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Video: „Schlagfertig für Vielfalt“ – Ein Kartenspiel wird im Unionhilfswerk zum Symbol gelebter Diversität

Unsere Diversity-Aktion 2025: Das Unionhilfswerk-Kartenspiel "Schlagfertig für Vielfalt"

 

Vielfalt als gelebte Haltung

Vielfalt ist bei uns im Unionhilfswerk mehr als ein theoretisches Konzept – sie ist gelebte Realität. Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt im Sommer 2023 bekennen wir uns zu einem vorurteilsfreien und wertschätzenden Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden, unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft, Geschlecht, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion, sexueller Orientierung oder sozialer Herkunft.

Um dem Anspruch der Charta umfänglich gerecht zu werden, setzen wir kontinuierlich Maßnahmen um, die Vielfalt nicht fördern und zur Auseinandersetzung mit dem Thema einladen.

 

„Schlagfertig für Vielfalt“ – ein Kartenspiel als Impulsgeber

Im Mittelpunkt der diesjährigen Diversity-Aktion steht unser eigens entwickelte Kartenspiel „Schlagfertig für Vielfalt“. Es thematisiert typische diskriminierende Aussagen aus dem Berufsalltag, beispielsweise zu Geschlecht, Herkunft, psychischer Gesundheit oder Altersfragen, und stellt ihnen respektvolle und schlagkräftige Gegenreden gegenüber.

Das Kartenset umfasst:

  • 20 Karten mit häufigen Vorurteilen und passenden, fundierten Gegenargumenten
  • 5 Blanko-Karten für eigene Erfahrungen, Teamideen oder neue Formulierungen
  • Eine ausführliche Spielanleitung, die zur Reflexion und zum Austausch im Team einlädt

Die ersten 150 Exemplare des Kartenspiels verteilten wir im Rahmen unseres Führungskräfte-Fachtags am 5. Mai 2025.

 

Vielfalt sichtbar machen – eine Mitmachaktion mit Herz

Anlässlich des Deutschen Diversity-Tags am 27. Mai 2025 riefen wir dann eine besondere Mitmachaktion ins Leben, die auf große Resonanz stieß:  Wir luden Mitarbeitende dazu ein, sich mit dem neuen Kartenspiel auseinanderzusetzen und ihre Gedanken, Reaktionen und Team-Momente in Foto- oder Videoform zu teilen. Zahlreiche Einsendungen aus dem gesamten Unternehmensverbund zeigen nun ein vielstimmiges, engagiertes Stimmungsbild:

  • Persönliche Statements
  • Gemeinsame Reflexionen im Team
  • Kleine Spielszenen mit den Karten
  • Kreative Fotoaktionen

„Vielfalt sichtbar machen“ – dieses Ziel unterstützten viele unserer Kolleginnen und Kollegen. Jede Einsendung zeigt: Vielfalt ist Haltung. Und sie wird im Unionhilfswerk aktiv gelebt.

 

Vielfalt als Chance und Stärke

Vielfalt steigert nicht nur die Effektivität von Arbeit und Engagement. Gesellschaftliche Vielfalt im Unternehmen abzubilden, erhöht auch die Chance, unseren gesellschaftlichen Zweck gut zu erfüllen und die gesetzten Ziele zu erreichen, passende Angebote zu entwickeln und zukunftsfähig zu sein.

Vielfalt erweitert die Perspektiven innerhalb unseres Unternehmensverbundes und fördert Kreativität durch die Integration verschiedener Blickwinkel.

 

Ein starkes Zeichen für Offenheit und Wertschätzung

Das Kartenspiel ist bewusst so gestaltet, dass es nicht an ein bestimmtes Datum gebunden ist. Es soll Teams unterstützen, auch im Arbeitsalltag wiederholt und spielerisch über Vielfalt ins Gespräch zu kommen. Ob in Teambesprechungen, bei kollegialem Austausch oder im Rahmen interner Fortbildungen: „Schlagfertig für Vielfalt“ kann immer wieder hervorgeholt werden – als Impulsgeber, Mutmacher und Werkzeug für mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die sich beteiligt haben und damit ein starkes Zeichen für Offenheit und Wertschätzung setzen.

Video: “Wir wollen, dass das, was erfolgreich ist, weitergeführt wird”

Neuer Stiftungsvorstand für die Stiftung Unionhilfswerk Berlin

 

Gina Schmelter: Lieber Herr Dietmann, Sie waren viele Jahre Vorsitzender des Aufsichtsrats der Gesellschaften sowie stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats. Und nun werden Sie im Oktober Vorstandsvorsitzender der Stiftung Unionhilfswerk Berlin. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Michael Dietmann: Erst mal habe ich aus den bisherigen Funktionen heraus natürlich an der Diskussion teilgehabt. Wie geht es eigentlich weiter, wenn Norbert Prochnow in seiner Funktion nicht mehr da ist? Und irgendwann, wie es der Zufall manchmal so will, entstand eine Situation, dass ich mich neu orientiert habe und die Frage aufkam, ob ich mir nicht vorstellen könnte, in der Nachfolge von Norbert Prochnow Vorstandsvorsitzender der Stiftung zu werden.

Und ich gebe zu, ich habe mir das gar nicht so leicht gemacht, weil es auch in meiner Vita durchaus etwas ganz anderes ist, als das, was ich bisher gemacht habe – auch wenn es ganz viele Dinge gibt, die natürlich alt bekannt sein werden. Aber ich habe lange darüber nachgedacht und je länger ich darüber nachdachte, desto spannender fand ich es, sich für etwas zu engagieren, das einen Mehrwert bietet, das Sinn stiftet, sich für Menschen zu engagieren, Lebensqualität zu geben – und das nicht bloß zu begleiten, sondern mittendrin zu sein. Und ja, ich habe mich dann nach vielen Gesprächen, die ich geführt habe, entschieden, das Angebot zu machen, Vorstandsvorsitzender werden zu können.

Und ich freue mich sehr, dass dieses Angebot angenommen wurde und ich die Unterstützung des Stiftungsrates bekommen habe. Ich empfinde das als Herausforderung. Und ich freue mich sehr über diese neue Herausforderung. Ich glaube, es ist etwas – und das bewegt mich sehr – was wirklich sinnstiftend ist. Anders als bei meinen bisherigen beruflichen Positionen sage ich immer: „Es ist definitiv viel besser, sich damit zu beschäftigen, wie man Menschen eine gute Lebensqualität geben kann, als darüber nachzudenken, wie viele Girokonten man verkaufen sollte“.

