Monthly Archives: Januar 2026

ALLES-BLEIBT-NEU: 15 Jahre Kunstgruppe MoArts

Die Kunstgruppe MoArts aus Berlin-Moabit besteht seit 15 Jahren.

„Vieles ist in dieser Zeit entstanden – aber nicht alles bleibt: Werke wurden mitgenommen, verkauft oder verschenkt. Ausstellungen und Performances sind flüchtig, manche Materialien hielten der Zeit nicht stand – und von einigen Künstler*innen mussten wir uns verabschieden“, sagen Birgitta von Homeyer und Irina Wußmann, in deren Händen die fachliche Leitung, Begleitung und Kuration der MoArts liegen.

Unter dem Motto ALLES-BLEIBT-NEU zeigt die Kunstgruppe nun eine Auswahl, die ihre vielfältigen Schaffensphasen widerspiegelt. Wiederkehrende Motive in neuer Gestaltung lassen Vertrautes in einem ganz neuen Licht erscheinen. Die MoArts freuen sich darauf, diesen Einblick mit Interessierten zu teilen und laden ein zur Ausstellungseröffnung.

Vernissage am 7. Februar 2026 von 15 bis 17 Uhr
Heilandskirche | Thusnelda-Allee 1 | 10555 Berlin-Moabit

 

Birgitta von Homeyer und Irina Wußmann betonen: „Wir danken dem Unionhilfswerk herzlich für die große Unterstützung, ohne die die Ausstellung nicht möglich wäre. Ein ebenso großer Dank geht an die Heilandskirche der evangelischen Kirchengemeinde Tiergarten, die uns den Kirchenraum überlassen hat und mit der wir so fruchtbar zusammenarbeiten.“

 

Raum für eigene Ideen und Gemeinschaft

Die Kunstgruppe MoArts hat sich als feste Instanz etabliert, die den Teilnehmenden die Möglichkeit bietet, eigene Ideen umzusetzen und zu vertiefen. Ob in der Malerei, beim Bau von Objekten, beim Töpfern oder in Gemeinschaftsarbeiten – immer wieder gibt es Neues zu entdecken. Birgitta von Homeyer und Irina Wußmann geben ihnen die entscheidenden Impulse und unterstützen die Künstler*innen der Gruppe:

Aktuell: Gaby Czeslik, Reiner Köhn, Mario Hertel, Brigitte Mutschke, Martina Bein.

Ehemals: Michael Schmitt, Alfons Baumgärtner, Melisa Asar, Rene Pfeil, Barbara Plieth, Sonja Lausch, Brigitte Schacht.

In liebevollem Gedenken: Gisela Furcht, Gerhard Daniels, Günther Wolf, Lothar Conradt, Horst Bayer, Ludwig Hits, Erika Komischki.

 

Von der tagesstrukturierenden Hilfe zur echten Teilhabe

Die Geschichte der MoArts begann 2009 als Beschäftigungsgruppe des Unionhilfswerks. Unter der Leitung der Künstlerin und Kunstvermittlerin Birgitta von Homeyer entdeckten Bewohner*innen aus verschiedenen Wohngemeinschaften schnell ihre Talente jenseits des Filzens: Es wurde gemalt und gedichtet.

Die Arbeit machte deutlich, wie wichtig es für beeinträchtigte Menschen ist, mit den eigenen Fähigkeiten gesehen zu werden. Durch jährliche Ausstellungen wuchs die Gruppe in das gesellschaftliche Leben hinein. Diese reale Teilhabe schenkte den Künstler*innen ein neues Selbstbild und stärkte ihr Selbstvertrauen enorm. Seit 2012 gestaltet die Pädagogin und Modedesignerin Irina Wußmann die Kunstgruppe mit. Nach dem Erfolg der Ausstellung „Verwandelte Schatten“ wurde schließlich ein Name gesucht: die MoArts waren geboren.

 

Inklusion als Wegweiser

Über die Kunstgruppe MoArts hinaus initiierte Birgitta von Homeyer weitere inklusive Projekte, wie die Garten-Kunst-Gruppe im Schulgarten Moabit und die Töpfergruppe im Stadtschloss Moabit. Ein zusätzliches Angebot während der Pandemie bot Raum für mehr Kreativität: es entstanden gefühlvolle Arbeiten für die Ausstellung „Seelenvögel und andere Tiere“.

