Monthly Archives: Juli 2018

Die Brücke auf dem Weg in eine andere Kultur

In einer solchen Patenschaft werden geflüchtete Menschen von einem freiwillig Engagierten begleitet, um eine bessere Perspektive für ihr Leben in Deutschland zu entwickeln. Über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten treffen sie sich für 2 bis 3 Stunden in der Woche.

Seddighi und Doris kennen sich seit Januar 2017. Damals fühlte sich Doris durch die vielen freiwilligen Helfer, die sie in den Medien sah, motiviert: „Ich fand es toll, wie die Leute sich engagierten. Und nach einiger Zeit dachte ich: Komm, jetzt musst du selbst auch mal ran!“  Als Planetenphysikerin ist sie tagsüber sehr eingespannt. Sie landete über Umwege im Patenschaftsprojekt des UNIONHILFSWERK.

Seddighi lebte in der Flüchtlingsunterkunft Lichtenberg und war 2017 bereits seit eineinhalb Jahren in Deutschland.  Seine Geschichte bewegt:  Gebürtig ist der 49jährige kurdischer Iraner, lebte aber bereits seit 1998 mit seiner Familie im Irak. Dort führte er ein recht komfortables Leben, bis der IS kam. Seddighi war im Irak Politiker und wagte deshalb 2015 mit seinen drei älteren Kindern die Flucht nach Europa.

Seddighi fühlt sich wohl in Deutschland

Für Politik interessiert Seddighi sich auch in Deutschland, er hat sich alle Parteien intensiv angesehen. Besonders die Grünen haben es ihm dabei angetan: „Die Ideen, die die Politiker haben sind gut, aber an der Umsetzung hapert es manchmal.“ Davon, wie es noch besser laufen könnte, hat er einige Vorstellungen, auch in Bezug auf den aktuellen Umgang mit Flüchtlingen. Denn die müssten viel besser eingebunden werden, etwa unentgeltlich Parks säubern und so die Berliner Kommunen entlasten. Seine Augen leuchten, als er von seinen Ideen erzählt.

Dass Seddighi beim Thema Politik in einen Redefluss kommt, wundert Doris nicht. „Zu einem unserer ersten Treffen hatten wir uns im Naturkundemuseum verabredet. Das war für Seddighi aber so langweilig, dass er die ganze Zeit nur erzählt und sich überhaupt nichts angesehen hat.“ Seitdem gehen sie lieber spazieren oder treffen sich bei einem von beiden zuhause. Besonders die deutsche Kultur möchte Seddighi so besser kennenlernen: „Unsere Kulturen sind natürlich sehr unterschiedlich“, erzählt Doris: „aber es gibt auch überraschende Ähnlichkeiten: Im Frühjahr hat Seddighi mich tatsächlich in den April geschickt.“

Hürden überwinden

Eine große Hürde sehen beide in der deutschen Bürokratie. Die sei für einen Geflüchteten ohne die Hilfe eines Deutschen gar nicht zu meistern. Doris hilft Seddighi, so gut sie kann.

Ende letzten Jahres konnte Seddighi aus der Unterkunft des UNOINHILFSWERK ausziehen. Gefunden hat er die Wohnung ganz allein: „Meine Apothekerin hat mir die Wohnung vermittelt“, erzählt er strahlend. „Doris hat mir dann bei der Einrichtung geholfen, ihr Mann hat unsere Küche aufgebaut.“ Die eigene Wohnung kam zum richtigen Zeitpunkt, denn seit ein paar Monaten war endlich auch seine Frau mit dem jüngsten Kind nach Deutschland gekommen.

Seddighis Aufenthaltsgenehmigung reicht aktuell bis 2020, seine Ziele steckt er aber auch darüber hinaus. Das nächste große Ziel ist der deutsche Führerschein: „Ich bin 27 Jahre lang Auto gefahren und hier in Deutschland darf ich es dann nicht mehr.“ Den Führerschein braucht er, damit er seinen Wunschberuf ergreifen kann: Bus- oder noch besser Taxifahrer, denn: „Ich erzähle doch so gern.“

 

 

Hintergrund

Die große Zahl geflüchteter Menschen, die seit 2015 nach Deutschland kamen, hat eine große der Hilfsbereitschaft und Solidarität ausgelöst. Seit dieser Zeit leisteten laut dem statistischen Bundesamt über die Hälfte unserer Bevölkerung Hilfe für Geflüchtete – insbesondere zu Beginn des Zustroms.

