Monthly Archives: April 2018

Ich kann mich über Kleinigkeiten freuen

Seit wann leben Sie auf der Straße?

Ich lebe seit 2017 auf der Straße. In der S-Bahn verkaufe ich Zeitungen. Damit verdiene ich den Lebensunterhalt für mich und meine Frau Ingrid. Ingrid leidet an einer manisch-depressiven Erkrankung und wurde fast das ganze letzte Jahr in Krankenhäusern behandelt. Ich habe entweder draußen oder in Notunterkünften geschlafen und bin täglich irgendwo duschen gegangen. In den Krankenhäusern ist niemandem aufgefallen, dass ich keiner normalen Arbeit nachgehe oder so. Das konnte ich verhindern.

Wie sah Ihr Leben vorher aus?

Vor der Obdachlosigkeit war ich selbstständig und relativ erfolgreich. Ich arbeitete im In- und Ausland und bin auch sonst viel gereist. Nach einer Trennung habe ich auf alles verzichtet und bin nach Leipzig gegangen.

Waren Sie schon in Leipzig obdachlos?

Nein. Zur Obdachlosigkeit kam es, nachdem ich nach Berlin zurückgekehrt bin. Hier bekam ich keinerlei Unterstützung und verlor dann auch noch meinen Ausweis.

Seit wann sind Sie und Ihre Frau in der Notunterkunft?

Das Angebot der Kältehilfe im Hangar nutzen wir seit März. Vorher wohnten wir ca. vier Wochen lang in einem Hotel am Adenauerplatz für 35 Euro die Nacht. Das konnte ich locker stemmen, obwohl ich einen hohen Blutdruck habe und mir jeden Tag Insulin spritzen muss. Zur Berlinale wurde der Preis auf 185 Euro erhöht. Das konnten wir uns nicht mehr leisten. Dann hörte ich von der Kältehilfe in Tempelhof und kam mit meiner Frau hierher.

Sind Sie mit dem Angebot zufrieden?

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Im Hangar ist alles recht unkompliziert und sauber. Außerdem sind die Mitarbeiter sehr nett zu uns. Sie helfen uns, wenn wir etwas brauchen und geben uns Auskunft. Unzufrieden bin ich mit dem Verhalten anderer Menschen hier – es kommt draußen nicht selten zu Prügeleien – und dem Essen. Unschön ist auch, dass die meisten in der Unterkunft der deutschen Sprache nicht mächtig sind.

Wie sieht Ihr Alltag aus?

Jeder Tag ist im Prinzip gleich. Das führt dazu, dass man manchmal das Gefühl für die Zeit verliert. Wenn wir morgens den Hangar verlassen, treffe ich mich mit einem Bekannten, um Zeitungen zu verkaufen. Ingrid verbringt die Zeit im „Kaffee Bankrott“. Am Nachmittag begeben wir uns wieder Richtung Unterkunft. Dann sind wir meistens am Kaiser-Wilhelm-Platz und gönnen uns eine Bulette und manchmal auch ein Bier.

Gibt es glückliche Momente in Ihrem Leben?

Glückliche Momente erlebe ich eigentlich jeden Tag irgendwie. Ich habe meine Erwartungen extrem heruntergeschraubt. Dadurch kann ich mich über Kleinigkeiten freuen, die ich früher übersehen hätte. Aber Glück bedeutet für mich neben Gesundheit vor allem nach Hause kommen.

Wollen Sie wieder ein „normales“ Leben führen?

Ja. Ich hoffe, dass es in den nächsten Wochen wieder aufwärtsgeht. Ich tue jedenfalls alles dafür. Das ist nicht leicht, weil ich immer auf Ingrid achten muss. Ich habe beispielsweise vor, mich mit Ingrid wegen einer Wohnung vorzustellen. Außerdem werde ich mich um meine Zähne kümmern. Momentan fehlen mir einige. Wenn die wieder da sind, kann ich auch wieder im Verkauf arbeiten. Angebote gibt es bereits.

