Monthly Archives: Januar 2024

Vom Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum zum Selbsthilfezentrum

Wie der Name sagt, gibt es hier sowohl Raum und Unterstützung für Selbsthilfegruppen als auch Angebote im Rahmen der Stadtteilarbeit, z.B. in Form eines Nachbarschaftstreffs und eines Tai Chi Chuan-Kurses.

Aktuell kümmern sich drei Kolleginnen, Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoginnen, um alle Belange rund um die Selbsthilfeunterstützung in Reinickendorf. Die Aufgabenbereiche sind vielfältig. Zu den Hauptaufgaben zählen die Beratung von Menschen, die eine Selbsthilfegruppe suchen, sowie die Begleitung und Unterstützung der bestehenden Gruppen im Haus und an anderen Orten im Bezirk. Auch die Gründung einer neuen Gruppe unterstützen wir mit allen dazu gehörenden Fragen.

Momentan haben die Mitarbeiterinnen ca. 90 Selbsthilfegruppen im Bezirk im Blick. Davon treffen sich etwa 35 im Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum Reinickendorf.

Darüber hinaus gehört es zu unseren Aufgaben, die Selbsthilfe bekannter zu machen. Daher machen wir auf unterschiedliche Weise Öffentlichkeitsarbeit.

 

Was meint denn nun eigentlich Selbsthilfe?

Die Kernidee von Selbsthilfe ist, dass Menschen, die z.B. eine Erkrankung oder auch ein soziales Konfliktthema haben, sich mit anderen Gleichbetroffenen zusammentun, um sich darüber auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu stärken. Wie der Name also schon sagt, helfen die Menschen sich selbst. Es gibt keine fachliche Leitung in den Gruppen, wie z. B. eine*n Therapeut*in oder Sozialarbeiter*in. Das bedeutet, die Teilnehmenden der Gruppe bestimmen selbstständig die Art und die Inhalte ihrer Treffen. Es gibt auch keine*n „Chef*in“ in der Gruppe. Alle sind gleichberechtigt und entscheiden gemeinsam, wie sie arbeiten möchten.

Jede*r, der an gegenseitiger Unterstützung interessiert ist, kann Mitglied einer Selbsthilfegruppe werden. Die einzige Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass man etwas für die Verbesserung seiner eigenen Lebenssituation tun möchte. Natürlich sollte man auch von dem Thema der Gruppe selbst betroffen sein.

 

Welche Themen gibt es?

Die Themen von Selbsthilfegruppen sind so vielfältig wie das Leben. Es gibt Gruppen sowohl zu körperlichen als auch zu psychischen Erkrankungen, zu sozialen Themen und auch zu Freizeitthemen.

Hier ein paar Beispiele:

Suchterkrankungen, wie z.B. Alkohol-, illegale Drogen-, Medikamenten-, Computer-, Esssucht

Psychische Erkrankungen, wie z.B. Ängste und Depressionen, Borderline, Bipolarität, Schizophrenie, Stimmenhören, Zwangsstörungen

Somatische Erkrankungen, wie z.B. Erkrankungen innerer Organe wie Herz, Lunge, Niere, Darm, oder der Haut (Allergien), Gelenke (Rheuma), Adipositas

Soziale Themen, wie z.B. Toxische Beziehungen, Hochsensibilität, Migration, Sexueller Missbrauch, queere Menschen, Arbeitslosigkeit, Trennung/Scheidung, Gewalt

Angehörigengruppen, wie z.B. Angehörige von Menschen mit Behinderungen, Angehörige von suchterkrankten Menschen, Eltern, deren Kinder den Kontakt abgebrochen haben, Eltern, deren Kinder rechtsradikal sind

Freizeitthemen, wie z.B. Handarbeiten, Tanzen, Singen, kreatives Gestalten

 

Was ist das Besondere an Selbsthilfegruppen? Wie wirkt Selbsthilfe?

Am besten, wir fragen da mal die Gruppenmitglieder selbst. Hier einige Zitate:

„Durch die Gruppe fühle ich mich nicht mehr so isoliert.“

„Hier kann ich mich so zeigen wie ich bin, die anderen verstehen mich und niemand lacht mich aus.“

„Die anderen Gruppenmitglieder wissen genau, wie ich mich fühle. Das macht mir Mut.“

„Der Austausch in der Gruppe hilft mir, besser mit meiner Krankheit zu leben.“

„Seit ich die Gruppe besuche, fühle ich mich informierter und selbstbewusster.“

„Hier kann ich offen über meine Gefühle sprechen.“

 

Was ist das Besondere an dieser Arbeitsstelle?

