Monthly Archives: April 2024

Zukunftstag: Viel Herz und Hirn für potenzielle Kolleg*innen von morgen

An insgesamt 16 Standorten des Unionhilfswerks wurden von Kolleg*innen bereits Wochen vor dem 25. April 2024 Ideen ausgeheckt und Pläne geschmiedet, Snacks vorbereitet und Give-Away-Tüten gepackt. Alles, um den über 50 eingeladenen Schüler*innen für den Zukunftstag neben ersten Eindrücken in die Vielfältigkeit sozialer Berufe auch einen gut gelaunten Tag und Aha-Erlebnisse mit viel Spaß zu ermöglichen.

„Wir wollten den Jugendlichen Berührungsängste nehmen und ihnen die Menschen hinter der Obdachlosigkeit zeigen, die entgegen vieler Vorurteile teils gar nicht als obdachlos erkennbar sind. In unserer sozialen Tätigkeit unterstützen wir unsere Gäste nicht nur, sondern erleben auch selbst eine große Bereicherung und viel Spaß mit ihnen – das wollten wir für die Jugendlichen erlebbar machen!“ (Nadine Simon-Wrobel, Leiterin Wohnungslosentagesstätte Schöneberg)

„Uns war wichtig zu zeigen, dass die Sozialpsychiatrie viele Gesichter hat. Aber auch, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen viel mehr sind als nur ihr Krankheitsbild und teilweise ganz ähnliche Hobbies haben wie die Schüler*innen.“ (Paul Lenz, Leiter Eingliederungshilfe im Verbund Betreutes Wohnen Neukölln)

 

Nicht nur gucken, auch anpacken!

Am Zukunftstag selbst wurde in Bezug auf die Vielfalt sozialer Berufe aus dem Vollen geschöpft. Mitarbeiter*innen aus allen Fachbereichen des Unionhilfswerks ließen sich nicht nur über die Schulter schauen, sondern banden die Jugendlichen aktiv in ihren Arbeitsalltag ein – von der Ergotherapie bis hin zur Geschäftsführung.

So öffneten zum Beispiel unsere Kitas Türen und Morgenkreise, um die teilnehmenden Jungs einen Kita-Alltag aus der Perspektive pädagogischer Fachkräfte erleben zu lassen. In den Besonderen Wohnformen Wilmersdorf und Joachim-Fahl-Haus wurde u.a. die Theatergruppe vorgestellt und gemeinsam mit den Bewohner*innen gekocht, gebastelt und gelacht.

Einen Einblick in die Möglichkeiten ganzheitlicher Förderung von Menschen mit Behinderungen erhielten Jugendliche in der Beschäftigungstagesstätte Neukölln, indem sie aktiv an der Musik- und Bewegungstherapie teilnahmen. Der Verbund Betreutes Wohnen Neukölln gab von Therapeutischer Wohngemeinschaft bis Zuverdienstwerkstatt einen Überblick über Begleitangebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Bei Essensvorbereitungen und in der Kleiderkammer wurde in der Wohnungslosentagesstätte in Schöneberg Arbeitsalltag erfahrbar gemacht und in unseren Unterkünften für wohnungslose Menschen unter anderem erklärt, wer da überhaupt wohnt und wie wir die Bewohner*innen dort unterstützen.

 

Sich als Jugendlicher so richtig alt fühlen…

Dass alte Menschen nicht nur Pflegefälle, sondern auch spannende Persönlichkeiten sind, die mal jung waren und teilweise früher Sportmedaillen gewonnen oder in einer Rockband gespielt haben, erfuhren die Jugendlichen in unseren Pflegewohnheimen. Im Pflegewohnheim „Am Plänterwald“ konnten sie zudem selbst erleben, wie es sich anfühlt, alt zu sein. Dafür schlüpften sie in einen Alterssimulationsanzug und erlebten altersbedingte Veränderungen wie Schwerhörigkeit und Bewegungseinschränkungen.