Bevor Sie aber den Staffelstab übernehmen, gibt es eine zehnmonatige Übergangsphase. Was haben Sie sich für diese ersten Monate in Ihrer neuen Rolle vorgenommen?

Ich habe mir vorgenommen, das Unionhilfswerk noch besser kennenzulernen. Natürlich begleite ich den Träger schon seit vielen Jahren. Aber jetzt geht es darum, mit den Menschen, die hier arbeiten, die von uns betreut werden, zu sprechen, deren Sorgen, Nöte und auch Erwartungen besser kennenzulernen. Einfach mehr vor Ort zu sein. Das habe ich natürlich in den bisherigen Rollen so nicht getan und es war auch nicht notwendig. Und ich glaube, es geht darum, die DNA der Stiftung, der Unternehmung, noch besser kennenzulernen, ein noch besseres Gefühl dafür zu entwickeln, was die Themenschwerpunkte sind.

Natürlich geht es auch darum, mit Andreas Sperlich und Norbert Prochnow eine gute Übergangsphase zu gestalten. Denn wir wollen ja Kontinuität. Wir wollen, dass das, was erfolgreich ist, weitergeführt wird. Wir wollen das in großer Harmonie hinkriegen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass das gut funktioniert, weil ich mit den beiden schon seit Jahren sehr eng und gut zusammenarbeite.

Das klingt sehr gut. Wir blicken mal ganz kurz zurück. 1947 haben Ehrenamtliche das Unionhilfswerk gegründet und heute arbeiten circa 3000 Mitarbeitende und sogar 900 freiwillig und ehrenamtlich Engagierte hier. Wie kann der erfolgreiche soziale Träger noch erfolgreicher werden? Sie haben ja gerade ein Stichwort genannt: Erfolg.

Also erstmal ist das eine beeindruckende Bilanz und es kommt ganz häufig vor, dass, wenn ich erzähle, dass ich in den Aufsichtsgremien sitze, dass ich erst mal angeguckt werde und man sagt: „Okay, was ist das eigentlich?“. Und wenn man dann darüber berichtet, dass das Unionhilfswerk zu den Top 30 Arbeitgebern in Berlin gehört – und das ist ja nun wirklich eine bedeutende Zahl –, dann werden die Ohren und das Interesse noch etwas größer.

Und ich glaube, um die Frage zu beantworten, es geht darum, dass Unionhilfswerk auch stärker in das Bewusstsein, auch der Diskussion, die in Berlin stattfindet – der sozialpolitischen, aber auch der unternehmenspolitischen zu rücken und zu gucken, dass wir vielleicht etwas sichtbarer werden – nicht aufdringlich, aber wahrnehmbarer. Um damit eben auch eine Stimme für diejenigen zu sein, die vielleicht an anderen Stellen keine Stimme haben.

Aber ich glaube, hier können wir eben auch mit dem Stiftungsrat und durch die Persönlichkeiten, die da drin sind, durch die handelnden Personen, durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, noch mal ein anderes Bewusstsein in der Öffentlichkeit dafür schaffen, was Unionhilfswerk eigentlich bedeutet.

Vorhin haben Sie „sinnstiftend“ gesagt. Das führt mich dann gleich auch zur nächsten Frage. Seit langem sind Sie im Unionhilfswerk tätig. Wie kam es dazu und warum ist es Ihnen wichtig, sich in einem Träger der freien Wohlfahrtspflege zu engagieren?

Ja, wie kam es eigentlich dazu? Natürlich ist es zuerst mal der Verein gewesen, der aufgrund der politischen Aktivitäten für mich als Mitglied relativ naheliegend war. Ich bin in dem Verein seit vielen Jahren Mitglied und ich bin tatsächlich damals von Dieter Krebs (ehemaliger Vorsitzender des Unionhilfswerk Landesverband Berlin e.V.) angesprochen worden als Mitglied der Fraktion, ob ich mir nicht vorstellen könnte, in dem damaligen Beirat mitzuarbeiten. Das war ja erst mal ein beratendes Gremium, eher sehr begleitend, noch auf niedriger Flamme. Und ich habe auch damals nach einigem Überlegen durchaus zugestimmt, weil ich es interessant fand, dies als Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit zu machen. Und natürlich, um auch auf der sozialpolitischen Seite ein Statement zu geben, weil mir das Anliegen des Trägers wichtig ist.

Und insofern, glaube ich, passt das gut zueinander, sich zu engagieren, sich in der Gesellschaft grundsätzlich zu engagieren. Bei mir war es dann das Unionhilfswerk – was für eine glückliche Fügung. Und sich für andere Menschen, die Hilfe benötigen, einzusetzen und für diese eine Stimme zu sein, ist etwas, dass für diejenigen, die es können, die stark sind, die die Stimme geben können, eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Deswegen habe ich gerne mitgeholfen. Und wenn man so will, bin ich da eben auch reingewachsen. Das war, glaube ich, nicht absehbar, als mich Dieter Krebs damals fragte – dass ich heute mal hier sitze und über eine zukünftige Rolle im Unionhilfswerk ein Interview gebe.  Es hat sich entwickelt und ich fand immer großartig, was die Menschen, die hier arbeiten, leisten.

Wir haben Info-Touren gemacht, wo ich mit großer Begeisterung gesehen habe, mit wieviel Engagement sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt haben. Ich habe natürlich die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer kennengelernt und gesehen, mit wie viel Verve sie den Dingen nachgehen, die wichtig sind. Und dazu gehört eben nicht bloß, darauf zu achten, dass das Unionhilfswerk auf finanziell stabilen Beinen steht, sondern auch immer die Menschen im Blick zu haben, um die es am Ende des Tages geht. Deswegen habe ich immer gern mitgemacht. Und so bin ich damals zum Unionhilfswerk gekommen.

Und es ist ja durchaus auch ein bisschen privat. Sie sind ja nicht nur beruflich mit dem Unionhilfswerk verwoben, sondern es ist ja auch dieses private Engagement. Und nun kommen wir mal zu dem privaten Michael Dietmann. Was können sie über sich erzählen?

Was kann ich über mich erzählen? Ich bin geborener Berliner. Das ist ja heutzutage auch nicht mehr ganz so üblich. Ich bin in Reinickendorf aufgewachsen, zur Schule gegangen, lebe dort auch immer noch. Ich bin, wie man so schön sagt, getrennt lebend und habe zwei Kinder, zwei erwachsene Kinder, die 18 und 21 Jahre alt sind, mit denen ich wahnsinnig gerne Zeit verbringe.