Das Besondere für mich als Mitarbeiterin ist, dass Menschen zu uns kommen, die sich aus eigenem Engagement auf den Weg machen, ihre persönliche Lebenssituation zu verbessern. Diese Menschen haben z.T. schwere Schicksale erlebt. Dennoch lassen sie sich nicht entmutigen. Sie finden in ihrer Gruppe große gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt. Das wiederum gibt ihnen die Kraft, etwas von ihrer gewonnenen Zuversicht an die anderen abzugeben. Viele sind weit über ihre eigene Gruppe hinaus aktiv und machen andere Betroffene auf die Selbsthilfe aufmerksam, z.B. auf Märkten, in Kliniken u.v.a.m.. So erhält sich die Selbsthilfe immer wieder selbst. Das ist die Kraft der Selbsthilfe. Und das beeindruckt mich immer wieder.

 

Und was hat es mit dem Titel dieses Beitrags auf sich?

Seit Januar 2024 gibt es eine kleine und doch bedeutsame Neuerung.

Häufiger gab es Irritationen bei Interessierten, wenn sie den Namen der Einrichtung lasen oder hörten. Sie erwarteten dann mehr offene Angebote, wie z.B. Kurse und Workshops und waren enttäuscht, wenn sie erfuhren, dass sich bei uns überwiegend Selbsthilfegruppen treffen. Um diese Irritation nun auszuräumen und eine eindeutigere Kennzeichnung zu haben, wandeln wir unseren Namen etwas ab:

Seit Januar 2024 heißt unsere Einrichtung SELBSTHILFEZENTRUM REINICKENDORF. Damit ist der Schwerpunkt unserer Arbeit für alle deutlicher sichtbar.

 

Wege aus der Einsamkeit, Teil 4: “Was gegen Einsamkeit hilft? Gesetze!”

Benjamin Hindrichs hat seinen Beitrag so zusammengefasst: Einsamkeit ist nicht erst seit der Corona-Pandemie ein Problem. Dieser Beitrag analysiert deshalb die gesamtgesellschaftlichen Dimensionen und Wurzeln von Einsamkeit, beleuchtet deren verschiedene Facetten und geht der Frage nach, warum es politische Antworten braucht auf ein Phänomen, das wir oft als individualisierte Herausforderung betrachten.

Auszug aus der Jurybewertung

„Wir sehen die Vereinsamung in der Massengesellschaft – vor allem bei Pflegebedürftigkeit und im Alter – als eines der bedrückendsten Probleme für den Einzelnen. Und wir alle stehen in der Gefahr, im Laufe unseres Lebens damit konfrontiert zu werden. Also ist es eine der zentralen Fragen, ob und wie der Sozialstaat genau diese Lebensbedingungen der Einsamkeit und Schwäche von Menschen mit einem unterstützenden Korsett ausstattet. Wir müssen lernen, unsere Gesetze als eine Prävention gegen Einsamkeit zu betrachten und zu überprüfen! Dabei kann Benjamin Hindrichs‘ Online-Beitrag sehr hilfreich sein.“

Was gegen Einsamkeit hilft? Gesetze!

Einsamkeit ist beschissen, teuer und spaltet die Gesellschaft. So kann eine neue Politik gegen Einsamkeit aussehen.

Im Herbst 1902 verfasste ein 26-Jähriger in Paris ein trauriges Gedicht. In der letzten Strophe schrieb er: „Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.“ Der Autor heißt Rainer Maria Rilke und „Herbsttag“ zählt heute zu den bekanntesten Gedichten der deutschsprachigen Lyrik.

119 Jahre später haben Zoom und Messenger-Apps das Briefeschreiben größtenteils ersetzt. Trotzdem fühlten sich zumindest die vergangenen beiden Winter für viele Menschen genauso an wie für Rilke mit Mitte 20: Wer allein lebte, musste allein spazieren gehen und Kontakte über den Messenger pflegen.