Wenn Wünsche an das Universum sich plötzlich erfüllen – Ute Scheffer im Porträt

Häusliche Pflege war vor 28 Jahren noch gänzlich anders

Eine langjährige Freundin, mit der sie gemeinsam die Ausbildung zur examinierten Krankenschwester gemacht hatte, empfahl ihr das UNIONHILFSWERK. Und so begann Ute Scheffer 1990 in der damaligen Sozialstation in Neukölln, in einem kleinen Büro mit zwei Räumen, als Honorarkraft.
Die ambulante Pflege war ihr zu dieser Zeit völlig fremd und an die ersten Eindrücke denkt Ute Scheffer mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Schwierige Lebens- und Versorgungsbedingungen der Patienten, gerade im Vergleich zur stationären Pflege, machten ihr ebenso zu schaffen wie die neue Situation, Menschen in deren Wohnungen anzutreffen und sie in ihren privaten Räumen zu pflegen.

„Nein, das werde ich nicht lange machen“, stand daher für Ute Scheffer schnell fest und es war wieder ihre Freundin und Kollegin, die ihr damals Mut machte und ihr riet, Geduld zu haben. Denn die ambulante Pflege war zu dieser Zeit im Aufbau, häusliche Krankenpflege entwickelte sich gerade und die Pflegenden hatten einen großen Gestaltungsspielraum.

Es gab damals weder Pflegestufen noch Pflegegrade. Die Finanzierung der häuslichen Pflege lief über die Bewilligung der Krankenkassen oder des Sozialamtes mit der sogenannten „Verordnung für häusliche Krankenpflege“. Grundpflege, Behandlungspflege oder häusliche Versorgung konnten von Ärzten oder Krankenhäusern verordnet werden und diese gingen zu der Zeit großzügig damit um. Gerade bei der Komplettverordnung ergab sich somit viel Zeit für die Patienten.
Ute Scheffer erinnert sich gern daran zurück und berichtet, dass sie in 6 Stunden manchmal nur 4 oder 5 Patienten besucht hat. So konnte man sich Zeit nehmen für den Menschen. Und dieser Vorteil war damals auch ihr Grund, in der häuslichen Pflege zu bleiben.

Im gleichen Jahr bekam Ute Scheffer ihren festen Arbeitsvertrag und auch ein Umzug der Sozialstation in die Anzengruber Straße stand an.
Etwa fünf Jahre später gab es einen Leitungswechsel und Ute Scheffer wurde stellvertretende Pflegedienstleitung. Dafür besuchte sie ein Jahr lang berufsbegleitend eine „Weiterbildung für Pflegedienstleitungen im ambulanten Bereich“. Hinzu kam eine Zusatzqualifikation als Qualitätsassistentin.

Das Pflegeversicherungsgesetz veränderte vieles

1996 trat das Pflegeversicherungsgesetz mit den Pflegestufen in Kraft und veränderte vieles. Die Finanzierung der häuslichen Pflege war hierdurch eine gänzlich Neue. Außerdem sah das Gesetz ein striktes Qualitätsmanagement in den Unternehmen vor. Für Ute Scheffer blieb es intensiv. Zeitweise war sie Praxisanleiterin für die Auszubildenden aus den Krankenhäusern. Ehrenamtlich war sie außerdem „Sicherheitsbeauftragte“.

„Meine Wünsche, mich weiterzuentwickeln, Neues auszuprobieren oder mich inhaltlich zu verändern, wurden immer berücksichtigt, unterstützt und gefördert. Das ist auch einer der Gründe, warum ich inzwischen seit fast 30 Jahren im UNIONHILFSWERK bin.“, so Ute Scheffer.