„Ich konnte mir absolut vorstellen, wie sich alte Menschen fühlen: Jede Bewegung war schwerer.“, stellte Bennie nach der Alterssimulation fest und Lion war überrascht, wie hilflos er sich plötzlich fühlte, als er die Aufstehhilfe ausprobierte. „Ich war richtig angespannt, weil ich selber nicht so richtig was machen konnte.“

Marcel fasste zusammen: „Es gab richtig viel Kontakt zu den Bewohner*innen und Möglichkeiten, sich vorzustellen, wie alt sein sich anfühlt.“

Wie schön, dass alt zu sein trotzdem nicht nur aus Herausforderungen besteht, stellte Ben fest: „Ich war sehr erstaunt, wieviel Lebensfreude die alten Menschen hier haben und dass wir so zusammen mit ihnen lachen konnten!“

 

Chefin für einen Tag im Dienstleistungs.Campus

Mit Ulrike Hinrichs und Ute Dietrich gaben am Zukunftstag auch zwei unserer Geschäftsführerinnen Einblicke in ihren Berufsalltag und in verschiedene Abteilungen im Dienstleistungs.Campus, dem Ort der zentralen Verwaltung des Unionhilfswerks. Nahbar und für alle Fragen offen, ermutigten sie die Jugendlichen, sich für soziale Berufe zu begeistern.

„Als soziales Unternehmen und Unterzeichner der Charta der Vielfalt liegt uns Diversität besonders am Herzen. Dazu gehört eben auch, Geschlechterklischees aufzubrechen und am eigenen Unternehmen zu verdeutlichen, dass es keine klassischen Boys- oder Girls-Berufe gibt“, sagt Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin der Unionhilfswerk Sozialeinrichtungen gGmbH, und Ute Dietrich, Geschäftsführerin der Unionhilfswerk Senioreneinrichtungen gGmbH, ergänzt: „Wir sehen den Zukunftstag als Chance, unseren Kolleg*innen von morgen Mut zu machen und ihnen zu zeigen, dass jede Person, unabhängig von veralteten Rollenbildern, alles werden kann! Soziale Berufe gibt es in tausend Facetten und wir haben den Schüler*innen am 25. April eine Idee davon vermittelt, wie spannend, abwechslungsreich, sinnstiftend und auch zukunftssicher die Arbeit mit und für Menschen ist.“

Bei gemeinsamer Pizza zum Abschluss stellten die Mädchen fest, dass die Zeit ganz schön schnell vergangen ist und Frieda resümierte: „Chefin zu werden, scheint gar nicht so schwierig, wie gedacht.“

Vielen Dank an alle Kolleg*innen, die am Zukunftstag 2024 vor und hinter den Kulissen dazu beigetragen haben, einen Teil dieser Facetten für die Schüler*innen erlebbar zu machen und zu zeigen, wie viel Spaß es machen kann, andere Menschen zu begleiten!

 

 

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Fotograf*innen: Paula G.Vidal, Svenja Baumgärtner

„Wärme Teilen“ – der Abschluss unserer Winter-Spendenkampagne

Besuch unserer Wohnungslosentagesstätte

An einem sonnig-frischen Novembertag, wenige Wochen nach Beginn unserer „Wärme Teilen“-Kampagne, setzte ich mich in die S1 in Richtung Schöneberg, um unsere Wohnungslosentagesstätte in der Gustav-Freytag-Straße zu besuchen.

Als Neuzugang der Unternehmenskommunikation war ich etwas aufgeregt, aber auch neugierig zu erfahren, wie meine Unionhilfswerk- Kolleg*innen außerhalb unseres Dienstleistungs.Campus ihren Alltag verbringen.