Während der Pandemie hat sich die Zahl der Menschen, die sich einsam fühlen, unter EU-Bürger*innen verdoppelt. In Deutschland gab fast jeder Dritte an, sich einsamer als zuvor zu fühlen. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben uns isoliert, vereinzelt und voneinander abgeschnitten.

Doch schon vor Beginn der Pandemie hielten zwei Drittel Einsamkeit in Deutschland für ein großes Problem, vor allem Menschen über 50. Das liegt nahe. Je älter wir werden, desto weniger Freund*innen haben wir.

Einsamkeit ist aber nicht bloß eine Begleiterscheinung des Alterns. Bei einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Splendid Research gab 2019 ein Viertel der jungen Deutschen zwischen 18 und 39 Jahren an, sich ständig oder häufig einsam zu fühlen. Mehr als in jeder anderen Altersgruppe.

Man könnte das alles als traurig oder verwunderlich abtun. Aber es zeigt auch: Einsamkeit als kollektives Gefühl nahm lange vor der Pandemie ihren Anfang.

Was ist Einsamkeit eigentlich?

„Einsamkeit ist eine Form von sozialem Stress“, erklärt der Berliner Psychiater und Stressforscher Mazda Adli. Sie wirkt ähnlich wie ein Schmerzsignal. Der Grund dafür liegt in der Evolution: Menschen sind soziale Wesen. Sie brauchten immer schon den Schutz ihrer Gruppe, um zu überleben. Fehlt dieser Schutz, gerate der Körper in Alarmbereitschaft. „Das führt zu körperlichen und psychischen Reaktionen, zum Beispiel zu Veränderungen im Stresshormonsystem“, sagt Adli.

Es gibt unzählige Situationen im Alltag, in denen wir Stress verspüren: in Vorstellungsgesprächen, vor wichtigen Deadlines oder im Fußballstadion. Das Herz klopft dann, die Gedanken rasen, die Hände schwitzen. Sobald die Aufregung vorbei ist, beruhigt sich der Körper.

Anders ist das bei Menschen, die dauerhaft einsam sind: Körper und Kopf verharren in Alarmbereitschaft. Andauernde Einsamkeit bewirkt häufig eine andauernde Stressreaktion. Das kann unser Immunsystem schwächen – und krankmachen.

Die Forschung zeigt: Einsamkeit erhöht die Wahrscheinlichkeit für Depressionen, Schlaganfälle, Krebs und Demenz. Und kann dazu führen, dass wir früher sterben. Studien zufolge schadet Einsamkeit uns im gleichen Maße wie Alkoholabhängigkeit, ist doppelt so schädlich wie Übergewicht und wirkt sich ähnlich auf unseren Körper aus wie 15 Zigaretten am Tag 8 (…).

„Einsamkeit ist etwas anderes als Alleinsein“

„Einsamkeit ist etwas anderes als Alleinsein“, sagt die Ökonomin Noreena Hertz. Sie unterrichtet am University College London. 2020 erschien ihr Buch „Das Zeitalter der Einsamkeit“.

Man könne von Menschen umgeben sein und sich trotzdem einsam fühlen, sagt sie. Oder auf eigenen Wunsch alleine sein, ohne das schlimm zu finden. „Wir empfinden Einsamkeit, wenn wir uns mit anderen Menschen verbunden fühlen möchten, dieses Bedürfnis aber nicht erfüllt wird“, sagt sie.

Hertz glaubt, dass unsere Gesellschaft in einer tiefgreifenden Krise steckt. Vor einigen Jahren habe sie in ihren Sprechstunden bemerkt, dass junge Studierende immer häufiger über Einsamkeit klagen. Sie begab sich auf die Suche nach den Ursachen – und kam zu einer überraschenden Schlussfolgerung.

Einsamkeit sei nicht nur die Gemütsverfassung eines Einzelnen, sie beschreibe vielmehr das Empfinden, nicht gehört oder geschätzt zu werden: sowohl von Freund*innen, Familie oder Partner*innen, als auch von Arbeitgeber*innen, Kolleg*innen, Politiker*innen, Mitbürger*innen und gesellschaftlichen Institutionen. Einsamkeit, sagt Hertz, sei ein persönliches –, aber auch ein gesellschaftliches, wirtschaftliches und politisches Gefühl. Die Einsamkeitskrise sei eine Krise des gegenseitigen Vertrauens und Zusammenlebens: zwischen Menschen, aber auch zwischen Bürger*innen – und Politik (…).