Das Interesse an gerontopsychiatrischen Inhalten wuchs

Ihre weitere Entwicklung führte sie in den gerontopsychiatrischen Bereich.
Damals wuchs der Kostendruck und führte unter anderem dazu, dass die beiden Neuköllner Pflegedienste zusammengelegt wurden und gemeinsam in größere Räume in der Karl-Marx-Straße zogen. „Diese Zeit war nicht leicht“, erinnert sich Ute Scheffer. Sie trifft damals die Entscheidung, ihre Leitungsfunktion abzugeben. „Keine leichte, aber eine gut überlegte Entscheidung, die ich auch nie bereut habe“, sagt  sie im Rückblick.
Zu dieser Zeit wurde der Kontakt zu den Patienten immer weniger und in Ute Scheffer wuchs der Wunsch, wieder mehr in der direkten Pflege zu arbeiten. Aus fachlichem Interesse machte Ute Scheffer damals eine gerontopsychiatrische Weiterbildung.

Etwa zeitgleich baute der Träger die ersten Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz auf und entwickelte Konzepte und Ideen für diese Wohnform. In ihren Spätdiensten versorgte Ute Scheffer die Bewohner der Demenz-Wohngemeinschaften bereits regelmäßig und es entstand der Gedanke, hier kontinuierlich zu pflegen und zu begleiten.
Ein Novum, denn bis dahin waren ausschließlich Pflegekräfte in den Wohngemeinschaften tätig. Für die pflegefachlichen Aufgaben kamen die Kolleginnen stundenweise in die Wohnung.

Auch die Dauerspätdienste – Ute Scheffer arbeitete 13 Jahre lange im Dauerspätdienst – wurden immer anstrengender und intensiver. Und so erfüllte sich ein „Wunsch ans Universum“, wie Ute Scheffer es beschreibt, als sie im August 2017 die Ausschreibung „Pflegefachkraft für die WG in Berlin-Neukölln“ sieht.

Fester Bestandteil in der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz

Seit November ist sie nun festes Teammitglied der Wohngemeinschaft und arbeitet dort in Früh- und Spätdiensten. Sie mag die engere Beziehung und Nähe zu den Patienten und das personenzentrierte Arbeiten.
„Natürlich sind die immer wiederkehrenden, gleichen Fragen der Bewohner, deren Kurzzeitgedächtnis massiv eingeschränkt ist, manchmal eine Belastung und für den medizinischen Bereich musste ich selbst erst eine Struktur finden und mich organisieren. Aber es fühlt sich richtig an. Ich bin glücklich hier“, schildert Ute Scheffer ihre aktuelle Arbeitssituation.

Freiwilliges Soziales Jahr: Freiwillig verlängert!

Die Therapeutische Wohngemeinschaft  Flughafenstraße wurde 1997 eröffnet und ist somit die „älteste“ TWG für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung im UNIONHILFSWERK. Aktuell ist sie Wohnort für 16 Bewohner. Ich spreche mit Carolin Glänzer – am letzten Tag ihres FSJ.

Die Entscheidung für ein Freiwilliges Soziales Jahr beim UNIONHILFSWERK

Carolin Glänzer feiert ihren Abschied mit Bewohnern der TWG.

Carolin Glänzer feiert ihren Abschied mit Bewohnern der TWG.

„Ich war achtzehn Jahre alt, als ich das Abitur beendete und mich für ein Studium entscheiden wollte. Ich war unentschlossen wohin es gehen sollte und hatte die Idee, Psychologie zu studieren. Hierfür wollte ich meine Wartesemester bis zum Beginn des Studiums sinnvoll nutzen und habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im UNIONHILFSWERK entschieden, in der TWG in Neukölln. Ohne praktische Erfahrungen im psychiatrischen Bereich gesammelt zu haben, ist es schwer zu entscheiden für welche Arbeiten man sich wirklich begeistert“, erzählt Carolin.