 

Unionhilfswerker: Lutz Martin

Name: Lutz Martin

Alter:  46

Beruf: Ex-Altenpfleger, aktuell Mitarbeiter der Zentralen Anlaufstelle Hospiz sowie Mitarbeiter des PGKDs (Palliativ-geriatrischer Konsiliardienst)

 

Was genau machen Sie da?

Die Zentrale Anlaufstelle Hospiz ist eine Fach- und Spezialberatungsstelle für alle Bürger*innen in Berlin sowie für Institutionen. Wir beraten persönlich, per E- Mail, per Zoom oder per Telefon zu den Themen Vorsorge, Sterben, Tod und Trauer. Mittlerweile melden sich aber Menschen oder Institutionen auch aus ganz Deutschland.

Meist werden wir angerufen, um Fragen zur Patientenverfügungen zu klären oder diese zu erstellen (durch unsere selbst geschulten Ehrenamtlichen).

  • Fragen rund um das Thema Hospiz bzw. was sind die Aufnahmekriterien in einem Hospiz
  • Unterstützung beim Finden von Trauerangeboten
  • Bürgerveranstaltungen zu den relevanten Themen in ganz Berlin

 

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten und ihnen in den verschiedensten Lebenssituationen beratend zur Seite stehen zu können. Ohne dabei belehrend zu sein. Auch mag ich den Austausch mit meinen Kolleg*innen, die mich immer wieder auf neue Ideen bringen.

 

Was wollten Sie werden als Sie klein waren?

Altertumsforscher

 

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

Ich glaube, jeder, der in der Pflege arbeitet oder mal gearbeitet hat, könnte ein ganzes Buch darüber schreiben. Da gibt es so viele Geschichten.

 

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Kommunikationscoach

 

Am Wochenende mache ich am liebsten…?

Spaziergänge mit meinem Hund, Lesen, nach Brandenburg fahren, Konzerte besuchen.

 

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

Die Welt

 

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

Mein Netflix Abo

 

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

Eine Machete, ein Feuerstahl und eine Entsalzungsanlage. Wer weiß, ob es da Trinkwasser gibt.

 

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

Eine Stunde vor dem Urknall.

 

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

Einem fremden Menschen etwas Nettes sagen.

 

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

Unsichtbarkeit.

 

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

Ich grüße meine Kolleg*innen aus der ZAH und dem KPG (ohne euch wäre es nur halb so lustig), die Kolleg*innen aus den Ambulanten Hospizdiensten, die Kolleg*innen der Weggefährten, meine Band (Muffenklaus). Meinen Hund.

 

 

Neuanfang im Pflegewohnheim – wie Ehrenamt den Abschied erleichtert

Ich treffe Oliver Stöwing, sportlich gekleidet und trotz grauer Haare jung geblieben, mit einem breiten Lächeln am Pflegewohnheim „Am Plänterwald“. Heute steht sein wöchentlicher Termin mit Jürgen Hundt an, den er im Alltag unterstützt – aktuell ist die Wohnungsauflösung ein großes Thema.
Im Zimmer des 93-Jährigen fällt mir sofort der liebevoll eingerichtete Tisch auf – Bücher, Zeitschriften, ein Foto seiner Frau. Neben ihm steht der Rollator, der ihm Sicherheit gibt.
Über 60 Jahre lebte er in Berlin-Schöneweide, zunächst mit seiner Frau, später allein. Nach gesundheitlichen Problemen zog er ins Pflegeheim. „Nun kann mir ja nichts mehr passieren,“ sagt er überzeugt und zeigt auf den kleinen Herzschrittmacher, der ihm neue Stabilität gibt.