Nadine Simon-Wrobel, Projektleitung der Wohnungslosentagesstätte (WoTa) Schöneberg, begrüßte mich und erklärte mir bei einer ausgiebigen Tour die Abläufe eines normalen Arbeitstages.
Die WoTa ist Dienstag bis Sonntag von 11.30 bis 17 Uhr geöffnet. Wohnungs- und obdachlose Menschen können jederzeit ohne Voranmeldung vorbeikommen, essen, Wäsche waschen oder einfach nur zur Ruhe kommen.
Im geräumigen Aufenthaltsraum saßen bereits einige Besucher*innen und ließen sich alleine oder gemeinsam die warme Mahlzeit des Tages, belegte Brote oder eine Tasse Kaffee schmecken. Ich setzte mich dazu und fand bei einigen herzlichen Gesprächen heraus, warum die WoTa mehr ist als nur ein sozialer Treffpunkt, in dem man sich im Winter wärmen kann.

Für viele Besucher*innen sind Frau Simon-Wrobel und das gesamte Team wie eine Familie. „Bitte, nicht zu viel Werbung zu machen.“ lautete in etwa der Wortlaut, als ich von der Spendenkampagne erzählte. Die WoTa wird behütet wie ein Schatz.

 

Die Kosten-Nutzen-Bilanz eines Kloßes

Frau Simon-Wrobel führte mich in die „Requisite“ – ein großer Raum, in dem die vielen Kleiderspenden aufbewahrt werden. Bis zur Decke stapeln sich dort Pullis, T-Shirts, Hosen und Co. Hier können sich die Besucher*innen aussuchen, was sie gerade brauchen. Von der Mütze bis zum Mantel.

Bevor es die Kleidungsstücke aber in die Regale schaffen, müssen die vielen Säcke voller Spenden sortiert werden. Leider haben die meisten Kleidungsstücke Löcher, sind abgenutzt oder schlichtweg kaputt.
Sofort musste ich an meine eigene Schrank-Ausräum-Aktion zurückdenken, die nicht weit zurücklag. Die schöne Bluse mit dem Markenlogo habe ich für lächerlich kleines Geld verkauft. „Die ist doch noch gut!“, argumentierte ich und freute mich über den zusätzlichen Fünfer. Meine alte Hose, verwaschen und zerfleddert, war definitiv nicht mehr für den Verkauf geeignet. Für „die Obdachlosen“ war sie aber „gut genug“. Also stopfte ich sie mit anderen kaputten Teilen in einen Müllsack, den ich stolz spendete. Und mich mit federnden Schritten eigenartig überlegen fühlte.

Nun sorgte der Gewinn von meiner Bluse für einen dicken Kloß in meinem Hals. Und sieben bis zehn Steine im Magen. Die manchmal noch immer an mir nagen, wenn ich daran zurückdenke.

 

20 Schlafsäcke, 10 Isomatten und 20 Paar Socken

Nach meinem Nachmittag in der WoTa ging ich nach Hause und erzählte allen meinen Freund*innen und Verwandten von den wertvollen neuen Dingen, die ich gelernt hatte.

„Wusstest du, dass die WoTa ein absolutes Alkoholverbot hat? Und man bei Verdacht sofort pusten muss?“

„Wusstest du, dass es einen Unterschied zwischen wohnungs- und obdachlos gibt? Oder dass die meisten Einrichtungen sonntags geschlossen haben?“

„Wusstest du, dass mehr Tragetaschen als Kleidungsstücke gebraucht werden? Die aber nie gespendet werden, weil das so gut wie keiner weiß?“

#WärmeTeilen geht immer

Meine Begeisterung verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Ob meine Bekannten und Verwandten gespendet haben, weiß ich nicht. Viele spendeten möglicherweise anonym.

Mittlerweile ist unsere „Wärme Teilen“ Kampagne aber abgeschlossen. Mit einer Summe von 756€ wurde etwa ein Drittel des Spendenziels erreicht. Nadine Simon-Wrobel und das Team der WoTa haben es in 20 Schlafsäcke, 10 Isomatten und 20 Paar Socken investiert. Und damit vielen wohnungs- und obdachlosen Menschen einen warmen Winter ermöglicht.