Ansonsten, das ist ja nicht zu trennen von meiner Person: das politische Engagement. Ich bin seit vielen Jahren Mitglied des Abgeordnetenhauses und ja, das sind eigentlich die Eckpfeiler. Wenn man jetzt noch tiefer gehen würde und sagt: „Mensch, was tust du denn gerne?“. Dann würde ich immer „Sport“ antworten. Jetzt sitze ich. Das ist vorteilhaft. Wenn ich stehe, würden einige sagen: „Der meint wohl, er guckt gern Fußball im Fernsehen“. Aber tatsächlich mache ich nach wie vor ganz gerne Sport, auch wenn es dann eher Dinge sind, die vielleicht altersangemessener sind und bei denen man darauf achtet, dass man gesund bleibt.

Vielen herzlichen Dank.

Sehr gerne.

Was kann ich für meine seelische Gesundheit tun?

Interview mit Uwe Herr Wegener von bipolaris e. V.

 

Ein kleiner Blick zurück – ein neuer Krankenhausplan führt zu niedrigschwelligen Angeboten

Im Zuge der Enthospitalisierung in den 90er Jahren konnte die Belegung von Krankenhausbetten in psychiatrischen Krankenhäusern erfolgreich reduziert werden, was nur durch den Ausbau von Einrichtungen und Diensten im ambulanten und komplementären Bereich möglich war; wie die Schaffung von Plätzen im Betreuten Wohnen, in Tagesstätten und in Heimen.

Regional verstärkt wurde dies durch weitere niedrigschwellige Bausteine der psychiatrischen Versorgung wie Kontakt- und Beratungsstellen, Suchtberatungsstellen, Zuverdiensten und dem Berliner Krisendienst.

Psychiatrische Begleitung im Unionhilfswerk

Das Unionhilfswerk betreibt zahlreiche ambulante und zwei stationäre Angebote für Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Hierbei wird die aktive Teilhabe der Klient*innen am gesellschaftlichen Leben gefördert und sich intensiv für die Umsetzung der Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention eingesetzt. Wertschätzung, Achtung, Toleranz und Rücksichtnahme begleiten unsere tägliche Arbeit.

Die Zuverdienstwerkstatt Neukölln klärt auf und informiert auf dem Bürgerdialog in Spandau

Das ambulante Angebot der „Zuverdienstwerkstatt Neukölln“ beispielsweise bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten. Das wirkt motivierend, wenn es – vorübergehend – nicht möglich ist, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein. Vorerfahrungen sind in der Regel nicht erforderlich, der Zugang zur Beschäftigung ist niederschwellig.

Darüber hinaus nutzten Klient*innen oft und gerne die Gelegenheit, auf Veranstaltungen einerseits ihre Angebote und Werke mit Stolz zu präsentieren aber auch zugleich Aufklärung zu betreiben und zu informieren. So wirken sie bei der Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen und deren Behandlung mit.

So auch auf dem Bürgerdialog vom bipolaris e.V. am 19. April: hier kamen zehn lokale Organisationen und Anbieter aus der psychosozialen Versorgung zusammen, um mit den Bürger*innen in der belebten Fußgängerzone des Marktplatzes in Spandau ins Gespräch zu kommen und die Frage zu beantworten: „Was kann ich für meine seelische Gesundheit tun?“
Es ist meist ein breites Spektrum von Selbsthilfeorganisationen, Kliniken und psychosozialen Trägern vertreten – diesjähriger Hauptpartner war der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin. Fünf Beschäftigte der Zuverdienstwerkstatt klärten bei schönstem Wetter eigenständig Interessent*innen auf und stellten das Angebot der Werkstatt vor.

Jürgen Stange (Leiter der Zuverdienstwerkstatt Neukölln) berichtet: „Wir merken, dass im Nachgang derartiger Aktionen die Nachfrage nach unseren Angeboten ansteigt. Formate wie der Bürgerdialog begrüße ich sehr, da so eine Niedrigschwelligkeit erreicht wird und sich keiner der Betroffenen direkt outen muss. Zudem bietet es mir einen guten Austausch mit anderen Akteur*innen.“

Interview mit Uwe Wegener von bipolaris e. V.

Sehen Sie in unserem Film: Uwe Wegner (ehemaliger Vorsitzender von bipolaris) berichtete im Interview mit Amalia Solomon (Unternehmenskommunikation Unionhilfswerk) von einer spürbaren Verstärkung des Austausches zwischen Bürger*innen und Anbieter*innen und der Entwicklung des Bürgerdialogs. Er hält fest, wie essenziell die Vernetzung zwischen psychosozialen Trägern und Angehörigen ist.

Unser Titelbild: Klient*innen der Zuverdienstwerkstatt informieren beim Bürgerdialog in Spandau über Angebote für psychisch kranken Menschen.

*Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/141161/Psychische-Erkrankungen-in-Berlin-erstmals-fuehrend-bei-AU-Tagen

PAPILLONS: „Wir brauchen eure Hilfe, um unser Projekt auf die Beine zu stellen.“

PAPILLONS Theaterensemble

 

Ergänzung am 02.05.2023:
Unsere Spendenaktion ist inzwischen erfolgreich beendet. Es kamen 10.507 € zusammen, womit die PAPILLONS das neue Projekt „Passagiere“ realisieren können. Wir sagen DANKE!

Die PAPILLONS bestehen seit 2017, gegründet von der Regisseurin für inklusives Theater Christine Vogt. Beim Theaterensemble im Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“ arbeiten Menschen mit und ohne Demenz mit professionellen Künstler*innen zusammen. „Wir erzählen unsere Geschichten“, sagt ein Ensemble-Mitglied. Das neue Stück heißt „Passagiere“. Es soll am 23. Juni im F2-Theater im Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“ uraufgeführt werden.

Online-Spendenaktion für PAPILLONS gestartet

Damit das Theaterensemble ihr neues Stück „Passagiere“ verwirklichen kann, hat das Unionhilfswerk eine Online-Spendenaktion auf der Plattform Startnext ins Leben gerufen: Die PAPILLONS – Passagiere. Jeder Euro zählt! Danke für eure Unterstützung.

Wie Theaterspielen mit Demenz möglich ist

Wenn die Erinnerung schwindet, rufen alte Melodien und Lieder, Fotografien und Geschichten bei den Akteur*innen Bilder und Emotionen hervor. Daraus entstehen die Ideen für Szenen und künstlerische Darstellungsformen, die bisher nicht machbar schienen.