Wenn Helfen Sinn stiftet

Unterstützung erhält Jürgen Hundt vom Unionhilfswerk. Zunächst begleitet ihn eine Freiwillige, später übernimmt Oliver Stöwing. Nach einer beruflichen Neuorientierung suchte er nach einer sinnstiftenden Aufgabe – und fand sie im Ehrenamt. Über das Freiwilligenmanagement erfährt er von Herrn Hundt und seiner anstehenden Wohnungsauflösung. „Und dann habe ich gedacht: Okay, mache ich. Ich helfe ihm gerne“, erzählt der Freiwillige.
Inzwischen haben sie mehrere Termine hinter sich und verstehen sich auf Anhieb. Oliver Stöwing legt großen Wert darauf, dass Jürgen Hundt die Richtung vorgibt:
„Er weiß genau, was er will. Ich bin nur die Unterstützung. Er ist der Boss und bestimmt, was bleibt und was gehen kann. Es ist wichtig, dass ältere Menschen in Entscheidungen einbezogen werden.“

Begegnungen voller Geschichte

Oliver Stöwing ist beeindruckt von Jürgen Hundts Lebenserfahrung: „Vom Zeitzeugen nochmal zu hören – Krieg, Teilung Deutschlands, Wiedervereinigung – der hat ja Geschichte erlebt! Er ist ein lebendes Geschichtsbuch.“
Gleichzeitig beschäftigt ihn, wie viele ältere Menschen auf Unterstützung angewiesen sind: „Es ist viel von Senioren die Rede, meistens in Zusammenhang mit aktiven Rentnern oder Best Agern. Aber die meisten gehören nicht dazu, sondern leben eher im Unsichtbaren und brauchen Hilfe. Man muss auf diese Menschen achten und für sie da sein.“
Für Oliver Stöwing ist das Ehrenamt auch persönlich bedeutsam. Seine Eltern sind älter, und er wohnt weit entfernt. „Ich hoffe, dass es irgendwann auch für sie jemanden gibt, der sie begleitet. Die Pflege ist stark gefordert – deshalb sind Freiwillige so wichtig.“

Ein Stück Zuhause bleibt

Jürgen Hundt schätzt die Unterstützung sehr: „Ich bin ja wegen des Rollators an das Heim gebunden.“ Mit Oliver Stöwing hat er jemanden gefunden, der ihm zuhört und mit dem er gemeinsam Lösungen findet. Besonders emotional ist für ihn die Wohnungsauflösung: „Das tut weh – was man sich in sechzig Ehejahren angeschafft hat, einfach wegzugeben. Ich weiß, dass ich nicht alles behalten kann. Aber es fällt schwer.“
Nach vielen Gesprächen findet sich ein Kompromiss: Eine große Vitrine mit Eisenbahnmodellen, die Jürgen Hundt als ehemaligen Eisenbahner besonders am Herzen liegt, darf im Flur vor seinem Zimmer stehen. Er strahlt: „Das ist mal ’ne gute Nachricht!“

Ein Stück Zuhause, das er diesmal nicht zurücklassen musste – und die Gewissheit, dass Oliver an seiner Seite ist, machen den Neuanfang leichter.

Gut ins neue Jahr starten: Resilienz und Achtsamkeit im Alltag stärken

Der Jahresanfang hat etwas Eigenartiges. Einerseits fühlt er sich an wie ein leeres Blatt – frisch, unbeschrieben, voller Möglichkeiten. Andererseits nehmen wir all das mit, was das vergangene Jahr hinterlassen hat und dazu können natürlich auch Erschöpfung und Sorgen gehören. Gerade in sozialen Berufen und im Engagement für andere spüren viele von uns diese Ambivalenz besonders stark. Der Start ins neue Jahr ist deshalb eine gute Gelegenheit, innezuhalten und zwei Themen in den Fokus zu rücken, die langfristig tragen können: Resilienz und Achtsamkeit. Beide sind keine Modetrends, sondern Schlüsselkompetenzen für einen gesunden, handlungsfähigen Alltag.

 

Was bedeutet Resilienz? – Innere Stärke entwickeln

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, mit Belastungen, Krisen und Veränderungen so umzugehen, dass wir handlungsfähig bleiben – oder es wieder werden. Oft wird sie als „seelisches Immunsystem“ bezeichnet. Gemeint ist damit nicht, immer stark zu sein oder Schwierigkeiten wegzulächeln. Im Gegenteil: Resiliente Menschen dürfen erschöpft sein, zweifeln, scheitern – sie finden jedoch Wege, sich zu stabilisieren und weiterzugehen.