Dafür möchte ich mich in den kommenden Tagen gerne persönlich bedanken. Mit vielen Tragetaschen voller Tragetaschen und guten Kleidungsstücken, die nicht erst aussortiert werden müssen.

Alle, die den Abschluss unserer Spendenkampagne mit uns feiern wollen, es aber nicht nach Schöneberg schaffen, sind herzlich eingeladen, auf den PayPal-Link zu klicken und zu spenden.

Auch im Frühling können wir #WärmeTeilen.

 

Nadine Simon-Wrobel mit dem Gast und ehrenamtlichen Helfer Jacek Baziak vor der Wohnungslosentagesstätte

“Menschen müssen unterstützt werden, ihre Wohnung zu halten.”

Liebe Frau Jost, EU, Bund und das Land Berlin haben das Ziel, bis 2030 Obdachlosigkeit zu überwinden. Wie realistisch ist das?

Gar nicht realistisch. Es wird immer Menschen geben, die keine eigenen vier Wände haben. Aber es ist trotzdem wichtig, daran zu arbeiten, sich diesem Ziel zu nähern.

 

Wir müssen also damit leben, dass Menschen auf der Straße schlafen oder in einer Unterkunft untergebracht sind. Sind die Maßnahmen ungeeignet?

In Berlin ist das Hilfesystem grundsätzlich gut. Es gibt eine große Zahl an vielfältigen Angeboten. Da wäre aber zum einen der Wohnungsmangel. Mehr als 130.000 Wohnungen fehlen in der Stadt. Demgegenüber stehen bis zu 50.000 Menschen, die in Notunterkünften und Wohnheimen, bei Freunden, Verwandten oder Bekannten unterkommen oder auf der Straße leben. Viele von ihnen sind durchaus (wieder) in der Lage, Verantwortung für sich und ihre Familie zu übernehmen. Aufgrund des Wohnungsmangels erfüllt sich der Wunsch nach den eigenen vier Wänden jedoch nur für wenige.

Zum anderen gibt es die Menschen, die es nicht oder nicht mehr ins Regelsystem schaffen, also keinen Wohnheimplatz bekommen und erst recht keine Wohnung – oder falls doch, diese nicht halten können. Hier spielen psychische Probleme eine Rolle, Schulden, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit etc. – Problemlagen, die sich häufig gegenseitig bedingen. Zudem fehlen oft Dokumente wie Geburtsurkunde, Ausweis oder Pass.

 

Welche Angebote gibt es für die Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben?

Am Tag können sie Angebote wie unsere Wohnungslosentagesstätte Schöneberg in Anspruch nehmen. Dort erhalten sie Speisen und Getränke für wenig Geld, können sich duschen und einkleiden. Zudem erhalten sie sozialpädagogische und psychosoziale Unterstützung, wenn sie es wünschen. Nachts können sie Notunterkünfte aufsuchen – in der Kältehilfesaison sowieso. In unserer Kältehilfe-Unterkunft in Charlottenburg bieten wir noch bis zum 30. April 150 Menschen einen Schlafplatz mit einer Grundversorgung an. Einige – meines Erachtens zu wenige – Notunterkünfte sind ganzjährig geöffnet. Ferner setzt der Senat seit 2018 den Ansatz „Housing First“, also „Zuerst ein Zuhause“, an einigen Standorten um. Die obdachlose Person oder Familie zieht ohne Bedingung ein. Ziel ist es, sie ins Regelsystem der Wohnungsnotfallhilfe zu überführen. Ähnlich verhält es sich mit den sogenannten Safe Places, den geschützten Orten.

 

Zum Beispiel in der Hertzbergstraße in Neukölln. Dort stehen sechs Wohnboxen. Angefertigt wurden sie von der Union Sozialer Einrichtungen gGmbH, die zum Unionhilfswerk-Verbund gehört. My Way leitet das Projekt und stellt die sozialpädagogische Begleitung sicher. Wie geht es mit dem Projekt weiter?