Vor ihrem ersten Tag in der Einrichtung war sie sehr aufgeregt, da sie nicht wusste was sie erwartet: „In der Wohngemeinschaft treffen so viele verschiedene Menschen aufeinander: neue Kollegen, die Leitungskraft und natürlich die Bewohner, das war schon abenteuerlich. So nervenaufreibend, wie ich mir die Arbeit vorgestellt hatte, war sie am Ende des Tages dann gar nicht. Ich begleite die Bewohner zu Arztbesuchen, bei Behördengängen, beim Einkauf und auf Ausflügen. Ich habe viel mit den Bewohnern gekocht und gebacken und außerdem eine Filmgruppe geleitet.“

Endlich aus dem Schulalltag auszubrechen und etwas sinnvolles für die Gesellschaft zu machen, praktisch zu lernen und sich zu orientieren hat Carolin Glänzer so gut gefallen, dass sie die übliche Laufzeit des FSJ (ein Jahr) um weitere sechs Monate verlängerte. „Es überraschte mich, wie schnell meine zwölf Monate vom FSJ endeten und ich wollte nicht, dass sie schon vorbei waren. Ich wollte diese Einrichtung noch nicht verlassen.“.

Gibt es ein Erlebnis, an das du dich besonders gerne zurückerinnerst?

„Im September 2017 hat die TWG ihr 20. Jubiläum gefeiert und wir haben einen Ausflug nach Köpenick gemacht. Petrus war auf unserer Seite, das Wetter war super sonnig. Alle Bewohner waren bei dem Ausflug dabei und das trotz der Tatsache, dass wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch ganz Berlin mussten. Das war echt lustig!

In Grünau angekommen sind wir eine Stunde mit dem Salonschiff „Metamera“ der USE in Richtung Schloss Köpenick geschippert. Mit allen Bewohnern und den Kollegen an einem anderen Ort zu sein, das war mein persönliches Highlight und eine Erinnerung an die ich immer gerne zurückdenken werde.“

Was hat dir das FSJ für deine persönliche Entwicklung gebracht?

Eine Bewohnerin übergibt Carolin Glänzer ihr Abschiedsgeschenk.

Eine Bewohnerin übergibt Carolin Glänzer ihr Abschiedsgeschenk.

„Zum einen konnte ich praktische Arbeitserfahrung sammeln und mich mit den verschiedensten Tätigkeiten in einer therapeutischen Wohngemeinschaft vertraut machen, was mir persönlich viel Orientierung für die Zukunft gegeben hat. Zum anderen sind es die Erfolge und tollen Momente die ich in der Flughafenstraße erleben durfte. Ich habe viel über mich selbst gelernt, bin selbstständiger und reifer geworden. Herausforderungen haben meinen Arbeitsalltag begleitet und ich habe gelernt diese zu meistern, das hat mein Selbstvertrauen gestärkt.

Für die Bewohner zu einer zuverlässigen Ansprechpartnerin zu werden, die sie unterstützt und begleitet auf ihrem Weg, dass ist was ich an der Erfahrung meines FSJ sehr schätze. Die Anerkennung durch Bewohner und Kollegen hat mir die Sicherheit gegeben, das zu finden wofür mein Herz schlägt: Ich möchte eine Ergotherapeutin werden.

Ich kann jedem der sich für den Bereich der Psychiatrie interessiert nur nahelegen, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren! Die Erfahrungen, Momente, Erinnerungen und Orientierungshilfen kann einem niemand nehmen und ich werde gerne an meine Zeit in der Flughafenstraße zurückdenken.“

In einem Buch haben die Bewohner ihre persönlichen Wünsche zum Abschied an Carolin Glänzer festgehalten und sich bei Kuchen und Kaffee für die tolle Zeit mit ihr bedankt. Auf der Abschiedsfeier von Frau Glänzer verriet mir die zuständige Koordinatorin der TWG, Ulrike Just: „Carolin ist eine tolle junge Frau. Sie arbeitet zuverlässig, pflichtbewusst und geht empathisch mit den Bewohnern um. Es war eine sehr schöne Zeit mit ihr.“

Ganz wird Frau Glänzer dem UNIONHILFSWERK übrigens nicht verloren gehen: Sie wird ab April ihre Gruppenangebote in der Flughafenstraße, zum Beispiel eine Filmgruppe, während ihres Studiums weiter begleiten.

 

Sie interessieren sich auch für ein Freiwilliges Soziales Jahr im UNIONHILFSWERK? Sprechen Sie uns an!