Häufig beginnt Resilienz mit einem Perspektivwechsel: weg von der Frage „Warum passiert mir das?“ hin zu „Was hilft mir jetzt?“. Diese Haltung öffnet Spielräume – selbst dann, wenn sich äußere Umstände nicht sofort verändern lassen.

 

Kleine Bausteine für mehr Resilienz im Alltag

  • Beziehungen pflegen: Ein ehrliches Gespräch kann entlastender sein als jede To-do-Liste.
  • Eigene Grenzen ernst nehmen: Nein zu sagen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstfürsorge.
  • Erfolge wahrnehmen: Auch kleine Fortschritte zählen – besonders in herausfordernden Zeiten.
  • Routinen schaffen: Verlässliche Abläufe geben Halt, wenn vieles unsicher erscheint.

 

Achtsamkeit im Alltag: Den Moment bewusst wahrnehmen

Achtsamkeit bedeutet, mit der Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment zu sein; ohne ihn sofort zu bewerten. Das klingt einfach, ist im Alltag jedoch erstaunlich herausfordernd. Gedanken kreisen oft um Vergangenes oder um das, was noch erledigt werden muss.
Achtsam zu sein heißt nicht, Probleme auszublenden. Es heißt, wahrzunehmen, was gerade ist: Gedanken, Gefühle, körperliche Signale. Diese bewusste Wahrnehmung schafft Abstand – und genau darin liegt ihre Kraft.

 

Praktische Achtsamkeitsübungen für jeden Tag

Achtsamkeit muss nicht bedeuten, lange zu meditieren oder den Alltag komplett umzustellen. Oft sind es kleine, bewusste Momente, die langfristig eine große Wirkung entfalten.

  • Der achtsame Start in den Tag: Bevor der Tag mit Nachrichten, Terminen oder dem Blick auf das Smartphone beginnt, lohnt es sich, einen kurzen Moment nur für sich selbst zu reservieren. Noch im Bett oder beim ersten Kaffee oder Tee drei bis fünf tiefe Atemzüge nehmen, den Körper wahrnehmen und sich innerlich fragen: „Wie geht es mir gerade?“ Eine einfache Intention für den Tag kann helfen, etwa: „Ich gehe heute freundlich mit mir um“ oder „Ich nehme mir Zeit für Pausen“.
    Vielleicht finden Sie es auch angenehm, morgens bei ruhiger Musik einen Moment am Fenster zu stehen, ein paar Zeilen zu schreiben oder einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft zu machen.
    Diese Routinen können sehr individuell sein – finden Sie heraus, was Ihnen gut tun. Aber nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für einen achtsamen und ruhigen Start in den Tag. So sind Sie umso besser gewappnet für all das, was der Tag bereit hält.
  • Mini-Pausen bewusst nutzen: Zwischen zwei Terminen oder Aufgaben für eine Minute innehalten, die Schultern locker lassen und den Atem beobachten. Diese kurzen Unterbrechungen wirken wie kleine Reset-Momente für das Nervensystem.
  • Achtsames Gehen: Ob auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause oder nach Feierabend – bewusst auf Schritte, Atmung und Umgebung achten. Das holt Sie aus dem Gedankenkarussell zurück in den Moment.
  • Abendlicher Rückblick: Den Tag bewusst abschließen, indem man sich fragt: „Was war heute hilfreich?“, „Was hat mir Kraft gegeben?“, „Wofür bin ich dankbar?“
    Auch an schwierigen Tagen lassen sich oft kleine Lichtblicke entdecken.

 

Leben in unsicheren Zeiten: Warum Resilienz heute besonders wichtig ist

Kriege, politische Spannungen, die Klimakrise, soziale Ungleichheit – viele Nachrichten, die uns täglich erreichen, sind beunruhigend. Auch wenn wir nicht alles unmittelbar beeinflussen können, wirken diese globalen Entwicklungen auf unser persönliches Erleben. Sie erzeugen Unsicherheit, Zukunftsängste und nicht selten das Gefühl von Ohnmacht.