Dieser Safe Place war bis März gesichert. Da sich der Bezirk sehr dafür eingesetzt hat, gehe ich davon aus, dass das Projekt weitergehen wird. Die sechs Wohnboxen sind bereits angefertigt. Dafür fallen also keine Kosten mehr an und die laufenden Kosten – sozialpädagogische Arbeit und Miete für die Toilette – sind überschaubar.

 

Wie hilfreich sind Safe Places, um die Situation von Menschen ohne Obdach zu verbessern?

Safe Places, bspw. mit Wohnboxen, bieten Schutz und ein Mindestmaß an Privatsphäre. Das ist besser, als draußen allen Witterungsbedingungen ausgeliefert zu sein. Für die Menschen, die dort unterkommen, kann es eine Chance sein, ins Regelsystem zurückzukommen – insbesondere dann, wenn sie die Unterstützung der Sozialarbeiter*innen annehmen.

 

Sie haben vorhin die Wohnungslosentagesstätte Schöneberg erwähnt. Das Zuwendungsprojekt hat dieses Jahr weniger Geld erhalten. Was bedeutet das konkret und wie wollen Sie das Angebot sichern?

Unsere Wohnungslosentagesstätte hat ca. 20.000 Euro weniger zur Verfügung, als wir beantragt hatten. Am Angebot und Personal sparen können wir nicht. Daher hoffen wir auf Gelder aus anderen Töpfen. Außerdem werden wir uns stärker darauf konzentrieren, Spenden einzuwerben, durch außergewöhnliche, medienwirksamen Aktionen. Wir werden jedenfalls alles tun, unsere Wohnungslosentagesstätte zu halten.

 

Plant das Unionhilfswerk weitere Angebote für Menschen ohne eigenen Wohnraum?

Aktuell gibt es keine konkreten Planungen. Aufgrund des großen Bedarfs ist unser Träger daran interessiert, weitere Angebote zu schaffen. Um Menschen unterzubringen, braucht es jedoch Gebäude. Diesbezüglich sind wir gemeinsam mit unserem Facility-Management fortwährend auf der Suche. Sollten wir ein Gebäude auftun, werden wir auf das Land oder auf den betreffenden Bezirk zugehen.

 

Wir haben lange darüber gesprochen, wie obdach- und wohnungslosen Menschen geholfen werden kann. Ist es nicht besser, früher zu unterstützen, damit das Problem erst gar nicht entsteht?

Ja. Menschen müssen unterstützt werden, ihre Wohnung zu halten. Das Team unseres Projekts Wendepunkt Wohnen beispielsweise unterstützt nicht nur Menschen, die eine Wohnung suchen, sondern auch diejenigen, die eine Wohnung haben und denen der Verlust ihrer Wohnung droht. Das erfahrene und qualifizierte Team hilft bei finanziellen und behördlichen Angelegenheiten, der Schuldenregulierung, der Suche nach einer beruflichen Perspektive und beraten bei Konflikten mit dem*der Vermieter*in und dem Wohnumfeld. Dadurch konnten wir in vielen Fällen erreichen, dass Menschen ihre Wohnung behalten.

 

Zur letzten Frage: Wenn Sie sich etwas für wohnungs- und obdachlose Menschen wünschen könnten, was wäre das?

Auf jeden Fall sollten die von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen in ihrer Wohnung bleiben können. Auch die bürokratischen Hürden müssten gesenkt und die Handhabung in den Bezirken und sogar teilweise innerhalb eines Bezirks vereinheitlicht werden. Zudem wären passende Angebote für obdachlose Menschen mit psychischen Erkrankungen, die z.B. aus der Eingliederungshilfe herausfallen, wichtig. Diese Menschen sind bspw. in Unterkünften nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz (ASOG) nicht gut aufgehoben, da sie eine intensivere Betreuung benötigen. Aufgrund der geringen Personaldecke ist dies dort jedoch nicht zu leisten. Was ebenfalls dringend gebraucht wird, sind 24/7-Angebote besonders für junge Erwachsene. Diese Kriseneinrichtungen gibt es leider nicht mehr.

