Monthly Archives: März 2019

Einsatz für andere

Von seinem Büro in der Berliner Wilhelmstrasse steuert er ein gutes Dutzend Journalisten, die aus den Berliner Bezirken berichten. Sie sind immer nah an den lokalen Themen dran, wissen, was die Menschen bewegt. Herold ist Chefredakteur der „Berliner Woche“, eine Zeitung, die wöchentlich an die Berliner Haushalte kostenlos ausgeliefert wird. Ein Anzeigenblatt mit redaktionellen Texten. Viele Jahre arbeitete Herold als Reporter für die Berliner Morgenpost. Er kennt die Stadt wie kaum ein anderer. „Wir haben mit der Berliner Woche eine Auflage von 1,48 Millionen“, erzählt Herold stolz und verweist darauf, dass es 30 lokale Ausgaben gibt. Der Leser in Köpenick will nicht unbedingt wissen, was in Spandau los ist aber was bei ihm um die Ecke passiert, das interessiert. Allein für den einwohnerstarken Bezirk Neukölln gibt es drei unterschiedliche Ausgaben. Die Reporter arbeiten freiberuflich und sind ganz nah dran an den Themen ihrer Bezirke und Ortsteile.

Mehr Öffentlichkeit für die freiwillig Engagierten

Herold steuert die Berichterstattung mit seinem Team vom Redaktionssitz in der Wilhelmstraße gleich neben der Parteizentrale der SPD. „Verlässlich, engagiert und frisch“, das ist das Leitbild der Berliner Woche und , so betont Herold, „ wir wollen die Menschen immer wieder mit neuen Ideen überraschen. Die Leser haben das Bedürfnis nach lokaler Information.“

Eine neue Idee war 2011 auch die Einführung der Seite über das Engagement von Freiwilligen. Jede Woche werden Menschen vorgestellt, die sich für andere einsetzen. „Wir wollen für die Engagierten eine Öffentlichkeit herstellen. Es ist nichts, was Schlagzeilen produziert, aber, wenn man dann die Leute kennenlernt, wärmt es das Herz“, erzählt Herold und man spürt wie stolz er darauf ist, dass seine Reporter immer wieder die Geschichten entdecken, die anderen Mut machen und an vielen Orten der Großstadt Berlin stattfinden. „Es ist ein Wohlfühlen im Kleinen“, sagt Herold.

Die Berliner Woche räumt Organisationen, die mit Freiwilligen arbeiten, auch Anzeigenplatz ein, damit sie für die Freiwilligenarbeit kostenfrei werben können. Auch für das UNIONHILFSWERK ist das wichtig, denn immer wieder werden Helferinnen und Helfer gebraucht. „Ich freue mich immer, wenn mir die Organisationen sagen, dass sich auf eine Anzeige mehrere Dutzend Menschen gemeldet haben“, erzählt Herold und berichtet von einem freiwilligen Helfer, der über die Berliner Woche gefunden wurde und später sogar beim Bundespräsidenten eingeladen war. Jeden Mittwoch wird die „Berliner Woche“ an die Berliner Haushalte verteilt und jeden Mittwoch kann man eine neue Geschichte über die Helfer und ihre Arbeit lesen. „Berlin engagiert sich“, davon ist Herold überzeugt.

Nach langjährigem Einsatz wird Helmut Herold bald in den verdienten (Un-)Ruhestand geben. Wir danken ihm ganz herzlich für seinen Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Stadt!

„Unionhilfswerker“: Katrin Rose-Mazander

Name: Katrin Rose-Mazander

Alter: 42 Jahre

Beruf: Assistentin der Geschäftsführung

 

Was genau machen Sie da?

Der Geschäftsführung zu assistieren, bietet ein breites Spektrum an Tätigkeiten. Von Diktaten über Protokollführung in Gremien, Aufsichtsratssitzungen und Gesellschafterversammlungen bis hin zu Terminorganisation und Eventplanung ist alles dabei.

Was mögen Sie am liebsten an Ihrem Beruf?

Den Aufgaben einer Assistenz geschuldet, besitze ich einen guten Überblick über alle Geschäftsvorgänge. Hier, im Vorzimmer der Geschäftsführung, fügen sich alle Informationen zusammen. Interne wie externe. Und aus ihnen werden zukunftsorientierte Konzepte. Die Mitwirkung daran mag ich besonders. Außerdem stehe ich in ständigem Kontakt zu vielen Kollegen aus allen Geschäftsbereichen – dieses „interne Netzwerken“ macht mir wirklich große Freude.

Was wollten Sie werden als Sie klein waren?

