Monthly Archives: September 2021

Film: Hoffnung geben

Maskenfall - Corona im Spiel

 

Mein Name ist Petruna Cvetanova und ich bin 65 Jahre alt. Geboren und aufgewachsen bin ich in Makedonien. 1975 kam ich für einen familiären Besuch zum ersten Mal nach Deutschland. Es war geplant nur drei Monate zu bleiben, geblieben bin ich dann für immer, weil mir die Liebe begegnete. Ich habe hier geheiratet und zwei Kindern das Leben geschenkt. Soweit es mir möglich war, habe ich in der Küche, als Produktionshelferin und Reinigungskraft gearbeitet. Es war nicht einfach als sogenannte Gastarbeiterin in Deutschland zurecht zu kommen, aber ich hatte meine Familie, die mir halt gab.

Die Bedeutung der Zuverdienstwerkstatt – und des Schreibens

Eine erste Psychose im Jahr 1982 warf mich aus der Bahn. Aufgrund immer wieder auftretender Episoden wurde ich 1994 wegen Berufsunfähigkeit berentet. Seit 2006 arbeite ich in der Zuverdienstwerkstatt des UNIONHILFSWERK. Hier fand ich eine sinnvolle Beschäftigung und soziale Kontakte. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist mir wichtig, denn ich verstehe sie und sie verstehen mich. Aus Kolleg*innen sind im Laufe der Zeit Freund*innen geworden. Durch die Mitarbeiter*innen der Zuverdienstwerkstatt erfahre ich Unterstützung und viel Zuwendung. Alle sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Im Verlauf meiner Erkrankung kam mir die Idee, meine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen, um sie mit meiner Familie, Freunden und anderen Betroffenen zu teilen. Es geht mir dabei um Verständigung bezüglich meiner Erkrankung, aber auch um eine Auseinandersetzung mit meiner zweiten Heimat Deutschland. Gerade während der Psychosen erlebte ich Deutschland als eine Art Feindesland, was vermutlich auf meine Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung zurückzuführen ist. Um mich auch in schriftlicher Form auf Deutsch richtig ausdrücken zu können, besuche ich seit 2016 Kurse beim Verein „Lesen und Schreiben e.V.“ in Berlin-Neukölln.  Seit dieser Zeit schreibe ich regelmäßig über Alltagsthemen, die mich berühren.

Als aufgrund von Corona die Zuverdienstwerkstatt im Zuge des Lockdowns geschlossen wurde, war es sehr schwer für mich, auf den liebgewonnenen Tagesablauf und die sozialen Kontakten zu verzichten. Also habe ich vermehrt meine Gedanken zu Papier gebracht.

Ich fand „Das Corona-Virus“

Bei einem meiner Spaziergänge, die ich während des Lockdowns unternahm, fand ich „das Corona-Virus“. Auf einer Baustelle lag eine aufgeplatzte Silikonkartusche. Die ausgetretene Silikonmasse hatte sich zu einem schmutzig grauen, unansehnlichen Gebilde verformt. Diese Gebilde entsprach meiner materiellen Vorstellung des Corona-Virus. Ich nahm es mit nach Hause. Nachdem die Zuverdienstwerkstatt wieder geöffnet hatte, habe ich das Gebilde mit zur Arbeit genommen, um es allen zu zeigen. Im Gespräch mit Frau Brüggemann, die in der Zuverdienstwerkstatt als Ergotherapeutin arbeitet, habe ich dann erwähnt, dass ich zu meinem Umgang mit dem Corona-Virus Texte schreibe.

Frau Brüggemann hatte dann die Idee, eine Lesung meiner Texte per Kamera aufzunehmen und als Videoinstallation im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit zu zeigen. Leider wurde aufgrund der Pandemie nichts daraus . Dann hat Anfang des Jahres Herr Sühwold, Genesungsbegleiter in der Zuverdienstwerkstatt, meine Texte gelesen und wir haben zu dritt überlegt, wie wir diese Texte filmisch in Bilder umsetzen könnten. Ziel des Films ist es, Menschen Hoffnung zu schenken, dass schwere Zeit und Krisen überwunden werden können.

Herr Sühwold und ich haben gemeinsam die Texte bearbeitet und die Kernaussagen herausgefiltert. Diese Texte habe ich vor der Kamera gelesen. Dann sind wir zu dritt mit der Kamera in Neukölln unterwegs gewesen, um die passenden Bilder zu finden. Die Dreharbeiten waren für mich sehr schön, da ich mich bei den beiden sicher und aufgehoben gefühlt habe. Den kompletten Schnitt des Films haben Peter Sühwold und Gisela Stutzke, eine Medienfachfrau, in mühevoller Kleinarbeit ehrenamtlich übernommen.