Im neuen Stück „Passagiere“ fragen Kinder nach Glücksmomenten

„In unserem neuen Stück spielen Kinder unsere Schutzengel“, verrät eine Akteurin. Den Schutzengeln begegnen die Akteur*innen auf dem Weg ins Jenseits. Als Schutzengel begrüßen die Kinder die Alten, die soeben gestorben sind, als Passagiere auf der Reise. Die Engel entlocken ihnen die Kindheitserinnerung, die sie am glücklichsten gemacht hat. Dieser Glücksmoment mildert die Angst der Passagiere vor dem Jenseits.

Für „Passagiere“ brauchen die PAPILLONS finanzielle Unterstützung

„Wir brauchen eure Hilfe, um unser Projekt auf die Beine zu stellen“, so ein Akteur. Denn für das neue Stück fallen Kosten an für Kostüme, Musik, Öffentlichkeitsarbeit, Requisiten und Technikmiete.

Mit Lebensfreude der Einsamkeit entgegenwirken

Die Fortführung des Projekts ist für die alten Menschen wichtig. Sie fühlen sich weniger einsam, spüren Sinn und Lebensfreude und geben diese weiter. Außerdem kann das Projekt auch weiterhin auf Demenz, die jeden von uns treffen kann, aufmerksam machen.

 

Zur Spendenseite: Die PAPILLONS – Passagiere

75 Jahre Unionhilfswerk – Das war unser Jubiläumsjahr

75 Jahre Unionhilfswerk - Rückblick auf unser Jubiläumsjahr

 

Wir sammelten Kilometer für obdachlose Menschen

Im Juni luden wir Mitarbeiter*innen, betreute Menschen, Freiwillige, Vereinsmitglieder, Familienangehörige und Freund*innen herzlich ein, Kilometer für Menschen ohne Obdach zu sammeln – beim STADTRADELN und beim Berliner Firmenlauf.
Bereits zum dritten Mal nahmen wir am STADTARDELN Berlin teil. Mithilfe der praktischen STADTRADELN-App konnten die 126 aktiven Radler*innen und Radel-Teams die Kilometerstände verfolgen und vor allem mit den Kolleginnen und Kollegen vergleichen. Dies führte zu spannenden, kleinen Wettkämpfen und erhöhte den Anreiz, noch mehr Kilometer zu sammeln. So auch bei unseren Geschäftsführerinnen Kathrin Weidemeider und Ulrike Hinrichs – beide bekannt für ihre Leidenschaft fürs Radfahren.

Ende Juni wurden beim Firmenlauf weitere Kilometer für unseren guten Zweck gesammelt. Die Unionhilfwerker*innen gingen bei perfektem Sportwetter mit 723 weiteren Firmen und ca. 12.000 Teilnehmer*innen an den Start. Alle Teilnehmer*innen legten im eigenen Tempo 5,5 km zurück – sei es beim Laufen, Skaten oder Walken. Am Unionhilfswerk-Pavillon herrschte an diesem Abend eine tolle Stimmung mit viel Spaß und schönen Gesprächen.

Die Teilnahme an den beiden Sportevents war ein voller Erfolg: Beim dreiwöchigen STADTRADELN und beim Firmenlauf kamen unglaubliche 30.000 Kilometer zusammen. Das entspricht grob der Luftlinie von unserem Dienstleistungs.Campus in der Schwiebusser Straße bis nach Australien und zurück!

Neben Spaß und Ehrgeiz verfolgten unsere Aktionen vor allem das Ziel, möglichst viele Kilometer zu sammel, um wohnungslose Menschen zu unterstützen. Seit vielen Jahren sind wir in der Obdachlosenhilfe aktiv: Zwei Wohnungslosenheime, eine Wohnungslosentagesstätte und das Projekt „Wendepunkt Wohnen“ gehören zu diesem Bereich. Daher wissen wir, dass wetterfeste Schlafsäcke Leben retten können. Gerade bei Schnee und Minusgraden werden diese dringendst benötigt und bieten Menschen, die auf der Straße leben, Schutz.

Wir wandelten dafür die von den Unionhilfswerker*innen gesammelten rund 30.000 Kilometer in eine Geldspende um. Unser Ziel war es, möglichst viele auf der Straße lebenden Menschen bis zum Winter auszustatten. Am 23. November 2022 übergaben unsere Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs und Matthias Steuckardt, Stadtrat des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, die Schlafsäcke und Isomatten an Menschen ohne Obdach. Zusätzlich gab es für jede*n eine warme Mahlzeit und Getränke.

 

Wir machten uns Freu(n)de

Unsere fast 3000 Mitarbeiter*innen sind über 130 Standorte in ganz Berlin und teilweise Brandenburg verteilt. Da kommt, trotz aller laufenden Maßnahmen und gemeinsamer Kanäle, schon mal das Gefühl auf, wenig über die Kolleginnen und Kollegen anderer Einrichtungen oder Gesellschaften zu wissen, ebenso wie der Wunsch, Unionhilfwerker*innen anderer Teams besser kennenzulernen. Unsere Jubiläumsaktivitäten sollten daher unter anderem Vernetzung, Austausch und Kennenlernen ermöglichen. So entstand die Idee zum Jubiläumsprojekt „Wir machen uns Freu(n)de“.

Mitarbeiter*innen aller Einrichtungen sowie Vereinsmitglieder konnten sich bewerben. Aus allen eingegangen Bewerbungen wurden Partner-Teams gebildet, die sich gegenseitig „Freu(n)de“ machen durften – jeweils mit einem festgelegten Budget und im Rahmen der Arbeitszeit. Viele Kolleg*innen nutzten diese tolle Möglichkeit und so entstanden Partner-Teams, die sich aus fast allen Unternehmensbereichen zusammensetzten. Die Kita mit dem Seniorenzentrum, das Jugendhilfe-Projekt mit dem Pflege-Team, der Bezirksverband mit dem Team der USE-Grünpflege bis hin zum Integrationsfachdienst mit der Verwaltungsabteilung. Die vielen Teams waren bunt gemischt und spiegelten damit wunderbar die Vielfalt des Trägers wider.

Alle Teams hatten einige Wochen Zeit, einander kennenzulernen und gemeinsam zu überlegen, wie genau die Freude aussehen könnte. Da wurden virtuelle Runden ebenso genutzt wie gemeinsame Spaziergänge oder Telefonkonferenzen. Einfallsreich und kreativ lernten die Teams sich kennen und mindestens genauso ideenreich wurden wunderbare Pläne für gemeinsame „Freu(n)de“-Aktionen geschmiedet, die dann von Februar bis Ende Mai 2022 stattfanden.