Ich wollte professionelle Sängerin werden. Und das hat auch für eine wunderschöne Zeit geklappt. Hauptberuflich bin ich jedoch Schriftsetzerin geworden. Anschließend stieg ich um in den Assistenzbereich. Was mir immer viel bedeutet hat: das kreative Plus obendrauf. Zuerst war ich die Assistenz der Geschäftsführung einer Firma für interaktive Radiokonzepte. Dann folgte über viele Jahre die Assistenz in der Programmredaktion sowie die Leitung der Serviceredaktion und Sprecherin bei Radio Fritz. Jetzt freue ich mich, dass ich dank Herrn Grasnicks intensiver Netzwerktätigkeit häufig und gern mit unserer Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit zusammenarbeiten kann.

Was ist das Schrägste, was Ihnen bisher in Ihrem Berufsleben passiert ist?

Ich war die letzte auszubildende Schriftsetzerin in Berlin (das 1. halbe Jahr erfolgte ausschließlich im Bleisatz und ich liebte es sehr). Die Ausbildung fand in der Nähe der Jannowitzbrücke statt, in einem großen, alten, 5stöckigen Fabrikgebäude, in welchem ursprünglich bis zu 200 Offsetdrucker, Rolleure, Siebdrucker, Buchbinder und Setzer ausgebildet wurden. Ab August 1993 gab es tagsüber noch genau 2 Menschen in diesem riesigen Gebäude – meine Ausbilderin und mich.

Welche Tätigkeit beherrschen Sie neben dem Job so gut, dass man Sie dafür bezahlen würde?

Wortspiele sind meine geheime Leidenschaft. Wenn ich dafür Geld bekäme, wäre das toll…

Am Wochenende mache ich am liebsten…?

Ausflüge. Mit der ganzen Familie oder mit meinem Mann allein. Die Potsdamer Parkanlagen, Sanssouci, haben es mir besonders angetan. Und das zu jeder Witterung. Aber auch ein ausgedehnter Spaziergang zum See im nahegelegenen Wald bietet mir die perfekte Wochenenderholung.

Was ist Ihr Lieblingsplatz/-ort?

Der Petersdom in Rom. (Und das trotz großer Bemühungen in der DDR, mich zu einer 100%igen Atheistin zu erziehen.)

Auf welchen Luxus könnten Sie verzichten?

Auf den Luxus, 2 Terrassen und 2 Balkone bepflanzen und pflegen zu dürfen. Leider bin ich dafür der weltweit ungeeignetste Mensch, den man sich vorstellen kann.

Sie dürfen drei Gegenstände mit auf eine einsame Insel nehmen. Welche wären das?

Mein Handy, eine Powerbank mit Solarladezelle, Sonnencreme mit LSF 50+.

Wenn Sie eine Zeitmaschine hätten, zu welcher Zeit hätten Sie gern gelebt?

Am liebsten würde ich hin und wieder in die Zeit zurückreisen können, zu der meine Oma noch lebte. Dann würde ich sie unglaublich doll drücken, mich an sie kuscheln, „Ein Kessel Buntes“ mit ihr schauen und dabei Brause trinken.

Was sollte jeder Mensch einmal im Leben getan haben?

Jeder sollte sich einmal für eine gewisse Zeit um Menschen kümmern, die Unterstützung brauchen. Gutes zu tun macht das Leben gut für alle.

Welche Superkraft hätten Sie gern: Unsichtbar sein können, Gedanken lesen oder fliegen?

Vor 26 Jahren zog ich nach Berlin, weil man in dieser Stadt so schön unsichtbar sein konnte, wenn man das wollte. Vor dem Fliegen habe ich wirklich viel zu großen Respekt. Und Gedanken lesen… eigentlich finde ich das zu gruselig.

Zum Schluss: Wen möchten Sie bei der Gelegenheit grüßen?

Ich grüße meine drei lieben Kinder und meinen wunderbaren Ehemann, meine Eltern & meine Schwester mit Familie sowie meine vielen lieben Kolleginnen und Kollegen in der USE gGmbH, in der BUS gGmbH und im UNIONHILFSWERK.

 

 

 

Das Netz vergisst nichts!

Auf der Grundlage der Vorerfahrungen der Teilnehmenden entwickelte Michael Ebert einen leicht verständlichen, sehr gut vorbereiteten Austausch, der die Theorie und die Praxis des Themas gleichermassen beleuchtete. Seine Anregungen und Hinweise erstreckten sich von einer sinnvollen Skepsis und Zurückhaltung bei der Preisgabe persönlicher Daten im Netz über die bestmögliche Beschaffenheit von Passwörtern bis hin zur praktischen Prüfung sicherheitsrelevanter Einstellungen auf den eigenen Mobiltelefonen der Teilnehmenden. Keine der zahlreichen Fragen aus dem Teilnehmendenkreis blieb an diesem Abend unbeantwortet.