In der sozialen Arbeit kommt eine weitere Ebene hinzu: Mitarbeitende begleiten Menschen, die selbst von Krisen betroffen sind – sei es durch Armut, Flucht, Krankheit oder soziale Ausgrenzung. Die Sorgen der Klient*innen enden nicht an der Bürotür, und oft entsteht ein Spannungsfeld zwischen professionellem Anspruch, begrenzten Ressourcen und eigenen emotionalen Grenzen.

Gerade deshalb sind Resilienz und Achtsamkeit heute wichtiger denn je. Sie helfen uns, informiert und empathisch zu bleiben, ohne uns dauerhaft überwältigen zu lassen. Achtsamkeit unterstützt dabei, den eigenen Nachrichtenkonsum bewusster zu gestalten und innere Warnsignale frühzeitig wahrzunehmen. Resilienz stärkt die innere Haltung, mit Unsicherheit umzugehen, Ohnmachtsgefühle einzuordnen und trotz komplexer Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben – auch dann, wenn die großen gesellschaftlichen Fragen keine schnellen Lösungen bieten.

 

Bewegung als Kraftquelle: Warum Sport Körper und Psyche stärkt

Neben mentalen Strategien spielt auch der Körper eine zentrale Rolle für unsere seelische Gesundheit. Bewegung und Sport wirken nachweislich stressreduzierend, sie bauen innere Anspannung ab und fördern den Ausgleich nach emotional fordernden Tagen. Schon moderate Bewegung – ein Spaziergang, Radfahren oder sanfte Gymnastik – kann helfen, den Kopf freier zu bekommen und wieder besser bei sich anzukommen.

Gerade in belastenden Arbeitskontexten, wie sie in der sozialen Arbeit häufig vorkommen, bietet Bewegung einen wichtigen Gegenpol. Sie stärkt das Körpergefühl, vermittelt Selbstwirksamkeit und setzt Botenstoffe frei, die Stimmung und Schlaf positiv beeinflussen. Dabei geht es nicht um Leistung oder Perfektion, sondern um Regelmäßigkeit und Freude. Wer Bewegung als Form der Selbstfürsorge versteht, investiert aktiv in die eigene Resilienz.

 

Ein realistischer Blick auf gute Vorsätze zum Jahresanfang

Der Beginn eines neuen Jahres ist kein Neuanfang im luftleeren Raum – aber er kann ein bewusster Übergang sein. Resilienz und Achtsamkeit laden dazu ein, sich selbst ernst zu nehmen, ohne sich unter Druck zu setzen. Vielleicht ist das der wichtigste Gedanke für die ersten Januartage: Wir müssen nicht perfekt starten. Es genügt, aufmerksam und zuversichtlich einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

Resilienz und Achtsamkeit wachsen nicht über Nacht. Sie entstehen durch viele kleine Entscheidungen im Alltag. Manchmal reicht es schon, sich selbst mit etwas mehr Nachsicht zu begegnen.

 

Resilienz stärken – auch im Arbeitsalltag

Als sozialer Träger trägt das Unionhilfswerk Verantwortung nicht nur für die Menschen, die wir begleiten und unterstützen, sondern auch für die eigenen Mitarbeitenden. Um sie in ihrem oft anspruchsvollen Arbeitsalltag zu stärken, bieten wir ab sofort Workshops zur Resilienz an.

Diese Workshops vermitteln grundlegendes Wissen zu Resilienz im Alltag und im Arbeitskontext. Teilnehmende haben die Möglichkeit, ihre eigene Widerstandsfähigkeit mithilfe eines Resilienzfragebogens einzuschätzen und konkrete Strategien für mehr Achtsamkeit und Selbstwirksamkeit kennenzulernen und zu erproben. Ziel ist es, persönliche Ressourcen bewusster wahrzunehmen und nachhaltig zu stärken.

 

In diesem Sinne, liebe Leser*innen: Ich wünsche Ihnen einen achtsamen und kraftvollen Start in das neue Jahr und wüsste gern: Welche kleinen Gewohnheiten oder Rituale helfen Ihnen dabei, den Alltag achtsam und gelassen zu meistern? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.