Ob Ausflüge, gemeinsames Kochen oder Essen, Bogenschießen, Töpfern oder Brunnen bepflanzen, Abenteuer im Escape-Room, Picknick oder Bootstouren, Führungen oder Schnitzeljagden – an Ideen mangelte es unseren Freu(n)de-Teams nicht. Und so waren die ersten Wochen unseres Jubiläumsjahres gefüllt mit wunderbaren Stunden, in denen Kolleginnen und Kollegen sich kennenlernten, Teams sich gegenseitig Freude und kleine Geschenke machten, Unternehmensbereiche Einblicke in andere Geschäftsbereiche erhielten, Unionhilfswerker*innen zusammenwuchsen.

 

Wir pflanzten 2 x 750 Laubbäume in der Stolper Heide und in Nuthe

Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmensbunds sowie betreute Menschen pflanzten im März in der Stolper Heide, nördlich von Berlin, gemeinsam 750 Rotbuchensetzlinge. Dazu wurden zwei Gruppen gebildet, angeleitet vom damaligen Revierförster Peter Cyriax. Im November unterstützten wir  dann bei der Aufforstung des Waldes in Nuthe. Dieses Mal brachten wir unter Anleitung des Revierförsters André Rohland junge Traubeneichen und Winterlinden in die Erde.
Die Unionhilfswerker*innen konnten alleine anreisen oder bequem den kostenlosen Shuttleservice nutzen. Zur Stärkung gab es vor Ort eine warme Mahlzeit und Getränke.
„Mir liegt die Natur am Herzen. Durch diese Aktion kann ich etwas zurückgeben“, sagte Hardy Rödler von der BUS gGmbH. Michael Krahl aus der Mediengestaltung der USE gGmbH berichtete: „Ich fand es super, in den Wald zu gehen. Die Aktion war eine tolle Abwechslung von der Computerarbeit.“

Mit den Pflanzaktionen unterstützten wir den Wald dabei, widerstandsfähiger zu werden. Die Kolleg*innen und betreuten Menschen setzten Laubbäume, um die Durchmischung des Kiefernwaldes zu fördern. Mischwälder sind robuster und langlebiger als Nadelwälder. Schädlinge wie der Borkenkäfer können sich nicht so schnell verbreiten. Zudem können Stürme oder Trockenheit Mischwäldern weniger anhaben.

 

Wir unterstützten ukrainische Künstler*innen

Die Ereignisse nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine verfolgte Anett Simmen mit großer Sorge. Sie ist Regisseurin und Gründerin der VoLa Stage Art und hat viele befreundete Künstler*innen in der Ukraine. Diesen wollte Sie helfen und ihnen eine Perspektive geben. So entstand kurzerhand die Idee, eine Show zusammen mit ukrainischen Artist*innen, Tänzer*innen und Sänger*innen zu entwickeln. Es sollte eine Performance werden, die Geschichten und Traditionen aus der Ukraine mit Artistik, Theater und Musik verbindet. Die Show „Im Wald der Wünsche“ entstand.

Wir Unionhilfswerker*innen engagierten uns seit Beginn des Krieges in ganz vielfältiger Art und Weise für geflüchtete Ukrainer*innen. Täglich unterstützten uns Freiwillige in unserer Unterkunft für geflüchtete Menschen aus der Ukraine, viele Mitarbeiter*innen und Freunde des Unionhilfswerks spendeten Geld oder beteiligten sich an Aktionen mit Sachspenden.
Auch das Projekt „Im Wald der Wünsche“ von Anett Simmen und seine ukrainischen Künstler*innen wollten wir im Rahmen einer inklusiven Jubiläumsaktion unterstützen. Dazu luden wir alle Menschen aus dem Unionhilfswerk zu einer Aufführung am 25. September ein – egal ob Betreute, Freiwillige, Vereinsmitglieder oder Mitarbeiter*innen: Eben alle, die sich gern verzaubern lassen wollten.

Die Zuschauer*innen wurden durch ukrainische Geschichten und Traditionen in Verbindung mit artistischen Elementen und Tanzchoreografien auf eine Reise durch die ukrainische Heimat mitgenommen. Es ging um das Unterwegs-Sein und das Ankommen, um Liebe, Freundschaft und Gemeinschaft. Dafür hat sich die Regisseurin den Wald als mystischen und magischen Ort ausgesucht, der in der Ukraine als Heimat eines der größten noch erhaltenen Ur-Wälder Europas mit vielen Geschichten und Sagen verbunden ist. Wer den Wald der Wünsche betrat, erwachte in einer Zauberwelt, viele kleine Wunder geschahen. Er weckte Kräfte aus der Tiefe der Seele und ließ Wünsche wahr werden. Die Reise des Mädchens Lilia durch den Wald der Wünsche wurde begleitet von vielen magischen Fabelwesen: Feen, Elfen, Waldgeister und Zauberer zeigten ihre Künste in der Luft, im Reifen oder mit schwebenden Glaskugeln.

 

Wir produzierten unseren eigenen Unionhilfswerk-Song

Ein ganz besonderes Highlight in unserem Jubiläumsjahr: Wir nutzten den Anlass, um einen eigenen Song zu produzieren. Wir ließen einen Text nach unseren Vorgaben schreiben und eine Melodie komponieren.
Und wir baten Kolleginnen und Kollegen sowie Klient*innen ins Tonstudio, um den Song einzusingen. Ein Song, der beschreibt, wie es sich anfühlt, Teil des Unionhilfswerks zu sein, täglich Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, kleine und große Wunder zu erleben und gemeinsam etwas zu erreichen.
Und ein echter Ohrwurm, schrieb doch neulich erst eine Leserin des Blogs in unsere Kommentare: „In Erinnerung und immer parat bleibt uns auch der tolle Unionhilfswerk-Song, der in unserer Familie schon oft gute Stimmung verbreitete:-))“.
Auf unserem großen Jubiläumsfest feierte der Song mit dem Video Premiere – und wir alle hatten einen unvergesslichen Gänsehaus-Moment bei dem wunderschönen Live-Auftritt unserer singenden Kolleg*innen.

