfalt von Engagement-Möglichkeiten.
  • Die STERNENFISCHER haben die Freiwilligentage im September zu einer festen Größe im Bezirk gemacht, ebenso den Marktplatz Treptow-Köpenick, eine Speeddating-Veranstaltung, bei der lokale Unternehmen und Gemeinnützige gute Geschäfte ohne den Einsatz von Geld vereinbaren.

„10 Jahre – 10 Veranstaltungen“ – mit großer Jubiläumsfeier als Highlight

Das ganze Jubiläumsjahr feierten die STERNENFISCHER mit vielfältigen Veranstaltungen, darunter die STERNEN-Radtour „Stars on Bike“ durch den Bezirk oder die Wanderausstellung „Heldinnen und Helden des Alltags“ mit Foto-Porträts von Freiwilligen.

Der Höhepunkt aber war die große Jubiläumsparty am 19. September in der Freiheit 15 in Köpenick. 220 Gäste, Freiwillige, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Kooperationspartner und Unterstützer feierten das Engagement des schönsten Berliner Bezirkes. Neben Worten aus der Politik und Verwaltung, aus dem Vorstand und der Geschäftsführung des Trägers und natürlich vom STERNENFISCHER-Team selbst gab es Kulturbeiträge vom Duo Friedrich & Wiesenhütter, dem Berliner Begegnungschor und einem DJ.
Das Jubiläum wurde bis zum späten Abend von allen gebührend gefeiert.

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Mit vostel.de Freiwillige gewinnen

vostel.de stellte den eigenen Instagram-Account zur Verfügung

vostel.de wurde im Jahr 2015 gegründet. Die Engagementplattform ermöglicht Privatpersonen, mit einem digitalen Freiwilligenmanagement das passende Engagement zu finden, berät Unternehmen, wo sie sich im Rahmen von Social Days engagieren können, und unterstützt Organisationen bei der Suche nach Engagierten. Im April dieses Jahres kam vostel.de auf das Freiwilligenmanagement des UNIONHILFSWERK zu – mit einem speziellen Angebot. Geschäftsführerin Hanna Lutz schlug vor, eine Woche lang den Instagram-Account des Unternehmens nutzen zu können.

Instagram ist vor allem bei jungen Menschen beliebt

Instagram ist ein Online-Dienst, der eine Mischung aus Microblog und audiovisueller Plattform darstellt. Instagram lebt von schönen Fotos, Videos und Stories (Slideshows), die geteilt, mit „Gefällt-mir“ markiert und kommentiert werden können. Der Online-Dienst, der zu Facebook gehört, ist besonders bei jungen Menschen beliebt und verzeichnet immer mehr Zulauf. Instagram gibt an, dass 2017 15 Millionen Menschen in Deutschland jeden Monat aktiv waren, sechs Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

Das UNIONHILFSWERK veröffentlichte Aktionen rund um die Freiwilligentage

Daniel Büchel, Leiter des Freiwilligenmanagments des UNIONHILFSWERK, war von der Idee, den Instagram-Account von vostelvolunteering nutzen zu können, begeistert. Klar, denn eines seiner Ziele ist: viele junge Menschen für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. Rund um die Freiwilligentage am 7. und 8. September übernahmen dann das Freiwilligenmanagement und die Unternehmenskommunikation des UNIONHILFSWERK die inhaltliche Verantwortung und veröffentlichten zusammen mit von vostel.de vermittelten „Instagrammern“ Stories zu den unterschiedlichsten Engagementbereichen. So wurde beispielsweise über die „Aktion Wohnungslos“ in der Wohnungslosentagesstätte Schöneberg, über den Malworkshop im Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“, den Nachhaltigkeitsrallyes in unseren Flüchtlingsunterkünften in Lichtenberg und Pankow sowie über die Aktion „Unser Wedding kann auch Schmuck Design/sein“ in unserem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen berichtet.