Pflegestützpunkte – warum sie für jede*n von uns wichtig und hilfreich sind

„Ich wusste gar nicht, dass es so eine Einrichtung gibt!“ hören wir immer wieder, egal wo wir unsere Beratungsstellen vorstellen: die Pflegestützpunkte.

Dabei gibt es in jedem Bezirk drei Stützpunkte, insgesamt 36 Projekte. Unser Angebot ist beliebt und wird oft gelobt. Wir beraten sowohl kostenfrei als auch anbieterneutral und unabhängig zu allen Themen rund um Pflege und Alter.

Interessierte Personen können einen Gesprächstermin im Büro, per Video oder Zuhause vereinbaren, uns anrufen oder schreiben – oder auch einfach vorbeikommen, um die jeweilige persönliche Situation zu besprechen.

 

Wir sind Anlaufstelle für alle Menschen, die Fragen zu Pflege & Alter haben

Uns erreichen Anfragen von erwachsenen Kindern im Ausland, von besorgten Cafébesitzer*innen, deren Stammkund*innen augenscheinlich nicht mehr gut zurechtkommen, von Hausärztinnen oder alten Kegelfreunden, von Ehepartnerinnen und Enkeln, von den Menschen selbst, die Pflegebedarf haben aber auch von Eltern mit Kindern, die Pflege brauchen oder eine Behinderung haben.

Wir nehmen uns für Beratungsgespräche viel Zeit, helfen bei Anträgen, beim Navigieren im manchmal unübersichtlichen Hilfesystem. Wir bieten Informationen an und helfen dabei, die Vielzahl an Informationen zu filtern – im Zeitalter der Informationsflut zunehmend wichtig.

Bei dem einen oder der anderen unterstützen wir dabei, Hilfen einzuleiten und zu organisieren – gerade, wenn zu viele Hürden dafür sorgen, dass dies allein gut zu schaffen ist. Manchmal sind es auch nur Gespräche, in denen Ratsuchende neue Orientierung finden und Zeit sowie ein offenes Ohr von uns erhalten. Vielen Menschen hilft es bereits, sich über eine schwierige Situation austauschen zu können.

Menschen im Bezirk und darüber hinaus über das Angebot informieren, es zugänglich machen

Darüber hinaus engagieren wir Kollegen und Kolleginnen uns in unserem eigenen Bezirk, gestalten Netzwerke mit und lassen unser Fachwissen in Gremien einfließen. Wir bieten kostenfreie Vorträge zu unseren Themen an und bewerben unser Angebot bei Nachbarschaftsfesten oder Veranstaltungen.

Das Unionhilfswerk ist Trägerin eines Pflegestützpunktes in der Bundesallee in Berlin-Wilmersdorf. Wir berieten auch schon so manche*n Kolleg*in zu persönlichen Anliegen und stehen natürlich auch allen Unionhilfswerker*innen mit unserem Angebot zur Verfügung.
Selbstverständlich können Sie auch einen anderen Pflegestützpunkt, zum Beispiel bei Ihnen in der Nähe, wählen.

 

Beratungen und offene Sprechstunden

Im Pflegestützpunkt Bundesallee führen Sozialarbeitende die Beratungen durch. Dafür bieten sie dienstags und donnerstags offene Sprechstunden an. Aber auch darüber hinaus lassen sich Termine individuell vereinbaren. An jedem Wochentag von 9-18 Uhr ist ein gemeinsames Servicetelefon der Pflegestützpunkte geschaltet. Welchen Weg zu uns Sie auch wählen, ob mit einer kurzen Frage oder einem großen Anliegen – Sie sind uns herzlich Willkommen.