Noch mehr am Leben teilnehmen durch Engagement

Im UNIONHILFSWERK engagieren sich Menschen mit Behinderungen bei Sportaktivitäten, bei Veranstaltungen im Verein oder bieten Beratungen für andere Menschen mit Behinderungen an.

Pierre Brandt engagiert sich freiwillig in verschiedenen Einsatzfeldern

Einer von ihnen ist Pierre Brandt. Er ist 26 Jahre alt, wohnt seit fast acht Jahren in einer unserer Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderungen und arbeitet in der Kantine des BWB-Süd. Er liebt es, unterwegs zu sein, lernt gern andere Menschen kennen und ist neugierig auf neue Dinge. Genau aus diesen Beweggründen entschied er sich für ein freiwilliges Engagement.

 „In meiner Freizeit engagiere ich mich gern, weil ich so viel vom Leben mitbekomme“.

Am 8. April war er beispielsweise wieder Teil des 20-köpfigen inklusiven Helferteams des UNIONHILFSWERK. Dieses war beim 38. Berliner Halbmarathon für die Annahme und Ausgabe der Kleiderbeutel von bis zu 2000 Teilnehmern verantwortlich. Das Team betreute vier der 75 Möbelwagen in einer der größten Kleidergarderoben der Welt.

Für Pierre war es eine Freude, etwas für die Läufer zu tun und bei dem großen Event eine Aufgabe zu haben. „Das Laufen selber ist nicht so mein Ding“, sagt er. Er hilft lieber an der Kleiderbox und kann draußen sein.

Pierre Brandt (rechts im Bild) begrüßt den ersten Läufer an seiner Kleiderbox

Aktiv am Leben teilnehmen und Anerkennung bekommen

Auch bei Feiern im Bezirksverband Neukölln des Landesverbands, unterstützt er einmal pro Monat am liebsten im Service. Sowohl beim Faschingsfest als auch bei der Suppenschlacht im April – Tische decken und abräumen, abwaschen und ganz am Ende aufräumen – kein Problem für Pierre. Das alles macht ihm Spaß und er kommt unter Leute. Für seine Tätigkeit erhält er viel Lob und diese Anerkennung ist ihm wichtig. Denn das ist, was ihn glücklich macht und sein Selbstbewusstsein stärkt.

 

 

Für einige Menschen mit Behinderung wäre es nicht leicht, sich neben der beruflichen Tätigkeit und dem Meistern des Alltags auch noch sozial zu engagieren. Seine Behinderung ist für Pierre allerdings kein Grund, zu Hause rumzusitzen. Umso mehr verdient er unser aller Anerkennung. Wir wünschen ihm weiterhin viel Freude und sagen: „Weiter so!“

 

*Lesen Sie mehr zur Studie der Lebenshilfe, 1. Auflage, Oktober 2015 (PDF | 1,6 MB)

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz – für uns interessant?

Keine Angst – es kommt keine breite Aufzählung der Änderungen, die es im letzten Jahr in diesem Gesetz gegeben hat.  Doch zwei Themen sollte man schon zur Kenntnis nehmen:

1. Altersarmut und Hilfe zum Lebensunterhalt wünscht sich niemand, wenn nach 30, 40 oder mehr Berufsjahren das Rentenalter erreicht wird. Bisher wurden Renten aus einer privaten Rentenversicherung auf die Sozialhilfe angerechnet. Zukünftig bleiben ein Sockelbetrag und ein Teil der darüber liegenden privaten Rentenzahlung anrechnungsfrei. Auch wenn man heute schon ahnt, dass es im Alter finanziell nicht allzu rosig aussehen wird: Ignorieren hilft auch nicht (daher lesen Sie schnell weiter bei Punkt 2 – vielleicht lohnt sich eine private Rentenversicherung doch).

2. Ganz allgemein gesprochen: Für Arbeitgeber hat sich bisher eine private Rentenversicherung immer dann gelohnt, wenn nur der Arbeitnehmer allein einzahlt – durch die rund 20 Prozent Sozialversicherung, die auch der Arbeitgeber dabei eingespart hat.