Die Zusammenarbeit war eine Bereicherung

Der zur Verfügung gestellte Instagram-Account wurde stark genutzt. Vom 3. bis zum 9. September gingen über 20 Stories online. Dadurch erfuhren Freiwillige von den UNIONHILFSWERK-Aktionen an den Freiwilligentagen und engagierten sich daraufhin. Sogar vostel.de selbst engagierte sich mit einem Team bei unserer Nachhaltigkeitsrallye in der Flüchtlingsunterkunft Lichtenberg und übernahm dort die Bewirtung der Engagierten und Teilnehmer. Sowohl die Zusammenarbeit mit vostel.de als auch das Instagram-Experiment waren eine bereichernde Erfahrung. Dafür sagen wir herzlich danke!

Mit dem Wohnmobil der Sonne entgegen

Als Transportmittel und Basisstation für den Aufenthalt diente das Wohnmobil von Peter Jürgensmeier, das vom UNIONHILFSWERK entsprechend als Privatfahrzeug für Dienstfahrten anerkannt und versichert war. Da es im Wohnmobil vier Sitzplätze mit Sicherheitsgurten gibt, konnten ebenso viele Menschen die Reise antreten.

Ohne aufwändige Planerei und Vorbereitung

Die Tour erfolgte weitgehend ohne vorherigen Plan. Auch bei der Frage, welcher Campingplatz angesteuert werden würde, entschied die kleine Reisegruppe spontan.

Gerade dieses spontane und gemeinsame Entscheiden machte den Kurztrip so besonders. Das Wetter war großartig und so sprudelten die Ideen für gemeinsame Unternehmungen. Neben dem Bowling am Abend der Ankunft gab es einen ganzen Tag auf den Gewässern der Mecklenburgischen Seenplatte. Hierfür wurde ein 4-Personen-Motorboot gemietet, das teilweise eigenständig von den Klienten gesteuert werden konnte.
Ein entspannter Nachmittag am campingplatzeigenen Badestrand sorgte für den perfekten Abschluss dieses gelungenen Tages.

Lust auf mehr

Alle Beteiligten hielten diese Art und Weise des planungsarmen, kurzzeitigen Verreisens für eine sehr gelungene Angelegenheit und wünschen sich weitere Angebote. Im nächsten Frühjahr wird Peter Jürgensmeier Termine bekannt geben, an denen er erneut solche Fahrten anbieten kann.

Mobilitätshelfer gesucht!

Damit Menschen mit mobiler Einschränkung ihren Alltag bewältigen und besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, gibt es die Berliner Mobilitätshilfedienste. Unter dem Motto „Draußen spielt das Leben – wir bringen Sie hin“ unterstützen freiwillig Engagierte im Alltag.

Stefania Savelsberg und Sandra Bauer sind schon lange ein Team

Auf ein solches Mobilitätshilfe-Tandem treffe ich heute in Reinickendorf und bin sehr gespannt. Es ist Punkt 8 Uhr am Donnerstagmorgen und als ich am ausgemachten Treffpunkt ankomme, werde ich schon erwartet. Für Stefania Savelsberg und Sandra Bauer* geht es jeden Donnerstagmorgen zur gleichen Zeit gemeinsam zum Einkaufen, seit über 11 Jahren.

11 Jahre, so lange engagiert sich Frau Savelsberg bereits für das UNIONHILFSWERK. Für die 74-Jährige ist das ganz normal: „Damals hat meine Tochter ein Praktikum in der Altenpflege gemacht und hat mir erzählt, dass Leute gebraucht werden, die eingeschränkten Menschen bei diesen Erledigungen helfen. Mir geht es ja selbst auch nicht immer gut, also habe ich gedacht: Das ist doch was, was ich gut machen kann.“

Sandra Bauer freut sich über diese Konstante: „Die Mobilitätshilfe im UNIONHILFSWERK nehme ich seit Mitte der 80er Jahre in Anspruch. Anfangs waren das oft wechselnde Leute, aber seit 11 Jahren kommt immer Frau Savelsberg.“ Für sie ist diese Kontinuität besonders wichtig, denn Frau Bauer ist seit ihrem 30. Lebensjahr erblindet. „Da muss man dem Anderen eben vertrauen“, sagt sie und hakt sich bei Frau Savelsberg unter.