 

Wir erzählten über unsere 75-jährige Geschichte

75 Jahre – da gab es viel zu erzählen. Wir durchforsteten, mit Hilfe einer Agentur, unsere Archive und Kellerräume. Wir nahmen unsere Vergangenheit genau unter die Lupe und beleuchteten alle zurückliegenden Jahrzehnte.
Hier auf dem Blog riefen wir eine neue Rubrik ins Leben – „75 Jahre Unionhilfswerk“ – und veröffentlichten jeden Monat einen Artikel zu unserer Unternehmensgeschichte. Auch in der Unternehmenszeitung „Wir für Berlin“, in unserem Intranet und auf unseren Social Media-Kanälen spielte die historische Kommunikation das ganze Jubiläumsjahr über eine zentrale Rolle.
Zum Ende des Jahres erschien unsere Jubiläumspublikation, die zahlreiche Text- und Bildbeiträge zu den Meilensteinen der Unionhilfswerk-Geschichte beinhaltet. In Zeitzeugeninterviews kommen Unionhilfswerker*innen zu Wort und schildern ihren persönlichen Werdegang, spannende und bewegende Anekdoten.
Sie haben Interesse an unserer Jubiläumspublikation in gedruckter Form? Dann schreiben Sie uns gern.

 

Wir feierten ein großes Jubiläumsfest

Seit 75 Jahren sind wir Wegbegleiter und unterstützen Menschen, die Hilfe brauchen. Die großartige Weiterentwicklung des Trägers mit immer neuen Unterstützungsangeboten wäre ohne all die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich mit Herzblut und Leidenschaft einen tollen Job machen, nicht möglich gewesen. Natürlich nutzen wir das Jubiläumsjahr auch, um allen Kolleg*innen zu danken, unter anderem mit einem großen Fest im wunderschönen „Spindler & Klatt“ direkt an der Spree. Die etwa 1100 Gäste – Mitarbeiter*innen, Vereinsmitglieder und freiwillig Engagierte ebenso wie langjährigen Freund*innen, Partner*innen und Förderer des Unionhilfswerks – genossen es, sich endlich wieder persönlich zu treffen und zusammen zu feiern.

 

 

 

Mit optimistischem Blick auch die guten Momente sehen – Neujahrsgruß unseres Stiftungsvorstandes

Neujahrsgruß des Stiftungsvorstandes

 

Und auch, wenn wir uns auf das Jahr 2023, mit vielen spannenden Projekten und Vorhaben im Unionhilfswerk, freuen, blicken wir auch in der nächsten Woche noch einmal zurück auf das Jahr 2022. Unser Jubiläumsjahr war gefüllt mit spannenden Projekten, guten Taten, emotionalen Momenten und gemeinsamen und zusammenschweißenden Aktionen. Freuen Sie sich auf alle Highlights unseres 75-jährigen Jubiläums.

Im Wald der Wünsche – eine magisch-märchenhafte Show mit ukrainischen Künstler*innen

 

Wie alles anfing

Die Ereignisse nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine verfolgte Anett Simmen mit großer Sorge. Sie ist Regisseurin und Gründerin VoLa Stage Art und hat viele befreundete Künstler*innen in der Ukraine. Sie möchte ihnen helfen und eine Perspektive geben. Viele waren schon dabei, ihre Heimat zu verlassen und auf der Suche nach Arbeit. So entstand kurzerhand die Idee, eine Show zu entwickeln zusammen mit ukrainischen Artist*innen, Tänzer*innen und Sänger*innen. Es sollte eine Performance werden, die Geschichten und Traditionen aus der Ukraine mit Artistik, Theater und Musik verbindet. Die Show „Im Wald der Wünsche“ entstand.

Ein geeigneter Ort war auch schnell gefunden. Der Geschäftsführer von Karls Erdbeerhof, Robert Dahl, war von der Idee so begeistert, dass er das Projekt mit Infrastruktur und Know How unterstützte und auf dem Gelände des Erdbeerhofs ein großes Zirkuszelt für die Show aufstellen ließ.

 

Im Wald der Wünsche – Einfach magisch

Die Zuschauer*innen werden durch ukrainische Geschichten und Traditionen in Verbindung mit artistischen Elementen und Tanzchoreografien auf eine Reise durch die ukrainische Heimat mitgenommen. Es geht um das Unterwegs-Sein und das Ankommen, um Liebe, Freundschaft und Gemeinschaft. Dafür hat sich die Regisseurin den Wald als mystischen und magischen Ort ausgesucht, der in der Ukraine als Heimat eines der größten noch erhaltenen Ur-Wälder Europas, mit vielen Geschichten und Sagen verbunden ist. Wer den Wald der Wünsche betritt, wird in einer Zauberwelt erwachen und viele kleine Wunder werden geschehen. Er weckt Kräfte aus der Tiefe der Seele und lässt Wünsche wahr werden. Die Reise des Mädchens Lilia durch den Wald der Wünsche wird begleitet von vielen magischen Fabelwesen: Feen, Elfen, Waldgeister und Zauberer zeigen ihre Künste in der Luft, im Reifen oder mit schwebenden Glaskugeln.

 

Ich bin verzaubert aus dem Wald der Wünsche zurückgekommen. Meine Tochter und ich waren von Anfang an einfach nur beeindruckt von der unglaublichen Vielfalt der Akrobatik und den wunderschönen Kostümen. Die modernen und klassischen musikalischen Klänge haben mir mehrfach Gänsehaut beschert. Was für eine tolle Show!  (Vera Jahn, Unternehmenskommunikation)

 

Das Unionhilfswerk unterstützt

Die Unionhilfswerker*innen engagieren sich für geflüchtete Ukrainer*innen seit Beginn des Krieges in ganz vielfältiger Art und Weise. Täglich unterstützen uns Freiwillige in unserer Unterkunft für geflüchtete Menschen aus der Ukraine, viele Mitarbeiter*innen und Freunde des Unionhilfswerks haben Geld gespendet oder sich an Aktionen mit Sachspenden beteiligt. Auch dieses Projekt und seine ukrainischen Künstler*innen wollen wir im Rahmen einer inklusiven Jubiläumsaktion unterstützen. Dazu laden wir alle Menschen aus dem Unionhilfswerk zu einer Aufführung von „Im Wald der Wünsche“ am 25. September ein – egal ob Betreute, Freiwillige, Vereinsmitglieder oder Mitarbeiter*innen: Alle, die sich gern verzaubern lassen wollen, können dabei sein.

An alle Menschen im Unionhilfswerk: Die Details erfahren Sie von Ihren Einrichtungs- bzw. Projektleitungen sowie in unserem Intranet.

Wir wünschen schon einmal magisches Vergnügen!

Gut #VERBUNDen mit dem Unionhilfswerk – Ein kreatives Projekt für Mitarbeiter*innenbindung

Projekt VERBUNDen im Unionhilfswerk

 

 

Was ist das Besondere an diesem Projekt?

