Monthly Archives: Juli 2026

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Wie Inklusion in der Arbeitswelt gelingt

Ob Catering, Reinigung, Konferenzservice oder die Prüfung von elektronischen Geräten – Service Inklusiv schafft Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen sowie Lernschwierigkeiten. Das Inklusionsunternehmen arbeitet vor allem für Einrichtungen des Unionhilfswerks. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Beschäftigung, sondern echte Teilhabe am Arbeitsleben.

Wie groß der Bedarf an solchen Angeboten ist, zeigt der Blick auf Berlin: Rund 144.000 Menschen mit Behinderung im erwerbsfähigen Alter leben in der Hauptstadt. Umso wichtiger sind Orte, an denen Begegnung, Austausch und berufliche Chancen möglich werden – wie die Jobbörse der Berliner Inklusionsunternehmen in der Schankhalle im Pfefferberg.

 

Mitarbeitende informierten über Arbeitsmöglichkeiten auf der Jobbörse

Auch Service Inklusiv war dort vertreten und informierte über die verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten. Viele Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, mit Mitarbeitenden direkt ins Gespräch zu kommen und mehr über Arbeitsalltag, Entwicklungsmöglichkeiten und Unterstützung im Unternehmen zu erfahren.

Dabei wurde deutlich, wie wichtig Arbeitgeber sind, die Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen offen begegnen und individuelle Stärken fördern. Für Service Inklusiv gehört Inklusion nicht zu einzelnen Projekten, sondern fest zur Unternehmenskultur.

Warde aus dem Service-Team war zum ersten Mal auf der Jobbörse dabei und berichtet begeistert: „Mir hat es sehr gut gefallen. Ich konnte von meiner Arbeit erzählen.“

Auch die Erfahrungen der Mitarbeitenden zeigen, welche Bedeutung sichere Arbeitsplätze haben. Kollegin Dani sagt: „Service Inklusiv ist ein Unternehmen, das für Menschen mit Beeinträchtigung offensteht. Der unbefristete Arbeitsvertrag bedeutet mir sehr viel.“ Tina ergänzt: „Ich habe eine Wohnung gesucht. Da läuft die Suche mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag besser.“

 

Auszeichnung bei Wettbewerb „Berlins Soziale Unternehmen 2026“

Dass dieses Konzept erfolgreich ist, wurde im Mai 2026 auch bei der Preisverleihung des Wettbewerbs „Berlins Soziale Unternehmen 2026“ sichtbar. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe zeichnete innovative Sozialunternehmen der Hauptstadt aus. Service Inklusiv erreichte den dritten Platz in der Kategorie „Mensch“ und wurde damit für sein Engagement für berufliche Teilhabe, Vielfalt und Chancengleichheit geehrt.

Für die Geschäftsführung ist die Auszeichnung vor allem eine Anerkennung für das gesamte Team. Lilith Langner und Maureen Engelhardt betonen: „Der Preis zeigt, dass wirtschaftliche Qualität und gelebte Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt zusammenpassen.“

Service Inklusiv macht damit deutlich: Ein inklusiver Arbeitsmarkt ist keine Zukunftsvision. Er entsteht dort, wo Menschen Chancen erhalten, ihre Fähigkeiten einbringen können und mit Wertschätzung begegnet werden.

Sommer, Sonne, Teamspirit – mein erstes Sommerfest im Unionhilfswerk

Ankommen, genießen und ins Gespräch kommen

In diesem Jahr durfte ich zum ersten Mal am Sommerfest des Unionhilfswerk im pier36eins teilnehmen –  einer idyllischen Location der USE gGmbH am Wasser in Grünau. Schon am Eingang wurde ich herzlich begrüßt, bekam mein Namensschild und ein Glas Sekt – der perfekte Start in einen entspannten Nachmittag bei bestem Sommerwetter und ganz im Sinne unseres Mottos „Gemeinsam mehr WIR“.

Bei Kaffee und Kuchen kam man schnell ins Gespräch, tauschte sich aus und lachte gemeinsam. Die Atmosphäre war von Anfang an locker und einladend.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Michael Dietmann und Lilith Langner, Vorstände der Stiftung Unionhilfswerk Berlin, gemeinsam mit den Geschäftsführungen, wurde das Buffet eröffnet. Die Auswahl ließ keine Wünsche offen: von Rainbow-Bowls und Burritos mit Süßkartoffelpommes bis hin zu verschiedenen Grillspezialitäten. Auch das Dessert durfte natürlich nicht fehlen. Beim Essen ergaben sich viele nette Gespräche – eine schöne Gelegenheit, Kolleg*innen auch abseits des Arbeitsalltags kennenzulernen.

 

Highlights zwischen Spiel, Wasser und Tanzfläche

Für Unterhaltung war ebenfalls gesorgt: Beim Riesen-Jenga, Tischtennis oder Tischkicker konnte man sich spielerisch mit Kolleg*innen messen. Die kleinen „Battles“ sorgten für viel Gelächter und gute Stimmung.
Ein besonderes Highlight war für mich die 30-minütige Bootstour auf der Dahme. Bei leichtem Fahrtwind, Sonnenschein und Blick ins Grüne fühlte sich das Ganze fast an wie ein kleiner Kurzurlaub.