 

Hier gibt es eine Fotos unserer Räumlichkeiten:

 

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Landvergnügen mit Historie

Doch, man kann Vergangenheit tatsächlich riechen! Der Duft der alten Traktoren und Landmaschinen im Wandlitzer Agrarmuseum lässt das Gedächtnis gekonnt eine Schublade im Kopf aufziehen und schon glaubt man sich in den 50er oder 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Dazu die Alltagsgegenstände, die das Dorfleben vergangener Zeiten zeigen, machen die Zeitreise zu einem Erlebnis.

Es ist nicht nur eine Schau historischer Dinge, das Barnim-Panorama ist auch ein Naturparkzentrum, eingebettet in die liebliche Natur rund um Wandlitz im Berliner Speckgürtel. Ein Entdeckerpfad mit Schaugarten lässt den Wandel der Natur in jeder Jahreszeit hautnah miterleben, wie den Wechsel von Kälte und Wärme, Säen und Ernten – gekrönt von einem bekletterbaren Baumhaus.

Beeindruckend ist auch die Multimediashow „Wilder Barnim“, die die Besucher*innen mitnimmt in eine Zeit vor 20.000 Jahren bis zur Ankunft der ersten Menschen im Barnim. Besonders spektakulär: der originale Backenzahn eines Mammuts, der in der Nähe des Wandlitzer Bahnhof gefunden wurde.

Alles wirkt so nahbar und faszinierend, wie der gehörnte Heckrind-Bulle, der als lebensgroßes Präparat die Sammlung überthront.

Jeder Raum birgt einen Schatz

Imposant ist nicht nur der Panoramablick auf den Wandlitzer See, sondern auch der „Blick auf den Schlick“, ein vier Meter langer Bohrkern aus der Mitte des Sees, der tausende Jahre Geschichte als Lebensraum mit Tiefgang erzählt. Dieser Raum ist wegen seiner Magie auch bei Hochzeitspaaren zur Trauung mit Traumblick sehr beliebt.

Ob Kinder oder Erwachsene: die begehbare Karte in der Schau lässt einen in die Position eines fliegenden Vogels schlüpfen, der den Naturpark von oben entdeckt. Jeder Raum birgt einen anderen Schatz. Damit ist das Barnim-Panorama das ideale Ausflugsziel für jedes Alter und jedes Wetter, barrierefrei für Rollstuhl oder Kinderwagen.

Mit der Fähre „Frieda“ zum Liebnitzsee

Wer nach dem Besuch des Barnim-Panoramas noch Lust verspürt, die Schönheiten der Gegend mit den Füßen zu erkunden, der fährt einfach quer durch Wandlitz zum Liebnitzsee, einem der saubersten Seen Brandenburgs. Eigentlich fast zu schön, um diese Perle der Allgemeinheit preiszugeben, denn schon allein die Fahrt auf die Insel ist einzigartig. Zu erreichen ist das verträumte Eiland mit der knatternden Fähre „Frieda“, die die Tagesausflügler*innen einmal pro Stunde über das postkartentaugliche Azurblau des Sees trägt.

Angekommen auf der Insel, ist man sofort in einer anderen Welt, die Uhren scheinen sich langsamer zu drehen. Zwei Campinglätze und zwei Badestellen locken auf diesem verwunschenen, wilden Flecken der Natur. Nicht zu vergessen: Die Insulaner-Klause, ein nostalgischer Biergarten, in dem unbedingt die Berliner Weiße mit Schuss, eine leckere Bockwurst mit Kartoffelsalat und als Krönung der selbstgebackene Streuselkuchen zu empfehlen sind.

Wenn diese Tour abends zu Ende geht, hat man das erholsame Gefühl, so viel Kraft getankt zu haben, wie in einem dreitägigen Kurzurlaub.