Die Situation vor drei Jahren hatte einiges gemein mit der Zeit, in der das UNIONHILFSWERK entstand: Nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich tatkräftige Berliner Bürger dort „halfen, wo Hilfe gebraucht wird“, dem ursprünglichen Leitsatz des UNIONHILFSWERK. Konsequent haben wir dieses Credo weiterentwickelt. Heute gibt es im UNIONHILFSWERK  für die Koordination unserer freiwillig Engagierten das Freiwilligenmanagement. Seit 2016 auch ein Patenschaftsprojek für geflüchtete Menschen, das bereits über 100 Patenschaften vermittelt hat. So auch die Patenschaft zwischen Doris und Seddighi. 

Nachdem die akute Notsituation überstanden war, ging die Zahl Engagierter wieder ein gutes Stück zurück. Aber auch heute sind Freiwillige in der Arbeit mit Geflüchteten wichtig – denn nur gemeinsam kann eine gute Integration gelingen.

 

Viele Gründe zum Feiern in der deutsch-französischen „Kita Kinderinsel – L’ile aux enfants“

Bilinguale Besonderheit

Damit konnten sie auch bei sich in der Kita den Reigen der besonderen Ereignisse dieser Wochen fortsetzen. Denn zuvor gab es unter anderem eine Vernissage der besonderen Art – gezeigt wurden Werke von Kindern aus der Vorschulgruppe am Ort ihres Vorschulalltags, dem Vorschulpavillon. Dieser liegt auf dem Gelände der Partnerschule, der Staatlichen Europaschule, „Märkische Grundschule“, und steht für eine Besonderheit, die sich von den anderen Kindertagesstätten unterscheidet. Um das durchgängige bilinguale Konzept mit Fachkräften aus beiden Sprachbereichen zu gewährleisten, bedarf es eines täglichen und immerwährenden gemeinsamen Integrationsprozesses. Darüber hinaus erfahren die Vorschulkinder im Pavillon, die größtenteils die Märkische Grundschule besuchen werden, dass es mit dem Schulbeginn in gleicher Art weitergeht, da mit der engen Zusammenarbeit zwischen Vorschule und Schule ein fließender Übergang geschaffen wird.

Bilder über Bilder – erst an den Wänden ausgestellt, dann zu Hause

Bevor die Kinder zum Ende der Kita-Zeit mit ihrer Kunst aus der Vorschulzeit, gesammelt in der Bildermappe, in ihre Schulzeit gehen, sind nochmals sämtliche Werke auf einmal zu sehen. Für alle Beteiligten ein großer Augenblick, alle diese wunderbaren Dinge, die entstanden sind, zu zeigen.

Um wahrgenommen zu werden, müssen Künstler ihre Werke mit einem Publikum teilen, müssen sich mitteilen, in dem, was sie ausdrücken wollen. Darum hat das Team des Vorschul-Pavillons auch in diesem Jahr für die Kinder diese Ausstellung vorbereitet. Sie war und ist ein Höhepunkt zum Ende der Kitazeit, der Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Gäste und besonders die Kinder stolz werden lässt und deutlich macht, welche kreativen Fähigkeiten zu bewundern sind!

Was war zu sehen?

Die Vernissage präsentierte verschiedene „Epochen“ – vom „Apfel“-Projekt, umgesetzt in bildnerischer und literarischer Herangehensweise, über Selbstporträts und gegenseitige Porträts in unterschiedlichen Techniken, wie Aquarell, Buntstift oder Gouache, über das Malspiel nach Arno Stern, bis hin zu malerischen und zeichnerischen Interpretationen verschiedener Geschichten, wie „Elmer“, „Le Loup“ aber auch „La sorcière Grabouilla“.

Bildnerische Gestaltungen aus Ton zählten ebenso dazu wie abschließende Variationen über den „Wald“. Letztes mündete in einem großen Wandfresko in Graffiti-Technik, an dem sich alle Kinder „verewigt“ haben. Nun ziert es den Eingang unseres Pavillons und macht ihn nach außen überhaupt erst sichtbar.