Ministerien, Mietobergrenzen, Steuern: Was die Politik gegen die Einsamkeitskrise tun kann

Kurz vor ihrem Tod rief Cox 2016 eine Einsamkeitskommission ins Leben, deren Arbeit zwei Abgeordnete später weiterführten. Als Reaktion auf die Empfehlungen der Gruppe ernannte die damalige Premierministerin Theresa May 2018 die weltweit erste Ministerin für Einsamkeit. Seither fragt die britische Regierung die Bürger*innen regelmäßig, wie einsam sie sich fühlen. Sie verteilt Gelder an NGOs und Initiativen, deren Arbeit Gemeinschaft stiftet. Und sie fördert das sogenannte „Social Prescribing“. Das ist ein Ansatz, bei dem Sozialarbeiter*innen mit Arztpraxen zusammenarbeiten, um einsame Menschen bei der Suche nach Sport- und Freizeitangeboten zu unterstützen. Seit Februar 2021 hat auch Japan einen Einsamkeitsminister. In Deutschland wird immer wieder darüber diskutiert. Ist das die Lösung?

Aus dem Bedürfnis nach Gemeinschaft ist inzwischen ein Wirtschaftszweig entstanden. Coworking-Spaces verkaufen nicht nur einen Schreibtisch und Hafermilch-Latte, sondern auch menschliche Begegnungen am Arbeitsplatz. Und bei dem Startup Rent a Friend könnten wir quasi überall auf der Welt Freund*innen mieten – für Familienfeiern, Abschlussbälle, Kinobesuche oder Spaziergänge. Gemeinschaft ist längst zur Ware geworden. Sie hat ihren Preis. Das bedeutet auch: Wer es sich nicht leisten kann, bleibt ausgeschlossen.

Was fehlt, sind mehr öffentliche Orte, an denen Menschen zusammenkommen können: Parks, Jugendzentren und Bibliotheken. Ökonomin Hertz glaubt, dass der Staat gemeinwohlorientierte Unternehmen steuerlich begünstigen müsse. Und sie betont, wie wichtig Mietobergrenzen sein können. „Steigende Mieten führen dazu, dass Menschen ständig umziehen müssen. Das untergräbt den Zusammenhalt und die Gemeinschaft in Stadtvierteln“, sagt sie.

Egal, ob wir über die Einsamkeit in der Stadt oder auf dem Land, unter Jungen oder Alten sprechen: Letztlich geht es um die Frage, was Regierungen tun können, um Menschen mit unterschiedlichen Ansichten, Überzeugungen, Hintergründen und sozioökonomischen Gruppen zusammenzubringen, um Dinge gemeinsam zu tun, Probleme gemeinsam zu lösen und geteilte Erfahrungen zu machen. Die kollektive Einsamkeit so zu überwinden, sagt Hertz, sei vielleicht eine der größten Herausforderungen der Gegenwart.

Hier geht es zum Beitrag, auch in der Hörversion.

 

 

Individuell, informativ, modern: Die neue Karriereseite ist da!

Das Wichtigste auf einen Blick

Auf unserer neuen Karriere-Webseite erhalten Bewerber*innen ab sofort mehr echte Einblicke in unsere tägliche Arbeit: Sie lesen ansprechende Stellenausschreibungen und lernen die Mitarbeiter*innenvorteile des Unionhilfswerks kennen. Außerdem kann sich jetzt jede Einrichtung individuell vorstellen – in den jeweiligen Stellenausschreibungen gibt es dafür Platz für Texte, Bilder und selbstverständlich auch Videos. So haben potenzielle Kolleg*innen alle wichtigen Informationen auf einen Blick und können sich dann innerhalb von nur 2 Minuten bewerben. Die neue Seite ist optimiert für die Google-Suche und bietet den Bewerber*innen leicht verständliche Möglichkeiten, nach ihren Lieblingsjobs zu filtern, natürlich auch mobil.