Betriebliche Altersvorsorge im UNIONHILFSWERK

Das war und ist im UNIONHILFSWERK anders: Hier legt der Arbeitgeber schon lange 25 Prozent auf den Rentenbeitrag der Arbeitnehmer drauf (bei den Senioren-Einrichtungen ist es sogar noch etwas mehr) – wir bekommen also eine Art Zusatzrente über unseren Arbeitgeber. Insoweit kümmert es nur am Rande, dass alle Arbeitgeber ab 2019 verpflichtet sind, 15 Prozent zum Beitrag der Arbeitnehmer dazu zu geben (denn das sind immer noch 10 Prozentpunkte weniger, als das UNIONHILFSWERK heute schon zur Rentenversicherung zuschießt).

Wir sehen also: Betriebliche Altersvorsorge lohnt sich! Wer jetzt Interesse bekommen hat, der ruft im Intranet seines Fachbereichs die „Dokumentenverwaltung“ auf und gibt das Suchwort „Altersvorsorge“ ein. Dort finden wir die Rufnummer unseres Versicherers – denn letztlich ist betriebliche Altersvorsorge ein Thema, bei dem die individuelle Beratung zählt.

Der Autor dieser Zeilen hat übrigens sofort nach der Probezeit einen Vertrag über eine betriebliche Altersvorsorge geschlossen. Wie sich die Zinsen am Kapitalmarkt entwickeln, bleibt natürlich offen. Doch der Arbeitgeberzuschuss von 25 Prozent ist eine Rendite, die sonst nirgendwo zu erzielen ist. Das ist nicht zuletzt für die Altersgruppe 50+ besonders interessant, die bis zur Auszahlung nicht mehr ganz so lange warten muss.

Zum Schluss sei gesagt: In diesem Blog ist es wie bei den Lottozahlen – alle Angaben sind ohne Gewähr. Wer es gern ganz rechtsverbindlich, schriftlich und auf 10 Jahre hochgerechnet hätte, lässt sich durch unseren Versicherer beraten.

„Laufen für die Seele“

„Mit netten Leuten an frischer Luft gemütlich ein paar Kilometer joggen“

Jeden Donnerstag treffen sich 15 leidenschaftliche Jogger von 18-19 Uhr im Volkspark Schöneberg.  Die Läufer, darunter auch zehn Beschäftigte der USE gGmbH, finden sich je nach persönlichem Leistungsstand in Gruppen zusammen. Angeleitet werden die Gruppen von Simone Priess  aus der USE Digitaldruckerei – sie ist  vom Berliner Behindertensportverband als  Übungsleiterin lizensiert –  sowie von Wolfgang Niemczyk und Dietmar Klocke, zwei marathonerfahrene Herren. „Mit netten Leuten an frischer Luft gemütlich ein paar Kilometer joggen – darum geht es der Gruppe“, sagt Simone Priess.

Berliner Firmenlauf – Mit Kollegen etwas erleben, sich bewegen und Spaß haben

„Zusätzlich zu dem wöchentlichen Training nehmen wir im Jahr an zehn mittleren und großen Volksläufen teil,“ berichtet sie. „Darüber hinaus sind neue Teilnehmer immer herzlich willkommen, mit uns zu trainieren.“ Aktuell bereiten sich die Läufer auf den Berliner Firmenlauf am 30.05.2018 vor. Hier beteiligt sich das UNOINHILFSWERK zusammen mit dem USE-SOWAS e.V.
Mitmachen kann jeder: Sportler ab 10 Jahren – mit oder ohne Behinderung – hauptamtlich oder freiwillig tätig  – Bewohner, Klient, Kunde, Vereinsmitglied oder Unterstützer des UNIONHILFSWERK.

Die Veranstaltung ist für Sie kostenfrei und findet rund um den Tiergarten statt. Der Start- und Zielbereich befindet sich an der Straße des 17. Juli. Im Mittelpunkt steht das Laufen über 5,5 km.  Wer nicht laufen will, kann walken, Rollstuhl-oder Einrad fahren, Handbiken, Skate-, Wave- oder Longboarden. Ausreden gibt es also keine 🙂 !