Der Hund als Türöffner

Dass Hunde im Büro für den gewissen „Wau-Effekt“ sorgen, konnten wir bereits vor einigen Wochen am Beispiel von Jung Hund Ole im Zuverdienst lesen. Unsere vierbeinigen Freunde sorgen aber nicht nur für muntere Stimmung im Büro, einige von ihnen werden zu echten Therapeuten ausgebildet. Wiebke Kahn ist Betreuerin in der TWG Mitte und hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt:

Wiebke Kahn spricht mit Beate Engel, die ihre Hündin Lilly ausbildet:

Heute bin ich mit unser Klientin Frau Neumann, meiner Kollegin Beate Engel und deren Hündin Lilly unterwegs. Lilly ist ein Therapiebegleithund und besucht uns regelmäßig. Einmal im Monat geht Frau Neumann mit ihr spazieren, dann sind sie für ungefähr eine Stunde unterwegs. Da ist es an der Zeit, einmal ein paar Fragen über die Aufgaben und die Arbeit eines Therapiebegleithundes zu stellen.

Welches Alter muss der Hund bei der Ausbildung haben? Muss der Hund Welpe sein?

Beate Engel: Es gibt kein bestimmtes Alter für Therapiehunde. Bei einem Welpen würde ich auf jeden Fall die Präge Phase abwarten, in der sehr viel passiert. Der Welpe sollte also mindestens schon acht Wochen alt sein.

Hat der Hund auch Arbeitszeiten, die er nicht überschreiten darf?

Beate Engel: Die Belastbarkeit bei Welpen und älteren Hunden ist geringer, als bei ausgewachsenen Hunden. Das bedeutet für sie: kürzere Arbeitseinheiten, längere Pausen. Feste Zeiten gibt es aber nicht. Hier ist der Hundeführer derjenige, welcher die Grenzen seines Hundes erkennen und wahren muss.

Wie sieht die Ausbildung eines Therapiehundes aus? 

Beate Engel: Die Ausbildung ist, wie der Begriff Therapiebegleithund auch, nicht geschützt und unterliegt keinen festen Regeln, Abläufen oder Prüfungen. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass der Hund den Grundgehorsam beherrscht –  also „Sitz“, „Platz“, „Bleib“ und die Leinenführung – und dass er charakterlich für den jeweiligen Einsatz geeignet ist. Bei Lilly heißt das:  Sie ist offen für fremde Menschen, nicht ängstlich oder schreckhaft, ausgeglichen und notfalls durch Leckerchen bestechlich. Zudem ist es wichtig, dass der Hundeführer seinen Hund lesen kann, also merkt, wenn dem Hund die Situation zu viel wird und ihn aus der Situation herausnimmt.

Was ist die Aufgabe eines Therapiebegleithundes?

Beate Engel: Die Aufgabe des Hundes kann vielfältig sein und ist je nach Einsatz unterschiedlich. Wichtig finde ich, allen Beteiligten klarzumachen welche Wünsche und Ziele mit dem Einsatz des Hundes verbunden sind. Lilly dient in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen vor allem als Türöffner, sie erleichtert zum Beispiel die Kontaktaufnahme. Sie gibt den Klienten die Möglichkeit zum taktilen Erleben und zu körperlicher Nähe – also dem Kuschelfaktor. Sie kann sich positiv auf das Selbstwertgefühl auswirken sowie auf das Erleben von Selbstwirksamkeit. Der Klient erfährt: „Die Hündin gehorcht mir, ich bin derjenige der die Hündin führt“. Lilly motiviert, sich zu bewegen und wirkt sich positiv auf die Kontaktaufnahme mit Dritten aus. Insgesamt ist es beeindruckend, wie vielfältig die Aufgaben eines Therapiehundes sein können.

Wir bedanken uns für die spannenden Einblicke!

Therapiehund Lilly besucht Frau Neumann regelmäßig.