Richtig viel Spaß machte auch die Fotobox mit ihren lustigen Accessoires. Die Fotos wurden direkt ausgedruckt und konnten als Erinnerung mitgenommen werden.

Am Abend sorgte DJane Bee für tolle Musik und eine ausgelassene Stimmung: Während einige die Tanzfläche eroberten, nutzten andere die Gelegenheit zum Austausch oder lernten sich beim Speeddating besser kennen.

Bei einer Mitmachaktion durfte ich gemeinsam mit Charlotte, Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau, als Glücksfee unterstützen. Jeweils zwei Personen sollten Gemeinsamkeiten finden – die Gewinnerinnen- und Gewinnerpaare erhielten eine gebrandete Gemüsebürste aus den Werkstätten der USE. Zum Glück waren alle Gewinner*innen noch vor Ort und konnten ihre Preise direkt entgegennehmen.

Am Ende des Tages bleibt vor allem das Gefühl eines rundum gelungenen Sommerfests: eine entspannte Atmosphäre, viele schöne Begegnungen und die Gelegenheit, Kolleg*innen auch einmal ganz anders kennenzulernen. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr.

 

Inklusion on tour – der Omnibus der USE gGmbH

Aus einer Idee wird ein reales Projekt

Die Idee hinter dem Bus: Beschäftigte und Fachkräfte der USE arbeiten mit Grundschüler*innen im und vor dem Bus zusammen. Sie zeigen den jungen Menschen, wie man Pesto herstellt, einen Beutel bedruckt oder Blumen bindet. So werden die Schüler*innen ganz selbstverständlich und erlebbar an das Thema Inklusion herangeführt. Die Werkstattbeschäftigten können wiederum ihr Wissen und ihre Kompetenz weitergeben.

So ein Bus kostet natürlich. Deswegen beantragte man Fördermittel und konnte damit Ende letzten Jahres einen Personenbus von der Deutschen Bahn kaufen und startete mit den Umbaumaßnahmen.

Der Omnibus wird umgestaltet

Damit der Personenbus für das Projekt genutzt werden kann, musste er aus- und umgebaut werden. Natürlich von Beschäftigten und Fachkräften aus verschiedenen Gewerken der USE: So wurden die Sitze entfernt, um Platz für die neuen Holzkonstruktionen zu schaffen. Diese beinhalten Arbeitsflächen, eine Küchenzeile und Stauraum für das Material, die für die Projektarbeit an den Schulen oder bei anderen Einrichtungen und Organisationen benötigt werden. Entworfen wurde das Businterieur von Ruben Lagies, Architekt und Fachkraft für Maßnahmen an der USE. Zu guter Letzt erhielt der Bus noch einen neuen „Außenanstrich“. Nun leuchtet er in strahlenden Regenbogenfarben und macht neugierig, wenn er durch Berlins Straßen rollt.

Wie sieht ein Projekttag an der Schule aus?

Der Auftakt für das Omnibusprojekt fand im Juni an zwei Kreuzberger Grundschulen statt. Während der Projektwochen war die USE mit den Gewerken Gastronomie und Floristik vor Ort. Nach einer Kennenlernrunde bereiteten die Beschäftigten und Fachkräfte der USE zusammen mit den Schüler*innen selbstgemachte Nudeln mit Pesto zu. Mit einem frisch zubereiteten Smoothie wurden diese im Anschluss gemeinsam verputzt. An anderen Projekttagen wurden Blumengestecke miteinander angefertigt.

Ziel des Projekts

Neben dem gemeinsamen Arbeiten soll das Thema Inklusion zusätzlich mit pädagogischen Spielen zum gegenseitigen „Beschnuppern“ während der Kennenlernrunde umgesetzt werden. „Sie sollen zeigen, dass, egal wie unterschiedlich wir alle sind, wir trotzdem sehr viel gemeinsam haben“, sagt Projektleiterin Laura-Isabell Loths. Durch das Miteinander von Schüler*innen und Beschäftigten will man für Toleranz, Diversität und Inklusion sensibilisieren, sodass Hürden und Berührungsängste gar nicht erst aufgebaut werden können.

Wie könnte sich das Projekt in der Zukunft weiterentwickeln?

Perspektivisch ist geplant, Projekte an Förderschulen durchzuführen, um den Schüler*innen zu zeigen, dass es nach dem Schulabschluss die Möglichkeit gibt, in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Neben den Grundschulen sollen ähnliche Projekte auch bei Unternehmen stattfinden, um zum Beispiel Kooperationen für ausgelagerte Arbeitsplätze zu schaffen.

Da der Bus sehr vielfältig genutzt werden kann, könnte er in ferner Zukunft ebenfalls bei Messen oder Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Zudem besteht die Option, das Angebot an Projekten auszuweiten.

Es bleibt also weiterhin spannend!