Durch einen schlimmen Verlust brach meine Stabilität wieder zusammen

Kurz vor Fertigstellung des Films kam mein Mann mit einer Coronainfektion ins Krankenhaus und verstarb. Durch die Belastung und tiefe Trauer brach meine Stabilität zusammen und ich geriet erneut in eine Psychose.

Den fertigen Film habe ich erst vor kurzem das erste Mal gesehen. Auch wenn ich den Film sehr mag, war es schwierig für mich, mich selbst als psychisch stabilen Menschen zu sehen. Im Moment steht meine Stabilität noch auf tönernen Füßen, aber der Film hat seine Wirkung, wie ich beim zweiten Schauen feststellen konnte. So stabil und voller Hoffnung wie ich im Film bin, möchte ich wieder werden. Ich hoffe, dass andere Betroffene und auch nicht Betroffene diesen Hoffnungsschimmer im Film wahrnehmen und nicht den Mut verlieren in schwierigen Zeiten.

Infobörse für Frauen in Neukölln

Endlich wieder Infobörse! Mitte September gab es auf dem Lipschitzplatz in Berlin Gropiusstadt 19 Stände mit 38 verschieden Trägern aus den Bereichen:

  • Arbeitsmarkt, berufliche Entwicklung, Qualifizierung
  • Gewalt gegen Frauen/ Gewaltprävention
  • Mädchentreff, Sport, Freizeit, Nachbarschaft
  • Migration
  • Soziales, Gesundheit und Wohnen

Der Bezirksbürgermeister Martin Hikel eröffnete die Veranstaltung mit Grußworten und besuchte im Anschluss die Stände. Diese erschienen nach der langen Pause umso bunter und kreativer.

Viele Gespräche mit Frauen über deren Lebens- und Wohnsituationen

Auch wir waren wieder sehr gut vorbereitet und unser Stand war mehr als gut besucht. Dabei spielte vor allem die Buttonmaschine, die wir dabeihatten, eine wesentliche Rolle. Diese interessierte die Kinder am meisten und war dauerhaft im Einsatz.
Natürlich gab es auch viele gute Gespräche und Anfragen von Frauen, die in Wohnheimen leben und sich eine Veränderung ihrer Lebens- und Wohnsituation wünschen. Auch einige unserer Bewohner*innen besuchten uns an unserem Stand, ebenso Betreute aus anderen Fachbereichen.
Das Wetter war hervorragend und die Stimmung ebenfalls. Ein buntes Programm wartete auf die Besucher*innen.

Die Künstlerin und Freestyle-Rapperin Leila A. führte wunderbar und mit erfrischender Leichtigkeit durch den Tag und begann ihre Moderation mit einem Mut machenden Rap über Gewalt an Frauen und mögliche Wege in die Unabhängigkeit. Ein Boxworkshop für Mädchen mit den „Boxgirls“ wurde gut angenommen. Es gab außerdem noch diese tollen Programmpunkte:

  • 2 bosnische Tänze mit Frauen aus Azras Selbsthilfegruppen
  • 2 Tanzperformances des Mädchenprojekts Rise Up e.V. (u. a. One Billion Rising)
  • Balance Board mit Musik vom Jugendtreff „The Corner“
  • die Kampagne “Gleichstellung weiterdenken” mit verschiedenen Mitmach-Objekten
  • feierliche Benennung der Stadtteilbibliothek im Gemeinschaftshaus in „Gertud-Junge-Bibliothek“

Zum Abschluss gab es ein Sommerkino im Innenhof des Gemeinschaftshauses auf Liegestühlen mit dem Film „Hidden Figuren – Unerkannte Heldinnen“. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung und im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei und freuen uns über Besuch von Kolleg*innen und Bewohner*innen.

Jeder Mensch kann helfen – freiwilliges Engagement geht uns alle an!

Herr Büchel, werden Freiwillige in unserer Gesellschaft immer noch gebraucht?

 Ja, absolut. Es werden gerade jetzt Freiwillige für die so wichtigen Begegnungen und zur Prävention gegen Vereinsamung, Isolation und Bewegungsmangel gebraucht – und das in allen möglichen Bereichen! Das hat Corona eher noch verstärkt.

Wie hat das freiwillige Engagement sich während der Corona-Zeit verändert?

Das Engagement sieht aktuell etwas anders aus, als wir es von früher gewohnt sind. In der Bewegung im Sommer fällt vieles sowieso leichter – auch infektionstechnisch, aber klar: Es müssen die aktuellen Infektionsschutzverordnungen beachtet werden, Masken und Schnelltests gehören ja momentan ohnehin zu unserem Alltag.
Zu Beginn der Pandemie sind viele persönliche Begegnungsmöglichkeiten weggefallen. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen in unseren stationären Einrichtungen konnten oft ausschließlich Angehörige und Hospizbegleiter*innen die Menschen besuchen und begleiten. Die vielen anderen Aktivitäten wie Besuchsdienste, Gedächtnistraining, Spiele, Singen und Theaterspiel waren lange Zeit gar nicht möglich. Dadurch musste alleine im Jahr 2020 ein Fünftel der Engagierten pausieren, viele haben wir letztendlich verloren. Es konnten 29.000 Stunden weniger Zeit gespendet werden.

Auf der anderen Seite haben sich viele, gerade Jüngere, gemeldet, die sich engagieren wollten: Sei es, weil sie in Kurzarbeit waren, in der Neuorientierung, während der Arbeitssuche oder weil ihnen beim Arbeiten von zu Hause die Decke auf den Kopf fiel. Da hatten wir gute Resonanzen!

Viel Energie und Zeit sind in dieser Zeit in digitale Formate der Begegnung, des Austausches, der Begleitung und der Qualifizierung geflossen. Gerade arbeiten wir am digitalen Eintritt ins Engagement per Smartphone. Somit werden über 15 ausgedruckte DINA4-Seiten für jeden neuen Freiwilligen überflüssig. Aber auch das kontaktlose, digitale Engagement selbst ist vielfältig geworden: Das Schreiben für diesen Blog oder die „Wir für Berlin“- Zeitung, telefonische Besuchsdienste oder digitale Unterstützungen werden gesucht. Auf der anderen Seite wächst die Sehnsucht nach persönlichen Begegnungen. Es wird spannend, welche digitalen Formate wir nach der Pandemie beibehalten werden.

Wie sprechen Sie Freiwillige denn an?

Das ist sehr unterschiedlich: Oftmals nutzen wir etablierte Online-Engagement-Plattformen und gedruckte Medien wie die Berliner Woche. Außerdem kommen neue Freiwillige über Empfehlungen. Auch über Begegnungsprojekte für und mit Neu-Berliner*innen mit Fluchterfahrungen finden viele den Weg zu uns ins UNIONHILFSWERK. Nicht zu vergessen sind auch unsere Kooperationspartner*innen, wie die Freiwilligenagenturen.

Warum haben Sie sich entschieden, Videos für Freiwillige zu drehen?

Wir möchten, dass sich mehr Menschen in Berlin willkommen und angesprochen fühlen. Unsere Botschaft ist: „Jeder Mensch kann helfen!“ Jede und jeder hat Fähigkeiten und Interessen – und kann diese für seinen Kiez, für seine Nachbarschaft, für das Miteinander in Projekten oder in Vereinen einsetzen. Es ist immer noch so, dass das „stille Engagement“ – das Mittun vor Ort – viel zu wenig wahrgenommen und unterstützt wird. Viele behaupten von sich: „Ich bin nicht engagiert, aber dort helfe ich mit, da packe ich mit an“.

Vor allem wollen wir aber Menschen ansprechen, die bisher für sich noch keine Möglichkeit sehen, aktiv zu werden und sich nicht eingeladen oder angesprochen fühlen – zum Beispiel Menschen mit Lese-Schreibschwierigkeiten, mit Behinderungen, Geflüchtete und wohnungslose Menschen. Hier darf ich den Kollegen vom Tagesspiegel, Gerd Nowakowski, zitieren: „Es geht darum, die „Grenzen des Mittuns“ zu überwinden.“

Mit unseren Videos „Was ist Freiwilliges Engagement? – Einfach erklärt“  und drei weiteren Kurzfilmen  wollen wir den Zugang zum Engagement erleichtern.
Unser Erklärfilm ist in einfacher Sprache produziert. Durch eine niedrigschwellige Vermittlung im Format eines animierten Kurzfilms erfahren Menschen, was freiwilliges Engagement ist, was es beinhalten kann und was stärkende Wirkungen sind. Der Erklärfilm ist auf YouTube zu finden und kann von dort aus auch von Kooperationspartner*innen für eigene Websites genutzt werden.

In drei weiteren Kurzfilmen wird auf die Frage eingegangen: „Was ist zu beachten, wenn ich mich freiwillig engagiere?“ Acht UNIONHILFSWERK-Engagierte antworten auf verschiedenste Fragen zu ihrem Engagement: Wie sie dazu gekommen sind, wie ihre bisherigen Erfahrungen waren, was sie gemacht haben, wenn es Probleme gab und wie sie für sich selbst sorgen, damit sie auch gut für andere da sein können.

Inklusives Engagement – auch schon im UNIONHILFSWERK?

Wir sind dabei und haben schon viele tolle Beispiele: Denken Sie an Menschen mit Behinderung, die in unseren inklusiven Helferteams beim Berlin-Marathon und Halbmarathon unterstützen. Denken Sie an Menschen mit seelischen Erkrankungen, die andere Betroffene bei Freizeitaktivitäten begleiten. Denken Sie an wohnungslose Menschen, die mit anpacken bei der Essensausgabe für andere Wohnungslose oder sich in der Kältehilfe engagieren…
Außerdem werden wir demnächst an unserem neuen Standort in Kreuzberg mit dem Alpha-Siegel zertifiziert. Dies signalisiert Menschen mit Lese-Schreibschwierigkeiten in verständlicher Sprache: „Hier ist Ihr Engagement willkommen!“

Aber auch im UNIONHILFWERK ist noch Luft nach oben. Das liegt vor allem an verfügbaren Ressourcen für Ansprechpartner*innen vor Ort. Die Erfahrung zeigt: Engagement braucht Hauptamt.

Wie gehen Interessierte konkret vor, wenn sie sich engagieren wollen?

Sie rufen uns einfach unter der Telefonnummer 030 / 4 17 26-131/-103 an, schreiben eine E-Mail an freiwillig@unionhilfswerk.de oder tragen sich in das Kontaktformular auf unserer Website ein. Wir vereinbaren dann einen Beratungstermin, aktuell telefonisch oder digital. Bei Bedarf findet der dann auch persönlich bei einem Spaziergang in Friedrichshain bzw. ab Dezember in Kreuzberg statt – oder mit Abstand und Maske in unseren Räumlichkeiten. Wir schauen gemeinsam, wie die Wünsche und Interessen sind und entwickeln zusammen, welche Einsatzmöglichkeiten mit möglichst kurzen Fahrtwegen in Frage kommen.

Sich digital begegnen

Norbert Prochnow würde die Tätowierung wählen, müsste er zwischen eben dieser und einem Piercing entscheiden. Kathrin Weidemeier wählt FKK statt Textil. „Lieber eine Buddhafigur statt des Gartenzwerges,“ entscheidet Martin Bartsch. „Schraubendreher statt Kochlöffel“, sagt Sabine Niels.

Diese und viele weitere Antworten gaben zahlreiche Talkgäste im Spiel „10 Fragen an.“ Mit diesem kleinen Spiel endete jeder Mittagstalk der Stiftungsprojekte.

Seit April fanden unsere Mittagstalks statt, jede Woche. Immer donnerstags. Immer 12 Uhr. Immer 30 Minuten. Das Ganze digital, alle Kolleg*innen der Stiftungsprojekte wurden eingeladen, 10-25 Personen nahmen teil.

Ein Format gegen die Einsamkeit des Corona-Lockdowns

Geboren ist diese Idee aus der Not der Pandemie heraus. Viele Kolleg*innen berichteten von Einsamkeit, Einsamkeit am heimischen Arbeitsplatz oder im Büro. Es fehlten (und fehlen auch heute noch) Begegnungen und Austausch. Auch mir. Unter dem Motto „Wir sind alle einsam, aber nicht allein“ habe ich jeden Gast mit einer Lobhudelei eingeführt. Was schätze ich an ihm/ihr? Was zeichnet ihn/sie aus? Diese Momente waren besonders. Wann nehmen wir uns sonst die Zeit, unserem Gegenüber ausführlich zu sagen, warum wir gern Zeit mit ihm verbringen? Anschließend haben wir eine konkrete Frage besprochen und miteinander geredet. Ob Sexsucht als Thema der Selbsthilfe, Besessenheit im Sport, Bodenhaftung auf Leitungsebene, gute PR, Geldquellen fürs Ehrenamt, Jugendsprache, Mathematik und Soziale Arbeit, Studieren mit 40+, die Themen waren bunt. Und haben Spaß gemacht. Abschließend das besagte Spiel.

Ein sehr überschaubares Format also, das einem Ziel diente: Begegnungen schaffen, von Mensch zu Mensch.

Warum schreibe ich Ihnen das? Zum einen soll ich, sagt die Unternehmenskommunikation. Zum anderen ist der Mittagstalk ein Format, das zeigt: es gibt viele simple Wege, miteinander in Kontakt zu kommen. Auch digital. Die Pandemie belastet uns alle im Alltag, macht Angst, schränkt ein, verdirbt uns unsere dienstliche Veranstaltungsplanung. Aber Verbindungen eingehen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam lachen, das geht immer.

Im September endet der Mittagstalk für die Stiftungsprojekte. Ich wünsche mir, dass daraus nun durch die Unternehmenskommunikation ein Format für den gesamten Unternehmensverbund ins Leben gerufen wird. In der Pandemie und darüber hinaus.

Sie fänden das gut? Dann melden Sie sich zu Wort – via Kommentar unten.

Von Gummistiefel-Weitwurf und Luftballontennis – das Senior*innen-Sportfest in der Singerstraße

Das Seniorenzentrum Friedrichshain befindet sich im Erdgeschoss eines Seniorenwohnhauses in der Singerstraße und ist ein beliebter Treffpunkt für ältere Menschen. Wintergarten-Café und Plauderstübchen sind normalerweise Orte regelmäßiger Veranstaltungen und Zusammenkünfte. Ein Hobbyraum mit Hometrainer, Diaprojektor und Videogerät, die Küche sowie der Gartenbereich stehen den Besucher*innen zur Verfügung.

Viel zu lange mussten die Seniorinnen und Senioren darauf warten, wieder zum Schnacken, für Gesellschaftsspiele oder gemeinsame kleine Ausflüge zusammenzukommen. Umso größer war nun die Freude, als die Kolleginnen und Kollegen des Seniorenzentrums die Einladungen zum Senior*innen-Sportfest verteilten.
Prompt wurden in großer Vorfreude Turnschuhe aus der unteren Schublade gezogen und längst vergessene Jogginghosen rausgekramt.

Mitte August, im Rahmen der Seniorenwoche, war es dann soweit: Alle trafen sich im Garten des Seniorenzentrums, in dem verschiedene Stationen zu lustigen und sportlichen Aktivitäten einluden. Spielerisch und oftmals mit einem Augenzwinkern kamen alle Gäste – ob jung ob alt – in Bewegung.

Ein außergewöhnliches Sportfest

Von Luftballontennis, Joghurt-Ping-Pong und Angeln ohne Angelschein über Gummistiefel-Weitwurf, Torwandschießen und Gehirnjogging bis zu Dart und Armbrustschießen. Die Möglichkeiten waren vielfältig und alle körperlichen Einschränkungen oder Behinderungen wurden berücksichtigt, sodass wirklich für jede*n etwas dabei war. Da wurde gelacht, gescherzt und sich gemessen. Eine Kinder-Tanzgruppe mit verschiedenen Formationen sorgte zusätzlich für tolle Stimmung.

Und was darf natürlich an so einem schönen Nachmittag im August nicht fehlen? Na klar – auch der Grill wurde angeworfen und leckere Salate gereicht. Getränke, Kaffee und Kuchen wurden nach der sportlichen Betätigung ebenfalls liebend gern angenommen.

„Das Sportfest war ein voller Erfolg“, so Projektkoordinatorin Anne Fritzsche, „und ich möchte mich bei meinen freiwilligen Helfer*innen bedanken, ohne die diese Aktion so nicht möglich gewesen wäre“.

Ein absolut gelungener Nachmittag, der Freude und Aktivität in das Leben der Seniorinnen und Senioren brachte – die übrigens am Ende des Tages stolz ihre Teilnahme-Urkunde entgegennahmen: „Die beste Veranstaltung, die hier jemals stattgefunden hat“, sagte Anneliese Engelke am Ende dieses wunderbar aktiven Tages und sprach damit vielen Seniorinnen und Senioren aus dem Herzen.

Möchten Sie mehr über unser Seniorenzentrum in Friedrichshain wissen? Unter www.unionhilfswerk.de/seniorenzentrum gibt es weitere Informationen.

 

*Natürlich fand diese Veranstaltung unter Einhaltung der aktuellen Hygiene-Bestimmungen statt.