Wir rühren die Werbetrommel

Aufgepasst: Zeitgleich zur neuen Karriere-Webseite beginnt im Januar eine zweimonatige digitale Werbekampagne für das Unionhilfswerk als Arbeitgeber. Die Werbeanzeigen dieser Kampagne werden auf diversen passenden Webseiten und auf Youtube ausgespielt und motivieren Interessierte ebenfalls dazu, sich beim Unionhilfswerk für passende Stellen zu bewerben. Vielleicht fällt Ihnen die eine oder andere Werbeanzeige auf?

Und da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, läuft im kompletten Januar am S-Bahnhof Friedrichstraße (Gleis S1/S2) ein Werbefilm auf Bildschirmen hinter den Gleisen, in dem ebenfalls auf verfügbare Stellen im Unionhilfswerk aufmerksam gemacht wird. Also: Augen auf beim Umsteigen!

 

Besuchen Sie unsere neue Karriere-Webseite gleich heute und zeigen Sie sie stolz in Ihrem Bekanntenkreis: karriere.unionhilfswerk.de

 

20 Jahre Unionhilfswerk-Förderstiftung – Neujahrskonzert für einen guten Zweck: Letzte Herzenswünsche erfüllen

Beim Neujahrskonzert spielt die Staatskapelle Halle unter der Lei­tung von José Miguel Esandi hochklassige Stücke aus berühmten Opern und Operetten. Auf welche dieser Stücke freuen Sie sich selbst am meisten? Und warum?

Dr. Giese: Es ist ein sehr vielfältiges Programm, was uns da erwartet, mit inspirierter Musik aus Opern- und Operettenklassikern. Ohne eines dieser Stücke gegen ein anderes ausspielen zu wollen, bin ich doch vor allem freudig gespannt auf die Ausschnitte aus Smetanas „Verkaufter Braut“, die voller Lebendigkeit und Esprit sind, in einem guten Sinne „musikantisch“. Schon die Ouvertüre, die unser Konzert eröffnen wird, ist eine hoch virtuose Musik und hält so manche Überraschungen bereit. Und das Duett zwischen dem Naturburschen Hans und dem Heiratsvermittler Kezal (einem lyrischen Tenor und einem Bass-Buffo) ist ein wahres Kabinettstück einer komischen Oper, wie es in vergleichbarer Weise nicht viele gibt.

 

Als leitender Dramaturg an der „Staatsoper Unter den Linden“ und studierter Musikwissenschaftler beschäftigen Sie sich mit der Musik, die von anderen interpretiert und gespielt wird – sind Sie auch selber musikalisch aktiv? Wenn ja, auf welchem Instrument?

Dr. Giese: Mit sechs Jahren habe ich begonnen, Klavier zu spielen, später kamen dann die Orgel und die Trompete dazu. Vor allem die Orgel, dasjenige Instrument, das ich am meisten mag, habe ich längere Zeit regelmäßig gespielt, als nebenamtlicher Kirchenmusiker beinahe jeden Sonn- und Feiertag über längere Zeit hinweg. Das Klavier (und auch das Cembalo) dann am liebsten als Begleiter von Sängerinnen und Sängern sowie in der Kammermusik. Das Repertoire reichte dabei von Barockem und Klassischem bis zum romantischen Lied und Chansons der 20er Jahre.

 

Als Benefizkonzert zugunsten der Unionhilfswerk-Förderstiftung werden bei dem Konzert auch Spenden gesammelt – im Jubiläumsjahr der Stiftung unter dem Motto „20 Jahre – 20 letzte Herzenswünsche“. Mit Hilfe der Spenden wollen wir Menschen in ihrer letzten Lebensphase dabei unterstützen, ihre ganz persönlichen Träume wahr werden zu las­sen.
Kleines Gedankenexperiment: Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie einen solchen Wunsch frei hätten?

Dr. Giese: Wenn es ein ganz großer Wunsch sein könnte, dann natürlich jener nach einem umfassenden Frieden, denn ein solcher Frieden, so utopisch er auch sein mag, ist die Basis allen produktiven Lebens. Und in etwas kleinerem Maßstab gedacht gerne der Wunsch, jungen Menschen zu ermöglichen, zusammenzukommen und gemeinsam Musik zu machen, in einem vertrauensvollen und zugewandten Miteinander.