Zunächst war der angesprochene Teilnehmerkreis besonders, denn erstmalig haben wir eine Einladung an alle unsere rund 2.000 Mitarbeiter*innen im Verbund ausgesprochen, das Vorhaben aktiv mitzugestalten: Ergebnisoffen, motiviert und mit Neugierde, kreative Methoden auszuprobieren.

Auch die Arbeitsmethode war besonders: Wir haben zum ersten Mal die Design-Thinking-Methode in dieser Größenordnung bei uns angewandt. Design Thinking ist ein kreativer und innovativer Gestaltungsprozess, bei dem die Perspektiven und Bedarfe der „Betroffenen“ aktiv erfragt werden, um sie für Problemlösungen und Ideen zu nutzen.

 „Es macht wirklich Spaß, mit Leuten zu arbeiten, die Lust auf so einen Prozess haben!“

Die Idee in unserem Kontext war, dass Mitarbeiter*innen selbst mitgestalten und eigene Ideen für Verbesserungen in ihrem Arbeitsalltag entwickeln.

Besonders ist auch, wie das Projekt entstanden ist, denn  Teilnehmende aus dem Vorstand, den Geschäftsführungen und den Betriebsräten sowie Mitarbeiter*innen und Führungskräfte haben gemeinsam in einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit das Projekt gestartet, durchweg begleitet und „gelebt“.

 

Was sind die Ergebnisse des Projektes?

Anhand der Methode hat die Arbeitsgruppe mithilfe von empathischen Interviews unter anderem herausgefunden, was konkret den Kolleginnen und Kollegen in ihrer Arbeit mit ihren Teams, mit ihren Aufgaben und auch mit ihren Führungskräften wichtig ist und warum.

Nach den Interviews und einem Kreativ-Workshop wurden drei konkrete Ideen entwickelt, die die Arbeitsgruppen anschließend als sogenannte Prototypen in einzelnen Einrichtungen getestet und verbessert haben.

Ein Prototyp kann die Kommunikation zwischen Führungskraft und Team verbessern, indem auf positive Ereignisse im Team eingegangen wird und aktuelle Herausforderungen thematisiert werden. Ein weiterer Prototyp beschäftigt sich mit der Kommunikation innerhalb eines Team inklusive einer raschen Klärung von herausfordernden/kritischen Situationen. Der dritte Prototyp beschäftigt sich mit selbst verwaltenden Teams und der Verteilung von Führungsaufgaben auf einzelne Mitarbeiter*innen je nach Kompetenz.

 

Was kommt am Ende dabei heraus?

Viele Kontakte zwischen den Mitarbeiter*innen, die dauerhaft und weit über das Projekt hinausgehen. Offenheit für den Einsatz verschiedener Arbeitsmethoden, um sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Hohes Vertrauen aller Beteiligten in die Arbeitsprozesse und die Ergebnisse sowie eine hohe Relevanz für unsere Kolleginnen und Kollegen, denn die Prototypen wurden von und für die Mitarbeiter*innen entwickelt – drei tolle Prototypen, die wir dauerhaft als Instrumente zur Mitarbeiter*innenbindung im Unionhilfswerk einsetzen und weiterentwickeln werden.

 „Zusammensetzung der Leute hier – toll! Heute war cool, soviel Kreatives zu machen, so viele Dinge zu entwickeln!“

 

Wie geht es weiter?

Die Prototypen stellen wir allen Einrichtungen in unserem Intranet zur Anwendung zur Verfügung und begleiten mit unserem Team Personalmarketing das Ausprobieren!
Weitere Informationen erhalten Sie unter: personalmarketing@unionhilfswerk.de

 

Vielen Dank an alle Mitwirkenden von #VERBUNDen:

Unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Design Thinking Gruppe, Interviewpartner*innen, Einrichtungen aus der Pflege, Kita, Betreuung, Verwaltung, Projektzirkel, Grafikabteilung der USE, Unternehmenskommunikation, Berater und Personalmarketing.

Film: Hoffnung geben

Maskenfall - Corona im Spiel

 

Mein Name ist Petruna Cvetanova und ich bin 65 Jahre alt. Geboren und aufgewachsen bin ich in Makedonien. 1975 kam ich für einen familiären Besuch zum ersten Mal nach Deutschland. Es war geplant nur drei Monate zu bleiben, geblieben bin ich dann für immer, weil mir die Liebe begegnete. Ich habe hier geheiratet und zwei Kindern das Leben geschenkt. Soweit es mir möglich war, habe ich in der Küche, als Produktionshelferin und Reinigungskraft gearbeitet. Es war nicht einfach als sogenannte Gastarbeiterin in Deutschland zurecht zu kommen, aber ich hatte meine Familie, die mir halt gab.

Die Bedeutung der Zuverdienstwerkstatt – und des Schreibens

Eine erste Psychose im Jahr 1982 warf mich aus der Bahn. Aufgrund immer wieder auftretender Episoden wurde ich 1994 wegen Berufsunfähigkeit berentet. Seit 2006 arbeite ich in der Zuverdienstwerkstatt des UNIONHILFSWERK. Hier fand ich eine sinnvolle Beschäftigung und soziale Kontakte. Der Austausch mit anderen Betroffenen ist mir wichtig, denn ich verstehe sie und sie verstehen mich. Aus Kolleg*innen sind im Laufe der Zeit Freund*innen geworden. Durch die Mitarbeiter*innen der Zuverdienstwerkstatt erfahre ich Unterstützung und viel Zuwendung. Alle sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Im Verlauf meiner Erkrankung kam mir die Idee, meine Gedanken und Gefühle zu Papier zu bringen, um sie mit meiner Familie, Freunden und anderen Betroffenen zu teilen. Es geht mir dabei um Verständigung bezüglich meiner Erkrankung, aber auch um eine Auseinandersetzung mit meiner zweiten Heimat Deutschland. Gerade während der Psychosen erlebte ich Deutschland als eine Art Feindesland, was vermutlich auf meine Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung zurückzuführen ist. Um mich auch in schriftlicher Form auf Deutsch richtig ausdrücken zu können, besuche ich seit 2016 Kurse beim Verein „Lesen und Schreiben e.V.“ in Berlin-Neukölln.  Seit dieser Zeit schreibe ich regelmäßig über Alltagsthemen, die mich berühren.