Zuletzt hatte Michael Ebert Informationsmaterial zum Mitnehmen für Alle, so dass diese sehr empfehlenswerte Veranstaltung auch nach ihrem Ende noch nachwirkt.

Anfragen nach weiteren Veranstaltungen dieser Art nimmt Michael Ebert gerne entgegen.

Jazz für den guten Zweck – Frank Muschalle im Portrait

Eine Leidenschaft für die Musik

Die Musik war schon früh wichtig für Frank Muschalle, seit seinem 7. Lebensjahr bekam er Klavierunterricht, damals ganz klassisch. Das Klavierspielen machte ihm immer viel Freude , er bleibt dabei. Mit 17 Jahren dann hat er ein Schlüsselerlebnis: „Ich habe einem Pianisten zugehört, der Boogie Woogie gespielt hat, diese Musik hat mich nicht mehr losgelassen“, sagt er. Von da an trifft er sich regelmäßig mit anderen Musikern dieser Stilistik, hört zu und lernt. Er beginnt ein Lehramtsstudium, bricht es aber letztendlich ab, um Konzertmusiker zu werden. „Die Musik war einfach meine Leidenschaft. Trotzdem war das damals eine schwierige Entscheidung. Aber ich hatte mit dem angefangenen Studium ja immer ein Hintertürchen, falls es nicht klappt“.

Das Hintertürchen braucht der heutige Berliner nicht. Frank Muschalle veröffentlicht in den nächsten Jahren insgesamt 12 CDs, er spielt Konzerte und Festivals in Europa, Südamerika und Nordafrika. Dabei tritt er solo, im „Frank Muschalle Trio“ oder auch im Duo gemeinsam mit Schlagzeuger Dirk Engelmeyer auf. Seine Musik gibt es mittlerweile auf YouTube oder Spotify zu hören und lädt zum Mitwippen ein.

Im Schlot können wir uns auf tanzbare Musik freuen

Das Duo mit Dirk Engelmeyer gibt nun auch am 20. März ein Jazz-Benefizkonzert für das UNIONHILFSWERK – und das bereits zum zweiten Mal. Muschalle erzählt: „Wir haben vor zwei Jahren schon einmal gemeinsam ein Benefizkonzert im Schlot gegeben, da war die Stimmung super und die Veranstaltung ist wirklich gut angekommen. Deshalb wird das Ganze jetzt wiederholt“.

Das Publikum erwartet an dem Abend jede Menge Spaß: Auf der Tagesordnung stehen hauptsächlich Blues und Boogie Woogie, Dirk Engelmeyer spielt dabei nicht nur Schlagzeug, sondern wird auch singen. Insgesamt wird „absolut tanzbare Musik“ gespielt, vorausgesetzt das Publikum macht mit und irgendjemand wagt den ersten (Tanz)-Schritt. Die Musiker jedenfalls freuen sich über ein tanzendes Publikum, schließlich wurde auch in den Ursprüngen des Boogie Woogie doch ausgelassen getanzt: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er in den Südstaaten der USA zunächst in den Camps der afro-amerikanischen Arbeiter gespielt, oftmals in Lagerhallen zwischen Whiskey- und Bierfässern. Und auch später wurde auf sogenannten „House Rent Parties“ getanzt: Mieter engagierten einen Pianisten und bezahlten mit den eingenommenen Eintrittsgeldern dann die Miete ihrer Wohnung.

Spenden für den guten Zweck

Die Spendenerlöse des geplanten Benefizkonzerts kommen dieses Mal einem anderen Zweck zugute: Die Unterstützung junger Menschen aus sozial benachteiligten Familien, in Form von Hilfe zur Selbsthilfe und Unterstützung beim Spracherwerb, der Kulturvermittlung, der Schulbildung und dem Berufseinstieg stehen hier im Mittelpunkt.

Frank Muschalle liegt es am Herzen, das UNIONHILFSWERK dabei zu unterstützen: „Mit dem Konzert ist es für mich sehr einfach, mich zu engagieren, wenn auch nur im Kleinen. Wenn ich mich auf diese Art öffentlich zu einem Thema positionieren und helfen kann – und dann auch noch, indem ich etwas mache, was mir Spaß macht – will ich die Chance auch nutzen.“  Trotzdem sind Benefizkonzerte für ihn die Ausnahme, für regelmäßige Veranstaltungen fehlt einfach die Zeit.

Jazz-Benefizkonzert: 20. März 2019 | 20 Uhr | Kunstfabrik Schlot, Invalidenstraße 117