 

Detlef Giese, geboren in Dessau, studierte Musikwissenschaft, Philosophie und Geschichte. Er promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet seit 2004 als Dramaturg an der Staatsoper Unter den Linden. Geprägt von Barenboim, Jacobs und Flimm, betreute er namhafte Musiktheaterproduktionen. Eng verbunden mit der Staatskapelle Berlin, leitete er Projekte zum 450-Jahre-Jubiläum und veröffentlichte u.a Dokumentationen zur Geschichte der Staatsoper Unter den Linden, einen Opernführer zu Verdis »Aida« und zahlreiche Programmheftbeiträge. Neben Einführungen in Opern und Konzerte moderiert er musikalische Veranstaltungen und ist in Rundfunksendungen präsent.

 

In Kürze informieren wir Sie hier ausführlicher zu unserer  Spendenkampagne „20 Jahre Förderstiftung – 20 letzte Herzenswünsche“!

Besser essen – so geht gesunde Ernährung in der USE

Das Thema „Ausgewogene und gesunde Ernährung“ spielt in der Union Sozialer Einrichtungen (USE gGmbH) eine große und wichtige Rolle – Essen ist mehr, als das Stillen eines Grundbedürfnisses. Die Gerichte in unserem Betrieb sollen ein Genuss und gesund sein und Gelegenheit für Entspannung und Erholung im Kreise der Kolleg*innen bieten. Das wünschen wir uns für unsere Mitarbeiter*innen. Die Gesundheitstage, die von Oktober bis Dezember 2023 verbundweit im Unionhilfswerk stattfanden, nahmen viele zum Anlass, sich mit dem Thema Ernährung intensiver zu beschäftigen.

Das Motto unserer Gesundheitstage hieß „Wir machen dich fit für deinen Alltag“.

Dabei war das Thema Ernährung sehr zentral. Mitarbeiter*innen konnten neben Online-Vorträgen vom Fürstenberg Institut auch Workshops zum Thema „Gesunde Pausengestaltung“ besuchen, individuelle Termine zur Ernährungsberatung von der AOK wahrnehmen und an vegetarischen Kochkursen mit dem Geschäftsbereichsleiter Christian Franklin teilnehmen.
Die Veranstaltungen waren gut besucht, viele Kolleg*innen nutzten die Möglichkeit zur Weiterbildung und setzten sich theoretisch und praktisch mit der eigenen Gesundheit und Ernährung  auseinander.

Unsere Kampagne #besseressen

Nun möchten wir Sie über unser neues Projekt informieren: In diesem Jahr riefen wir die Kampagne #besseressen ins Leben. Hier sammeln wir Wünsche, Bedürfnisse und Vorschläge aller Kolleg*innen bezüglich unseres Speiseplans. Der Speiseplan in unserer Kantine kann somit aktiv mitgestaltet werden. Denn jede*r hat nun die Möglichkeit, das eigene Lieblingsrezept an besser-essen@u-s-e.org zu senden. Von allen Einsendungen wird einmal im Monat ein Lieblingsrezept an allen Standorten nachgekocht.
Haben Sie auch ein Lieblingsrezept, das einmal gekocht werden soll? Dann melden Sie sich gerne unter: besser-essen@u-s-e.org

 

Dieses Lieblingsrezept aus dem Kollegium hat es bereits in unserer Kantine gegeben:

Ein Lieblingsrezept: Vegetarische Linsenbolognese

Gleiche Menge an Möhren, Zwiebeln und Stauden Sellerie in Olivenöl anbraten. Mit etwas roten Traubensaft ablöschen. Erst wenn der Bodensatz gelöst ist die gewünschte Menge an roten Linsen draufschichten. Alles glasig braten, dann mit passierten Tomaten (ohne Citrat oder Zitrone in der Zutatenliste) bedecken und mit genügend Wasser angießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Dann das Ganze 35 Minuten im Schnellkochtopf kochen. Falls nicht vorhanden, einen großen Topf nehmen und 4 Stunden ohne Deckel kochen lassen. Immer wenn es zu dick wird, mit kochendem Wasser angießen, um das Ragout nicht zu schocken. Wenn es fertiggekocht ist, mit Milch oder ungesüßtem Haferdrink angießen, bis es die gewünschte Konsistenz erreicht. Mit Bandnudeln servieren.

Viel Spaß und Guten Appetit!