Das vertraute „Sie“

Und dass es dieses Vertrauensverhältnis gibt, sieht man sofort – denn die beiden sind nach all den Jahren ein eingespieltes Team. Routiniert umrunden Sie Baustellen, zu schnell fahrende Radfahrer und unaufmerksame Fußgänger, die sich trotz der auffälligen Blindenbinde scheinbar immer genau in den Weg von Frau Bauer stellen. Im Supermarkt wird gleich der komplette Wocheneinkauf für Frau Bauer erledigt. Sie wirken intim miteinander, bleiben aber beim höflichen Sie: „Ich suche Ihnen natürlich den schönsten Knoblauch raus, so bin ich eben“, neckt Frau Savelsberg.

Mit den Mitarbeiterinnen des UNIONHILFSWERK fühlt Frau Bauer sich sehr wohl: „Es läuft alles sehr unkompliziert, besonders deshalb, weil wir uns mittlerweile natürlich eher privat organisieren, zum Beispiel zu den Feiertagen. Da ist ein Mobilitätshilfedienst nämlich eigentlich gar nicht vorgesehen, obwohl ich ihn natürlich trotzdem brauche. Die Begleitdienste müssen einfach besser gefördert werden.“

Stefania Savelsberg engagiert sich mittlerweile auch in einem zweiten Tandem: „Da helfe ich einem älteren Herrn mit Rollator bei seinen Erledigungen.“ Das macht sie vor allem deshalb, weil es einfach zu wenige Menschen gibt, die als Mobilitätshelfer aktiv sind.  Dabei ist das gar nicht so schwer, als offener Mensch lernt man den Umgang mit dem Tandempartner sehr schnell.

Mobilitätshelfer in Reinickendorf und Lichtenberg gesucht

Die Mobilitätshelfer im UNIONHILFSWERK werden speziell geschult im Umgang mit Rollstühlen, in der Blindenführung oder im Einsatz von elektronischen Treppensteiggeräten. Durch diese Schulung kommt die nötige Ruhe und Gelassenheit dann meist von ganz allein. Wichtig für potenzielle Mobilitätshelfer ist die Bereitschaft dazu, unseren Klienten regelmäßig zu helfen: In der Woche sollte man im Schnitt 1,5 Stunden Zeit einplanen.

Wenn Sie Interesse daran haben, als Mobilitätshelfer aktiv zu werden, melden Sie sich gern jederzeit bei unserem Freiwilligenmanagement. Es werden regelmäßig Einführungskurse inklusive Rollstuhlführerschein angeboten. Außerdem bietet das UNIONHILFSWERK bis 24. September vielfältige Gelegenheiten zum Hineinschnuppern an.

 

*Name von der Redaktion geändert.

„Unionhilfswerker“: Denny Rosenthal

Name: Denny Rosenthal

Alter: 41

Beruf: Kommunikationsdesigner

 

Was genau machen Sie da?

Fachgebietsleitung der Mediengestaltung.

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

Das Teamwork.

Was wollten Sie werden als Sie klein waren?

Irgendetwas großes steuern: Am liebsten einen Zug.

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

Die schrägsten Situationen passieren hier tagtäglich in der Kommunikation: Bei uns im Gewerk geht es sehr lustig zu.

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Als damaliger Bassist einer Band haben wir mal bescheidene Gagen bekommen.

Am Wochenende mache ich am liebsten…?

In´ Jarten raus.

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

Das Rosi´s am Ostkreuz. Schnell noch hingehen, wird 2019 abgerissen!

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

Autos sind sehr überbewertet.

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

Einen 80-GB iPod und zwei Riesenakkus.

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

Ich wäre gern in den Achtzigern in West-Berlin gewesen und damals schon meinen heutigen Helden begegnet.

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

Einen Song schreiben.

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

Magnetos Fähigkeiten wären nice.

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

Den ehemaligen Chefredakteur der »Wir für Berlin«, Lutz Krieger