Wettbewerbe mit Startzeiten

  • 19.00 Uhr   Skater
  • 19.10 Uhr   Rollstuhl- & Einradfahrer, Handbiker, Skate-, Wave- und Longboarder
  • 19.20 Uhr   Läufer
  • 19.50 Uhr   Walker

Gehen Sie an den Start – Anmelden noch bis 15. Mai

Haben Sie oder Ihr Team Lust für das UNIONHILFSWERK beim Firmenanlauf zu starten, dann melden Sie sich bis 15.05. an. Das Freiwilligenmanagement-Team freut sich über zahlreiche Anmeldungen per E-Mail: teamstaffel@unionhilfswerk.de. Bitte teilen Sie Ihren Vornamen, Namen, Jahrgang, die gewählte Sportart, T-Shirt-Größe sowie E-Mail-Adresse mit.

Sport & Spaß

Das UNIONHILFSWERK wird mit einem Pavillon vor Ort sein, in dem die Lauforganisation stattfindet sowie die Verpflegung aller Teilnehmer und Helfer. Natürlich sorgen wir auch für gute Stimmung: Auf der offiziellen „After Run Party“ werden ab 20.30 Uhr die Sieger geehrt und im Anschluss möchten wir mit Ihnen bei Live-Musik feiern. Ein DJ sorgt bis 22 Uhr für Partystimmung.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Nicole Lorenz | Telefon 030 / 4 22 65-798 und im Intranet.

Willkommenskultur im UNIONHILFSWERK

„Ich weiß noch, wie verloren ich mich fühlte, als ich vor 30 Jahren alleine nach Deutschland kam“ berichtet Mariola Skop. Sie ist eine von 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der aktuellen Ankommenspaten-Schulung und möchte dabei helfen, dass neue Kolleginnen und Kollegen sich nicht verloren, sondern gut begleitet fühlen.

Seit Herbst 2016 werden in unseren pflegerischen Gesellschaften, der Ambulanten Dienste gGmbH und der Senioren-Einrichtungen gGmbH, mindestens einmal jährlich Ankommenspaten ausgebildet. Geleitet von dem Beratungs- und Coaching-Team Erbe-Coaching werden alle in der Pflege tätigen und interdisziplinär beteiligten Personengruppen an vier Tagen geschult. Auch beinahe alle Leitungskräfte haben inzwischen die Module der Ankommenspaten-Workshops besucht.

Mariola Skop ist, genau wie ihre Kollegin Kerstin Grönert, von den beiden Dozenten begeistert. „Ralf-René Gottschalk und Swen Erbe erarbeiten mit uns gemeinsam Vorschläge und Strategien für eine gute Willkommenskultur. In Gruppenarbeiten wachsen die Ideen, wir sprechen über Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten“, so Kerstin Grönert aus dem Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“.

Ankommenspaten im Alltag der Ambulanten Dienste und Pflegewohnheime

Die Leitungskräfte benennen den Ankommenspaten für einen neuen Mitarbeiter und vereinbaren mit ihm einen Treffpunkt für den ersten Arbeitstag. So soll der neue Mitarbeiter sich willkommen geheißen und gut begleitet fühlen. Der Pate unterstützt das Ankommen im UNIONHILFSWERK und steht als Ansprechpartner zur Verfügung. Er stellt auch die Schnittstelle zu Kollegen, Leitungskräften und der Verwaltung dar. Regelmäßiger Kontakt und Austausch helfen dabei, Fragen zu klären und Unsicherheiten zu reflektieren.
Die fachliche Einarbeitung übernimmt der Ankommenspate nicht. Diese findet nach den üblichen Qualitätsstandards im Team statt.

Auch eine Vernetzung zwischen den Ankommenspaten ist wichtig. So können im Austausch Prozesse kontinuierlich verbessert werden. Alle tragen gemeinsam dazu bei, dass neue Mitarbeiter einen guten Start haben und sich zu selbstsicheren, qualifizierten Kollegen entwickeln können – egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund.