Monthly Archives: Februar 2023

Unionhilfswerkerin: Carolin Rosner

Name: Carolin Rosner

Alter: 59

Beruf: Leiterin der Eingliederungshilfe im Übergangswohnheim Neukölln

Was genau machen Sie da?

Ich bin seit 1996 beim Unionhilfswerk angestellt und arbeite seit 1998 in der Position der Leiterin in der Eingliederungshilfe im Übergangswohnheim Neukölln.
Es gab aber in all den Jahren andere Begriffe dafür: wie Koordinatorin und Einrichtungsleiterin. Auch das Übergangswohnheim wurde vor ein paar Jahren zur „Besonderen Wohnform“.

 

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

Ich liebe die Abwechslung und bin daher im Übergangswohnheim (ÜWH) genau am richtigen Platz. Kein Tag gleicht dem anderen, tagesaktuelle Ereignisse geben vermeintlichen Routinetagen gleich einen neuen Anstrich.

 

Was wollten Sie werden, als Sie klein waren?

Tatsächlich hatte ich als Kind sehr lange daran gedacht Detektivin zu werden: Enid Blyton hatte mich mit ihren „5-Freunde“-Büchern dazu inspiriert. Später sah ich mich als Ägyptologin. Dann kam aber schnell der Wunsch „irgendwas mit Menschen“ zu machen, anstatt mit Mumien.

 

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

Ich glaubte schon oft, dass das nun wirklich das Schrägste ist, was ich im ÜWH erlebt habe: Bewohner*innen, die sich im Schrank verstecken. Oder Bewohner*innen, die uns im Büro mit einem an einer Schnur am Bürofenster hinunter gelassenen altem Nokia-Handy belauschen wollen. ABER in jedem Monat kommt eine neue Erfahrung hinzu.

 

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Ich bin echt ein Füllhorn von Ideen und damit eine kontinuierliche Eventplanerin im Team. Manchmal wohl schwer auszuhalten.

 

Am Wochenende mache ich am liebsten…?

Es gehört zu meinem Wochenende immer dazu, Frühstücken zu gehen und Freunde zu treffen. Aber: der Sonntag ist, wenn ich es schaffe, immer mein undisziplinierter Tag: da bleibe ich im Schlabber-Outfit und auch ungekämmt und das Sofa ist meine Hochburg.

 

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

Der schöne Tageszeitpunkt und somit auch Lieblingsort ist zweifelsfrei der Morgen-Kaffee im einzigen Rattan-Sessel im Betreuerbüro. Der ist da für mich reserviert. Zu diesem Zeitpunkt kommen die Kollegen*innen so nach und nach im Dienst an und wir plaudern und tauschen uns aus, bevor der Tag Fahrt aufnimmt.

Und außerhalb der Arbeit füllt jeder Meerblick den inneren Tank auf.

 

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

Auf Markenkleidung, das war mir nie wichtig.

 

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

Ein Krimi muss mit (mit Vorliebe Serientäter!). Schlau wäre es wohl, Feuersteine mitzunehmen? Und darf mein Mann auch mit? (Bitte!)

 

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

Back to the Eighties!! Oh ja, das waren tolle Jahre!

 

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

An den Ort zu reisen, den man schon immer sehen wollte.

 

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

Oh ja, Fliegen wäre toll.

 

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

Ich grüße ganz klar mein Team: ihr seid die Besten weit und breit!

Opern- und Operetten-Nachmittag – ein grandioses Konzert zugunsten der Unionhilfswerk-Förderstiftung

Schon beim Betreten des Großen Saals oder „Schuhschachtel“, wie er umgangssprachlich wegen seiner rechteckigen Form genannt wird, mit beinahe 1700 Sitzplätzen und einer herausragenden Akustik, gerät man als Zuschauer*in ins Staunen. Detailreiche rot-goldene Dekorationen, 14 funkelnde Kronleuchter und eine prächtig verzierte Decke lieferten das passende Ambiente für die Opern- und Operetten-Gala, welche von Ilona Schäfer von der Künstleragentur Con Takt mit musikalischer Leidenschaft konzipiert wurde.

 

Der prunkvolle große Saal versetzt das Publikum in Staunen.

Seit 1997 begeisterten Ilona und Johannes Schäfer ihr Publikum u.a. mit den beliebten Neujahrskonzerten und Opern- und Operettengalas. Zum Ende des vergangenen Jahres stellte die Agentur ihre umfassende Tätigkeit ein und übergab die Organisation an die Unionhilfswerk-Förderstiftung.

Über eine gelungene Vorstellung freuen sich: v.l. Ilona Schäfer, Dr. Detlef Giese, Ji-Su Park, Adriane de Queiroz, Ki-Hyun Park, Frank-Michael Erben, Chulhyun Kim und Wolfgang Grasnick

Berührende Opernarien – beschwingte Operettentitel

Das Publikum wurde auch bei dieser Veranstaltung nicht enttäuscht. Das berühmte Filmorchester Babelsberg bildete mit Verdis „Die Macht des Schicksals“  den Auftakt unter der Leitung von Frank-Michael Erben, dem ersten Konzertmeister des Gewandhausorchesters Leipzig.

Durch das Programm führte Dr. Detlef Giese. Der leitende Dramaturg der Staatsoper Unter den Linden führte leichtfüßig und kenntnisreich durch den Nachmittag. So erlebten die Zuhörer*innen eine akustische Reise durch die Welt der berühmtesten Opern von Verdi bis Dvorák und beschwingte Operettentitel mit Highlights, wie „Dunkelrote Rosen“ aus Gasparone, „Tonight“ aus der West Side Story oder „Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ aus My fair Lady.

Stimmung mit Stimmen bis zum hohen C

Eine weitere Überraschung stellten die vier Stimmgewalten dar – die brasilianische Sängerin Adriane de Queiroz (Sopran | Deutsche Staatsoper Berlin) und die drei aus Südkorea stammenden Sänger Chulhyun Kim (Tenor | Bühnen Halle), Ji-Su Park (Bariton| Gerhard Hauptmann Theater) und Ki-Hyun Park (Bass | Bühnen Halle). Leidenschaftlich und durchaus mit komödiantischem Talent gewannen sie schnell die Herzen des Publikums. In den verschiedenen Liedern zeigten alle Solist*innen das Facettenreichtum ihrer Stimmen und überraschten bis hin zum hohen C.

Ein Benefizkonzert zugunsten des Theaterensembles Die PAPILLONS

Die Unionhilfswerk-Förderstiftung engagiert sich seit 2004 vor allem für die AltersHospizarbeit, die Menschen an ihrem Lebensende durch eine fürsorgliche Begleitung ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben bis zuletzt ermöglicht. Sie unterstützt außerdem die Mobilität von Menschen mit Behinderung. Zu den unterstützten Projekten der Unionhilfswerk-Förderstiftung zählt u.a. das Theaterensemble die PAPILLONS im Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“. Mit z.T. hochbetagten Bewohner*innen mit und ohne Demenz und professionellen Künstler*innen holt es das Publikum mit jeder Produktion an einen Ort, der vielleicht zuletzt mit Theater in Verbindung gebracht wird. Die künstlerischen Darstellungsformen, die bisher nicht realisierbar schienen, knüpfen bei den Bewohner*innen an deren Biografie an und wecken Erinnerungen und Emotionen aus der Vergangenheit. Die PAPILLONS geben ihren Akteur*innen Halt und Freude im Alltag, der insbesondere zu Corona-Zeiten aus den Fugen geraten ist. Mit den Erlösen aus dem Konzert sollen die Musiktheaterproduktion PASSAGIERE mit den Akteuren und 10 Kindern sowie die Verfilmung der musikalischen Lesung SCHATTEN SAMMELN unterstützt werden. Mit diesem Film bewerben sich die PAPILLONS für die Wiederaufnahme der Produktion im Rahmen des Theaterfestivals „Performing Arts Festival Berlin“ im Juni 2023.

Ein Dankeschön für das Sponsoring und die Unterstützung

An erster Stelle gebührt unser Dank Ilona Schäfer (ehemals Agentur ConTakt) für die künstlerische Beratung und die äußerst professionelle Vorbereitung und Durchführung dieses ersten, gemeinsamen Benefizkonzertes mit der Unionhilfswerk-Förderstiftung. Ein besonderer Dank geht an unsere Sponsoren mit den Unternehmen Unitas AG (Herr Ch. Rücker), MaCo Gruppe (Herr Ch. Friedrich), der AKE GmbH (Herr J. Karnowski) und der Bank für Sozialwirtschaft (BfS, Herr Direktor M. Ninke).

Ein großer Dank geht an die Stiftung Unionhilfswerk Berlin (Vorstandsvorsitzender Norbert Prochnow) für die personelle Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung. Darüber hinaus bedankt sich die Unonhilfswerk-Förderstiftung ebenfalls bei der USE gGmbH (A. Sperlich / Dr. M. Kaufmann) für die Bereitstellung von personellen Ressourcen und für die materiell-technische Unterstützung im Druck-, Gestaltungs-und Floristikbereich.

Unser Tipp für Klassikfans

Bereits im Herbst dieses Jahres und zum Start ins Jahr 2024 sind zwei weitere Benefizkonzerte im Konzerthaus geplant.

  • Meisterlich und heiter

Winnie Böwe und das Salonorchester „Unter’n Linden“
19.Oktober 2023 | 15 Uhr
Kleiner Saal, Konzerthaus

  • Neujahrskonzert – Von Oper bis Musical

21. Januar 2024 | 11 Uhr
Großer Saal, Konzerthaus

Für Ticketbuchungen schreiben Sie an benefizkonzert@unionhilfswerk.de

 

Inklusive Spielfilme in Zeiten von Corona – kontaktlos gedrehter Experimentalfilm hatte Premiere!

….dann kam Corona mit Hygieneregeln und umfänglichen Kontaktbeschränkungen. Weitere Spielfilmprojekte waren nicht möglich. Stattdessen gab es anderes, unter anderem digitale Kochkurse, um der Isolation entgegen zu wirken….

…und eine neue Idee: vor gut einem Jahr – in Zeiten der Pandemie – luden Peter Jürgensmeier und Kameramann Andree Kauffeld zu einem neuen inklusiven Filmexperiment ein: Weitgehend kontaktlos sollte der Film entstehen – und so war es: Die Konferenz des Kommissars hatte kürzlich in der Pumpe in Schöneberg Premiere und war ein voller Erfolg!
Was genau hier entstand und wie sich der Weg zum fertigen Produkt gestaltete, das fragen wir den Projektleiter Peter Jürgensmeier.

Ein „kontaktloser Experimentalfilm“ das klingt spannend – aber was kann ich mir darunter vorstellen?

Aus Gründen der Kontaktbeschränkungen und Abstandsgebote während der Pandemie standen nur diejenigen Klient*innen gemeinsam vor der Kamera, die ohnehin in einer Wohngemeinschaft zusammen wohnen. Insofern gab es – für Dreharbeiten – relativ wenig Kontakt zwischen den Darsteller*innen, was natürlich für das darstellende Spiel, da keine Anspielpartner*innen, wie auch für die Regie und den Schnitt besondere Anforderungen bedeutete.

Und was erwartet die Zuschauer*innen – was ist zu sehen (formal) und was wird erzählt (Geschichte)?

Erzählt wird, dass sich Kriminalkommissar*innen mit dem Staatsanwalt zu einer „Videokonferenz“ zusammenschalten, um über den Mord an einem ihrer Kollegen zu sprechen. Formal hat der Film die Anmutung einer Videokonferenz.

Wie kam es zu dieser Idee?

Die Idee entstand, weil zahlreiche Klient*innen aufgrund ihrer positiven Erfahrungen mit vorherigen Projekten nach neuen Projekten fragten, konventionelle Dreharbeiten aber aufgrund der pandemiebedingten Bestimmungen nicht möglich waren.

Anmerkung der Redaktion: „uuuuund action“, die ausführliche Projektbeschreibung zu den Spielfilmen finden Sie hier.

Was macht den Film zum inklusiven Film?

Wie üblich bei allen unseren Filmprojekten wurde auch hier die Maßgabe „Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten vor und hinter der Kamera zusammen und machen einen Film“ ausgegeben und verfolgt.

Wie lief die Produktion konkret ab?

Die Dreharbeiten fanden in einer Wohnung vor einem sogenannten „green-screen“ statt. Das bedeutet, dass hinter den Darsteller*innen eine grüne Leinwand hing. Die entsprechenden Hintergründe – zumeist Büros –  wurden als frei nutzbare Bilder im Internet gesucht und anschliessend eingesetzt. Überraschend war einmal wieder, mit welcher Hingabe und Akribie sich alle Darstellenden in ihre Rollen hineinversetzten und diese größtenteils auch ohne Anspielpartner*innen hervorragend ausfüllten.

Welche Wirkung hatte das Projekt auf die Beteiligten, wo waren die Unterschiede zu den bisherigen Spielfilmen?

Die Zusammenarbeit und das gemeinsame Erleben der Erstaufführung führten – eigenen Angaben nach – bei einigen Darsteller*innen zu größerem Selbstvertrauen und natürlich auch zum Stolz auf das Ergebnis.

 

Hier geht es zum neuen, inklusiven Spielfilm „Konferenz des Kommissars“.

 

Hier können Sie sich den inklusiven Spielfilm „Die Schule der Engel“ ansehen.

Hier geht es zum inklusiven Spielfilm „Der Weg ins Glück“.

Hier finden Sie den inklusiven Spielfilm „Der Mut zur Hoffnung“.

 

Alle Mitwirkenden auf der Bühne der Alten Pumpe. Die Premiere war ein voller Erfolg.

Kicken in Berlin – statt in Katar

In diesem Artikel wollen wir Euch berichten, was die Kickers97, die Traditionsmannschaft des Unionhilfswerks, in den letzten Wochen und Monaten geleistet hat und sicher auch in Zukunft leisten wird. Doch zunächst einmal, wer sind die Kickers97? Sicher habt ihr noch nicht alle von uns gehört.

Die Kickers97 ist ein Projekt, das sich, wie der Name vermuten lässt, bereits im Jahre 1997 gegründet hat. Vor 25 Jahren hatte Thomas Just die spannende Idee, ein inklusives Basketball Klient*innen-Team zu gründen. Das aus dieser Idee eine Fußballmannschaft entstand, war lediglich der Tatsache geschuldet, dass statt Basketbällen nur Fußbälle zur Verfügung standen. Umso erstaunlicher, dass sich im Laufe der Jahre eine so erfolgreiche Mannschaft formen konnte, die regelmäßig bei (internationalen) Turnieren und im Ligabetrieb Pokale für die Vitrinen des Unionhilfswerks sammelt.

Auch heute, 25 Jahre nach der Gründung, sind wir mit den Kickers97 weiterhin aktiv. Auch die schwere Zeit während der Corona Pandemie, in der wir den Spielbetrieb über mehrere Monate komplett einstellen mussten, konnte die Mannschaft überstehen und Ende Oktober dieses Jahres sogar gemeinsam ins Trainingslager nach Halberstadt fahren. An der 3-tägigen Fahrt nahmen insgesamt 13 Spieler und die 4 Trainer teil. Wir nutzten die Zeit gut, um als Mannschaft nach diesen schweren Jahren wieder näher zusammenzurücken und uns auf die nächsten sportlichen Herausforderungen vorzubereiten. Denn schon eine Woche später stand bereits das nächste große Event für uns an:

Nach fast dreijähriger Pause konnten wir endlich wieder unser eigenes Turnier, die 16. Ausgabe des Unionhilfswerk-Cups, austragen.

Dabei haben sich am Morgen des Veranstaltungstages über 100 Teilnehmende von 8 verschiedenen inklusiven Fußballmannschaften und weitere Gäste in der Sporthalle in der Lobeckstraße in Kreuzberg eingefunden, bei der die Kickers97 aufgrund einer kurzfristigen Absage sogar ein zweites Team, gemeinsam mit Spielern von Midria, stellen mussten.  Bei bester Laune konnten wir spannende Spiele zwischen den einzelnen Teams verfolgen. Für eine schmackhafte Verpflegung in der Mittagspause sorgten unsere Kolleg*innen und Klient*innen vom Nordufer – dafür nochmal vielen Dank!

Am Ende des Tages kam es im Spiel um Platz 3 zum großen (Trainer-) Duell beider Mannschaften des Unionhilfswerks. Hier konnten sich die von Christian Nawrath trainierten Kickers 97 gegen das Mixteam von Kickers97 und Midria, unter der Leitung von Thomas Just, durchsetzen.

Im Finale liefen die Spieler der BWB gegen das Team von Midria zu Höchstformen auf und konnten sich nach einem unterhaltsamen Spiel den Sieg sichern – Herzlichen Glückwunsch zum verdienten 1. Platz an die Mannschaft der BWB.

Im Rahmen dessen wurden auch zwei langjährige Kollegen aus dem Trainerteam, Jörg Förster und Marko Lehmann, die gemeinsam auf stolze 37 Jahre in ihrem Amt kommen, verabschiedet. Sie werden beerbt von Jannik Held und Jan-Moritz Fey, die beide schon seit einiger Zeit das Team um die Trainer der Kickers97 ergänzen.