Als aufgrund von Corona die Zuverdienstwerkstatt im Zuge des Lockdowns geschlossen wurde, war es sehr schwer für mich, auf den liebgewonnenen Tagesablauf und die sozialen Kontakten zu verzichten. Also habe ich vermehrt meine Gedanken zu Papier gebracht.

Ich fand „Das Corona-Virus“

Bei einem meiner Spaziergänge, die ich während des Lockdowns unternahm, fand ich „das Corona-Virus“. Auf einer Baustelle lag eine aufgeplatzte Silikonkartusche. Die ausgetretene Silikonmasse hatte sich zu einem schmutzig grauen, unansehnlichen Gebilde verformt. Diese Gebilde entsprach meiner materiellen Vorstellung des Corona-Virus. Ich nahm es mit nach Hause. Nachdem die Zuverdienstwerkstatt wieder geöffnet hatte, habe ich das Gebilde mit zur Arbeit genommen, um es allen zu zeigen. Im Gespräch mit Frau Brüggemann, die in der Zuverdienstwerkstatt als Ergotherapeutin arbeitet, habe ich dann erwähnt, dass ich zu meinem Umgang mit dem Corona-Virus Texte schreibe.

Frau Brüggemann hatte dann die Idee, eine Lesung meiner Texte per Kamera aufzunehmen und als Videoinstallation im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit zu zeigen. Leider wurde aufgrund der Pandemie nichts daraus . Dann hat Anfang des Jahres Herr Sühwold, Genesungsbegleiter in der Zuverdienstwerkstatt, meine Texte gelesen und wir haben zu dritt überlegt, wie wir diese Texte filmisch in Bilder umsetzen könnten. Ziel des Films ist es, Menschen Hoffnung zu schenken, dass schwere Zeit und Krisen überwunden werden können.

Herr Sühwold und ich haben gemeinsam die Texte bearbeitet und die Kernaussagen herausgefiltert. Diese Texte habe ich vor der Kamera gelesen. Dann sind wir zu dritt mit der Kamera in Neukölln unterwegs gewesen, um die passenden Bilder zu finden. Die Dreharbeiten waren für mich sehr schön, da ich mich bei den beiden sicher und aufgehoben gefühlt habe. Den kompletten Schnitt des Films haben Peter Sühwold und Gisela Stutzke, eine Medienfachfrau, in mühevoller Kleinarbeit ehrenamtlich übernommen.

Durch einen schlimmen Verlust brach meine Stabilität wieder zusammen

Kurz vor Fertigstellung des Films kam mein Mann mit einer Coronainfektion ins Krankenhaus und verstarb. Durch die Belastung und tiefe Trauer brach meine Stabilität zusammen und ich geriet erneut in eine Psychose.

Den fertigen Film habe ich erst vor kurzem das erste Mal gesehen. Auch wenn ich den Film sehr mag, war es schwierig für mich, mich selbst als psychisch stabilen Menschen zu sehen. Im Moment steht meine Stabilität noch auf tönernen Füßen, aber der Film hat seine Wirkung, wie ich beim zweiten Schauen feststellen konnte. So stabil und voller Hoffnung wie ich im Film bin, möchte ich wieder werden. Ich hoffe, dass andere Betroffene und auch nicht Betroffene diesen Hoffnungsschimmer im Film wahrnehmen und nicht den Mut verlieren in schwierigen Zeiten.

Video: Talk to USE – das neue Online-Format der USE

Talk To USE 2: Psychisch krank & trotzdem arbeiten – geht das auch in Corona-Zeiten?

 

Als Sozialunternehmen mit einem breiten Angebot für behinderte und benachteiligte Menschen hatte die USE vor der Pandemie auf die direkte Begegnung gesetzt – mit offenen Beratungen und vielen unterschiedlichen Veranstaltungen verteilt über das ganze Jahr. Denn im persönlichen Kontakt kann man erste Ängste nehmen und Vertrauen aufbauen. Das ist besonders bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Beeinträchtigung, auf die sich die USE besonders mit ihrem Werkstatt-Angebot spezialisiert hat, wichtig.

Durch Corona war man auch hier gezwungen, neue Wege zu finden. Mit einer kleinen Talkrunde als Youtube-Livestream im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit im Herbst 2020 startete ein erster Versuch – mit einigem Erfolg. Nun baut die USE das Format weiter aus, mit eigenem Titel und einem Setting, das an ein kleines Fernsehstudio erinnert.

Arbeit wirkt stabilisierend

Am 16.02. startete der zweite Livestream mit dem Thema „Psychisch krank & arbeiten – geht das auch in Corona-Zeiten?“ Mit den praktischen Erfahrungen aus der Werkstatt aus zwei Lockdowns und Tipps von Experten wollte man Mut machen und zum Gespräch einladen. Dafür berichteten Beschäftigte und Fachkräfte aus der Tierpflege über ihren Umgang mit der Pandemie. Das Fazit hier: auch wenn zunächst Unsicherheit herrschte und immer wieder Ängste aufkamen, war und ist es überaus wichtig und stabilisierend, arbeiten gehen zu können. Den ersten Lockdown mit dem Betretungsverbot der Werkstätten erlebten sehr viele als extrem schwierige Zeit.

Homeoffice als Modell für die Werkstatt

Ein für die Werkstatt neues Modell entwickelte die Mediengestaltung der USE – das Homeoffice. Während es seit Monaten für viele Deutsche das gängige Arbeitsmodell ist, lässt es sich nicht so einfach auf die Werkstatt übertragen. Denn hier steht die Anleitung und Betreuung behinderter Menschen im Vordergrund. Mit einem Modell aus vier Säulen haben die Mediengestalter das Homeoffice schon im ersten Lockdown erprobt und nun im zweiten ausgebaut. Um aber den persönlichen Kontakt nicht abbrechen zu lassen, gibt es noch immer eine Anwesenheitspflicht an zwei Tagen in der Woche. Fachgebietsleiter Denny Rosenthal sieht darin durchaus eine Möglichkeit für die Post-Pandemie-Zeit.

Gerade zu diesem für die Werkstatt noch neuen Arbeitsmodell gab es via Chat einige Nachfragen. Noch gefragter war aber die Psychologin Susann Helfrich. Mit praktischen Tipps, wie man zum Beispiel mit seinen Ängsten vor U-Bahn-Fahrten umgeht – beendete sie die Runde.

Mit über 20 Livestreamern und über 200 späteren Aufrufen bewertet man diesen zweiten Talk to USE als Erfolg und plant bereits den nächsten. Denn Präsenzveranstaltungen scheinen leider auf längere Sicht noch nicht möglich zu sein.