 

 

„Reinkieken“ ins UNIONHILFSWERK – Praktikant Mohamed im Porträt

Ich treffe Mohamed im Büro unseres Wohnverbundes in Neukölln. Er ist ein 19jähriger junger Mann, der mich zurückhaltend begrüßt. Er spricht leise, aber deutlich. Sein Blick ist neugierig.
Keine leichte Interview-Situation. Er soll mit mir – einer für ihn unbekannten Person – über seine Fluchtgeschichte und seine aktuelle Situation  sprechen und ich muss  Fragen stellen, die mit Sicherheit auch schmerzhafte Erinnerungen in ihm wachrufen werden.
Ich bitte ihn, dass wir ganz offen miteinander sprechen. Er solle mir einfach sagen, wenn er eine Frage nicht beantworten möchte.
Arne Bäcker, der Sozialarbeiter des Teams in Neukölln, der auch die Idee zu diesem Interview hatte, sitzt bei uns und hilft dabei, die Situation aufzulockern. Es gelingt uns – wir führen zu dritt ein angenehmes, wenn auch emotionales und teilweise sehr trauriges Gespräch.

Als 16-jähriger floh Mohamed mit seinem jüngeren Bruder aus Syrien

Mohamed stammt aus Aleppo in Syrien und floh Ende 2015, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, aus dem Kriegsgebiet. Über die Türkei, Griechenland, Serbien und Kroatien waren die beiden insgesamt mehr als 4 Wochen lang auf der Flucht und begegneten dabei immer wieder Menschen, die ihre Not ausnutzten und sie mit falschen Versprechungen in die Irre führten. Vier Wochen voller Angst und Unsicherheit.

Erschöpft kamen die beiden schließlich im November 2015 mit einem Bus in Hamburg an. Der dritte und älteste Bruder wohnte zu dieser Zeit bereits seit 4 Jahren in Berlin und schickte die Zugtickets, die die beiden in die Hauptstadt brachten.

Viele Ämtergänge standen nach einer kurzen Erholungszeit auf dem Programm. Da beide zu diesem Zeitpunkt minderjährig waren, war die Jugendhilfe zuständig.
Sie konnten in ein Heim für Jugendliche der Johanniter ziehen. Anfangs wohnten 20 junge Menschen in dem Haus, innerhalb einer Woche waren es bereits 50 Jugendliche.
Mohamed und sein Bruder teilten ein Zimmer mit 7 anderen Jungen und wohnten insgesamt ein Jahr lang in dieser Einrichtung. Dann konnten beide in eine betreute Wohngemeinschaft umziehen, mit 9 Mitbewohnern, aber einem eigenen Zimmer für jeden.
In dieser Wohngemeinschaft wohnt Mohamed seit zwei Jahren und fühlt sich dort wohl. Es sind erste Freundschaften entstanden, das Vertrauen zueinander ist gewachsen. In der großen Gemeinschaftsküche kocht jeder mal für die anderen.

Der Berliner Dialekt war eine Herausforderung beim Deutsch lernen

Mohamed besucht seit zwei Jahren das Oberstufenzentrum in Schöneberg. Er hat Deutsch gelernt und sich dabei auch den Herausforderungen des Berliner Dialektes gestellt. „Das Wort ‚Kieken‘ habe ich anfangs gar nicht verstanden“, erzählt er lachend.
Gerade hat er sein Abschlusszeugnis für die Berufsbildungsreife (BBR) erhalten – die wiederum ist die Grundlage für eine nun mögliche Ausbildung. In den letzten zwei Jahren hat er zahlreiche Praktika absolviert und dabei in sehr unterschiedliche Berufsfelder hineingeschnuppert.
Er hat in einer Kita gearbeitet und alte Menschen versorgt, hat sich als Koch probiert und auch bereits als Anlagen-Mechaniker. Diese Erfahrungen waren wichtig und er konnte für sich herausfinden, dass er gern mit Menschen und im sozialen Bereich arbeiten möchte.

Zum ersten Mal Kontakt zu Menschen mit einer psychischen Erkrankung

Das Praktikum in unserem Wohnverbund in Neukölln unterstrich diese Tendenz für ihn noch einmal. Obwohl er das erste Mal in seinem Leben Kontakt zu Menschen mit einer psychischen Erkrankung hatte, fand er schnell Zugang zu ihnen und die Arbeit machte ihm Spaß.
„Mohamed hat sich am ersten Tag alles angesehen und ist einmal ‚mitgelaufen‘. Bereits am zweiten Tag musste man gar nicht mehr viel sagen oder erklären. Er hat mitgedacht und ganz schnell Aufgaben übernommen und erledigt. Er hatte auch einen guten Draht zu den Klienten, die ihn sofort akzeptiert haben“, berichtet Arne Bäcker. Und Mohamed ergänzt: „Die Kollegen hier im Team haben mich toll unterstützt. Ich fühle mich hier inzwischen fast wie zuhause. Vielleicht sollte ich einfach hier einziehen…“. Er sagt das mit einem Schmunzeln im Gesicht. Und doch ist ihm anzusehen, wie ernst die Lage für ihn gerade ist. Durch seine Volljährigkeit haben sich Zuständigkeiten geändert und er muss aus seiner Wohngemeinschaft ausziehen – bereits jetzt im Juli.

Mohamed benötigt dringend eine Wohnung und wünscht sich weiterhin Unterstützung. Gerade die bürokratischen Angelegenheiten und Ämtergänge traut er sich alleine noch nicht zu.
Er wartet nun auf Vorschläge vom Jugendamt.
Wir möchten diesen Blog-Beitrag auch als Aufruf nutzen. Wer kann helfen oder hat eine Idee?
Schreiben Sie dazu gern an die Blog-Redaktion.

„Ich wünsche Ihnen Zeit“

Beim Üben der stabilen Seitenlage kommt in der Regel nicht viel Romantik auf – ebenso wenig bei dem Anlegen von Verbänden. Trotzdem war es der Erste-Hilfe-Kurs vor gut zwei Jahren, in dem Karin und Karsten ihre Zuneigung füreinander entdeckten.
Seitdem gehen sie ihren Weg gemeinsam. Karin hat zwar ihre Parterre-Wohnung in der gemeinsamen Wohngemeinschaft behalten, ist aber fast immerzu in Karstens Wohnung im Obergeschoss. Sie arbeitet in der Montageabteilung der USE und auch Karsten hat seinen Arbeitsplatz in der Union Sozialer Einrichtungen gGmbH – er ist in der Hauswirtschaft in Kreuzberg in der DIM26 beschäftigt.

Ein Heiratsantrag mit Kniefall

Die beiden verbindet unter anderem die Lust auf gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge. Eine Reise an die Ostseeküste war in diesem Jahr ein Highlight für die Verliebten und so ging Karsten eines Tages vor seiner Karin auf die Knie und stellte – mit einem Ring in den Händen – die Frage aller Fragen. Karin zögerte nicht lange: „Ja, ich möchte deine Frau werden!“.

Die Familie und auch die Betreuer im Wohnverbund unterstützten bei den Vorbereitungen für den großen Tag und am 27. Juni war es dann soweit. Eine sympathische Standesbeamtin begrüßte die beiden und ihre Gäste im Schloss Oranienburg und nahm mit ihrer lockeren Art allen auch gleich die Nervosität.

Sie strahlten sich während der Trauung die ganze Zeit an

Im kleinen Kreis fand dann die Trauung statt, bei der die beiden sich unentwegt anstrahlten. „Ja, ich werde für dich das sein, wenn du mich brauchst.“, flüstert Karin Karsten zu, als die Standesbeamtin über die Höhen und Tiefen der Ehe spricht. Immer wieder nicken die beiden während der romantischen Traurede energisch.

„Ich wünsche Ihnen Zeit“, sagt die Standesbeamtin nach der offiziellen und mit Unterschriften besiegelten Eheschließung. „Zeit, miteinander zu lachen. Zeit, den Anderen zu sehen und zu hören. Zeit für die kleinen und schönen Dinge, die man im schnellen Alltag viel zu oft übersieht. Zeit füreinander.“ Und wieder strahlen beide sich an und nicken.

Nach der Trauung geht es bei schönstem Sonnenschein weiter zum Schlossrestaurant an der Havel, wo Kaffee und Kuchen auf die Hochzeitsgesellschaft warten. Ausgelassen und im siebten „Ehe-Himmel“ feiert das frischgebackene Ehepaar dann am Abend noch eine kleine Party – mit Familie, Freunden und Betreuern.

Und wie geht diese wunderbare Geschichte weiter? „Wir möchten weiterhin arbeiten gehen und irgendwann in einer eigenen Wohnung zusammen leben“, sind sich die Eheleute einig.

Wir wünschen ganz viel Glück bei diesem tollen Vorhaben und alles Gute!